Wertvolles Erbe

Fotos von Martin Gusinde in Ushuaia

gusinde11In Feuerland startet am heutigen Donnerstag ein gemeinsames Projekt der Französischen und Deutschen Botschaft und des Kultur- und Bildungssekretariats der Stadt Ushuaia: Die Fotoausstellung “Der Geist der Menschen von Feuerland” von Martin Gusinde und das internationale Kolloquium “Ethnografische Fotografien der Völker Feuerlands. Archäologie – Anthropologie – Ästhetik”.

Der Missionar und Abenteurer, Anthropologe und Humanist Martin Gusinde hinterließ nach seinem Aufenthalt in Feuerland eine sowohl von ihrer Schönheit als auch von der Qualität der Dokumentation her außergewöhnliche Fotoreihe. Von 1918 bis 1924 lebte er mit den Selknam, den Yámanas und den Kavésqar und versuchte zu dokumentieren, was von diesen heute fast verschwundenen Gesellschaften noch übrig war. Dieses Erbe bildete die Basis für weitere Studien und inspirierte fast ein ganzes Jahrhundert lang zahlreiche Anthropologen, Historiker und Künstler.

Ushuaia ist die erste Stadt Lateinamerikas, die diese Ausstellung mit 147 Fotografien präsentiert. Die Ausstellung ist bis zum 30.11. in der Casa de la Cultura in Ushuaia zu sehen und kommt im Dezember auch nach Buenos Aires.

Kalender / Agenda

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Ausstellungskalender vom 18/10/2015

Von Laura Meyer/Susanne Franz

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Die Begegnung von Kunst, Wissenschaft und Technologie findet mit der diesjährigen FASE zum siebten Mal in Buenos Aires statt. Vom 28. Oktober bis zum 1. November wird im Centro Cultural Recoleta ein Raum des Denkens, der Ausstellung, Reflexion, Kritik und Förderung der bildenden Kunst geschaffen, an welchem mehr als 200 Künstler teilnehmen.

Öffentliche, private, nationale und ausländische Institutionen treffen sich, um ihre Forschung und Entwicklung in den neuen Medien auszustellen. Von der Fotografie, den audiovisuellen Medien und der elektronischen Kunst, über Animationen, Kunst im Internet, Videospiele und Videokunst bis hin zu Robotik und Biotechnologie- alles ist dabei und will entdeckt werden!

Des Weiteren gibt es interaktive Objekte, mit denen das Publikum in Kontakt treten kann und Licht-Klang-Experimente,die Höfe, Gänge und Räume durchströmen.
Von besonderem Interesse für das Publikum wird die Klang-Installation “Umbrales” zur Ehrung Fernando von Reichenbachs sein. Der bekannte argentinische Ingenieur und Erfinder ist vor allem auf dem Gebiet der elektroakustischen Musik von Bedeutung und war technischer Direktor des Labors der elektroakustischen Musik des Institutes Di Tella. Bis zu seinem Tod war er Leiter des Labors für musikalische Forschung und Produktion des Kulturzentrums Recoleta.

Die Ausstellungen der Woche:

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Agenda de Muestras del 25/10/2015

Por Susanne Franz

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Del 28 de octubre al 1º de noviembre se realiza la 7ª edición de FASE en el Centro Cultural Recoleta, con la participación de más de 200 artistas. En esta edición, FASE ocupará todas las instalaciones del CCR y se convertirá en uno de los principales eventos de la Noche de los Museos el sábado 31 de Octubre, cuando el público podrá ser parte de esa experiencia hasta las 3 de la madrugada del domingo.

Los nuevos medios han dado lugar a nuevas generaciones de artistas y curadores que se destacan por sus trabajos, creatividad, formación y participación nacional e internacional en la escena de las artes visuales contemporáneas.

Fase 7 incluye la muestra “Umbrales”, la primera exhibición que presenta al arte sonoro como práctica interdisciplinaria, que tuvo una historia relevante en Argentina y presenta un homenaje a Fernando von Reichenbach, pionero de la música electroacústica en Argentina.

La entrada es libre y gratuita.

Las muestras de la semana:

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Im Sog der Fotografie

“Buenos Aires Photo” fand dieses Jahr besonders viel Interesse

Von Laura Meyer

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Mit einem gewaltigen Aufgebot an verschiedensten Aufnahmen lateinamerikanischer Künstler beeindruckte die wichtigste Fotografie-Messe Lateinamerikas “Buenos Aires Photo” auch dieses Jahr wieder zahlreiche Besucher. Vielfältige Techniken, Ausrichtungen, Formate und Formen der Fotografie waren in den Ausstellungsräumen zu bewundern und es wurde angeregt betrachtet, besprochen und bestaunt. Aufgrund der großen Nachfrage verlängerte sich die Exposition um einen Tag und fand vom 15. bis 19. Oktober im Centro Cultural Recoleta statt.

Durch sechs Bereiche konnten die Besucher wandern; durch den Menschenstrom wurde man fast automatisch von Raum zu Raum gezogen. Im “Sector principal” war u.a. die Aufnahme “Retrato de Aloa” (Bildnis der Aloa) von Alessandra Sanguinetti zu sehen, die mit dem diesjährigen “Premio BAPhoto” ausgezeichnet wurde. Der Preis wurde von der dreiköpfigen Jury, bestehend aus Jorge Villacorta (Theoretiker, Kurator, Essayist), Romina Resuche (Kuratorin, Journalistin) und James Porter (Fotograf) vergeben und war mit einem Preisgeld von $ 60.000 dotiert. Besondere Anerkennungen erhielten Mariela Sancariy und Bruno Dubner für ihre Aufnahmen.

In der “Sala Cronopios” waren neunzehn ausgewählte Galerien mit ausgezeichneten Werken renommierter Künstler zu bestaunen. Bei “Fuera de Foco” wurde ein Raum für eine junge Galerie geschaffen, welche bestrebt ist, durch Installationen einen Dialog zwischen Fotografie und anderen Disziplinen zu etablieren. Wanderte man weiter, erreichte man die “Wunderkammer”, einen Sektor, welcher sich ausschließlich der antiken Fotokunst widmete. Der Raum “Links Project” war eine Neuheit dieses Jahr und widmete sich der kuratorischen Praxis. Im Saal “Photobook Proa” wurden Bücher über Fotografie und Theorien der Bildes sowie eine Exposition von Fotografien aus Buenos Aires ausgestellt. Der Raum “Video Stella Artois” zeigte vier zeitgenössische Werke in Form von Videos.

Die Messe ist seit ihrer Gründung im Jahr 2005 ein wichtiger Begegnungsort für Kunstschaffende, Kuratoren, Sammler, Journalisten und Kritiker geworden und hat zum Ziel, der Fotografie, besonders der lateinamerikanischen, das Ansehen zu gewähren welches ihr zusteht.

Stammtisch – typisch deutsch?

Deutsch sprechen, Feierabendbier und Kulturaustausch in Buenos Aires

Von Friederike Oertel

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Sprachen lernt man am besten, indem man sie spricht. Doch in Sprachkursen fehlt oft der Praxisbezug und im Alltag die Gelegenheit, die Fremdsprache aktiv anzuwenden. So ging es auch vielen Deutschlernenden am Goethe-Institut in Buenos Aires. Um das zu ändern, haben die beiden Studentinnen Laura Weller und Ronja Fink den Goethe-Stammtisch ins Leben gerufen.

Seit April diesen Jahres treffen sich Argentinier, Deutsche, Deutschlernende und Interessierte aller Altersgruppen jeden Donnerstagabend in einer kleinen Bar in den kopfsteingepflasterten Straßen von San Telmo. In entspannter Atmosphäre wird geplaudert, diskutiert und erzählt. Sprachkenntnisse können auf diese Art angewandt und erweitert werden. Und natürlich bietet das wöchentliche Treffen auch die Gelegenheit, Umgangssprache, Sprechweisen und Redewendungen direkt von deutschen Muttersprachlern zu lernen.

Die Gründung des Stammtischs ist Teil des Freiwilligendienstes, den Laura und Ronja momentan am Goethe-Institut Buenos Aires absolvieren. Gestartet haben sie das Projekt in Eigeninitiative. Rückhalt und Unterstützung erhielten sie von Sylvia Brandt, der Sprachkursleiterin am Goethe-Institut.

Um den Stein ins Rollen zu bringen, versandten die beiden zahlreiche E-Mails, erstellten Plakate und gründeten eine eigene Facebook-Seite. “Vor dem ersten Treffen waren wir ziemlich aufgeregt, da wir nicht wussten, ob der Sprachaustausch auf Interesse stößt und überhaupt jemand kommt”, erinnert sich Laura. Zu Unrecht: Bereits der erste Stammtsich war ein voller Erfolg: “Es kamen unerwartet viele Leute. Wir mussten immer mehr Tische und Stühle dazu holen.” Mittlerweile hat sich ein richtiger “Stammtisch” mit einem Kern regelmäßiger Teilnehmer herausgebildet. “Trotzdem kommen jede Woche neue Gesichter hinzu und machen die Gruppe noch bunter”, sagt Ronja.

Von Anfang an stand der Spaß am Fremdsprachenlernen, der interkulturelle Austausch und die lockere Atmosphäre im Mittelpunkt. Nicht ohne Grund fiel die Wahl des Veranstaltungsortes daher auf die Bar “Pasaje Solar”. Das kleine Restaurant überzeugt nicht nur aufgrund seines urigen Charmes, auch konnten die zwei Studentinnen mit den Inhabern preiswerte Angebote für alle Stammtisch-Teilnehmer aushandeln. Der entspannten Nachhilfe bei einem Feierabendbier steht nichts mehr im Wege!

  • Goethe-Stammtisch
  • Jeden Donnerstag 19 Uhr
  • Pasaje Solar, Balcarce 1022
  • Weitere Infos auf Facebook oder unter GoetheStammtisch.BuenosAires@gmail.com
  • Nächster Stammtisch: 22.10.

Foto:
Feldstudie: Die Autorin beim Goethe-Stammtisch.

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Ausstellungskalender vom 18/10/2015

Von Susanne Franz

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Die Besucherzahl der Fotografie-Messe Buenos Aires Photo, die seit dem 15. Oktober im Centro Cultural Recoleta läuft, hat sich im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Wegen der großen Nachfrage wird die Messe deshalb um einen Tag verlängert und kann auch am Montag, den 19. Oktober, von 13.30 bis 20.30 Uhr besucht werden.

Die Ausstellungen der Woche:

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Agenda de Muestras del 18/10/2015

Por Susanne Franz

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Se duplicó la cantidad de visitantes a Buenos Aires Photo en el Centro Cultural Recoleta. Se extiende un día por la demanda del público. Abre, también, el lunes 19 de octubre, de 13.30 a 20.30 horas.

Las muestras de la semana:

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“Eine starke Geschichte”

Interview mit Giulio Ricciarelli, dem Regisseur von “Im Labyrinth des Schweigens”

Von Marcus Christoph

ricchiarelli II11“Im Labyrinth des Schweigens” war der Eröffnungsfilm des diesjährigen Deutschen Kinofestivals von Buenos Aires. Bei dem Spielfilmdebüt von Regisseur Giulio Ricciarelli geht es um die Vorgeschichte der Frankfurter Auschwitz-Prozesse. Der Film ist als deutscher Beitrag für den Wettbewerb um den Oscar für den besten nicht-amerikanischen Film nominiert. Ricciarelli stellte seinen Film persönlich in Buenos Aires vor. Im Interview erläuterte er Entstehung und Idee des Films.

Wie sind Sie auf das Thema gekommen?
Ricciarelli: Elisabeth Bartel, mit der ich das Drehbuch geschrieben habe, hatte die ursprüngliche Idee. Sie kam damit auf mich zu, und ich habe angefangen, zu lesen und habe gemerkt, dass das eigentlich ein unbekannter Teil unserer Geschichte ist. Ich konnte es mir zunächst auch gar nicht vorstellen, in irgendeiner Weise etwas über das Dritte Reich zu machen. Aber dann wurde mir klar, dass es eine starke Geschichte ist. Und es ist, glaube ich, tatsächlich auch der erste Spielfilm über die juristische Aufarbeitung des Holocausts in Deutschland.

Wieso hat es 50 Jahre gedauert, ehe das Thema des Auschwitz-Prozesses im Kino aufgegriffen wurde?
Ricciarelli: So wie es gedauert hat, dass sich Deutschland dem Holocaust stellte, ist wohl erst jetzt die Zeit da, sich mit der Frage zu beschäftigen, wie aufgearbeitet wurde. Hätte mich jemand vor der Beschäftigung mit dem Film dazu gefragt, dann hätte ich gesagt: Es gab den Holocaust, und nach 1945 hat Deutschland angefangen aufzuarbeiten. Dass es aber fast 20 Jahre gedauert hat, ehe dies begann, das wusste ich nicht. Das ganze Land hatte in ersten Nachkriegsjahren eine kollektive Vereinbarung getroffen zu schweigen.

Es im Film schockierend zu sehen, wie gering die Kenntnisse vieler Personen über Auschwitz in der Nachkriegszeit waren.
Ricciarelli: Ja, aus heutiger Sicht es ist unglaublich. Das ist eigentlich auch die Kernachse des Films. Und gleichzeitig war es erzählerisch das Schwierigste. Aber so war es historisch. Es gab natürlich auch Ausnahmen. Aber im Großen und Ganzen war Auschwitz damals kaum im öffentlichen Bewusstsein. Wie kann man das eigentlich erzählen? Denn es ist das größte Verbrechen der Menschheitsgeschichte, und man muss die Kinobesucher in eine Zeit zurückbringen, als man sagte, man wusste von nichts. Es gab in den Fünfziger Jahren wirklich eine Kultur des Verdrängens.

Weshalb sind manche Personen des Films – wie der Staatsanwalt Radmann – fiktiv, während andere realen Figuren entsprechen?
Ricciarelli: Oft haben historische Filme das Problem, dass sie viel über Geschichte erzählen, aber nicht spannend sind. Die Leute wollen aber eine Geschichte sehen mit einem klaren Hauptdarsteller. Da haben wir uns entschlossen: Wir erfinden die emotionale Reise des jungen Staatsanwalts Radmann. Das ist inspiriert durch mehrere Staatsanwälte, die damals dabei waren, deren Erfahrungen in die Figur Radmann hineingeflossen sind. Bei anderen Figuren wie dem Journalisten Thomas Gnielka und oder Generalstaatsanwalt Fritz Bauer haben wir versucht, historisch genau zu sein.

Wie erklären Sie sich, dass “Im Labyrinth des Schweigens” als deutscher Kandidat für den Wettbewerb um den Oscar für den besten nicht-amerikanischen Film nominiert wurde?
Ricciarelli: Man hat selten ein Filmthema, das die Leute wirklich interessiert. Das ist das, was den Film trägt. Ich bin auch stolz auf den Film. Aber es kommt alles aus der Geschichte heraus: Die Schauspieler, die wir gewinnen konnten. Dass ich als Erstlingsregisseur überhaupt so eine Chance bekommen habe. Es war das Bewusstsein von allen Beteiligten, dass man da eine interessante, wertvolle Geschichte hat, die man erzählen will. Das hat einen guten Geist in den Film hineingebracht. Es ist aber auch nicht leicht gewesen, einen Film über das Thema zu machen. Wo fängt man an und wo hört man auf? Man hätte auch den Prozess selber darstellen können.

Der Film endet ja, wo der eigentliche Prozess beginnt.
Ricciarelli: Das Wichtigste war zu erzählen, wie Ende der Fünfziger Jahre die Atmosphäre des Verschweigens war. Und wie schwierig der Kampf des Landes – und Johann Radmann steht auf der Metaebene ja für die junge Bundesrepublik – war, diesen Weg auch tatsächlich zu gehen. Eigentlich erzählen wir die seelische Reifung dieses jungen Staatsanwalts, bis er die richtige innere Haltung hat, den Prozess zu führen. Aber erzählt wird dabei natürlich auch viel über die Zeit, über die Schwierigkeiten, über den Prozess, über die Atmosphäre in dem Land.

Was waren die besonderen Schwierigkeiten bei der Produktion?
Ricciarelli: Für einen Debütfilm hatte er zwar ein gutes Budget. Aber für das, was wir erzählen wollten, war das Budget unheimlich klein. Auch die historisch exakte Darstellung war schwierig, weil überall moderne Dinge sind. Aber das Schwierigste war der Respekt vor der Geschichte. Denn wenn Deutschland einen Film macht, der in irgendeiner Weise mit Nazis zu tun hat, dann schaut die Welt hin. Und zwar nicht nur auf den Film an sich, sondern auch politisch.

Die aktuelle deutsche Hilfsbereitschaft bei Flüchtlingen: Rührt die aus der deutschen Geschichte?
Ricciarelli: Ich glaube schon. Ich habe das Gefühl, dass die Deutschen durch die Erfahrung des Zweiten Weltkrieges heute eine starke demokratische Gesinnung entwickelt haben. Es gibt in dem Film den Schlüsselsatz: Die einzige Antwort auf Auschwitz ist, selber das Richtige zu tun. Ich glaube, dass das etwas damit zu tun hat.

Sie stammen ursprünglich aus Italien. Spielt Ihre Herkunft eine Rolle bei Ihrer Arbeit?
Ricciarelli: Ich glaube schon, dass die Emotionalität, die der Film hat, ein italienischer Einfluss ist. Die deutsche Identität ist durch den Zivilisationsbruch des Zweiten Weltkriegs ungeheuer gebrochen. Den deutschen Filmen nach dem Krieg fehlt es oft an Emotionalität. Es gibt eine Scheu, wirklich emotional zu erzählen. Das ist in Italien anders. Dadurch, dass ich beides kenne, hat es die Machart des Films schon beeinflusst. Ich glaube, wenn ich nichts Italienisches hätte, würde der Film anders ausschauen.

Was planen Sie als nächstes? Vielleicht wieder etwas im historischen Bereich?
Ricciarelli: Nein, ich habe ein Projekt, das im Berlin von heute spielt. Es geht um einen Bundestagsabgeordneten. Es ist nicht historisch, hat aber zumindest eine politische Dimension. Es war ungeheuer erfüllend, mit einem Stoff auf politisches Interesse zu stoßen. Denn es gibt ganz viele Produktionen, bei denen es in der Bewertung nur darum geht, wie der Film geworden ist. Ich hatte bei “Im Labyrinth des Schweigens” aber das Gefühl, dass die Geschichte an sich das Interessante ist.

Vielen Dank für das Gespräch.

Foto:
Giulio Ricciarelli in Buenos Aires.
(Foto: Marcus Christoph)

Spitzen-Kunst

“La democracia del símbolo” von Leandro Erlich im Malba

Von Laura Meyer

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Der Obelisk, Wahrzeichen und Ikone von Buenos Aires, ist Objekt der Installation “La democracia del símbolo” von Leandro Erlich (Buenos Aires, 1973) von September 2015 bis März 2016. Sein erstes site-specific in Argentinien ist eine künstlerische und soziale Initiative und Resultat der Kooperation zwischen dem Malba“>Museum Malba, dem Künstler, der Stadtregierung und der Firma Fate.

Leandro Erlich ist einer der argentinischen Künstler mit der größten internationalen Bekanntheit. Durch seinen künstlerischen Eingriff bietet er uns die Möglichkeit, zum ersten Mal seit der Errichtung des Obelisken seinen Innenraum zu besichtigen und den luftigen Ausblick zu entdecken.

Das Werk besteht aus zwei Teilen. Zuerst griff Erlich direkt in den Standort des Obelisken ein und ließ Ende September für einige Tage dessen Spitze verschwinden (in Wirklichkeit “verschwand” sie nicht, sondern wurde durch provisorische Außenwände versteckt, so dass die Illusion entstand, der Obelisk habe keine Spitze mehr). Eine Reprduktion der Spitze in realem Maßstab erschien zeitgleich auf dem Vorplatz des Malba. Das Publikum kann hier in die Spitze des Obelisken eintreten, um die vier Ausblicke des Monuments zu genießen, welche auf Monitoren im Inneren der Pyramide nachgestellt sind.

Projekte zu erschaffen, bei welchem das Kunstwerk die konventionellen Grenzen verlässt und sich in die Alltagsordnung eingliedert, ist Ziel des Künstlers. Erlich versteht Kunst als Werkzeug der Integration und der Aktion. Die Beziehung zwischen Monumenten und ihren Städten und die Bedeutung des Besuchs eines Monumentes hat mit Wertschätzung, Stolz und Zugehörigkeitsgefühl zu tun. Und in Argentinien ist der Obelisk ein Monument, welches noch niemals zuvor für Besichtigungen beabsichtigt wurde, so der Künstler.

Die nachgestellte Spitze steht noch bis März 2016 für jedermann sichtbar und betretbar auf dem Vorplatz des Malba, Av. Figueroa Alcorta 2475.

(Foto: Malba)

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Ausstellungskalender vom 10/10/2015

Von Susanne Franz

Postal-BAPHOTOBuenos Aires Photo, die wichtigste Fotografiemesse Lateinamerikas, hat seit ihrer Gründung im Jahr 2005 stetig und mit Erfolg daran gearbeitet, die Fotografie innerhalb des Kunstbetriebs zu etablieren und speziell der lateinamerikanischen Fotografie die internationale Anerkennung zukommen zu lassen, die sie verdient. Die Messe ist dabei zu einem wichtigen Treffpunkt von Künstlern, Kuratoren, Kritikern, Journalisten und Sammlern geworden.

In ihrer 11. Ausgabe, die vom 15. bis zum 18. Oktober stattfindet, präsentiert BA Photo einen umfassenden, pluralistischen Blick auf die verschiedenen Neuausrichtungen, Techniken, Formate und Ausdrucksformen der Fotografie von ihren Anfängen bis zum heutigen Tag.

Zum 4. Mal findet die von Arte al Día Internacional organisierte Messe im Centro Cultural Recoleta statt.

Die Ausstellungen der Woche:

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Agenda de Muestras del 10/10/2015

Por Susanne Franz

Postal-BAPHOTOBuenos Aires Photo es la feria de arte especializada en fotografía más importante de Latinoamérica. Desde su surgimiento en el año 2005, BA Photo trabaja para promover el desarrollo de la fotografía dentro del campo artístico y poner en valor su producción a nivel internacional. A través de diez años de trayectoria, la feria se ha convertido en un punto de referencia para la fotografía latinoamericana y un lugar de encuentro entre artistas, curadores, críticos, periodistas especializados y nuevos coleccionistas interesados cada vez más en este medio.

En su próxima edición, del 15 al 18 de octubre, BA Photo propone una mirada íntegra y plural, a través de proyectos que puedan dar cuenta de las diferentes búsquedas, formatos y manifestaciones que ha experimentado la fotografía desde sus inicios hasta su producción actual.

La feria se realiza por cuarta vez consecutiva en el Centro Cultural Recoleta, y es organizada por Arte al Día Internacional.

Las muestras de la semana:

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