Lebensbejahendes Theater-Fest

Elsa Agras’ “Ballet 40/90” mit neuem Programm

Von Susanne Franz

Auf dem Boden der verdunkelten Bühne liegen regungslos einige Frauen, während sich der Saal des Vorstadttheaters “Garrick” mit erwartungsvollem Premierenpublikum füllt. Nachdem alle Platz genommen haben und das Geraune verstummt ist, geht es los: Die Damen erheben sich, gähnen, strecken sich wie Katzen, gehen in ein imaginäres Bad und spritzen sich Wasser ins Gesicht, frühstücken, schlüpfen in den Mantel und gehen zur Tür hinaus. Die Pantomime geht weiter, sie steigen in einen Bus oder eine U-Bahn, jede fährt bis an ihre Haltestelle, dann steigen sie aus und gehen zur Arbeit.

Die “Arbeit” ist an diesem Abend eine bunte, abwechslungsreiche, schwungvolle Bühnenshow, mit der über 50 Tänzerinnen zwischen 40 und 90 Jahren das Publikum begeistern und bestens unterhalten. In kleinen Sets werden ohne Unterbrechung fast 1 ½ Stunden lang wechselnde Choreografien – sei es Kabarett oder Cumbia, Tango oder Tap Dance – geboten, jede einzelne bis ins letzte liebevoll selbstgenähte Detail am Kostüm exakt ausgearbeitet und mit Enthusiasmus und Grazie vorgeführt.

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Herzliche Theateraufführung

“SUM SUM” von Laura de Weck im Teatro La Tertulia

Von Charlotte Dötig

“Hello, ich bin Selina. Hello”, sagt sie in ihrem gebrochenen Englisch, die Hände in ihr rosa Kleidchen verwurschtelt, die Beine überkreuzt, hin und her wackelnd und lacht Urs-Peter mit leicht vorgestrecktem Kopf entgegen. “I am Selina.” Die erste und einzige Lektion, die das kindlich wirkende Mädchen mit ihrem Audiolehrbuch gelernt hatte. Doch wer hatte ihm das Gedicht geschrieben, das ihn ans andere Ende der Welt gelockt hatte, in ein Land, das mit dem seinigen nicht zu vergleichen war, in dem es Gepflogenheiten gab, die er nur aus dem Reiseführer kannte und in dem er erwarten musste, dass er an jeder Ecke ausgeraubt wird? Dafür kommt nur ein Individuum in Frage, Selinas Schwester. Die Frau mit dem heftigen Augenaufschlag, der Stimme, die niemals unter der Tonlage des hohen C lag, die täglich eine ganze Packung Make-up verbrauchte und deren aggressive Freundlichkeit einen in Angst und Schrecken versetzen konnte. Doch Selina und ihre Schwester sind nicht allein, als sie den nervenschwachen Urs-Peter empfangen. Ein verstockter Pfarrer begleitet sie. Urs-Peter gerät in Panik.

“SUM SUM” ist das hinreißende Theaterstück der Schweizerin Laura de Weck, das die Realität am Rande des Wahnsinns widerspiegelt, die Schwierigkeit, die entsteht, wenn Menschen aus ganz unterschiedlichen Kulturen aufeinandertreffen und keine Kommunikationsbasis haben. Die charakterstarken Figuren, gespielt von Schauspielern, die die Verrücktheit jeder Persönlichkeit ausleben, machen das Theaterstück zu einem Vergnügen.

Als Urs-Peter und Selina Zeit bekommen, sich ein bisschen kennenzulernen, finden sie eine Kommunikationsebene: “Sum Sum … pieks”, sind die Worte, mit denen sie alles auszudrücken wissen. Es gibt Hoffnung, es könnte sie vor einem dramatischen “Sum Sum good bye” bewahren.

  • “SUM SUM”
  • Autorin: Laura de Weck
  • Übersetzung und Regie: Laura Brauer
  • Freitags 20.45 Uhr
  • La Tertulia, Gallo 826
  • Tel.: 6327-0303

Die Stadt im Tango-Fieber

Festival und Weltmeisterschaft ab Dienstag in Buenos Aires

Von Jasmin Müller

Am Mittwoch vergangener Woche fand in einem Saal des “Tango Madero” eine Pressekonferenz statt, um die Öffentlichkeit über das bevorstehende Tango Festival und Weltmeisterschaft in Buenos Aires zu informieren. Gustavo Mozzi (Foto), künstlerischer Leiter des Festivals, Ing. Hernán Lombardi, Kulturminister der Stadt, und Horacio Rodríguez Larreta, Kabinettschef des Stadt-Ministeriums, begrüßten die Gäste und luden herzlich zu den Veranstaltungen ein, die vom 16. bis zum 30. August in Buenos Aires stattfinden werden. “Tango ist ein wesentlicher Bestandteil im Leben der Porteños”, so Mozzi. Er sei sehr stolz darauf, dass der Tanzstil, der aus Argentinien stamme, 2009 von der UNESCO zum Meisterwerk des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit erklärt worden sei. Auch Rodríguez Larreta wies darauf hin, dass der Tango ein wichtiges kulturelles Erbe Argentiniens sei und dessen Zukunft durch junge Tangotänzer gesichert werden müsse. Passend zu diesem Thema traten die jungen Weltmeister im Tango Salón Sebastián Ariel Jiménez und María Inés Bogado auf und beigeisterten das Publikum.

Im Rahmen des Festivals und der Weltmeisterschaft, welche vom Kulturministerium der Stadt Buenos Aires organisiert werden, können zwei Wochen lang Konzerte, Tanzveranstaltungen, Tangokurse sowie eine Ausstellung besucht werden. Die Events werden sich u.a. im Centro de Exposiciones, Teatro 25 de Mayo, Teatro de la Ribera sowie im Luna Park ereignen.

Die Eröffnungsveranstaltung findet am 16. August um 20 Uhr im Centro de Exposiciones, Av. Figuera Alcorta und Av. Pueyrredón statt. Alle Veranstaltungen sind gratis und frei zugänglich. Lediglich für das Halbfinale und das Finale der Tango-Tanz-Weltmeisterschaft sowie die Shows im Teatro 25 de Mayo müssen Karten zuvor abgeholt werden.

Weitere Informationen und einen Veranstaltungskalender finden Sie auf der Webseite des Festivals.

Último día de la BAF Week

Se destacaron propuestas contrastantes

Por Paula Bonnet

Se termina el evento de moda más importante de la temporada y en esta última jornada se destacaron dos propuestas contrastantes. Por un lado, a presentación de la mini colección de Levi’s por Opening Ceremony. Se trata de sobrias creaciones en denim para hombres, mujeres y unisex. El cierre de la BAF estuvo a cargo de María Vazquez, que presentó prendas coloridas, femeninas y con estampas divertidas.

Foto: Johanna Cabrera

BAF Week Día 3

Opciones para hacer valer la entreda

Por Paula Bonnet

La BAF Week está por terminar, pero todavía quedan cosas para hacer. A continuación tres opciones para hacer valer la entrada:

  • Ser retratado por Andy Cherniavsky: después de decorar las coquetas botellas de vidrio de Coca Light con sus coloridas imágenes, la prestigiosa fotógrafa se pasa horas en el stand de la marca con la cámara en la mano. Es sólo de cuestión de ponerse una estrafalaria peluca y posar para ella. Ser modelo nunca fue tan fácil.
  • Hacerse las manos gracias a la tarjeta Women del banco Citi: esmaltes marca OPI de todos colores y manicuras gratis, no se puede pedir mucho más.
  • Probarse los nuevos jeans de Levi’s: es sólo para chicas, pero el resultado es increíble. Las promotoras hacen un par de preguntas, toman medidas y ofrecen un jean que calza perfecto. Se puede sacar una foto y participar por un pantalón de regalo.

Foto: Johanna Cabrera

BAF Week Día 2

Ver y participar: sigue la semana de la moda

Por Paula Bonnet

Finalmente se llenó el Pabellón Amarillo de La Rural. Colas larguísimas en cada stand y no es para menos: en el de Citi pintan las uñas, en el de Philips hacen la planchita y en casi todos las chicas pueden posar para la cámara cual modelos profesionales. Sobre la pasarela se destacaron Grupo 134 y Cora Groppo. En los showrooms resaltan los colores de Positivo y Amores Trash Couture.

Foto: Johanna Cabrera

BAF Week Día 1

Largó la semana de la moda

Por Paula Bonnet

El lunes largó la BAF Week con un exclusivo desfile de María Cher en el Paseo Alcorta. Hoy, como todos los años, se trasladó al Pabellón Amarillo de La Rural. Los detalles vendrán la semana que viene, pero sobre el día de hoy se puede decir que Martín Churba embelesó al público con la filosofía textil de Tramando, las modelos comieron bananas y cereales en sus ratos libres y las promotoras de Levi’s tomaron las medidas de muchas chicas.

Foto: Johy Cabrera

Bildung für Klima

Ausstellung zum Klimawandel in der Pestalozzi-Schule im Rahmen der Schweizer Wochen

Von Charlotte Dötig

Ein Sturm von Ideen der Zukunft. Die Lösung der Schweiz. Die meisten wissen, doch es geht darum, zu verstehen. Das wurde in der Rede des Schweizer Botschafters Johannes Matyassy zur Eröffnungsfeier der Wanderausstellung “El rumbo de clima” (Der Kurs bzw.Wandel des Klimas) deutlich. Ein simples Beispiel ist das Licht, was viele von uns mal vergessen auszumachen, es brennen lassen, bis es stört, und sich keine weiteren Gedanken darüber machen. Richtig, es ist Stromverschwendung, und die Rechnung am Ende des Jahres ist erschreckend hoch, ach, und für das Klima ist es ja auch nicht gut. Die Klimaproblematik streift die Gedanken, doch ist sie immer noch nicht präsent genug, dass das aktive alltägliche Leben verändert wird, denn noch sind wir in unserem Alltag nicht drastisch durch den Wandel des Klimas beschränkt, als dass es ein allgegenwärtiges Thema wäre. Noch sind es die Freaks oder Ökofanatiker, die an jedem Lichtschalter und jeder Steckdose den Niedergang der Welt lauern sehen.

Auch berichtet Matyassy mit großer Begeisterung von dem ersten Solarflugzeug, das nun für eine primäre Weltumrundung vorbereitet wird. So wie auf den Plakaten mit Konzepten für Elektroautomobile gelockt und die Neugier geweckt wird. Klar ist, es gibt Alternativen, wir müssen sie nur annehmen und uns auf eine Umstellung einlassen.

Bewältigung funktioniert allein durch Aufklärung und Bildung. Welcher Ort könnte also besser für eine solche Ausstellung dienen als eine Schule? Direkt neben den selbstgebastelten Mülltrennungsplakaten der Schüler findet man die Tafeln der Klimaaustellung. So wird beispielsweise das große Artensterben im Tierreich problematisiert, denn der Lebensraum vieler Spezies ist immer beschränkter. Eisbären ertrinken, da die Strecken, die sie von einer Eisfläche zur nächsten zu schwimmen haben, insbesondere für Jungtiere fast unüberwindlich sind und ihr Lebensraum tagtäglich dahinschmilzt.

Begleitend zur Ausstellung, die am 5. August eröffnet wurde, finden Workshops zu der Thematik statt, und selbst den Jungen und Mädchen, die nur durch die Pausenhalle rennen und in eines der Plakate fallen, wird die Dringlichkeit des Themas klar werden. Auf einer kleinen Illustration ist es gut zu sehen, die Uhren stehen auf fünf Minuten vor zwölf.

  • “El rumbo del clima”, Ausstellung über den Klimawandel
  • Organisiert von der Schweizer Botschaft und der Pestalozzi-Schule
  • Pestalozzi-Schule, Freire 1882, Belgrano
  • Di-Fr 17-20 Uhr
  • Eintritt frei
  • Bis 19.8.

“El Grito” im MAMba

Multimedia-Ereignis von Narcisa Hirsch und Jorge Caterbetti

Von Jasmin Müller

Am Donnerstag um 19 Uhr eröffnet das Museo de Arte Moderno de Buenos Aires (MAMba) “El Grito” (Der Schrei), ein Werk von Narcisa Hirsch und Jorge Caterbetti. An dieser Klanginstallation/”Work in progress” können die Besucher bis Dezember aktiv teilnehmen. “El Grito” findet im Rahmen der Site-Specific-Aktionen des MAMba statt. Die Künstler versuchen mit dieser Installation die Bedeutung des individuellen Schreis in den Vordergrund zu rücken. Der Schrei, den wir in einer Menschenmenge loswerden dürfen, der aber tabu ist, wenn ein einzelner Mensch ihn ausstößt.

Narcisa Hirsch (experimentelle Filmproduzentin, die in Berlin geboren wurde) und Jorge Caterbetti (Künstler und Dozent an der Universidad de Buenos Aires) haben eine Glaskabine entworfen, in der die Besucher schreien können. Die beiden Künstler schlagen außerdem vor, darüber nachzudenken, wo die Grenze zwischen privatem und öffentlichem Schreien liegt.

Am Tag der Eröffnung der Klanginstallation “El Grito” (11. August) findet außerdem eine Theateraufführung unter der Leitung von Diego Lerman statt. Weiterhin werden die Töne und Gesten, die zwischen August und Dezember aufgenommen werden, Teil eines audiovisuellen Konzerts. Dieses wird Ende des Jahres gezeigt und von dem Musiker Jorge Haro geleitet.

In den Monaten September bis November finden zusätzlich zu der Klanginstallation Konferenzen statt, bei denen das Werk aus verschiedenen Sichtweisen und Positionen besprochen wird. Intellektuelle, Künstler, Psychoanalytiker, Philosophen, Autoren, Filmemacher und Fachleute aus dem Gebiet der Kultur werden daran teilnehmen.

  • “El Grito”
  • Ab Donnerstag, 11. August, 19 Uhr
  • MAMba, Av. San Juan 350

Maratón Lux Lindner

LINDNERfest en la Galería Nora Fisch

El 11, 12 y 13 de agosto la Galería Nora Fisch presenta un evento especial, tres días de dedicación intensa a la obra de Lux Lindner. En esta ocasión Lindner abre sus archivos de los últimos veinte años, cajas repletas de maravillosos dibujos enigmáticos, mordaces e imaginativos. Estas imágenes, sostenidas por ricos relatos y emparentadas en espíritu con Goya, Raymond Pettibon y Roberto Arlt, casi a la manera de un diario personal condensan referencias a temas sociales, históricos y emocionales, tras una aparente fachada surreal. Más de doscientos dibujos estarán exhibidos.

El sábado a partir de las 18.30 hs habrá un cocktail, se proyectarán sus animaciones recientes y Lindner conducirá un “plasma-debate”. Esta breve muestra ofrece una ocasión única para coleccionistas, ya que podrán adquirir obras históricas a precios amigables. Parte de la venta de esta obra será destinada a financiar un nuevo proyecto de Lindner, un film titulado “El Apocalipsis del Dr. Ramos Mejía”.

La galería (Güemes 2967, PB) abrirá para esta muestra el jueves y viernes de 15 a 20 hs, y sábado de 17 a 21 hs.

Waffenstarrende Märchenwelt und ein wunderbares Gewächshaus

Jimena Brescia und Gaspar Lima im Pabellón 4

Von Jasmin Müller

“Es war einmal vor langer, langer Zeit…”, so beginnen die meisten Märchen, die uns als Kind unsere Eltern oder Großeltern vorlasen. Einige dieser Geschichten sind gruselig und jagen einem in jungen Jahren Angst ein – ein böser Wolf frisst erst die Großmutter und anschließend das kleine Rotkäppchen, das hübsche Schneewittchen wird vergiftet, und Dornröschen wird von einer bösen Fee verflucht. In den alten Erzählungen geraten oft nette Mädchen in Gefahr und können nur mit Hilfe anderer gerettet werden, da sie selbst dazu nicht in der Lage sind.

In ihren Fotografien und Installationen dreht Jimena Brescia, eine junge argentinische Künstlerin, den Spieß um: Die zierlichen kleinen Mädchen sind erwachsen geworden. Die von ihr dargestellten Frauen sind eine Mischung aus Kindheitsvorstellungen der Märchenfiguren und dem Bild der heutigen Frau. Mit Messern bewaffnet, stehen Alice im Wunderland, Rotkäppchen, Rapunzel und Dornröschen in einer Dusche. Sie haben einen festen, selbstbewussten Blick und geben den Protagonistinnen der Märchen eine Dimension der Spannung und Gefahr.

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