“Eine Einstellung zur Arbeit”

Farocki und Ehmann: Workshop in Buenos Aires

Von Chiara Kettmeir

Vom 11. bis 22. März werden Harun Farocki und Antje Ehmann auf Initiative des Goethe-Instituts Buenos Aires im Rahmen ihres internationalen Projekts “Eine Einstellung zur Arbeit” in der Universidad del Cine in Buenos Aires einen Workshop geben. Mit nur einer einzigen Kamera-Einstellung sollen sich die Teilnehmer dem Thema “Arbeit” nähern.

Harun Farocki (Foto) ist einer der wichtigsten deutschen Dokumentarfilm-Regisseure. Seit 1966 hat er in mehr als 100 Werken die Gesellschaft mit den Mitteln des Kinos analysiert. Antje Ehmann ist Autorin, Filmwissenschaftlerin und Filmkuratorin.

Anmeldung bis zum 1. Februar 2013. Einschreibebedingungen auf der Webseite der Universidad del Cine.

Im Spaghetti-Western-Rausch

Filmzyklus “Leone vuelve” im Leopoldo Lugones-Saal in Buenos Aires

Von Susanne Franz


Im Februar lief der Filmzyklus schon einmal und war ein riesiger Publikumserfolg: Nun wird die Filmreihe “Leone vuelve” (Leone kommt zurück) erneut im Leopoldo Lugones-Saal des San Martín Theaters in Buenos Aires (Av. Corrientes 1530) gezeigt. Fünf restaurierte Klassiker des legendären Meisters des Spaghetti-Westerns Sergio Leone (1929-1989) kommen vom 1.12. bis zum 9.12. zur Aufführung.

Programm:

  • 1.12. und 2.12., 14.30 und 19.30 Uhr: “Érase una vez en América” (Once Upon a Time in America) – USA/Italien 1984. 229 Min. Regie: Sergio Leone. Mit Robert De Niro, James Woods, Jennifer Connelly.
  • 3.12., 14.30, 17 und 22 Uhr: “Por un puñado de dólares” (Per un pugno di dollari) – Italien/Spanien/Deutschland 1964. 99 Min. Regie: Sergio Leone. Mit Clint Eastwood, Marianne Koch, Gian Maria Volonté.
  • 4.12., 14.30, 18 und 21 Uhr: “Por unos dólares más” (Per qualche dollaro in più) – Italien/Spanien/Deutschland 1965). 132 Min. Regie: Sergio Leone. Mit Clint Eastwood, Lee Van Cleef, Gian Maria Volonté.
  • 5.12. und 6.12., 14.30 und 19.30 Uhr: “El bueno, el malo y el feo” (Il buono, il brutto, il cattivo) – Italien/Spanien/Deutschland 1966. 179 Min. Regie: Sergio Leone. Mit Clint Eastwood, Eli Wallach, Lee Van Cleef.
  • 7.12. und 9.12., 14.30, 18 und 21 Uhr: “Érase una vez en el Oeste” (C’era una volta il West) – Italien/USA 1968. 165 Min. Regie: Sergio Leone. Mit Henry Fonda, Charles Bronson, Claudia Cardinale, Jason Robards, Woody Strode.
  • 8.12.: keine Vorstellung.

Eintritt 20, ermäßigt 10 Pesos.

Infos hier.

CTBA-Spielzeit “a la Gruyère”

2013 im Complejo Teatral de Buenos Aires: volles Programm und Umbauarbeiten

Von Susanne Franz


“Unsere kommende Theaterspielzeit wird ein wenig wie ein Gruyère-Käse sein”, sagte Alberto Ligaluppi, der Direktor des Complejo Teatral de Buenos Aires, am Dienstagmittag bei der Pressekonferenz zur Ankündigung der Saison 2013 im CTBA, zu dem neben den Sälen des Teatro San Martín und dem Teatro Alvear auf der Theatermeile Corrientes auch das Teatro Regio in Palermo, das Teatro de la Ribera in La Boca und das Teatro Sarmiento neben dem Zoo von Buenos Aires gehören. Im letzteren fand die Veranstaltung statt, in deren Rahmen auch die Minister der Stadtregierung Hernán Lombardi (Kultur und Tourismus) und Daniel Chain (Öffentliche Bauten und Stadtentwicklung) sowie die Vorsitzende der Freunde und Förderer des Teatro San Martín, Eva Soldati, zu Wort kamen.

Ligaluppi bezog sich mit seiner Käsemetapher auf die umfangreichen Umbauarbeiten, die im Jahr 2013 im San Martín-Theater vorgenommen werden. Um die Genüsse herum müsse man in der kommenden Saison wohl manchem Schlagloch ausweichen. Der Theaterbetrieb werde aber nicht unterbrochen, betonte Ligaluppi. Mitte 2014 sollen die Renovierungsarbeiten beendet sein, “und dann wird gefeiert!”, sagte Daniel Chain, der mit seinem Team schon für die Erneuerung des Teatro Colón und der “Usina de las Artes” verantwortlich zeichnete.

Auch Eva Soldati kündigte zwei wichtige Projekte für das kommende Jahr an. Der Verein der Freunde und Förderer werde den Kostümfundus des Theaters in neuem Glanz erstrahlen lassen und ihn digitalisieren, so dass die Verantwortlichen künftiger Produktionen sich mit einem Mausklick einen Überblick darüber verschaffen können, was im Haus zur Verfügung steht. Auch andere Theater der Stadt könnten davon profitieren, so Soldati.

Geplant ist auch die Einrichtung einer Schule, an der Handwerksberufe im Theaterbereich erlernt werden können. An dieser “Escuela de Artes y Oficios Teatrales” sollen laut Soldati die im Verschwinden begriffenen Berufe und Künste erhalten und an kommende Generationen weitergegeben werden.

Alle dankten Banco Ciudad, dem Hauptsponsor des Theaterkomplexes, ohne den es unmöglich sei, neue Projekte anzugehen, und ohne den die laufende Spielzeit 2012 kein so großer Erfolg hätte werden können, sagte Ligaluppi. “Wir hatten in diesem Jahr eine Auslastung von 70 Prozent”, so der Direktor, “und wir haben die Anzahl der jungen Zuschauer verdoppelt.” Das war eines der Ziele gewesen, die Ligaluppi für 2012 anvisiert hatte. 2013 soll in dieser Hinsicht noch mehr getan werden: “Wir richten eine Art Last-Minute-Verkauf für junge Leute ein”, sagte Ligaluppi. Die übriggebliebenen Karten sollen kurz vor Vorstellungsbeginn für einen geringen Betrag erworben werden können. Die Eintrittspreise sollen 2013 im Übrigen auch nicht mehr als um 10% verteuert werden, so dass der CTBA bei gleichbleibend hoher Qualität des Angebots weiter günstig sein wird.

“Buenos Aires ist eine Stadt der Theaterbesessenen”, hatte Kulturminister Lombardi gleich zu Beginn der Pressekonferenz gesagt. “Man kann also eigentlich gar nichts Besseres tun, als ins Theater zu investieren!” Er selbst freue sich schon sehr auf die Spielzeit 2013, die bereits im Januar startet – ebenfalls eine Neuerung, die all diejenigen Porteños glücklich machen wird, die im Sommer zu Hause bleiben, und auch die vielen Touristen aus dem Landesinneren Argentiniens, aus Lateinamerika und der Welt, für die Buenos Aires ein attraktives Reiseziel ist.

Das CTBA-Programm 2013 umfasst Theater, Tanz, Musik, Kino, Fotografie, Puppenspiel, Kursangebote, Workshops und Vortragsreihen sowie das Crossover-Programm “Rituales de Pasaje”. Zu den Leckerbissen aus dem deutschsprachigen Raum gehört eine umfassende Retrospektive des deutschen Filmemachers Werner Schroeter (1945-2010), die mit der Unterstützung des Goethe-Instituts Buenos Aires im Lugones-Saal des San Martín-Theaters gezeigt werden wird. Im August wird Heiner Goebbels‘ Musiktheater “Black on White” durch das Frankfurter “Ensemble Modern” aufgeführt, für das der 1952 geborene deutsche Komponist und Theaterregisseur das Werk geschrieben hat.

Im November 2013 kann man im Rahmen des von Martín Bauer koordinierten 13. Zyklus Zeitgenössischer Musik Konzerte des KNM – Kammerensemble Neue Musik aus Berlin und der Münchner Violinistin Caroline Widmann erleben; in “Quaderno di Strada” wirkt der österreichische Bass-Bariton Otto Katzameier mit, und bei der Oper “Prometeo” hat der Schweizer Baldur Brönnimann die musikalische Leitung inne.

Infos und Programm auf der Webseite des CTBA.

Foto:
(v.l.) Eva Soldati, Hernán Lombardi, Daniel Chain, Alberto Ligaluppi.
(Foto: Alicia Rojo)

Großes Kino zu kleinen Preisen

Filmperlen aus Europa im Espacio Incaa-Gaumont in Buenos Aires


Morgen, Dienstag, 27. November, startet in Buenos Aires die 4. “Semana de Cine Europeo” mit den neuesten Filmen fünf berühmter Regisseure: Michael Haneke, Ken Loach, Thomas Vinterberg, Matteo Garrone und Leos Carax. Zusammengestellt wurde diese Reihe von Thierry Frémaux, dem Verantworlichen für die Filmfestspiele von Cannes, der am 28.11. auch eine Meisterklasse geben wird. Bis zum 4. Dezember im Espacio INCAA KM 0 – Gaumont (Rivadavia 1635, Buenos Aires). Eintritt: 6 bzw. 8 Pesos.

Programm:

  • “The Angels’ Share” von Ken Loach (Großbritannien). 101 Min. 27.11. (mit Einladung; nur wenige Tickets stehen zum Verkauf).
  • “Amour” von Michael Haneke (Deutschland/Österreich). 127 Min. 28.11., 20.30 Uhr.
  • “Reality” von Matteo Garrone (Italien). 115 Min. 29.11. und 2.12., 20.30 Uhr.
  • “The Hunt” von Thomas Vinterberg (Niederlande). 115 Min. 30.11. und 3.12., 20.30 Uhr.
  • “Holy Motors” von Leos Carax (USA). 115 Min. 1.12. und 4.12., 20.30 Uhr.

Alle Infos und Kritiken (auf Spanisch) sowie Trailer bei Otros Cines.

Foto:
Szene aus dem preisgekrönten Film “Amour” von Michael Haneke.

Preestreno en Proa del “Fausto” de Sokurov

Acerca de la naturaleza del poder

Proa Cine preestrena en exclusiva en Argentina “Fausto” (2011, 134 min.), un filme dirigido por Alexander Sokurov (“El Arca Rusa”, “Padre e Hijo” y “Alexandra” entre otras). Fausto se alzó con el máximo galaradón del Festival de Venecia, el León de Oro, en el año 2011. Hay dos funciones: el sábado 24 de noviembre a las 18 horas, y el sábado 1º de diciembre a las 15 y 18 horas (Fundación Proa, Av. Pedro de Mendoza 1929, y Caminito, La Boca, Buenos Aires).

“Fausto” no es una adaptación cinematográfica de la obra de Goethe en el sentido habitual de la palabra, sino una lectura de lo que queda entre líneas. ¿De qué color es un mundo que da a luz ideas tan colosales? ¿A qué huele? El universo de Fausto es sofocante: ideas que harán temblar el mundo nacen en el espacio reducido en el que se mueve. Es un pensador, un portavoz de ideas, un transmisor de palabras, un maquinador, un soñador. Un hombre anónimo empujado por instintos básicos: el hambre, la codicia, la lujuria. Una criatura infeliz y perseguida que plantea un reto al Fausto de Goethe. ¿Por qué contentarse con el momento si se puede ir más allá? Cada vez más allá, siempre hacia delante, sin darse cuenta de que el tiempo se ha detenido.

Comentario del director; “Fausto es la última entrega de mi tetralogía cinematográfica acerca de la naturaleza del poder. Los personajes principales en las tres películas anteriores son figuras históricas reales: Adolf Hitler (Molock, 1999); Vladimir Lenin (Telets, 2000), y el emperador Hirohito (Solntse, 2005). La imagen simbólica de Fausto completa esta serie de grandes jugadores que perdieron la mayor apuesta de su vida. Fausto es un personaje literario, casi museístico, que habita una trama sencilla y que no parece encajar en esta galería de retratos. ¿Qué tiene en común con estos hombres de carne y hueso que alcanzaron el pináculo del poder? Un amor por palabras fáciles de creer y una vida diaria patológicamente desdichada. El mal es reproducible, y Goethe supo formular su esencia: ‘Las personas infelices son peligrosas'”.

Toda la información en el sitio web de Proa.

Informes y reservas: auditorio@proa.org / 4104-1001.

“Una segunda oportunidad”

Ocho grandes films en la Sala Leopoldo Lugones


El Complejo Teatral de Buenos Aires y la Fundación Cinemateca Argentina han organizado una muestra denominada “Una segunda oportunidad”, integrada por ocho grandes films de los últimos años, que por su calidad, su vuelo poético y por los premios internacionales que cosecharon merecen volver a verse en las mejores condiciones de proyección. El ciclo se llevará a cabo del martes 13 al martes 20 de noviembre, en la Sala Leopoldo Lugones del Teatro San Martín (Av. Corrientes 1530, Buenos Aires).

Foto:
“Copie conforme”.

Agenda completa:

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Cine antes de la caída del Muro de Berlín

Ciclo “Detrás de la cortina de hierro (II)” en la Sala Leopoldo Lugones


El Complejo Teatral de Buenos Aires y la Fundación Cinemateca Argentina han organizado un ciclo denominado “Detrás de la cortina de hierro (II)”, que se llevará a cabo del lunes 5 al domingo 11 de noviembre en la Sala Leopoldo Lugones del Teatro San Martín (Av. Corrientes 1530, Buenos Aires).

Es la segunda parte de una retrospectiva dedicada a revisar lo mejor de la producción de Europa del Este antes de la caída del Muro de Berlín, cuando muchas de estas cinematografías padecían (y sorteaban) la censura de Estado, pero todavía no habían caído en la censura de mercado, que es la que luego desdibujó la identidad de muchos de estos cines nacionales.

Este tramo incluye films de los realizadores polacos Roman Polanski, Andrzej Wajda, Krzysztof Zanussi y Agnieszka Holland y los rusos Emil Loteanu y Nikita Mijalkov, todos en copias en 35mm.

La agenda completa:

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Marlene + Sternberg im Malba

Im Novemberprogramm des Malba-Kinos werden Filme von Josef Sternberg mit Marlene Dietrich gezeigt


Josef Sternberg lernte Marlene Dietrich im Jahr 1929 kennen, als Sternberg nach Deutschland reiste, um “Der blaue Engel” zu drehen. Der Regisseur zögerte nicht lange – er nahm Marlene nach den Dreharbeiten mit in die USA und machte dort aus ihr den legendären Filmstar, als der sie in Erinnerung geblieben ist. Sieben Filme entstanden: im Malba (Av. Figueroa Alcorta 3415) werden im November einige davon gezeigt. 1.11., 18 Uhr: “El Ángel Azul”. 2.11., 18 Uhr: “Marruecos”. 4.11., 22 Uhr: “El expreso de Shangai”. 8.11., 18 Uhr: “La venus rubia”. 11.11., 22 Uhr: “Capricho imperial”. 18.11., 22 Uhr: “Tu nombre es tentación”. 23.11., “Capricho imperial”. 25.11., 22 Uhr: “El Ángel Azul”. Eintritt: $23.-, ermäßigt $12.-.

Argentinische Campesinos in deutschen Kinos

Der Film “Sachamanta” dokumentiert den Kampf der Kleinbauern

Von Nils Witte


Halbnackte Männerkörper winden sich unter den Schlagstöcken von schwarz gekleideten Polizisten in voller Kampfmontur. Mit erschreckender Regelmäßigkeit zeigt die Presse diese Bilder vom Kampf der Landlosen in Brasilien. Doch was ist mit den Landlosen und Kleinbauern in Argentinien?

Vor fast einem Jahr, am 16. November 2011, erschossen Unbekannte den Kleinbauern Cristian Ferreyra.[1] Das Interesse für den Vorfall in der Region um Santiago del Estero war groß. Ein Jahr später spricht niemand mehr von den Kleinbauern. Doch es gibt sie. Es gibt ihren Kampf. Und es gibt ihre Radiosender. Das Radio ist unverzichtbar für die tägliche politische Arbeit des “Movimiento Campesino de Santiago del Estero – Via Campesina”, kurz MOCASE-VC. Der Dokumentarfilm “Sachamanta” zeigt die stete politische Arbeit von MOCASE: Mutlose Mitstreiter motivieren, überregionale Treffen organisieren und illegal errichtete Stacheldrahtzäune niederreißen.

Seit September wird der Film der Regisseurin Viviana Uriona in Deutschland gezeigt. Den ältesten Radiosender von MOCASE – FM del Monte – gibt es seit fast 10 Jahren. Hier wird nicht nur Musik gespielt. Hier organisiert sich der Widerstand. Und den muss es auch dann geben, wenn gerade niemand nach Santiago schaut.

Urionas Film dokumentiert den täglichen Kampf der Bauern um ihre Lebensgrundlage. Nicht für ein Privileg streiten sie, sondern um das Land, das ihre Familien seit Jahrzehnten bewirtschaften. Nach dem argentinischen Gesetz gehört ihnen dieses Land ohnehin. Nur gibt es niemanden, der ihnen dieses Recht auch garantiert. Deshalb kämpfen sie selbst darum. Jeden Tag. Auch wenn gerade niemand ermordet wird.

Wie kamst Du auf die Idee, einen Film über die Kleinbauern in Santiago del Estero zu drehen?
Viviana Uriona: “Ich bin 2009 wegen meiner Doktorarbeit über freie Radiosender nach Argentinien gefahren. Ich wollte Interviews und Recherchen durchführen. In einem der Interviews fragte mich jemand, ob ich schon MOCASE kenne. Auch sie würden freie Radiosender betreiben. Also bin ich dort hingefahren, um sie kennenzulernen und habe direkt die ersten drei Stunden Filmaufnahmen gemacht. Ein Jahr später bin ich wieder hingefahren. Diesmal mit der Unterstützung eines Kameramanns. Bei diesem Besuch haben wir auch die partizipative Kameraführung eingeführt.”

Was genau bedeutet das?
Uriona: “Die Teilnehmer haben sich gegenseitig gefilmt. Wir haben sie mit der Technik vertraut gemacht und dann konnten sie selbst Interviews führen und aufnehmen.”

Eine Szene zeigt die Bauern beim Feiern und Tanzen. In den letzten Jahren forderte der Kampf der argentinischen Landlosen wiederholt Tote. Zeichnet der Film ein zu romantisches Bild des Protests?
Uriona: “Ein schwieriges Thema. Einerseits haben sich die Ereignisse, die Sie erwähnen, nach meinem Besuch zugetragen. Ich weiß nicht, ob ich heute noch dieselben Bilder bekommen würde. Andererseits muss man sagen, dass die Kleinbauern trotz aller Schwierigkeiten den Mut nicht verlieren. Die Bewegung ist nicht geprägt von Trauer, sondern von Lebensfreude. Der Film widerlegt das Klischee des bemitleidenswerten “tercer mundista”. Uns geht es nicht um die Frage, wie wir Europäer den unterentwickelten Kleinbauern helfen sollen. Ich will auch nicht den moralischen Zeigefinger erheben, von wegen ‘denen geht es schlecht, weil es uns hier gut geht’. Natürlich gibt es diese Zusammenhänge. Aber die Haltung schafft Fronten. Hier wir reichen Europäer und dort die ausgebeuteten Latinos. Das hilft niemandem. Wir müssen uns auf Augenhöhe begegnen und uns gegenseitig auf Augenhöhe helfen.”

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Mythos und Erlösung

Goethe-Institut und Teatro Colón zeigen Filmzyklus über Richard Wagner

Von Susanne Franz

Als Vorgeschmack auf die Feiern zum 200. Geburtstag Richard Wagners im kommenden Jahr, und im Rahmen des für November 2012 geplanten “Colón-Ring”, einer von Katharina Wagner in Szene gesetzten 7-Stunden-Kompaktfassung des Wagnerschen “Ring des Nibelungen” in der argentinischen Hauptstadt, hat das Goethe-Institut Buenos Aires zusammen mit dem Teatro Colón den Filmzyklus “Richard Wagner: Mito y Redención” organisiert, der von Freitag, dem 26. Oktober, bis Sonntag, den 28. Oktober, im Centro de Experimentación des Colón (CETC) gezeigt wird. In Beiträgen von Werner Herzog, Hans-Jürgen Syberberg, Andreas Morell oder Christoph Schlingensief werden hier wenig bekannte Aspekte des Wagnerianischen Universums beleuchtet. So wird etwa die außerordentliche, fünfstündige Dokumentation “Winifred Wagner y la historia de la casa Wahnfried 1914-1975” (Winifred Wagner und die Geschichte des Hauses Wahnfried) am kommenden Samstag in zwei Teilen gezeigt.

Ab 24. Oktober kann man Karten im Vorverkauf an der Theaterkasse des Colón (Tucumán 1171) erwerben. Der Saal hat nur 100 Sitzplätze. Infos unter Tel.: 4378-7109 oder auf der Webseite des Teatro Colón.

Programm

  • Freitag, 26.10.
  • 17 Uhr: “Richard Wagner y las mujeres” (Richard Wagner und die Frauen), 2005, 44 Min., Regie: Andreas Morell
  • 18.30 Uhr: “El segundo sueño. La puesta en escena de Christoph Schlingensief en Manaos” (Der zweite Traum – Schlingensief inszeniert Wagner in Manaus), 2009, 60 Min., Regie: Lennart Laberenz
  • 20 Uhr. “La transformación del mundo en música” (Die Verwandlung der Welt in Musik), 1994, 90 Min., Regie: Werner Herzog
  • Samstag, 27.10.
  • 16 Uhr: “Richard Wagner und die Frauen”
  • 17 Uhr: “Winifred Wagner I”, 1975, 145 Min., Regie: Hans Jürgen Syberberg
  • 20 Uhr. “Winifred Wagner II”, 1975, 152 Min.
  • Sonntag, 28.10.
  • 16.30 Uhr: “Der zweite Traum”
  • 18 Uhr: “Die Verwandlung der Welt in Musik”

Foto:
Szene aus “Richard Wagner und die Frauen”.

Dokumentarfilmfestival von Buenos Aires

12. “DocBuenosAires” mit Schweizer Fokus

Zum 12. Mal findet in Buenos Aires vom 18. bis 28. Oktober das mittlerweile hoch angesehene internationale Festival “DocBuenosAires” statt. Im Lugones-Saal des San Martín-Theaters (Av. Corrientes 1530) und der Alianza Francesa (Av. Córdoba 946) wird dabei auch das Dokumentarfilmschaffen der Schweiz im Blickpunkt stehen. So porträtiert “Capitaine Thomas Sankara” (Foto) von Christophe Cupelin den Mann, der im Alter von 33 Jahren Präsident von Burkina Faso wurde und einer der bedeutendsten afrikanischen Politiker des 20. Jahrhunderts war. Der Regisseur wird seinen Film persönlich vorstellen. Als weitere Schweizer Dokus werden “Hiver nomade” von Manuel von Stürler und “Une escroc très discrète” von Delphine Vaucher-Hallis gezeigt. Auch aus Deutschland kommt ein Beitrag: “Revision” (2012) des 1966 geborenen Regisseurs und Produzenten Philip Scheffner wird am letzten Festival-Wochenende gezeigt. Infos und Programm hier.