“El Grito” im MAMba

Multimedia-Ereignis von Narcisa Hirsch und Jorge Caterbetti

Von Jasmin Müller

Am Donnerstag um 19 Uhr eröffnet das Museo de Arte Moderno de Buenos Aires (MAMba) “El Grito” (Der Schrei), ein Werk von Narcisa Hirsch und Jorge Caterbetti. An dieser Klanginstallation/”Work in progress” können die Besucher bis Dezember aktiv teilnehmen. “El Grito” findet im Rahmen der Site-Specific-Aktionen des MAMba statt. Die Künstler versuchen mit dieser Installation die Bedeutung des individuellen Schreis in den Vordergrund zu rücken. Der Schrei, den wir in einer Menschenmenge loswerden dürfen, der aber tabu ist, wenn ein einzelner Mensch ihn ausstößt.

Narcisa Hirsch (experimentelle Filmproduzentin, die in Berlin geboren wurde) und Jorge Caterbetti (Künstler und Dozent an der Universidad de Buenos Aires) haben eine Glaskabine entworfen, in der die Besucher schreien können. Die beiden Künstler schlagen außerdem vor, darüber nachzudenken, wo die Grenze zwischen privatem und öffentlichem Schreien liegt.

Am Tag der Eröffnung der Klanginstallation “El Grito” (11. August) findet außerdem eine Theateraufführung unter der Leitung von Diego Lerman statt. Weiterhin werden die Töne und Gesten, die zwischen August und Dezember aufgenommen werden, Teil eines audiovisuellen Konzerts. Dieses wird Ende des Jahres gezeigt und von dem Musiker Jorge Haro geleitet.

In den Monaten September bis November finden zusätzlich zu der Klanginstallation Konferenzen statt, bei denen das Werk aus verschiedenen Sichtweisen und Positionen besprochen wird. Intellektuelle, Künstler, Psychoanalytiker, Philosophen, Autoren, Filmemacher und Fachleute aus dem Gebiet der Kultur werden daran teilnehmen.

  • “El Grito”
  • Ab Donnerstag, 11. August, 19 Uhr
  • MAMba, Av. San Juan 350

Maratón Lux Lindner

LINDNERfest en la Galería Nora Fisch

El 11, 12 y 13 de agosto la Galería Nora Fisch presenta un evento especial, tres días de dedicación intensa a la obra de Lux Lindner. En esta ocasión Lindner abre sus archivos de los últimos veinte años, cajas repletas de maravillosos dibujos enigmáticos, mordaces e imaginativos. Estas imágenes, sostenidas por ricos relatos y emparentadas en espíritu con Goya, Raymond Pettibon y Roberto Arlt, casi a la manera de un diario personal condensan referencias a temas sociales, históricos y emocionales, tras una aparente fachada surreal. Más de doscientos dibujos estarán exhibidos.

El sábado a partir de las 18.30 hs habrá un cocktail, se proyectarán sus animaciones recientes y Lindner conducirá un “plasma-debate”. Esta breve muestra ofrece una ocasión única para coleccionistas, ya que podrán adquirir obras históricas a precios amigables. Parte de la venta de esta obra será destinada a financiar un nuevo proyecto de Lindner, un film titulado “El Apocalipsis del Dr. Ramos Mejía”.

La galería (Güemes 2967, PB) abrirá para esta muestra el jueves y viernes de 15 a 20 hs, y sábado de 17 a 21 hs.

Waffenstarrende Märchenwelt und ein wunderbares Gewächshaus

Jimena Brescia und Gaspar Lima im Pabellón 4

Von Jasmin Müller

“Es war einmal vor langer, langer Zeit…”, so beginnen die meisten Märchen, die uns als Kind unsere Eltern oder Großeltern vorlasen. Einige dieser Geschichten sind gruselig und jagen einem in jungen Jahren Angst ein – ein böser Wolf frisst erst die Großmutter und anschließend das kleine Rotkäppchen, das hübsche Schneewittchen wird vergiftet, und Dornröschen wird von einer bösen Fee verflucht. In den alten Erzählungen geraten oft nette Mädchen in Gefahr und können nur mit Hilfe anderer gerettet werden, da sie selbst dazu nicht in der Lage sind.

In ihren Fotografien und Installationen dreht Jimena Brescia, eine junge argentinische Künstlerin, den Spieß um: Die zierlichen kleinen Mädchen sind erwachsen geworden. Die von ihr dargestellten Frauen sind eine Mischung aus Kindheitsvorstellungen der Märchenfiguren und dem Bild der heutigen Frau. Mit Messern bewaffnet, stehen Alice im Wunderland, Rotkäppchen, Rapunzel und Dornröschen in einer Dusche. Sie haben einen festen, selbstbewussten Blick und geben den Protagonistinnen der Märchen eine Dimension der Spannung und Gefahr.

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Eintauchen in eine andere Wirklichkeit

BAnecdoTour – Eine zauberhafte Reise auf den Spuren der Sagen und Mythen von Buenos Aires

Von Charlotte Dötig

Abends, wenn es schon dunkel ist, hört man die Schreie der Toten, die Hilferufe der Ungerächten, die keine Ruhe finden in ihren Gräbern, die um Vergeltung flehen und um Erlösung bitten. Es ist dieselbe Stadt, das gleiche Viertel und die exakt übereinstimmende Straße, doch eine andere Realität. Eine Reise durch Buenos Aires, losgelöst von Alltagstrubel und Standardvorstellungen, eine Führung, die jeden Erwachsenen wieder mit Kinderaugen sehen lässt. Geistern wird Raum geboten und der Phantasie Platz gegeben. Selbst wer nicht staunend vor der von Zauber erfüllten Stadt steht, hat doch ein Schmunzeln auf den Lippen. Gabriela Hallas und ihre beiden sympathischen Begleiter, Juan Manuel Mendoza und Mariano Córdoba, führen durch Straßen, von denen viele meinen, sie schon gut zu kennen und überrascht sind, welche Welten sich vor ihnen auftun: zu real, um Phantasmen, und zu phantastisch, um echt zu sein.

“BAnecdoTour” ist ein junges Unternehmen mit einem von Herzen präsentierten Programm, eine Führung für Fremde und Einheimische auf Englisch, Deutsch und Spanisch für alle, die die Geschichte von Buenos Aires auf ganz unaufdringliche Art und Weise noch mal neu kennenlernen möchten. Drei Stunden sind auch kein Zeitraum, der einen überanstrengt oder sich gar so lang hinzieht “como la construcción del Congreso” – wie der Bau des Kongressgebäudes. Dieses geflügelte Wort wird unter den alteingesessenen Argentiniern, den sogenannten “porteños”, meist im Zusammenhang mit langen Bauprozessen verwendet. Das bombastische Gebäude mit riesigen Säulen, welches der Sitz des argentinischen Nationalkongresses ist, weckt nicht nur wegen seiner politischen Wichtigkeit Interesse und den Sälen, die Namen tragen, als gehörten sie zu verzauberten Räumen aus “Tausend und einer Nacht”, sondern auch wegen der Streitigkeiten, die aufgrund viel zu obszöner Statuen, die sich im Außenaufgang befanden, ausbrachen, oder Löwen, die auf mysteriöse Weise verschwanden und über die nie wieder gesprochen wurde. Im “Raum der verlorenen Schritte” wird man wohl kaum eine Antwort auf neugierige Fragen nach diesen nun leerstehenden Sockeln bekommen.

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Augen, die ein ganzes Jahrhundert sahen

Horacio Coppola, ein großer Vertreter der Fotografie der Moderne, feierte seinen 105. Geburtstag

Von Jasmin Müller

Horacio Coppola ist zweifellos einer der großen Vertreter der Fotografie der Moderne. Am vergangenen Sonntag feierte der argentinische Künstler in seinem Haus zwischen der Calle Esmeralda und Libertador seinen 105. Geburtstag. Coppola, der am 31. Juli 1906 als Kind von Einwanderern in Buenos Aires geboren wurde und dort auch aufwuchs, bildete seine Heimatstadt ab wie sonst keiner.

Mit der Fotografie kam Coppola bereits als Kind durch seinen Bruder, der Hobbyfotograf war, in Berührung. Im Jahr 1931 unternahm er eine Reise nach Europa, und sein Galerist Jorge Mara bezeichnet dieses Erlebnis als den Anfang seiner Fotografenkarriere. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich der Künstler noch nicht entschieden, ob er sich dem Fotografieren, Filmen oder der Literatur oder der Philosophie widmen sollte. Auf der Reise kaufte er sich jedoch seine erste Kamera – eine Leica -, die nicht nur die Geschichte der Fotografie, sondern auch die Sichtweise des jungen Coppola revolutionierte und den Fotografen dieser Zeit technische Flexibilität und Mobilität gab. Bereits auf dem Rückweg, welcher durch Brasilien führte, schoss er seine ersten Fotos.

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Kalender / Agenda

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Ausstellungskalender 06/08/11-13/08/11

Von Susanne Franz

Am Montag, dem 1. August, wurde das Kinomuseum Museo del Cine Pablo Ducrós Hicken, das lange Zeit geschlossen gewesen war, an seinem neuen Standort in der Agustín R. Caffarena 49 wiedereröffnet. Das Museum ist in einem Anbau der architektonisch außergewöhnlichen Fabrik der “Compañía Italo Argentina” untergebracht, die 1916 vom italienischen Bauherrn Juan Chiogna errichtet wurde. Zur Feier des 40-jährigen Bestehens des Museums wird die Ausstellung “Museo del Cine: 40 años” gezeigt.

Die Schau kann montags, mittwochs, donnerstags und freitags von 11 bis 18 Uhr sowie samstags, sonntags und feiertags von 10 bis 19 Uhr besucht werden. Dienstags ist das Museum geschlossen. Der Eintritt beträgt 1 Peso, mittwochs ist der Zugang gratis.

Die Ausstellungen der Woche:

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Agenda / Kalender

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Agenda de Muestras 06/08/11-13/08/11

Por Susanne Franz

El lunes 1º de agosto se realizó la reapertura del Museo del Cine Pablo Ducrós Hicken, en su sede definitiva de Agustín R. Caffarena 49, en un histórico edificio del barrio de la Boca, anexo a la antigua usina de la Compañía Italo Argentina, construida en 1916 según el diseño del arquitecto italiano Juan Chiogna. En conmemoración del aniversario del Museo, se exhibe la muestra “Museo del Cine: 40 años”.

La muestra puede visitarse los lunes, miércoles, jueves y viernes de 11 a 18 hs, y los sábados, domingos y feriados de 10 a 19 hs. Martes cerrado. Entrada general $1, miércoles gratis.

Las muestras de la semana:

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Meditación sobre la crueldad

Expone Armando Sapia en la Galería Atica

Por Jorge Garnica

“… en ese cuarto no pienso entrar.”
André Breton

Sin duda, al dibujar dejando el pulso librado al azar, nuestro cuerpo se torna transmisor de vibraciones inconsciente. Obtener libertad profunda no es tarea sencilla, para ello se debe acceder a un estado de ataraxia. El esfuerzo por obtener ese estado ideal será vano sin el conocimiento de mecanismos adecuados. Somos occidentales y culturalmente no estamos preparados para ello. Sin embargo, en los artistas –por su hacer–, este estado se da con frecuencia.

Armando Sapia presenta en la Galería Atica, dibujos de pequeño formato; son apuntes de sus cavilaciones. En un autotexto el artista nos hace conocer sobre la manera que se aproxima a la hoja en blanco: “Ese es el instante que el tiempo se sosiega…”, escribe.

Las obras que se exhiben están dispuestas de manera desordenada, algunas sobre marcos convencionales y otras en pequeños portarretratos ensamblados, caprichosamente, tal como se los pueden encontrar sobre una lápida. Pero no vemos allí grafismos virtuosos ni rostros familiares, lo que podemos observar es la crueldad humana desplegada en viñetas.

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Modewoche BAF Frühling/Sommer 2011/2012

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Ein Vorgeschmack auf die neuesten Tendenzen der nächsten Saison

Von Paula Bonnet

Kaum zu glauben bei der Kältewelle, die momentan in Buenos Aires herrscht: Ab kommenden Montag werden wohlgeformte Models im Bikini über die Laufstege der Hauptstadt defilieren, denn dann startet die bedeutendste Modemesse Argentiniens, die BAF Week (Buenos Aires Fashion Week), die Appetit auf die neuesten Mode-Tendenzen für den Frühling/Sommer 2011/2012 macht.

An der feierlichen Eröffnung am Montagabend im Paseo Alcorta mit einer Modenschau von María Cher kann man nur mit Einladung teilnehmen. Von Dienstag bis Freitag geht die BAF dann im Gelben Pavillon des Messezentrums Rural über die Bühne, jeweils von 14 bis 20 Uhr. Eintrittskarten kosten 30 Pesos. Unter den vielen Highlights sind die neuen Kollektionen von Juana de Arco, Cora Groppo, Kostüme und Hermanos Estebecorena. Darüber hinaus kann man 15 Showrooms bestaunen, darunter von Amores Trash Couture, Huija, Positivo, Katakali und Cuoio.

BAF Week Primavera Verano 2011/2012

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Una degustación de las tendencias de la temporada próxima

Por Paula Bonnet

Hay ola polar en Buenos Aires, pero la semana que viene calentarán las pasarelas esbeltas modelos en bikini. Empieza la BAF Week Primavera Verano 2011/2012, una degustación de las tendencias de la temporada próxima.

La inauguración es con invitación especial el 8 de agosto en el Paseo Alcorta con un desfile de María Cher. De martes a viernes la BAF se desarrollará en el Pabellón Amarillo de la Rural, de 14 a 20 horas. La entrada general cuesta 30 treinta pesos. Habrá presentaciones de Juana de Arco, Cora Groppo, Kostüme y Hermanos Estebecorena, entre otros. Además habrá más de quince showrooms, entre ellos los de Amores Trash Couture, Huija, Positivo, Katakali y Cuoio.

Szenen einer Ehe

“Copie conforme” von Abbas Kiarostami

Von Anna Weber

Wir leben in einer Welt voll von Kopien. Wir imitieren und vervielfältigen. Wir kopieren und fälschen. Und gleichzeitig suchen wir das Wahre, das Echte, das Einzigartige. Ist eine Kopie notgedrungen eine Verfälschung? Ist ein Original echter als sein Imitat? Und wer entscheidet dies?

“Es ist meine Absicht zu zeigen, dass die Kopie selbst Wert besitzt und zum Original führt”, sagt der Protagonist im Film “Copie conforme” von Abbas Kiarostami (Der Geschmack der Kirsche, 1997). James (William Shimell) ist Schriftsteller und hat ein Buch über Originale und Kopien verfasst. Er präsentiert sein Werk an einer Lesung in der Toscana, und im Zuschauerraum sitzt eine namenlose französische Galeristin (Juliette Binoche). Sie kommt zu spät und geht zu früh. Was bleibt, ist eine Telefonnummer. Es folgt ein Treffen, eine Autofahrt zwischen Zypressen und eine kalte Tasse Kaffee in einem Dorf, wo sich Kopien in Originale verwandeln. Schriftsteller und Galeristin werden für ein Ehepaar gehalten, und statt dieses Missverständnis aufzuklären, nehmen sie die Herausforderung an und schaffen die perfekte Imitation einer fünfzehnjährigen Ehe.

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