Dokumentarfilm-Festival in Buenos Aires

DocBuenosAires 2011 startet am Donnerstag

Von Laura Wagener/Susanne Franz

Vom 13. bis 22. Oktober findet in Buenos Aires das 11. Internationale Dokumentarfilm-Festival, das DocBuenosAires 2011, statt. Im Rahmen dieses Festivals werden nationale und internationale Dokumentarfilmproduktionen gezeigt und diskutiert, mit dem Ziel, das Publikum an bestehende und neue Tendenzen des Genres heranzuführen. Veranstaltungsorte sind der Leopoldo Lugones-Saal des Teatro San Martín (Av. Corrientes 1530) und die Alianza Francesa (Av. Córdoba 946, hier sind die Vorführungen gratis).

Am Mittwoch, dem 19.10., wird z.B. der Film “Eine ruhige Jacke” des erst 28-jährigen Schweizer Regisseurs Ramòn Giger über einen jungen Autisten gezeigt (auf Schweizerdeutsch mit Untertiteln). Der Tages Anzeiger schrieb zu dem Film: “Geht mit erstaunlicher Leichtigkeit das Wirkliche dort an, wo es am Schwersten zu packen ist”. Programm und weitere Infos finden Sie auf der Webseite des Festivals.

Kalender / Agenda

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Ausstellungskalender 08/10/11-15/10/11

Von Susanne Franz

Am heutigen Samstag, dem 8. Oktober, um 12 Uhr, wird im Museo de Arte Tigre (Paseo Victorica 972, Tigre, Tel.: 4512.4093/4 – bei schlechtem Wetter empfiehlt sich vielleicht ein Anruf) die Ausstellung “Miradas del Delta” eröffnet, die Werke der verschiedener Künstler umfasst, die mit dem Tigre-Delta in irgendeiner Weise verbunden sind, die entweder dort leben oder Ateliers haben, o.ä. Unter ihnen befinden sich beispielsweise Miguel D’Arienzo (Foto), Fermín Eguía, Diana Aisenberg und Héctor Médici.

Die Ausstellungen der Woche:

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Agenda / Kalender

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Agenda de Muestras 08/10/11-15/10/11

Por Susanne Franz

Hoy, sábado, 8 de Octubre, a las 12 horas, se inaugura en el Museo de Arte Tigre (Paseo Victorica 972, Tigre, Tel. 4512.4093/4) la exposición “Miradas del Delta”, con obras de artistas vinculados al Tigre, entre ellos Miguel D’Arienzo (foto), Fermín Eguía, Diana Aisenberg y Héctor Médici. La muestra estará integrada por pinturas, esculturas y fotografías. La mayoría de sus autores residen o poseen talleres de producción en Tigre.

Las muestras de la semana:

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Verblendeter Zusammenhang

Pollesch-Stück wurde in Argentinien wohlwollend aufgenommen

Von Susanne Franz

Es beginnt fulminant mit einem (Fast-)Striptease: Fabian Hinrichs betritt die Bühne und schmeißt erst seine Schuhe und Socken, dann die Jeans und das T-Shirt ins Publikum. Ein bisschen tanzt er dann, singt, haut auf ein Schlagzeug und klimpert auf der Gitarre, spielt Ping-Pong mit einem Statisten, wirft später Reclam-Heftchen ins Volk, besprüht sich mit rotem und grünem Spray, zieht mal was an, mal wieder was aus. Dabei spricht er Texte und Textfetzen, die er auf eine seltsame Art und Weise deklamiert, sie mit Gesten und Mimik unterstreicht, als wolle er sie für Dumme oder kleine Kinder verständlich machen. Am vergangenen Wochenende wurde im Teatro Alvear als zweiter deutscher Beitrag zum Internationalen Theaterfestival das Ein-Personenstück “Ich schau dir in die Augen, gesellschaftlicher Verblendungszusammenhang!” des deutschen Dramatikers René Pollesch aufgeführt, ein Werk, das der Autor im vergangenen Jahr in Zusammenarbeit mit dem Schauspieler Fabian Hinrichs erarbeitet hat. Das Stück ist eine Produktion der Berliner Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz.

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Argentiniens Oscar-Bewerber

“Aballay, el hombre sin miedo” geht ins Rennen um den Auslands-Oscar

Von Susanne Franz

Völlig überraschend hat die argentinische Filmakademie am Montag den Streifen “Aballay, el hombre sin miedo” von Fernando Spiner als offiziellen Oscar-Bewerber Argentiniens für den besten nicht englischsprachigen Film bestimmt. Von den 69 gültigen Stimmen (von 227 zur Abstimmung Berechtigten) erhielt “Aballay” 22, die hoch favorisierten Filme “El estudiante” von Santiago Mitre und “Un cuento chino” von Sebastián Borensztein mit Ricardo Darín blieben mit 16 bzw. 12 Stimmen abgeschlagen.

“Aballay” wird als “Western” bezeichnet und handelt von einem brutalen Gaucho, einem Mörder und Dieb, der, nachdem er eine ganze Familie abgeschlachtet hat, ein verängstigtes Kind sieht, dessen Augen ihn ab diesem Zeitpunkt verfolgen. Er schwört, nie mehr vom Pferd zu steigen und nie mehr Böses zu tun, und verwandelt sich in eine Art lebende Legende. Der Film wurde von der Kritik allgemein sehr schlecht aufgenommen. Die Oscars werden im Februar 2012 verliehen. Zuvor werden am 25. Januar die fünf endgültigen Anwärter für den Auslandsoscar bekanntgegeben. Unter den Bewerbern aus über 50 Ländern muss “Aballay” sich u.a. gegen “Pina” von Wim Wenders (Deutschland) behaupten.

Das Geheimnis der Cutterin

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Porträt der deutschen Künstlerin Kirsten Mosel, die seit einem Jahr in Argentinien lebt

Von Susanne Franz

Schnipp, schnapp, ab. Was schneide ich weg, was lasse ich stehen? Dass diese an sich banalen Fragen von entscheidender Bedeutung sein können, beweist das Werk der deutschen Künstlerin Kirsten Mosel, die seit einem Jahr in Buenos Aires lebt und arbeitet. Schnipp, schnapp – aber man kann auch andersherum fragen: Wie lasse ich aus dem Bereich, der beim Ausschneiden “stehengelassen” wurde, meine Form entstehen? Die abstrakte Künstlerin Kirsten Mosel hat vor etwa einem Jahrzehnt den Pinsel gegen den Cutter ausgetauscht und arbeitet nun mit Folien, Filz, Klebeband, Fell oder Gummi – Materialien, die sie direkt auf die Wand oder auf Metall, Holz, Plexiglas oder andere Oberflächen klebt. Ihre Suche, ihr künstlerischer Ausdruck, hat sich dadurch nicht verändert, sie benutzt lediglich eine andere Sprache.

Vom Pinsel zum Cutter, von der Abstraktion zur Substraktion, wie kam es dazu? Die 1962 in Braunschweig geborene Kirsten Mosel studierte Germanistik, Kunstpädagogik und bis 1990 Malerei und Grafik an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. Nach einem DAAD-Jahresstipendium in Rom unterhielt sie mehrere Jahre lang, bis 1997, ein Atelier in Köln – in dieser Zeit entstanden wilde, abstrakte Gemälde. Zu einem radikal neuen Ansatz fand die Künstlerin in den Jahren 1997 bis 2005, als sie in Las Palmas de Gran Canaria lebte und arbeitete.

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El secreto del recorte

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La artista alemana Kirsten Mosel vive hace un año en Argentina

Por Susanne Franz

Un poquito por aquí, otro poquito por allá. ¿Qué corto? ¿Qué dejo? La obra de la artista alemana Kirsten Mosel, que vive y trabaja hace un año en Argentina, pone en evidencia que estas preguntas banales pueden tener un sentido relevante. Un poquito por aquí, otro poquito por allá. Pero también se puede formular de otra manera: ¿Cómo hago para que mi forma nazca de algo que quedó de un recorte?

Hace ya una década, la artista abstracta Kirsten Mosel cambió el pincel por el cutter y trabaja con plásticos, fieltros, cinta adhesiva, pieles o gomas, materiales que pega directamente sobre la pared o sobre metal, madera, vidrio u otras superficies. Su búsqueda, su expresión artística, no se ha modificado, sólo usa otro lenguaje.

Del pincel al cutter, de la abstracción a la sustracción. ¿Cómo se llega a eso? Kirsten Mosel nació en 1962 en Braunschweig, donde estudió germanística, educación artística y desde 1990 pintura y gráfica en la Escuela de Bellas Artes de esa ciudad. Luego de una estadía becada por el DAAD en Roma, trabajó hasta 1997 en un atelier en Köln, tiempo en el que produjo pinturas abstractas. Entre 1997 y 2005, la artista hizo un cambio radical cuando se mudó a Las Palmas de Gran Canaria.

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Kalender / Agenda

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Ausstellungskalender 01/10/11-08/10/11

Von Susanne Franz

Das Malba feiert weiterhin seinen 10. Geburtstag mit der Ausstellung “El color en el espacio y en el tiempo” (Die Farbe im Raum und in der Zeit). Dabei handelt es sich um die erste große Retrospektive in Argentinien des französisch-venezolanischen Künstlers Carlos Cruz-Diez, der 1923 in Caracas geboren wurde. Die Schau umfasst eine Auswahl von 120 Werken, die der Künstler seit 1940 bis heute geschaffen hat, darunter sind Gemälde, Zeichnungen, Graphiken, Farbräume und -strukturen sowie Modelle und ein Dokumentarfilm über seine Interventionen im städtischen Raum.

Die Ausstellung wurde vom Museum of Fine Arts, Houston (MFAH) und der Cruz-Diez-Stiftung, die 2005 in Houston gegründet wurde, organisiert. Die Werke stammen aus der Sammlung der Stiftung, den Cruz-Diez-Ateliers in Paris und Panama, dem MFAH und aus anderen privaten und öffentlichen Sammlungen wie der Tate Modern (London), dem Centre Georges Pompidou (Paris), der Patricia Phelps de Cisneros-Sammlung (New York und Caracas) und der Sammlung Daros Latinamerica (Zürich). Das Malba ist die erste Station der Wanderausstellung auf ihrer Reise durch Lateinamerika.

Die Ausstellungen der Woche:

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Agenda / Kalender

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Agenda de Muestras 01/10/11-08/10/11

Por Susanne Franz

En el marco de los festejos por el 10º aniversario del Malba, el museo presenta la muestra “El color en el espacio y en el tiempo”, primera gran retrospectiva en Argentina del artista franco-venezolano Carlos Cruz-Diez (Caracas, 1923). La exposición presenta una selección de más de 120 obras realizadas desde 1940 hasta la actualidad, que acercan al público local la extensa producción de un artista central para el arte del siglo XX, gracias a sus contribuciones teóricas y plásticas sobre la percepción del color. Se incluyen pinturas, dibujos, serigrafías, estructuras y ambientes cromáticos, además de maquetas y un video documental sobre sus proyectos de intervenciones urbanas.

Organizada por The Museum of Fine Arts, Houston (MFAH) y la Cruz-Diez Foundation -creada en Houston en 2005-, las obras provienen de la colección de la Fundación, del Atelier Cruz-Diez en París y Panamá, del MFAH y de otras grandes colecciones públicas y privadas de distintas partes del mundo, como las de Tate Modern (Londres), Centre Georges Pompidou (París), Colección Patricia Phelps de Cisneros (Nueva York y Caracas) y Daros Latinamerica (Zürich), entre otros. Malba es la primera sede de la itinerancia por América Latina.

Las muestras de la semana:

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Hamlet mit Tourette

Riesenerfolg der Berliner Schaubühne in Buenos Aires

Von Susanne Franz

Er spuckt, schreit und stößt Obszönitäten aus, dann spricht er wieder normal, ja gemessen: Der “Hamlet” aus der Feder Marius von Mayenburgs, angelehnt an Shakespeares Meisterwerk, den die Berliner Schaubühne am Lehniner Platz am vergangenen Wochenende im Teatro San Martín als Gastspiel auf die Bühne brachte, scheint am Tourette-Syndrom zu leiden. Fast drei Stunden lang gibt der Schauspieler Lars Eidinger in der Titelrolle eine großartige, unvergessliche Interpretation des zerrissenen, schwermütigen bis tollwütigen Prinzen von Dänemark und reicht dabei an eine Klasse heran, die man zuvor vielleicht höchstens bei Martin Wuttke erleben konnte, der ebenfalls mehrmals in Buenos Aires im Rahmen des Internationalen Theaterfestivals auftrat.

Aber auch die anderen Schauspieler, vier Männer und eine Frau, die die 20 Rollen des Stückes spielen, sind grandios, am Ende werden alle von den Zuschauern mit stehendem, donnerndem Applaus gefeiert.

Auch danach noch ein Leckerbissen: Schaubühne-Direktor Thomas Ostermeier und Lars Eidinger stellen sich in einem 45-minütigen, von Rafael Spregelburd geleiteten Gespräch dem Publikum vor. Dabei spricht Eidinger über seinen Umgang mit dem Star-Status, den ihm die Rolle eingebracht hat (das Ensemble spielte den “Hamlet” erstmals 2008), und Ostermeier reflektiert über den Erfolg und die soziale und politische Verantwortung seines Theaters.

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11. Deutsches Kinofestival: Die Filme

Aus der Sicht der Kritiker

Das von German Films organisierte und von der Deutschen Botschaft in Buenos Aires unterstützte 11. “Festival de Cine Alemán” (22.9.-28.9. im Kinokomplex Village Recoleta) präsentiert eine Übersicht über die jüngsten Produktionen der deutschen Filmindustrie, wobei sowohl Debütfilme wie Werke international etablierter Regisseure gezeigt werden.

Die Kritiken der Festival-Beiträge:

“Almanya – Willkommen in Deutschland”

Der kleine Cenk ist ratlos. Ist er denn jetzt Türke oder Deutscher? Keines der beiden Fußballteams will den Sechsjährigen in der Mannschaft haben. Und “Anatolien”, wo angeblich seine Wurzeln liegen, ist auf der Europakarte nicht drauf, so dass die Klassenlehrerin Cenks Nationalitäten-Fähnchen irgendwo ins Niemandsland gesteckt hat. Für Cenk kommt die geplante Reise seines Großvaters Hüseyin gerade richtig in seiner kindlichen Identitätskrise. Hüseyin, der Anfang der 1960er Jahre als Gastarbeiter nach Deutschland kam und später seine Frau und Kinder nachholte, hat nämlich ein Haus in der alten Heimat gekauft und lädt die ganze Familie ein, mit ihm dorthin zu fahren. Unterwegs erzählt Cenks Kusine Canan ihm die Geschichte Hüseyins, die im Film parallel zum “heutigen Geschehen” immer wieder eingeblendet wird. Auf der Reise kommen so einige überraschende Wahrheiten ans Licht. Und Cenk muss auch versuchen zu verstehen, was mit einem geliebten Menschen geschieht, wenn er stirbt.

Die Schwestern Yasemin und Nesrin Samdereli, beide in den 1970ern in Deutschland geboren, schrieben das Drehbuch zu der entzückenden, bittersüßen Komödie, die Regisseurin Yasemin S. gekonnt in Szene gesetzt hat.
(Susanne Franz)

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