Lässt sich Frieden stricken?

Der Polo Circo lädt zu einer außergewöhnlichen Zirkusvorstellung ein

Von Friederike Oertel

peace copia
“Knitting Peace”, was übersetzt soviel wie “Frieden stricken” bedeutet, lautet der Titel der Zirkusvorstellung, die an diesem Wochenende erstmals im Polo Circo in Buenos Aires zu sehen sein wird. Zwischen Seilen, Fäden und Netzen aus weißen Maschen und Knoten werden die Artisten der schwedischen Zirkusgruppe Cirkus Cirkör eine Kombination aus Jonglage, Tapezkunst und Tanztheater präsentieren, untermalt von Musik und Poesie.

Dabei geht es jedoch um deutlich mehr, als leichtfüßige Unterhaltung: Im Mittelpunkt der Inszenierung steht die Frage, ob der Kampf um Frieden auf Erden ein Kampf um das Unmögliche ist. Kann das Streben danach allein schon Veränderungen bewirken? Und welche Formen kann der Kampf annehmen? Oder anders ausgedrückt: Lässt sich Frieden “stricken”?

Die vom Kulturministerium der Stadt Buenos Aires organisierte Veranstaltung im Polo Circo verspricht einen außergewöhnlichen und magischen Abend. Ob das Gestrickte halten wird?

Das Gastspiel findet am 15. und 16.8. sowie am 20., 21., 22. und 23.8. statt, samstags und sonntags um 18 Uhr, an den Wochentagen um 20.30 Uhr. Infos hier.

Eins, zwei, Wiegeschritt

Tango-Weltmeisterschaft und -Festival in Buenos Aires

Von Friederike Oertel

tango
Tango und Buenos Aires sind ungefähr so untrennbar miteinander verbunden wie ein leidenschaftliches Paar Tangotänzer. Der argentinische Tanz gilt als der erotischste aller Paartänze und übt auf viele eine große Faszination aus. So findet auch in diesem Jahr in der argentinischen Hauptstadt seit dem 14. und bis zum 27. August 2015 die Tango-Weltmeisterschaft statt. Begleitet wird das Gipfeltreffen der weltbesten Tänzer und Musiker von einem Festival, zu dessen Akteuren Komponisten, Interpreten, Forscher, Sammler und Spezialisten aus Argentinien und dem internationalen Ausland gehören.

Nach zahlreichen Tanzshows und Konzerten werden von über 400 Paaren aus rund 25 Ländern die besten Tänzer in den Kategorien Tango Escenario (Bühnen-Tango) und Tango de Pista (Tango Salón) gekürt. Das Finale der WM findet seit Jahren im Luna Park-Stadion von Buenos Aires vor Tausenden von Zuschauern statt.

Wer vom Feuer des Tanzes angesteckt wird, hat die Gelegenheit, in Anfängerkursen selbst über die ersten Tangoschritte zu stolpern oder als Fortgeschrittener seinen Stil zu verbessern. Das komplette Programm kann man auf der Webseite der WM bzw. des Festivals einsehen.

(Foto: Cultura BA)

Sensibles Spannungsfeld

Andrea von Lüdinghausen eröffnet heute im Espacio Kamm in Buenos Aires

Von K.M.

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Unter der Schirmherrschaft der Deutschen Botschaft Buenos Aires steht die nächste Ausstellung im Kunstraum Espacio Kamm, der die deutsche Künstlerin Andrea von Lüdinghausen für die Realisierung eines Ausstellungsprojekts in Buenos Aires gewinnen konnte. Ihre Ausstellung “details from distance” wird am heutigen Freitag, den 14. August 2015, um19 Uhr eröffnet.

“Details from distance” der multidisziplinären Künstlerin lotet die Raumsituation des Espacio Kamm sowie aktuelle Fragen und Gedanken des Skulpturbegriffs aus. Andrea von Lüdinghausen lebt in Hannover, studierte Bildende Kunst an der Universität Kunsthochschule Kassel und arbeitet seitdem an den Schnittstellen von skulpturalen Prozessen und öffentlichen Räumen.

Lüdinghausen sammelt für ihre Arbeiten alltägliche, scheinbar vertraute Objekte und Materialien, kombiniert diese neu und setzt sie in andere Kontexte. Die so entstandenen, radikal auf das Wesentliche reduzierten Arbeiten erscheinen in ihrer Transformation fremdartig, körperhaft und entkörpert zugleich.

So fügt die Künstlerin zum Beispiel dünne Vorhang-Schleuderstangen zu raumgreifenden skelettartigen Konstruktionen zusammen oder schafft durch sparsam arrangierte Dinge eigentümliche Assoziationsspielräume, die sich gegenseitig beeinflussen und überlagern.

Für den Kunstraum Espacio Kamm in Buenos Aires entwickelt Lüdinghausen eine ortsspezifische Ausstellung. Sie bringt aus ihrem Archiv in Deutschland ein konzentriertes Destillat mit, bestehend aus Fotografien, (halb)fertigen Skulpturen, Zeichnungen, Verbindungsmaterialien und Alltagsobjekten. Diese Materialsammlung stellt einen Teil des Ist-Zustands ihres Atelierraums dar und bildet in seiner Fragmentierung Lüdinghausens Referenzsystem ab.

Zwei Wochen lang arbeitete Lüdinghausen in und mit den Räumen und entwickelte in der Feinkonzeption ein ortsspezifisches Projekt. Ihr Konzept, labile skulpturale Zustände zu bilden, wandte sie auf die Gegebenheiten der Räume an. So spannt Lüdinghausen ein sensibles Spannungsfeld detaillierter Blicke und distanzierter Sichtweisen zwischen autonomen Skulpturen und ortsbezogenen Interventionen auf.

Im Laufe der Ausstellung findet ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Workshops und einem Künstlergespräch (“Artist Talk”) statt. Nähere Informationen findet man auf der Facebook-Seite des Espacio Kamm.

Die Ausstellung ist bis zum 11. September zu sehen.

Espacio Kamm, Mario Bravo 1136, Palermo, Buenos Aires. Öffnungszeiten: Do und Fr 16-20 Uhr und nach Vereinbarung, Tel.: 011 15-6151-1704.

Foto:
Die deutsche Künstlerin Andrea von Lüdinghausen beim Aufbau ihrer Ausstellung “details from distance” im Espacio Kamm.

Deutsches Kinofestival in den Startlöchern

Erste Programmeinblicke steigern die Vorfreude

Von Friederike Oertel

Im Labyrinth
Filmliebhaber aufgepasst! Bald ist es wieder soweit: Vom 10. bis zum 19. September 2015 findet in Buenos Aires das nunmehr 15. Deutsche Kinofestival statt. Dann kommt in den Kinosälen im Village Recoleta und Caballito das Neuste und Beste der deutschen Filmlandschaft auf die Leinwand. Organisiert wird die jährlich im September stattfindende Veranstaltung vom deutschen Verleiher German Films in Kooperation mit Partnern wie dem Goethe-Institut oder der Deutschen Botschaft Buenos Aires.

Auch wenn sich die Website mit der Herausgabe von Details noch ziert – erste Informationen sind bereits durchgesickert: 17 Spielfilme und 12 Kurzfilme stehen dieses Jahr auf dem Programm und werden noch vor der argentinischen Erstausstrahlung gezeigt. Eröffnet wird das Festival durch den in Deutschland lebenden italienischen Regisseur Giulio Ricciarelli und dessen mehrfach prämierten Film “Im Labyrinth des Schweigens”. Auf Basis mehrerer hundert Zeugenbefragungen erzählt er die Vorgeschichte der Auschwitzprozesse.

Mit der spanischsprachigen Schauspielerin Laia Costa wird ein weiterer prominenter Gast anwesend sein. Die gebürtige Katalanin ist Hauptdarstellerin im Film “Victoria” des Regisseurs Sebastian Schipper. Der aus einer einzigen 140-minütigen Kameraeinstellung bestehende Film räumte auf der diesjährigen Berlinale den Silbernen Bären für die beste Kamera sowie ganze sechs “Goldene Lolas” beim Deutschen Filmpreis ab.

Ein weiterer Programmpunkt und ein Muss für alle Kinoliebhaber ist der Dokumentarfilm “REMAKE, REMIX, RIP-OFF” des Regisseurs und Drehbuchautors Cem Kaya. Aufwändig recherchiert und außergewöhnlich erzählt zeichnet der Film die Ära des populären türkischen Kinos der 1960er und 1970er Jahre nach.

Auch für ein Kino-Abenteuer mit der ganzen Familie ist dank Filmen wie „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ gesorgt. Auf der Suche nach einer Fundnudel trifft der „tiefbegabte“ Rico auf den hochbegabten Oskar. Der spritzig und spannend erzählte Kinderfilm begeistert nicht nur die Kleinen.

Nicht zuletzt kommt auch das Genre des Kurzfilms mit 12 Filmproduktionen voll auf seine Kosten. Die Kurzfilme werden diesmal im Auditorium des Malba ausgestrahlt.

Also, liebe Freunde der Vorfreude, das Programm verheißt nur Gutes. Deshalb gilt schon jetzt: Bleistifte spitzen und das Datum im Kalender notieren! Mehr Informationen gibt es in Kürze auf der Webseite des Kinofestivals.

Foto:
Szene aus “Im Labyrinth des Schweigens”.

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Ausstellungskalender vom 08/08/2015

Von Susanne Franz

korda
Am Donnerstag, den 6. August, wurde im Centro Cultural Borges in Buenos Aires eine Fotografie-Ausstellung von Korda (Alberto Díaz Gutiérrez, Kuba, 1928-2001) eröffnet. Der Fotograf Fidel Castros ist Autor der legendären Fotografie “Guerrillero heroico” von Che Guevara, das am meisten vervielfältigte Bild der Geschichte.

Die Retrospektive umfasst 110 Werke aus Kordas Archiv, die speziell für die Schau in Argentinien ausgewählt wurden. Kuratoren der Ausstellung sind Kordas Tochter Diana Díaz López und ihre Ehemann Reinaldo Almira Naranjo, Vertreter von Korda Estate, sowie Virginia Fabri vom Centro Cultural Borges.

Die Exposition zeigt Bilder von Che Guevara, Fidel Castro und der kubanischen Revolution, aber auch weniger bekannte Werke Kordas wie seine Mode- und Unterwasserfotografien. Bis zum 13. September kann man die Ausstellung besuchen.

Die Ausstellungen der Woche:

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Agenda de Muestras del 08/08/2015

Por Susanne Franz

korda
El 6 de agosto se inauguró en el Centro Cultural Borges en Buenos Aires una muestra de fotografías de Korda (Alberto Díaz Gutiérrez, Cuba, 1928-2001), fotógrafo de Fidel Castro y autor de “Guerrillero heroico”, la imagen del Che Guevara que se convirtió en la fotografía más difundida de la historia.

Se trata de una exposición retrospectiva, integrada de 110 imágenes especialmente seleccionadas de su archivo para su exhibición en Argentina. La curaduría esta a cargo de la hija de Korda, Diana Díaz López, y de su esposo Reinaldo Almira Naranjo, en representación del Korda Estate, conjuntamente con Virginia Fabri del Centro Cultural Borges.

La muestra incluye imágenes del Che, de Fidel y de la Revolución Cubana, y también fotos del trabajo de Korda cómo fotógrafo de moda de su época y del mundo submarino. Se podrá visitar hasta el 13 de septiembre.

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Serie der Superlative

Game of Thrones: Wie eine Fantasy-Serie die Welt erobert

Von Meike Michelmann gen. Lohmann

Emmy Nominations
“Valar Morghulis!” – “Alle Männer müssen sterben!” heißt die Losung, die in Hochvalyrisch, einer Sprache aus der Welt von “Game of Thrones” verfasst wurde. Die zwei Worte werden in George R. R. Martins Bücher-Epos und der filmischen Adaption nicht nur häufig als Begrüßung verwendet, ihre Bedeutung kann man auch als roten Faden der Fantasy-Reihe verstehen. Denn gestorben wird viel in und um Westeros, dem Hauptschauplatz der Geschichte.

Dieser in vielen Dingen mittelalterlich anmutende Kontinent unterteilt sich in sieben Königreiche, die von der Hauptstadt Kings Landing aus regiert werden. Dort herrscht der König auf dem Eisernen Thron, einem martialischen Ungetüm, geschmiedet aus den Schwertern getöteter Feinde. Doch um die Frage, wer rechtmäßig auf diesem Thron Platz nehmen darf, ist ein erbitterter und blutiger Kampf ausgebrochen.

Mehrere der altehrwürdigen Familien in Westeros erheben Anspruch auf den Thron und sehen ihre Anführer als rechtmäßige Könige. Darunter die skrupellosen Lannisters, die reich an Gold, aber arm an Mitgefühl sind. Oder die letzte Überlebende der Targaryens, eines der ehemals größten Häuser und Herrscher über die Drachen.

Doch der Machtkampf um den Eisernen Thron ist nicht das größte Problem. “Der Winter naht” ist nicht nur der Wahlspruch des altehrwürdigen Hauses der Starks von Winterfell, sondern kündigt auch eine reale Gefahr an. In Westeros gibt es keine normalen Jahreszeiten. Nach einem langen, heißen Jahrzehnt stehen die Königreiche kurz vor dem Einbruch eines schrecklichen Winters.

Die Starks sind die Herrscher des Nordens und haben ihren Sitz nicht weit entfernt von einer riesigen Mauer aus Eis. Diese schützt seit Jahrtausenden das Königreich vor den Wesen jenseits der Mauer. Dahinter warten Riesen, barbarische Wildlinge, weiße Wanderer – Un-tote, die sich von Menschen ernähren – und weitere Schrecken. Durch den nahenden Winter wird das Böse immer stärker und der Schutz der Mauer zusehends brüchiger.

Legaler und illegaler Spitzenreiter

Das ist nur eine grobe Skizze des an Komplexität kaum zu überbietenden Fantasy-Epos des US-amerikanischen Autors George R. R. Martin. Tolkiens Mittelerde wirkt daneben geradezu niedlich. Das erste Buch der mittlerweile 6-teiligen Saga wurde 1996 veröffentlicht. 2011 folgte dann die filmische Adaption von “Die Herren von Winterfell” in Form einer Serie. Seitdem fiebern die Menschen rund um den Globus jeder neuen Staffel entgegen. Die mittlerweile fünf Staffeln gehören zu den erfolgreichsten Sendungen aller Zeiten. Die Erstausstrahlungen der einzelnen Folgen beim US-Sender HBO hatten mehr als 18 Millionen Zuschauer verfolgt.

Auch bei illegalen Downloads und Streams ist “Game of Thrones” Spitzenreiter. Die letzte Folge der fünften Staffel wurde in der ersten Woche nach ihrem Erscheinen 10 Millionen Mal heruntergeladen. Für den wichtigsten Fernsehpreis der Welt, die US-amerikanischen “Emmys”, wurde die Serie sogar in 24 Kategorien nominiert. Bei der Preisverleihung im September tritt sie unter anderem in der Hauptkategorie Beste Dramaserie an.

Kein Heldenbonus

Doch was ist das Erfolgsrezept hinter “Game of Thrones”? Das erwähnte Sterben ist ein zentraler Punkt. Keine Figur, sei sie auch noch so heldenhaft, ist davor sicher. Der Zuschauer muss immer um seine Lieblingscharaktere fürchten. Autor George R. R. Martin selber fasste sein Konzept treffend in einem Interview mit dem US-Talkmaster Conan O’Brien zusammen: “Wir haben alle Filme gesehen, in denen der Held in der Klemme steckt – er ist von 20 Leuten umzingelt, aber man weiß, dass er davonkommen wird, weil er der Held ist. (…) Ich will, dass meine Leser und die Zuschauer Angst haben, wenn meine Charaktere in Gefahr sind. Ich will, dass sie sich davor fürchten, umzublättern, weil es der nächste Charakter nicht überleben könnte.”

Und George R. R. Martin hat kein Erbarmen mit seinen Fans. Fröhlich lässt er einen Lieblingscharakter nach dem anderen erstechen, verbrennen oder köpfen, und das gerne sehr detailliert und mit einer Extraportion Blut und Innereien. Denn nicht nur die Landschaften, Hierarchien und Ritter der Bücher erinnern ans finstere Mittelalter. Brutale Gewalt und sexuelle Exzesse sind die größten Steine, an denen sich Kritiker der Serie stoßen. Folter, Inzest, Vergewaltigungen und blutige Gemetzel sind elementarer Bestandteil der Intrigen und Schlachten um den Eisernen Thron. Bei soviel Nacktheit verwundert es kaum, dass einige der Charaktere in der Serie mit Akteuren aus der Erotikbranche besetzt wurden. Wie die deutsche Schauspielerin Sibel Kekilli, die vor ihrer Schauspielkarriere mehrere Erwachsenenfilme drehte. Sie spielt die Rolle von Shae, einer Prostituierten und Geliebten.

Ungewisses Ende

Aktuell gibt es fünf Bücher und mit der im April erschienenen fünften Staffel ist der Handlungsverlauf jetzt gleichauf. Obwohl noch kein Erscheinungsdatum für das nächste Buch angekündigt wurde, wird es nächstes Jahr trotzdem eine neue Staffel der Serie geben. Schon in den letzten Staffeln gab es kleinere Abweichungen von der Originalgeschichte. In der nächsten Staffel wird es dann ganz ohne eine Buchvorlage weitergehen.

Die Produzenten der Serie David Benioff und Daniel B. Weiss versichern aber, dass es trotzdem und in Absprache mit George R. R. Martin auf höchstem Niveau weitergehen wird. Die Serie ist keine Eins-zu-Eins-Kopie der Bücher, was den Suchtfaktor aber keinesfalls vermindert. So bleibt es auch für all diejenigen, die die Bücher bereits gelesen haben, spannend. Und umgekehrt können auch Serienfans beim nachträglichen Lesen der Bücher noch überrascht werden.

Foto:
Dunkle Gestalten und raue Sitten herrschen in Westeros.

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Ausstellungskalender vom 01/08/2015

Von Susanne Franz

Postal
Am Freitag, den 7. August, wird von 17 bis 21 Uhr in der Galerie Ojitos – Arte Contemporáneo para Niños (Zapiola 2196, Buenos Aires) die Ausstellung “No tan lejos” (Gar nicht so weit entfernt) mit Zeichnungen und Aquarellen einer Künstlerfamilie eröffnet.

Alejandro Scasso ist der Vater von Milena Rodríguez Scasso (14) und Elisa Rodríguez Scasso (16), und er lebt in Argentinien. Die beiden Töchter leben in Deutschland. Doch trotz der großen Distanz sind die drei durch ein ganz besonderes Band miteinander verbunden, denn abgesehen von ihrer Liebe zueinander teilen sie auch die Begeisterung und Leidenschaft für die Kunst.

In der Galerie “Ojitos”, die auf zeitgenössische Kunst für Kinder spezialisiert ist, zeigen nun Milena und Elisa zum ersten Mal ihre Werke neben ihrem bekannten Künstlervater Alejandro. Die Ausstellung soll besonders junge und sogar sehr junge Besucher ansprechen, denn sie zeigt das beglückende Ergebnis eines Schaffensprozesses, der in der Familie beginnt.

Man kann die Ausstellung bis zum 15. September dienstags bis freitags von 14 bis 18 Uhr sowie samstags von 14 bis 17 Uhr besuchen. (Siehe Katalog auf Spanisch: Catalogo_ojitos.)

Die Ausstellungen der Woche:

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Agenda de Muestras del 01/08/2015

Por Susanne Franz

Postal
El viernes 7 de agosto, de 17 a 21 horas, se inaugurará la muestra “No tan lejos” en la Galería Ojitos – Arte Contemporáneo para Niños (Zapiola 2196, Buenos Aires), una exposición de dibujos y acuarelas realizados por una familia de artistas.

Alejandro Scasso es el papá de Milena Rodríguez Scasso (14) y Elisa Rodríguez Scasso (16) y reside en Argentina. Ellas viven en Alemania. Sin embargo existe un lazo más allá de la distancia, cuando además de amor, los guía una misma pasión: el arte.

En “Ojitos” se expone por primera vez la obra de Milena y Elisa, las artistas de menor edad que muestran sus producciones en la galería. Esta propuesta genera un diálogo directo de niño a niño y manifiesta el maravilloso resultado de crear en familia.

La muestra se podrá visitar de martes a viernes de 14 a 18 horas y los sábados de 14 a 17 horas, hasta el 15 de septiemnbre. (Ver Catalogo_ojitos.)

Las muestras de la semana:

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Oper in der Krise?

Künstler aus Südamerika loten das Konzept von Musiktheater neu aus

Von Friederike Oertel

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Sie sitzen an einem Tisch auf der Bühne, in Alltagskleidung, den Rücken zum Publikum. Über ihnen eine Videokamera, die das Geschehen in Echtzeit auf eine Leinwand projiziert. Ihre Dialoge sind Rhythmen, raschelndes Papier und einzelne Wörter verschiedener Sprachen, die sich zu einem Cluster verdichten. Während das Sitzen in Bewegung übergeht, steigern sich die Geräusche zu einem Klang-Orgasmus. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint: auf der Bühne wird Musiktheater präsentiert.

Das klassische Konzept von Oper, deren Inszenierung auf einer originalen Partitur beruht, hat sich in den letzten Jahren radikal verändert. Selbst in traditionsbewussten Opernhäusern stehen mittlerweile modern inszenierte Stücke auf dem Programm. Konservative Kritiker ziehen gegen diese “Auswüchse” zu Felde, indem sie die Produktionen als Regietheater in der Oper geißeln, deren Zwang nach Aktualisierung die erhabene Kunstform schände.

Die Entwicklungen im Neuen Musiktheater spielen auch im beschriebenen Stück eine zentrale Rolle. Im Rahmen einer Initiative der Münchener Biennale – Festival für neues Musiktheater und dem Goethe-Institut Buenos Aires sind sechzehn junge Künstler aus ganz Lateinamerika zusammengekommen, um Praxen und Begriffe wie Musiktheater, Oper und zeitgenössische Oper zu diskutieren und in kollektiven Gestaltungsprozessen, jenseits von Hierarchien und geregelten Ablaufstrukturen, neu auszuloten. Kuratiert wird das Projekt vom Schweizer Komponisten Daniel Ott, der ab 2016 künstlerischer Co-Leiter der Münchener Biennale sein wird.

Nach zehn Tagen intensiver Arbeit wurden am Mittwoch vergangener Woche vier Stückentwürfe als „Work in Progress“ in der Fundación Beethoven vorgestellt. Die Herangehensweisen an die Kunstform könnten unterschiedlicher nicht sein: Während das Stück “Estimado John” mit Dokumentarfilm, Theaterkulisse und unterschwellig defensiven Klängen arbeitet, setzt “La vida de las máscaras” auf Klaviermusik, wechselnde Standfiguren und Neonlicht. “Sueños que olvidé soñar hasta el fin” hingegen interpretiert ein literarisches Werk und vermittelt musikalisch das Gefühl von flüchtiger, schmerzvoller Sehnsucht.

Die Diskussion um Wert und Existenzrecht moderner Operninszenierungen weicht der Frage nach den möglichen Ursprüngen einer musiktheatralen Produktion. Rahmen gebend ist einzig der kleinste gemeinsame Nenner: Nicht das Schauspiel oder die Sprache stehen im Vordergrund, sondern die Musik als Kommunikations- und Ausdrucksmittel. Ausgehend von dieser Prämisse demonstrieren die jungen Künstler, dass das Genre Oper kaum Grenzen kennt. Auch die Integration neuer Medien und verschiedener Kunstdisziplinen bildet keinen Widerspruch zu ihren ureigenen Grundprinzipien. Die Vielfalt des Abends zeigt, dass die Oper, befreit von der Autorität der Partitur, neue Dimensionen hinzugewinnen kann und dass jede noch so moderne Inszenierung, jeder riskante Stilbruch schon deshalb dem Stillstand vorzuziehen ist.

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Das Stück “Ping” integriert Geräusche und Rhythmen in das Musiktheater.
(Foto: Goethe-Institut Buenos Aires)

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Ausstellungskalender vom 25/07/2015

Von Susanne Franz

FAN
Nur noch an diesem Wochenende kann man die Ausstellung “Fan” von Nora Lezano im Cronopios-Saal des Centro Cultural Recoleta besuchen. Ihre Fotografien von Stars des argentinischen Rock wie Charly García, Luis Alberto Spinetta, Gustavo Cerati, Fito Páez, Andrés Calamaro, Andrés Ciro und vielen anderen haben ein ganz besonderes Flair.

Die Ausstellungen der Woche:

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