Pionierin in einem technischen und spirituellen Neuland
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Das Goethe-Institut Buenos Aires ehrte die Film- und Theaterkünstlerin Marielouise Alemann
Von Susanne Franz
“Diese Filme haben 20 Jahre in einer Kiste in meinem Kleiderschrank gelegen – so wie das hier.” Marielouise Alemann zupft an ihrem beige-goldenen Gewand, das ihre schmale, hochgewachsene Gestalt elegant und doch unkonventionell erscheinen lässt. So pflegt sie aufzutreten, immer in einem ganz eigenen Stil. Das Kinn nach vorne gereckt, blicken ihre blauen Augen ohne zu blinzeln geradewegs die Kritikerin an, die noch vor Ansicht der Super-8-Filme der Künstlerin fordert, dass diese doch restauriert werden müssten! “Sie werden sehen, die sind noch gut in Schuss!” So wie sie selbst mit ihren 80 Jahren, die sie vor einigen Tagen gefeiert hat.
Einen Tag nach seinem eigenen 40. Geburtstag am 17. Juli beschenkte das Goethe-Institut Buenos Aires Marielouise Alemann – eine der Pionierinnen der ersten Stunde – mit einer besonderen Hommage. Ihre Kulturarbeit für das Institut, das insbesondere zu Zeiten der Diktatur couragiert für experimentelle, avantgardistische Kunstformen eintrat, ist dabei nur ein Aspekt der facettenreichen Persönlichkeit Marielouises. So konzentriert sich diese feierliche und doch intim-gelöste Veranstaltung am Mittwochabend besonders auf ihr eigenes künstlerisches Schaffen. Zwar können ihre journalistische Tätigkeit oder ihre Arbeit als Fotografin nicht berücksichtigt werden, aber ihr filmisches und ihr Theater-Schaffen werden auf sehr wirkungsvolle Weise einem begeisterten Publikum nahegebracht, das von der Aktualität, Gültigkeit und Transzendenz dieses atemberaubenden Oeuvres mehr als überrascht und berührt ist.
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