Robert Lippok in Argentinien

Architekt der deutschen Elektronik in der Usina del Arte

lippok3Der deutsche Musiker und bildende Künstler Robert Lippok tritt am Samstag bei freiem Eintritt im Vorfeld des roBOt Festivals Buenos Aires in der Usina del Arte auf. Partner des roBOt Festivals sind das Goethe-Institut, Alma Mater Studiorum Università di Bologna – Vertretung Argentinien und Usina del Arte. Auf Einladung des Goethe-Instituts tritt in diesem Rahmen der deutsche Musiker und bildende Künstler Robert Lippok zum ersten Mal in Argentinien auf und beteiligt sich dabei an drei Veranstaltungen: Ein Workshop, ein öffentliches Gespräch und ein Konzert.

Die Veranstaltungen finden am 6. Dezember im Vorfeld des Festivals statt, das im nächsten Herbst in Buenos Aires in der Usina del Arte geplant ist. Das Programm orientiert sich an der Originalausgabe dieses legendären, italienischen Festivals in verschiedenen Sektionen und gestaltet seine nächste Ausgabe in Buenos Aires nach dessen Vorbild in Modulen: Musik-Live-Sets, Workshops, Videoinstallationen und Dokumentarfilmvorführungen. All dies vor dem thematischen Hintergrund des Festivals, das sich um den Schwerpunkt Digitales Gedächtnis und das relative Vermögen der Beeinflussung unserer Gedächtnisse dreht: #lostmemories.

Programm:

  • Installationen der Call4roBOt-Projekte, Italien
  • 16 Uhr: “Ableton & Production techniques and tool”, Workshop unter der Leitung von Mariano Trocca (Argentinien) + Robert Lippok (Deutschland)
  • Ab 17 Uhr und bis Ende: Área Bar mit DJs
  • 18 Uhr: Kurzfilmvorstellung des roBOt Festivals, Auswahl aus verschiedenen europäischen Festivaleditionen
  • 18.30 Uhr: Matias Sundblad live set
  • 19.30 Uhr: Melmann + Lucas DM (Visuals), Performance des Künstlers Nicolás Melmann
  • 20.30 Uhr: Öffentliches Gespräch mit Robert Lippok und Pablo Schanton
  • 21.30 Uhr: Konzert Robert Lippok “Redsupermotorfader”

Weitere Informationen auf der Webseite des Goethe-Instituts Buenos Aires.

Wunderkind? Nichts für Mädchen!

Neu im Kino: Nannerl, die Schwester Mozarts

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Maria Anna “Nannerl” Mozart (Marie Féret) ist die fünf Jahre ältere Schwester von Wolfgang Amadeus Mozart (David Moreau) und genauso wie er ein musikalisches Wunderkind. Ursprünglich war sie die, die auf der Bühne spielte, jedoch gab sie für ihren jüngeren Bruder den Weg als Hauptattraktion frei. Ihr strenger, aber doch liebender Vater Leopold (Marc Barbé) reist mit seinem talentierten Nachwuchs während der Vorzeit zur Französischen Revolution durch die königlichen Fürstenhöfe. Als Nannerl sich dem heiratsfähigen Alter nähert und ihr nun verboten ist, Violine zu spielen oder zu komponieren, beginnt sie, zu rebellieren. Die Freundschaft mit dem Sohn und der Tochter von Louis XV offenbart eine Alternative.

“Nannerl, la hermana de Mozart” (Nannerl, la soeur de Mozart) – Frankreich 2010. 115 Min. Drama ohne Altersbeschränkung. Französisch mit Untertiteln. Regie: René Féret. Mit Marie Féret, Marc Barbé, David Moreau.

Inspirierendes Konzert

Bugallo-Williams krönender Abschluss des 18. “Ciclo de Música Contemporánea”

Von Susanne Franz

bugallo_wIlliamsDer diesjährige 18. Zyklus Zeitgenössischer Musik unter der Leitung von Martín Bauer ging nach fast einem Monat mit 12 atemberaubenden Konzerten, Meisterklassen, Vorträgen und (Video-)Konferenzen am vergangenen Samstagnachmittag im Casacuberta-Saal des San Martín-Theaters mit einem Konzert des Pianistinnen-Duos Bugallo-Williams zu Ende.

Die Argentinierin Helena Bugallo und die US-Amerikanerin Amy Williams spielten vierhändig ein eklektisches Konzert mit Werken György Kurtágs (bis auf eine kurze Transkription eines Strawinsky-Streichquartetts). Die Pianistinnen zeigten eine unbändige Spielfreude und boten die komplizierten, inspirierenden Werke mit großer Meisterschaft und ausdrucksstarkem Temperament dar, wofür sie vom Publikum mit begeistertem Applaus gefeiert wurden.

“Klappe zu und Vorhang auf!”

Mar del Plata im Film-Fieber

Von Michaela Ehammer

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Was haben filmische Größen wie Alfred Hitchcock, Daniel Tinayre oder Ingmar Bergman gemeinsam? Ihre Filme waren unter anderem Teil beim 29. “Festival Internacional de Cine” in Mar del Plata, welches vom 22. bis 30. November stattfand. Und so verwandelte sich der Mode-Ferienort Argentiniens in ein Meer aus Blitzlichtgewitter, prominenter Gäste wie Viggo Mortensen, Journalisten und Fotografen – fast so wie in Hollywood.

“Die Leidenschaft und die Liebe für Filme vereint uns hier im Kino, um gemeinsam in neue Welten einzutauchen”, so Intendant Fernando Spiner. Das Seebad Mar del Plata wurde vom Film-Fieber gepackt und mit ihm seine Einwohner und Besucher. Wer von den 376 Beiträgen aus 42 Ländern so viele wie möglich anzuschauen versuchte, eilte den ganzen Tag von Kino zu Kino und von einem Beitrag zum nächsten in der Stadt herum – wie bei einem Marathonlauf. Und das für unschlagbare 20 Pesos pro Film!

Alle Sektoren der Filmindustrie waren vertreten, darunter unter anderem internationale, lateinamerikanische und argentinische Filme, Retrospektiven, unveröffentlichte Filme sowie große Klassiker. Der Film “Pasolini”, ein Drama von Regisseur Abel Ferrara, war eindrucksvoller Auftakt des Festivals, und Esteban Sapirs bewegender Kurzfilm brachte dem Zuschauer vor jedem Film die wichtigsten Momente aus den vergangenen Festivals in Erinnerung, verbunden mit ästhetischen Aufnahmen der Umgebung.

Am Samstag, dem 29. November, wurden die Gewinner in den drei Kategorien International, Lateinamerika und Argentinien ausgezeichnet. Die Preise verteilten sich in die ganze Welt. Als großer Sieger des Festivals ging “Come to My Voice” des türkischen Regisseurs Hüseyin Karabey hervor, der in seinem Film die Geschichten gewöhnlicher Charaktere beschreiben wollte, welche auf der Leinwand nur selten zu sehen seien. Er wolle seinen Zuschauern sowohl Tränen als auch ein Lächeln ins Gesicht zaubern und auf viele Dinge in unserem Leben aufmerksam machen.

Der Film handelt von Berfé und Jiyan. Die Suche nach einer Waffe, um den Vater von den türkischen Polizeikräften wieder freizubekommen, führt die beiden auf einen langen Fußmarsch durch die atemberaubende kurdische Bergwelt – zuerst zu Verwandten, dann weiter ins Ungewisse. Berfé beweist auf ihrer Reise Mut und Beharrlichkeit und Jiyan erfährt, was man in der Welt der Erwachsenen zum Überleben braucht. Großmutter und Enkelin begegnen traditionellen Geschichtenerzählern, werden Teil von deren Erzählungen und weben auch selbst am poetischen Ganzen dieses auf vielen Ebenen angelegten Films.

Die Auszeichnung für die beste Regie ging an den Franzosen Mathieu Amalric für seinen Film “La chambre bleu”, basierend auf dem gleichnamigen Roman von George Simenon. Den Preis für das beste Drehbuch erhielt die Italienerin Alice Rohrwacher für “Le meraviglie”, wo sie auch Regie führte. Der Südkoreaner Park Jungbum wurde als bester Schauspieler im Film “Alive” gekürt, während Negar Javaherian als beste Darstellerin für ihre Rolle im iranischen Beitrag “Melbourne” ausgezeichnet wurde. Im lateinamerikanischen Wettbewerb des Festivals setzte sich der brasilianische Film “Branco sai, preto fica” von Adirley Queirós durch.

Jahr für Jahr hat sich das Festival in Mar del Plata als eine bedeutende Ausstellung der Filmindustrie etabliert und ist heutzutage zu einem Muss für Filmemacher, Schauspieler, Produzenten und Filmliebhaber geworden. Mehr als 100 Freiwillige aus Mar del Plata und Umgebung haben an dem Festival, das 1954 zum ersten Mal stattfand, mitgewirkt. Fast täglich gab es Sonderprogramme, und die Ausstellung “29/60” im Foyer des “Teatro Auditorium” brachte Filmbegeisterte auf die Spuren der 60-jährigen Geschichte des Film-Festivals. Am Donnerstag konnten die Besucher Damián Szifróns neuesten Film und Argentiniens Beitrag für den Aulandsoscar “Relatos Salvajes” in einem Open-Air-Kino bewundern. Ganz großes Kino eben!

Foto:
Filme über Filme – das diesjährige Festival bot eine große Vielfalt.
(Foto: Michaela Ehammer)

Kalender / Agenda

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Ausstellungskalender vom 29/11/2014

Von Susanne Franz

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Die Ausstellung “El Greco y la pintura de lo imposible. 400 años después” im Museo Nacional de Bellas Artes (MNBA) von Buenos Aires ist nicht sehr umfangreich, dennoch ist ein Besuch sehr zu empfehlen! Der Eintritt ist frei, die Schau läuft bis zum 15. Januar 2015.

Die Ausstellungen der Woche:

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Agenda de Muestras del 29/11/2014

Por Susanne Franz

El_Greco
La muestra “El Greco y la pintura de lo imposible. 400 años después” en el Museo Nacional de Bellas Artes (MNBA) de Buenos Aires no es muy extensa, pero ¡vale la pena visitarla! La entrada es libre y gratuita, hasta el 15 de Enero de 2015.

Las muestras de la semana:

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Das Rezept der Unsterblichkeit

Quinos Mafalda wird 50 und ist so aktuell wie nie

Von Jannik Jürgens

mafalda
Vor 50 Jahren geboren und seitdem unsterblich: Mafalda. Das von Quino gezeichnete Mädchen weist mit viel Witz auf die Probleme der argentinischen Gesellschaft hin. Obwohl Quino, der mit bürgerlichem Namen Joaquín Salvador Lavado Tejón heißt, bereits 1973 aufgehört hat, Malfalda zu zeichnen, ist der Comic heute weltberühmt und brandaktuell. Was ist das Rezept für Mafaldas Unsterblichkeit?

Die Ausstellung “Mafalda en su sopa” in der Nationalbilbliothek in Recoleta geht dem Mafalda-Mythos auf den Grund. Von den Anfängen bis in die Gegenwart zeichnet die Ausstellung den Weg von Mafalda nach. Ihre Beliebtheit hat Mafalda der Genialität Quinos zu verdanken. “Leser ganz verschiedenen Alters und mit verschiedenen Hintergründen erkennen sich in Mafalda wieder. Das macht sie als Comic-Figur so einzigartig”, schreibt die Autorin Judith Gociol im Katalog der Ausstellung.

In erster Linie identifiziert sich die argentinische Mittelklasse mit Mafalda. Die Historikerin Isabella Cosse nennt dafür drei Gründe. “Erstens beschreibt Mafalda aus ihrer kindlichen Perspektive ganz genau die Widersprüche einer Gesellschaft, die sich verändert. Zweitens macht Mafalda auf den großen Unterschied zwischen der Realität und dem Idealbild, das die Mittelschicht von sich selbst hat, aufmerksam”, sagt Cosse. Drittens sorgt Mafaldas Witz in einer Gesellschaft, die sich durch alltägliche Gewalt bedroht fühlt, für so etwas wieSicherheit, sagt Cosse.

Paradoxerweise hat die Tatsache, dass Quino 1973 aufgehört hat, Malfalda zu zeichnen, zu ihrer Unsterblichkeit beigetragen. Der Perfektionist stellte fest, dass seine Cartoons sich wiederholten. Er wurde seinen eigenen Ansprüchen nicht mehr gerecht. Anstatt um jeden Preis weiterzumachen, hörte er auf dem Gipfel seiner Popularität einfach auf. Und sorgte damit dafür, dass sein Werk einfach verdammt gut blieb.

Der Militärdiktatur waren Quinos kritische und engagierte Comics ein Dorn im Auge. Wer, wie Mafalda, wütend Unrecht anprangerte, machte sich in einem Unrechtsstaat viele Feinde. Aber genau deswegen ist Mafalda so beliebt. In der Ära Menem wurde Mafalda aus einer anderen Perspektive gelesen. Das kleine, altkluge Schulmädchen war Balsam auf die vom Neoliberalismus geschundene argentinische Seele. Heute ist Mafalda aktuell, wenn sie Umweltverschmutzung und Politiker-Kauderwelsch anprangert.

Bleibt nur noch die Frage, warum Mafalda partout keine Suppe mag. Die Comic-Experten sind sich uneins. Interpretationen gehen von “weil Suppe dick macht” bis hin zur Suppe als Symbol für den Krieg und das Unrecht auf der Welt. Quino selbst sagte in einem Interview mit Público.es, dass die Suppe alle Zwänge repräsentiere, die der Gesellschaft auferlegt werden. Damit meinte der Zeichner die Militärdiktaturen, die die Argentinier in den 60er und 70er Jahren “schlucken mussten”.

Die Ausstellung in der Nationalbibliothek (Agüero 2502) ist nur noch dieses Wochenende zu sehen. Am Freitag von 9 bis 21 Uhr und am Samstag und Sonntag von 12 bis 19 Uhr.

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Ausstellungskalender vom 22/11/2014

Von Susanne Franz

puntos de vista
Im Palast der “Legislatura” der Stadt Buenos Aires (Perú 160) wird momentan eine Ausstellung von Foto-Erzählungen von Kindern und Jugendlichen gezeigt, die man montags bis freitags von 10 bis 19 Uhr bei freiem Eintritt besuchen kann (außer an Feiertagen). “Pequeños grandes puntos de vista” (Kleine große Augenzeugenberichte) beruht auf einer Idee von Kristian Colantonio und wurde von Gustavo Yoghaurdjian kuratiert.

Am letzten Tag, dem 1. Dezember, wird im Rahmen der Ausstellung um 11 Uhr mit einer Vorsorge-Kampagne der Welttag des Kampfes gegen HIV-AIDS begangen.

Die Ausstellungen der Woche:

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Agenda de Muestras del 22/11/2014

Por Susanne Franz

puntos de vista
La Legislatura de la Ciudad de Buenos Aires (Perú 160) presenta la muestra “Pequeños grandes puntos de vista”, una serie de fotonovelas realizada por niños, niñas y adolescentes, con entrada libre y gratuita. Se puede visitar de lunes a viernes de 10 a 19 horas (excepto los feriados). Idea y producción son de Kristian Colantonio, la curaduría de Gustavo Yoghaurdjian.

El día del cierre de la muestra (1º de diciembre a las 11 hs) se conmemorará el Día Mundial de Lucha contra el VIH-SIDA con una campaña de prevención y concientización para realizarse el test del VIH-SIDA, y entrega de preservativos.

Las muestras de la semana:

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Süße Verlockungen aus Deutschland

Am langen Wochenende werden die “Días de la Pastelería Alemana” gefeiert

Von Susanne Franz

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“In der langen Geschichte der Deutschen Botschaft in Buenos Aires ist dieser ganz gewiss der süßeste Tag”, sagte Bernhard Graf von Waldersee, der deutsche Botschafter und Gastgeber der Veranstaltung zur Vorstellung der “Tage der deutschen Back- und Konditorkunst” (Días de la Pastelería Alemana) am Montagnachmittag in der Botschaft. Am bevorstehenden langen Wochenende, von Samstag, den 22. November, bis einschließlich Montag, den 24. November, werden in ganz Buenos Aires zahlreiche Konditoreien, Bäckereien und Cafés an der Veranstaltung teilnehmen, die von der argentinischen Konditoren-Handelskammer “Cámara de Confiterías” des Verbandes AHRCC (Kammer der Hotels, Restaurants, Cafés und Konditoreien) gemeinsam mit dem Syndikat der im Konditorwesen Beschäftigten “Federación de Trabajadores Pasteleros” und der Stadt Buenos Aires organisiert wird.

pasteleria_alemana4Besonderer Ehrengast war der von Graf Waldersee als “lieber Freund” begrüßte Kulturminister der Stadt Buenos Aires Hernán Lombardi, der wie die Redner der veranstaltenden Körperschaften vor ihm auf den Anlass der Feierlichkeiten zu sprechen kam: 20 Jahre Städtepartnerschaft Berlin-Buenos Aires und 25 Jahre Mauerfall – das seien zwei Ereignisse in diesem Jahr gewesen, die den Ausschlag gegeben hätten, Deutschland mit der Kunst der argentinischen Back- und Konditor-Meister ehren zu wollen.

Was diese Künstler vollbringen können, sah das zahlreich erschienene, staunende Publikum schon beim Hereinkommen: Dozenten und Schüler einer Konditor-Schule hatten in 40 Stunden Arbeit eine Berliner Mauer aus 120 kg Schokolade geschaffen, die – ca. 1 Meter hoch, fünf Meter breit und 20 cm tief – prominent in der Mitte des Raumes auf einem Tisch stand und ihr schokoladiges Aroma verströmte. Bunte Graffitis aus natürlichen Farbstoffen schmückten die Vorderseite der süßen Mauer, während auf der unverzierten Rückseite nur das Wort “Freiheit” prangte. Publikumswirksam ergriffen von Waldersee und Lombardi nach Ende der Ansprachen und vor dem Cocktail einen Hammer und schlugen die Mauer ein – beim Herausgehen bekam jeder Gast eine Tüte voll leckerer Mauerstückchen mit auf den Weg.

pasteleria_alemana3Zunächst begann aber das große Naschen – an vier Tischen in jeder Ecke des Raumes wurden die köstlichen deutschen Backwerke in kleinen Portionen zum Probieren angeboten, die während der “Días de la Pastelería Alemana” erhältlich sein werden, unter anderem Schwarzwälder Kirschtorte, Streuselkuchen, Bienenstich, Stollen, Frankfurter Kranz, Zimtschnecken und Berliner. Den Gästen schmeckte es ausgezeichnet, und da man gar nicht alles probieren konnte, nahmen sich alle vor, am kommenden Wochenende eine oder mehrere der an der Veranstaltung beteiligten Konditoreien aufzusuchen und ordentlich einzukaufen.

Die Veranstaltung in der deutschen Botschaft wurde von den gekonnten Darbietungen eines jungen Streichquartetts untermalt, das die Dirigentin Patricia Pouchulu, Direktorin der Stiftung “La Bella Música”, verpflichtet hatte.

Die übersichtlich gestaltete Webseite “Pastelería Artesanal” bietet eine Suchmaske an, auf der man nach Eingabe seines Stadtteils die Liste der an den “Días de la Pastelería Alemana” teilnehmenden Cafés oder Konditoreien/Bäckereien in der Nachbarschaft erhält.

Ein süßes Wochenende liegt vor allen Liebhabern der edlen deutschen Back- und Konditorkunst.

Fotos von oben nach unten:

Berliner Mauer aus Schokolade.

Botschafter von Waldersee (3.v.r.) und Kulturminister Lombardi (4.v.l.) mit Organisatoren und Konditoren.

Lauter Köstlichkeiten aus Deutschland.

Raum-Skulptur aus Luft

Gaspar Acebo präsentiert BLANCO im Espacio Kamm

Von K.M.

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Im Espacio Kamm ist zur Zeit eine Ausstellung zu sehen, die zwei Besonderheiten dieses Kunst-Raumes erfüllt: Atelier-Residenz des Künstlers und Produktion einer raumbezogenen Arbeit. Der Künstler Gaspar Acebo hat sein Atelier für drei Wochen in den Espacio verlegt und dort eine Konzeption für sein Site-Specific-Projekt erarbeitet und realisiert.

Acebo (geboren 1976 in Buenos Aires) baut Papier-Objekte aus Luft, die eine Art Mimesis in der Natur herzustellen suchen: ein Objekt aus blauen Papieren misst das Blau des Himmels in Buenos Aires, ein weißes Papierkissen sucht die Farbe der Antarktis, ein weiß-schwarzes imitiert einen Birkenwald bei Moskau.

Für den Espacio Kamm hat sich Acebo der Herausforderung gestellt, die weißen Wände nachzuahmen: mit Luftkammern gefüllte Wände verwandeln den vorhandenen Raum in einen Soft-Raum. Aus Hunderten aneinandergeklebten Seidenpapieren wurden Doppel-Wände gebaut und mit Luft gefüllt und von den vorhandenen Wänden abgehängt. Es entsteht eine Intervention aus einem alle Räume des Espacio einnehmenden Luftkissen.

Die Arbeit folgt der vorgegebenen architektonischen Struktur des Raumes durch Volumen und Ausdehnung, aber durch die Aussparung der Türen und Fenster des Raumes werden Unterbrechungen vorgenommen, die grundsätzliche skulpturale Fragen aufwerfen: Was bedingt Raum, wo hört Raum auf, wann beginnt Raum?

Ein spannendes Ausstellungsprojekt!

  • Espacio Kamm
  • Mario Bravo 1136, Palermo, Buenos Aires
  • Do und Fr 16-20 Uhr
  • 7.11.-13.12.

Foto:
Luftkissen-Raum von Gaspar Acebo im Espacio Kamm.