Die Welt durch andere Augen sehen

Fotografiemesse ‚Buenos Aires Photo’

Von Katharina Guderian

Die Fotografie hat es zur Zeit schwer. Sie muss sich laut dem Kurator der Messe, Rodrigo Alonso, in einer flüchtigen, ungewissen und widersprüchlichen Welt gesättigt von Bildern behaupten. Und doch habe es die zeitgenössische Fotografie geschafft, über Banalität, Oberflächlichkeit und Apathie zu triumphieren. Den Beweis liefert vom 29. Oktober bis 2. November die Fotografie-Messe ‚Buenos Aires Photo’ im Palais de Glace (Posadas 1725).

Diese größte Fotografiemesse Lateinamerikas hat täglich vom 13 bis 21 Uhr geöffnet, der Eintritt beträgt 15 Pesos. Fast 40 Galerien aus Argentinien, Miami (USA), Chile, Uruguay, Spanien, Bolivien, Kolumbien und Mexiko stellen dabei Werke aus, die laut Alonso den Besucher einladen, die Welt durch andere Augen aus einer weniger angestrengten und gleichzeitig weniger gleichgültigen Perspektive zu betrachten.

Mit 300 Sachen durch die Innenstadt

Formel 1-Wahn in Buenos Aires

Von Katharina Guderian

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(Foto: Katharina Guderian)

Wo sich sonst die Autos im dichten Verkehr oft nur in Schrittgeschwindigkeit vorwärtsbewegen können und sich die Passanten an den Abgasen und dem Lärm der Fahrzeuge stören, jubelte am Samstagnachmittag eine euphorische Masse von etwa 80.000 Menschen den Rauchschwaden und dem ohrenbetäubenden, röhrenden Quietschen eines Autos zu, das mit 300 Kilometer pro Stunde über die Avenida 9 de Julio fegte: Der Formel 1-Pilot David Coulthard versetzte die Innenstadt von Buenos Aires bei einem Schaurennen in Ausnahmezustand.

Schon eine halbe Stunde vor dem Startschuss standen die herbeigeströmten Zuschauer so dicht gedrängt vor den Absperrungen um den 1400 Meter langen Rundkurs, dass von der hintersten Reihe kein Blick auf die Straße mehr zu erhaschen war. Doch die Formel 1-Fans und Neugierigen ließen sich nicht beirren und kletterten auf alles, was sich erklettern ließ: Bäume, Baugerüste, Plakatwände, Baufahrzeuge, Ampeln. Der Bauzaun um das Teatro Colón gab irgendwann unter dem Gewicht der Schaulustigen quietschend nach.

Vor dieser Zuschauermasse zeigte der schottische Formel 1-Pilot David Coulthard, der derzeit beim österreichischen Team Red Bull Racing unter Vertrag steht, was in seinem für den Einsatz auf normalen Straßen leicht modifizierten Rennwagen mit 750 PS steckte. Bei neun Runden auf der mit 140 Metern als eine der breitesten Straßen der Welt geltenden Avenida verwandelte er schmerzenden Motorenlärm in den Ohren der Zuschauer in klingende Musik eines hochtourigen Motors. Quietschende Reifen und Rauchwolken wurden als waghalsige Fahrkunststücke bejubelt. Hersteller von Kamerahandys hätten bei dem Anblick des Spektakels große Freude gehabt, da fast jeder sein Gerät hochhielt, um ein Bild von dem vorbeischießenden, bunten Blitz zu knipsen.

Im Alter von 37 Jahren hat der Formel 1-Veteran Coulthard nach einer 15-jährigen Karriere und 13 Grand-Prix-Siegen angekündigt, dass das Grand-Prix Rennen am Sonntag in Brasilien das letzte seiner Laufbahn sein wird. Danach will er, so ließ er in einem Interview mit der österreichischen ‚Kleinen Zeitung’ verlauten, dem Team Red Bull weiterhin als Berater zur Verfügung stehen.

Neuer Schatz in der Stadt

Fortabat-Museum eröffnet

Von Susanne Franz

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Jetzt im Museum: “Domingo en la chacra”, Ölgemälde von Antonio Berni.

Die Geschäftsfrau Amalia Lacroze de Fortabat hat zu Beginn der Woche das Gebäude eröffnet, in dem von nun an ihre private Kunstsammlung besichtigt werden kann. Seit Mittwoch ist die “Colección Fortabat” für den Besucher in dem von Stararchitekt Rafael Viñoly angedachten Bau in Puerto Madero (Eingang: Olga Cossettini 141) zugänglich.

Das Gebäude besteht aus zwei unter- und zwei überirdischen Stockwerken; in der Eingangshalle befinden sich ein Buchladen, ein Café und ein Auditorium. Im zweiten Untergeschoss – dem interessantesten Bereich – hat Frau Fortabat ihre Schätze der internationalen Kunst untergebracht, darunter Turner, Brueghel, Klimt, Chagall, Miró und Rodin. Im ersten Untergeschoss sind Werke ausgestellt, die die Familiengeschichte dokumentieren; die oberen Stockwerke sind argentinischen Künstlern wie Petorutti, Berni, Alonso u.a. vorbehalten.

Für die erste Schau im neuen Museum wurden zunächst 230 Werke aus der Sammlung der Fortabat, die mehr als 1000 Stücke umfasst, ausgewählt. Das Museum ist dienstags bis freitags von 12-21, samstags und sonntags von 10-21 Uhr geöffnet: der Eintrittspreis beträgt 15 Pesos, für Studenten, Lehrer und Rentner 7 Pesos.

Statische Geschwindigkeit

Der Künstler Fabián Burgos schenkt Buenos Aires eine neue Attraktion

Von Katharina Guderian

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(Foto: Katharina Guderian)

Wenn die auf der Avenida 9 de Julio vorbeibrausenden Autos Farbstreifen auf der Netzhaut des Betrachters hinterlassen, verschmelzen sie beinahe mit dem gigantischen Kunstwerk, das seit Montag am ehemaligen „Mercado del Plata“, nur zwei Blocks vom Obelisken entfernt, an der Carlos Pellegrini 211 prangt. Und genau das war die Intention des Künstlers Fabián Burgos: „Ich wollte ein Werk schaffen, das bei der Geschwindigkeit der Fußgänger und Fahrzeuge, die diesen Ort passieren, mithält.“

Das 1000 Kilogramm schwere Kunstwerk ‚Velocidad’ wurde als Gemeinschaftsprojekt der Ministerien für Kultur und Öffentlichen Raum und der Stiftung Banco Ciudad von 30 Personen am vorigen Wochenende an der Fassade des hohen Gebäudes befestigt. Noch bis zum 20. Dezember soll es dort hängenbleiben und die Bewegung auf der Straße reflektieren. Die 88 Meter breite und 34 Meter hohe Leinwand aus Mesh ist lichtdurchlässig, so wird das dahinterliegende Gebäude nicht abgedunkelt und der Blick nach draußen nicht getrübt.

Die Formen des Werkes erinnern an die geometrische Kunst der 50er und 60er Jahre. Auf den 2992 Quadratmetern Fläche hat sich Burgos, exklusiver Künstler der Galerie Dabbah Torrejón in Buenos Aires, mit 150 vibrierenden Farben ausgetobt: „Es ist wie eine Wandmalerei. Ich wollte etwas Statischem Bewegung und Farbe verleihen“, so der Künstler.

Primer espacio en Buenos Aires para libros de artista

Mañana, en Wussmann, Teresa Pereda y Horacio Zabala firmarán libros dedicados a sus respectivas obras

El jueves 2 de octubre, entre las 16 y las 20 horas, los artistas Teresa Pereda y Horacio Zabala estarán en la librería Wussmann, Venezuela 570, departiendo entre sí y con los visitantes sobre el tema LIBROS DE ARTISTA. También firmarán ejemplares de libros editados sobre sus respectivas obras.

Este evento marca la inauguración del primer espacio en Buenos Aires consagrado a libros de artista y obra gráfica. Estarán en exhibición obras de Juan Carlos Romero, Carlos Arnaiz, Matilde Marín, Mirta Dermisache, Mónica Goldstein, Alfredo Benavídez Bedoya, Lucrecia Orloff, Estela Pereda, Ral Veroni, Laura Viñas, la artista norteamericana Kim Schifino y los ya mencionados Horacio Zabala y Teresa Pereda.

Argentinische Kunst in Japan

Juana de Arco auf Tokioter Messe „Rooms“

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Die Galerie Juana de Arco hat vom 9.-11. September in Tokio mit Werken von Julián Terán, Mariana Cortés, Dani Vega, Fabiana Barreda, Pilar Cortés, Laura Pérez Campana, Leandro Yadanza, Julián Campos, Carmen Rocher, Natalia Mark und Noelia Yagmourian an der Internationalen Messe „Rooms“ teilgenommen. Im Stadtteil Palermo hat die Galerie ihren Sitz in der Straße Costa Rica 4574 (Klingel-„Knöpfe“) und ihren Shop in der Straße El Salvador 4762. Info hier.

Von der „Welle“ zur „Roten Zora“

Spannendes Programm auf dem 8. Deutschen Kinofestival von Buenos Aires

Von Susanne Franz

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Das Festival wird mit dem Erfolgsfilm „Die Welle“ eröffnet.

Von Donnerstag, den 11., bis Mittwoch, den 17. September, findet im Kinokomplex Village Recoleta (Junín/Vicente López) zum achten Mal das Deutsche Kinofestival statt. Die Organisatoren von German Films bringen in diesem Jahr eine Auswahl von 12 Langspielfilmen nach Buenos Aires, die einen guten Überblick über die jüngste Produktion deutschen Filmschaffens ermöglichen. Wie immer ist auch das Programm „Next Generation“ mit dabei, eine Zusammenstellung von Kurzfilmen der vielversprechendsten jungen Filmemacher-Talente Deutschlands. Etabliert hat sich zudem die Sondervorstellung eines Stummfilmklassikers mit Live-Musik: Vom Goethe-Institut Buenos Aires unterstützt, wird im Rahmen des 8. Deutschen Filmfestivals frisch restauriert und koloriert „Hamlet“ von 1920/21 mit Asta Nielsen als weiblichem Hamlet (Regie: Sven Gade und Heinz Schall) zu sehen sein. Der 111-Minuten-Film wird live vom „Cuarteto Seronoser“ – Eliana Liuni, Demian Luaces, Juan Manuel Costa und Marcelo Katz – begleitet.

Eröffnet wird das Festival mit dem Erfolgsfilm „Die Welle“ (2008) von Regisseur Dennis Gansel, der mit der Schauspielerin Jennifer Ulrich, die im Film die rebellische Karo spielt, nach Buenos Aires reisen wird. Der Streifen basiert auf einem realen Fall an einer kalifornischen Schule 1967, der Romanstoff wurde und bereits mehrfach verfilmt worden ist. Fast eine ganze Schulklasse schließt sich begeistert dem totalitären Experiment von Lehrer Wenger (Jürgen Vogel) an. Dieser kann die Eigendynamik der Bewegung später nicht mehr bremsen; es kommt zur Katastrophe. „Die Welle“ weckte in Deutschland großes Interesse, nach 10 Wochen hatten bereits mehr als 2,3 Millionen Kinobesucher den Film gesehen.

Zu den Highlights des Kinofestivals zählt auch „Auf der anderen Seite“, der neue Film von Regiestar Fatih Akin, der die Geschichte von sechs verschiedenen Menschen zwischen Deutschland und der Türkei erzählt, deren Wege sich kreuzen; „Kirschblüten – Hanami“ von Doris Dörrie, ein zu Herzen gehendes Drama über Leben, Liebe und Tod mit Elmar Wepper und Hannelore Elsner; die Komödie „Stellungswechsel“ von Maggie Peren über fünf Verlierertypen, die einen Begleitservice für Frauen gründen; und „Beautiful Bitch“ von Martin Theo Krieger, ein Großstadtabenteuer für Jugendliche über die gefährliche Freundschaft zwischen der Taschendiebin Bica, genannt Bitch, und der verwöhnten Göre Milka.

Den bekannten deutschen Schauspieler Moritz Bleibtreu kann man im packenden Gangsterfilm „Chiko“ von Özgür Yildirim sehen, der im Hamburger Drogenmilieu spielt; in „Am Ende kommen Touristen“ von Robert Thalheim wird berichtet, was im heutigen Auschwitz vor sich geht. Der spannende Thriller “Trade – Willkommen in Amerika“ von Marco Kreuzpaintner erzählt von moderner Sklaverei, Menschenhandel und Prostitution. Der Film „Nichts als Gespenster“ von Regisseur Martin Gypkens besteht aus fünf Episoden, die in jeweils verschiedenen Ländern spielen. „Rose“ von Alain Gsponer berichtet von einer alleinerziehenden Mutter und den Problemen, die sich ihr stellen, als ihr Ex wieder auftaucht.

Der diesjährige Film für Groß und Klein, der wie immer am Samstag und Sonntag des Festivalwochenendes gezeigt wird, ist ein besonderer Leckerbissen: „Die rote Zora“ von Regisseur Peter Kahane nach dem 1941 erschienenen gleichnamigen Kinderbuch von Kurt Held verspricht spannende Unterhaltung. Der Dokumentarfilm „Am Limit“ von Pepe Danquart zeigt schließlich das adrenalingeladene Leben zweier Alpinisten.

In diesem Jahr kostet die Eintrittskarte pro Einzelfilm 17 Pesos, mittwochs 15 Pesos. Ein Abo über fünf Filme kann man für 75 Pesos erwerben; eines für 10 Filme (nur im Vorverkauf) für 140 Pesos. Die Sondervorstellung „Hamlet“ kostet 20 Pesos.

Es sind noch zwei weitere Gäste aus Deutschland zugegen: Martin Gypkens stellt seinen Film „Nichts als Gespenster“ persönlich vor; und Lothar Herzog präsentiert seinen Kurzfilm „Yuppi Cars“ im Rahmen des Programms „Next Generation“.

Eine Neuheit gibt es bei diesem 8. Deutschen Filmfestival auch: Das Publikum ist zum ersten Mal aufgerufen, seinen Lieblingsfilm zu küren. Unter den teilnehmenden Kinogästen werden zahlreiche Preise verlost.

Infos zum Programm und alle Einzelheiten sind in Kürze auf der Webseite des Festivals zu finden.

Erschienen im “Argentinischen Tageblatt” vom 30.08.08.

Kunstraub: 15 Berni-Werke gestohlen

„Unwiederbringlicher Verlust“

Von Barbara Neumann

„Ein Verlust für die Kultur unseres Landes“, nannte José Antonio Berni den Raub von 15 Werken seines Vaters, des argentinischen Künstlers Antonio Berni. Vergangenen Samstag stahlen drei Männer die Kunstwerke im Gesamtwert von drei Millionen Dollar. Unter ihnen befinden sich beispielsweise zwei der bekanntesten Arbeiten des Künstlers, „Juanito y los cosmonautas“ und „El carnaval de Juanito“.

Die entwendeten Bilder hatten sich in einem Lager in Munro befunden, von wo aus sie am frühen Samstagmorgen nach Almagro transportiert werden sollten. Um 7.30 Uhr verließen drei Angestellte im Lieferwagen mit 17 Berni-Werken das Lager. Kurze Zeit später wurden sie von einem grauen Volkswagen Gol gestoppt und von zwei Männern in Polizeiuniformen mit Waffen bedroht. 15 Kunstwerke luden die Täter in den eigenen Wagen um. Alle 17 Leinwände passten nicht in das Fahrzeug, weshalb sie die zwei größten Bilder, „El obrero muerto“ (2,54 x 1,95 m) sowie „La Difunta Correa“ (3 x 2,01 m) zurückließen.

Künstlersohn und Besitzer der Sammlung José Antonio Berni ist geschockt vom Verlust der Werke und fürchtet ihre Beschädigung. „Denn sie sind unwiederbringlich“, sagte er.

Bilder von großen Freunden

Fotoband Sameer Makarius vorgestellt

Von Susanne Franz

Viele alte Freunde und Wegbegleiter wie der berühmte Maler Luis Felipe Noé waren mit von der Partie, als am Dienstagabend im Museo Isaac Fernández Blanco der Fotoband Sameer Makarius vorgestellt wurde – ein Projekt, das gut 30 Jahre in der Schublade lag, bis es als Produktion von Raquel Arévalo, Marina Pellegrini und Gabriel Werthein nun verwirklicht werden konnte.

Der 200-Seiten-Band, der in einer Auflage von 1000 Stück erschienen ist, enthält 69 Porträts von argentinischen Künstlern, die der heute 85-jährige Sameer Makarius zwischen 1957 und 1967 aufgenommen hat – jeweils in den Ateliers der Künstler, bei Tageslicht. Zu einigen Porträts sind von den Persönlichkeiten selbst verfasste Kurzbiografien abgedruckt, die Sameer Makarius damals von seinen Kollegen erbeten hatte.

Erschienen ist der Fotoband im Verlag der Galerie Vasari, die bereits Bücher über Alfredo Prior und Juan José Cambre im Sortiment hat. Erhältlich ist er im Buchladen des Museo Fernández Blanco (Suipacha 1422).

Erschienen im “Argentinischen Tageblatt” vom 26.07.08.

Mehr als nur Abwechslung

Winterferienprogramm im Malba

Von Susanne Franz

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Von Samstag, dem 26. Juli, bis Sonntag, den 10. August, bietet das Museo de Arte Latinoamericano de Buenos Aires (Malba – Fundación Costantini, Av. Figueroa Alcorta 3415) wieder ein interessantes Winterferienprogramm. Die uruguayische Musik- und Theatergruppe „Cantacuentos“ gibt allein vier Vorstellungen ihrer neuen Show „Pura maravilla“. Die preisgekrönte Truppe, die bereits vier CDs herausgegeben hat, überzeugt mit Schwung und Humor und einer Menge technischer Extras (30.7., 31.7., 1.8. und 2.8. jeweils 16 Uhr; Eintritt 16 Pesos; Vorverkauf ab 21.7.).

In den Ferien wird auch das beliebte interaktive Programm „Familias en Malba“ angeboten, das sich am besten für Kinder zwischen 4 und 10 Jahren eignet, die von enem Erwachsenen begleitet werden sollen. Spielerisch wird den Kindern und ihren Familien anhand ausgewählter Werke der Sammlung Kunst näher gebracht, und abschließend können sie im Rahmen eines Workshops ihrer eigenen Kreativität Ausdruck verleihen (27.7., 31.7., 3.8., 7.8. und 10.8., 17 und 17.30 Uhr; Eintritt 7 Pesos).

Im Kinoworkshop „¡Hacete la película!“ für 6- bis 10-Jährige, die von einem Erwachsenen begleitet werden, können die Kinder die Kinoschatzkammer des Malba kennenlernen und mit einfachen Mitteln selbst Kino machen (28.7., 4.8. und 6.8. um 17 Uhr; Eintritt 7 Pesos).

Für den Kinozyklus „Grandes películas para chicos“, der vom 7. bis 10.8. läuft, hat die Museumsabteilung malba.cine wieder unvergessliche Filmklassiker für Groß und Klein herausgesucht.

Und zuletzt lockt noch die Design-Ausstellung „Muñecos de autor“ (Handgemachte Puppen) im schönen Museumsladen, die am 29.7. um 16 Uhr mit der Gratis-Show „El pingüinazo“ (Puppen- und Objekttheater) eröffnet wird. Die ausgestellten Puppen wurden von den Künstlern und Designern Corina Mascotti, Verónica Romano, Juana Neumann, Claudio Maroni und Silvia Troian entworfen, ausgesucht hat sie die Kuratorin Mariana Bandin.

Erschienen im “Argentinischen Tageblatt” vom 19.07.08.

“arteba08” mit Besucherrekord

17. Kunstmesse “arteBA” mit positiver Bilanz

Von Susanne Franz

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Im Rahmen von “arteba08” wurde den drei Maestros Enio Iommi, Clorindo Testa und Gyula Kosice dank Banco Galicia eine wunderbare Hommage-Ausstellung gewidmet.

Am Montag, dem 2. Juni, ist die Kunstmesse “arteBA08” mit einem neuen Besucherrekord zu Ende gegangen: 120.000 Menschen besuchten an den vier Messetagen die beiden Pavillons in der “Rural”, wo dieses Jahr 81 Galerien aus dem In- und (hauptsächlich lateinamerikanischen) Ausland sowie 20 aufstrebende Galerien im Barrio Joven, dem Jungen Viertel, eine exquisite Auswahl an Kunstwerken zeigten.

Überrascht war man von dem hohen Anteil an sehr jungem Publikum in den 20ern oder 30ern, darunter auch zahlreiche Punks, die sicher nicht zuletzt vom britischen Ehrengast Malcolm McLaren, dem legendären Produzenten der Sex Pistols, angezogen worden waren.

Cool, hip und lässig war diese 17. Ausgabe von arteBA für diese jungen Menschen, die ohne mit der Wimper zu zucken den recht hohen Eintrittspreis von 20 Pesos zahlten. Eine andere, zahlenmäßig vielleicht zu stark vertretene, Besuchergruppe waren Familien mit kleinen Kindern, die den Kunstwerken schon mal gefährlich nahe kamen oder gar in gestrecktem Galopp auf Skulpturen wie die von Nico Sara bei Elsi del Río zurannten und sie umarmten – ein zwar verständliches, doch äußerst respektloses Verhalten.

Viele Galeristen waren vergleichsweise weniger zufrieden mit den Verkaufszahlen als in den vergangenen Jahren. Es gebe zwar ungeheuer viel Interesse, aber “das Scheckbuch zücken die meisten Leute nicht”, hörte man in Gesprächen mit den Marchands, die viel Geld und Arbeit in ihre Messeauftritte stecken.

Ist arteBA also zu einer reinen Besuchermesse geworden? Sicher nicht, denn die Besucher dieses Jahres werden die Käufer der nächsten Jahre sein. Ein weiterer wichtiger Aspekt sind die neuen Kontakte und Netzwerke, die entstanden sind – ob zwischen Europa bzw. den USA und Lateinamerika, der Bundeshauptstadt und dem Landesinneren oder der internationalen intellektuellen Kritiker-Elite und den argentinischen Kritikern und Kulturmanagern – und dem argentinischen Publikum. Für viele argentinische Künstler ergibt sich darüber hinaus durch arteBA die Möglichkeit, im Ausland auszustellen und bekannt zu werden.

arteBA ist in jeder Hinsicht eine lohnende Investition, auch wenn sich das manchmal nicht direkt auszahlt, was natürlich besonders zur Zeit eher eine bittere Pille ist.

Erschienen im “ArgentinischenTageblatt” vom 07.06.08.