Bewusstseinsstrom-Film mit umwerfender Bildersprache

BAFICI-Beitrag “Above And Below” (Schweiz/Deutschland) von Nicolas Steiner begeistert

Von Susanne Franz

Above and Below 1
“Ich bin das erste Mal in Argentinien – wenn ihr hier immer so tolles Wetter habt, dann seid ihr ja völlig verrückt, überhaupt ins Kino zu gehen!”, sagte Nicolas Steiner am Montagnachmittag im Saal 6 des Village Recoleta, wo er seinen Beitrag “Above And Below” (2015) vorstellte. Der Dokumentarfilm des jungen Schweizer Filmemachers war seine Abschlussarbeit an der Filmhochschule Ludwigsburg. “Ich habe ihn mit den Leuten gemacht, mit denen ich zu der Zeit auch zusammengelebt habe”. Die deutsch-schweizerische Koproduktion ist einer der Wettbewerbsfilme im Internationalen Wettbewerb des BAFICI.

“Wir haben uns bei der Vorbereitung einige Schweizer Dokumentationen angesehen, alle sehr gut”, sagte Festivaldirektor Marcelo Panozzo vor dem Film. “Ihr könnt sie sehen, sie laufen in der Sektion Panorama. Aber dieser hier, der ragte heraus, den wollten wir in unserem internationalen Rennen haben.”

Zwei Stunden Filmdauer in einem fast zu sehr gekühlten Kino, während draußen die Sonne scheint. Und jede Minute hat sich gelohnt. Nicolas Steiner hat sich auf die Spuren von Menschen in den USA begeben, die am Rande der Gesellschaft leben. Ein nicht mehr junges Pärchen, Cindy und Rick, wohnt in einem Tunnel unter der glitzernden Stadt Las Vegas. Auch der “Pate” lebt hier, er ist Streitschlichter und Philosoph unter den Tunnelbewohnern. In einem verlassenen Bunker in der Wüste wohnt Dave. Er hat sein Leben Gott anvertraut und schreibt Botschaften für Aliens in den Sand. Seine Beobachtungen und Reflektionen schwanken dauernd zwischen Humor und Verzweiflung. Ein Team von Forschern erprobt in der Wüste ein Leben auf dem Mars. Das Interesse des Filmemachers konzentriert sich hauptsächlich auf April, Ex-Soldatin und einzige Frau im Team.

Das Paar, der Pate, die Marsforscherin, der Einsiedler. Im Laufe des Films rücken wir ihnen näher, lernen ihr ethisches Gerüst kennen, puzzeln uns ihre Vergangenheit zusammen und erfahren, warum sie obdachlos geworden bzw. in ihrer absonderlichen Situation gelandet sind. Wir sitzen mit ihnen im Kerzenschein in der Behausung im Tunnel und haben Angst, dass das Wasser uns fortreißt, radeln mit Dave durch die Wüste, bewundern die schonungslose Ehrlichkeit Aprils. Es ist ein schon fast unheimlicher Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt dieser Menschen, als säße man in ihren Köpfen. Mit diesem Bewusstseinsstrom-Film, der von einer umwerfenden Bildersprache getragen ist, ist Steiner ein Meisterwerk gelungen.

Kalender / Agenda

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Ausstellungskalender vom 19/04/2015

Von Susanne Franz

werther (1)Kulturmarathon im April: Das Independent-Filmfestival BAFICI hat am Mittwoch begonnen und läuft bis zum 25. April. Am 23. April beginnt die 41. Internationale Buchmesse von Buenos Aires. Zwei Autoren aus Deutschland werden erwartet: Kristof Magnusson am 24. April und Sebastian Fitzek am 26. April. Und im Teatro Cólon läuft derzeit der Werther von Massenet, mit einem vielbeachteten Bühnenbild von Hugo De Ana. Zu sehen noch heute und Dienstag Abend.

Falls Sie noch Zeit für die Kunst haben, finden Sie in unserem Kalender wie immer Orientierungshilfen. Besondere Empfehlung: Die Ausstellung “Desapareciendo” des chinesischen Camouflage-Künstlers Liu Bolin, die gestern im MACBA eröffnet wurde.

Die Ausstellungen der Woche:

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Agenda / Kalender

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Agenda de Muestras del 19/04/2015

Por Susanne Franz

werther (1)Maratón de Cultura en Abril: El miércoles empezó el Festival de Cine Independiente BAFICI – continúa hasta el 25 de Abril. El 23 de Abril comenzará la 41ª Feria Internacional del Libro de Buenos Aires. Se espera la visita de dos autores de Alemania: Kristof Magnusson el 24 de Abril, y Sebastian Fitzek el 26 de Abril. En el Teatro Cólon se están desarrollando las funciones del Werther de Massenet, con puesta aclamada de Hugo De Ana. Hay dos últimas funciones: hoy y el martes.

Si le queda tiempo para el Arte, encontrará -como siempre- algunos consejos en nuestra Agenda. Recomendación especial: La muestra “Desapareciendo” del artista del camuflaje chino Liu Bolin, inaugurada ayer en el MACBA.

Las muestras de la semana:

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Eine Stadt offen für die Welt der Bücher

41. Internationale Buchmesse von Buenos Aires wird am 23. April eröffnet

Von Michaela Ehammer

Was wäre die Welt ohne Bücher? Sie regen die Phantasie an, bringen uns zum Lachen oder Weinen und lassen uns geistig in andere Rollen schlüpfen. Doch vor allem tragen sie wesentlich zu unserer Bildung bei. Argentinien gilt aufgrund seines florierenden Buchmarktes als Leseland und Buenos Aires kann sich stolz die Stadt mit den meisten Bibliotheken nennen, gefolgt von Hongkong und Madrid. Eine Büchermesse ist da wohl mehr als angebracht. So steht die 41. “Feria Internacional del Libro de Buenos Aires”, eines der bedeutendsten Kulturevents der Welt und die wichtigste jährliche Literaturveranstaltung im spanischsprachigen Raum, vor der Tür.

Das Ausstellungszentrum La Rural verwandelt sich vom 23. April bis 11. Mai wieder in ein Meer aus Büchern, wird zum Schauplatz zahlreicher Schriftsteller mit inernationalem Ruf und zum literarischen Treffpunkt von mehr als 1 Million Lesebegeisterten aus ganz Lateinamerika. Als Gaststadt präsentiert sich diesmal Mexiko DF. Die Buchmesse ist für die Öffentlichkeit von Montag bis Freitag von 14-22 Uhr, an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen von 13-22 Uhr zugänglich. Eintrittskarten gibt es ab 35 Pesos.

Deutsche Autoren auf Buchmesse

  • 24.4., 18.30 Uhr, Alfonsina Storni-Saal, Kristof Magnusson stellt im Gespräch mit Ariel Magnus sein Werk “Arztroman” vor. Nähere Informationen hier.
  • 26.4., 16 Uhr: Sebastian Fitzek präsentiert “Noah”, anschließend signiert er bei Ediciones B Argentina.

Abenteuer eines Kleinen

Club Atlético Huracán spielt in der Copa Libertadores

Von Andreas Babst

Miguel Suarez, Lucas Villarruel
Irgendwie ist an diesem Mittwochabend alles ein bisschen grösser. Nicht gross, aber grösser. Der Club Atlético Huracán spielt in der Copa Libertadores gegen Universitario de Sucre. Südamerikas Fussballklubs sind wieder zu Gast im Viertel Parque Patricio, im Süden von Buenos Aires, beim Aufsteiger, beim Cup-Sieger.

Huracán ist nicht Boca Juniors oder River Plate. In das Stadion Tomás Adolfo Ducó verirren sich keine Touristengruppen. Eigentlich verirren sich überhaupt nicht viele Zuschauer ins Stadion. Nur die Stehplätze sind immer gut gefüllt, von den altmodischen Beton-Sitzen auf den Haupttribünen bleiben viele leer – ausser eben es ist Copa Libertadores. Wer kommt, lebt um die Ecke: Vor Spielbeginn öffnen sich die Haustüren im Viertel und kleine Gruppen in weiss-roten Trikots bewegen sich zum Stadion. Die Tribüne ist der Treffpunkt, man kennt sich: Der Mann hinter dem Grill kennt wird mit Namen begrüsst, die Verkäuferin mit den gebrannten Mandeln hält in jeder Sitzreihe für einen kurzen Schwatz.

Noch vor einem Jahr spielte der Klub in der zweiten argentinischen Liga. Der Aufstieg gelang nur, weil die oberste Liga vergrössert wurde und sich dort in dieser Saison 30 Mannschaften messen statt wie früher 20. Und doch hat er es geschafft, einen der beiden argentinischen Cupwettbewerbe zu gewinnen. Und weil der Sieger des anderen Cup-Wettbewerbs, River Plate, bereits über die Liga für den Copa Libertadores qualifiziert war, rückte Huracán nach. Nach 41 Jahren Abwesenheit von der internationalen Bühne.

“Dieses Turnier zu spielen, da geht ein Traum in Erfüllung. Wenn du aufs Feld trittst und das Cup-Logo auf dem Dress hast, das ist Wahnsinn”m sagte Ramón Darío Abila jüngst im einem Interview. Der bullige Stürmer ist bester Torschütze des Klubs. Vergangenes Jahr, wenige Monate nach seiner Ankunft in Buenos Aires, hatte ihn die argentnische Trainer-Legende Carlos Bianchi als “dicklich” bezeichnet. Jetzt ist er Publikumsliebling und der wohl vielversprechendste Spieler des Huracáns. Er ist Symbol für den Aufstieg des Klubs – von anderen dauernd unterschätzt, jetzt doch oben angekommen.

Auch an diesem Mittwochabend gegen Sucre trifft Abila: alleine vor dem Torwart lässt er ihm keine Chance, 34. Minute, 1:0 Huracán. Nur sechs Minuten später gleicht Sucre aus. Weil sich die Bolivianter anschliessend auf theatralisches Herumwälzen und Zeitschinden konzentrieren, bleibt es bei diesem Resultat, trotz spielerischer Überlegenheit der Gastgeber. Das Remis fühlt sich wie eine Niederlage an; es ist bereits das Vierte im vierten Gruppenspiel. Zwar fehlen noch zwei Begegnungen, doch ein Weiterkommen wird schwierig, weil der nächste Gegner der Gruppenleader Cruzeiro Belo Horizonte aus Brasilien ist. “Es geht weiter, noch ist nichts entschieden”, sagte Hurracán-Trainer Néstor Apuzzo nach der Partie.

Das muss er sagen. Eigentlich ist bereits alles entschieden und der Copa Libertadores bleibt wohl ein kurzes Abenteuer für den kleinen Klub im Süden von Buenos Aires. Jetzt geht es wieder um den Ligaerhalt, dort ist Huracán momentan 24. Irgendwann soll es wieder für die oberen Plätze reichen, die für die Teilnahme am Libertadores berechtigen. Irgendwann bald, nicht erst in 41 Jahren.

Argentina Bolivia Soccer Copa Libertadores

Fotos von oben nach unten:
Auf dem Platz ringen die Spieler…

…auf den Rängen singen die Fans.

Startschuss fürs BAFICI 2015

Der 17. Filmemarathon in Buenos Aires hat begonnen

Von Michaela Ehammer

BAFICI - Planetario-2
Wie jedes Jahr im April ist Buenos Aires mit seinen Einwohnern wieder vom Filmfieber gepackt worden. Das Independent-Filmfestival BAFICI 2015 hat begonnen und wird wie jedes Jahr Groß und Klein, Jung und Alt und Liebhaber der Film- und Kinowelt überraschen, fesseln, die Kreativität erwecken und in die Welt neuer Filme und deren unterschiedlichster Dimensionen einladen.

Der BAFICITO-Beitrag “The Tale of the Princess Kaguya” leitete als Open-Air Veranstaltung im Parque Centenario die 17. Ausgabe des “Buenos Aires Festival Internacional de Cine Independiente” ein und füllte nicht nur alle Sitzplätze im Anfíteatro, sondern auch die Herzen der zahlreichen Zuschauer. Der japanische Regisseur Isao Takahata, der Mitgründer der “Studio Ghibli” in Tokio, hat mit seinem Film, der in der Kategorie “Bester Animationsfilm” bereits für den Oscar 2015 nominiert wurde und auf der alten japanischen Erzählung Taketori Monogatari basiert, ein wahrhaftes Meisterwerk aus Bleistiftzeichnung, technischen Animationen und Pastellwasserfarben geschaffen – nicht nur für Kinder. Eine faszinierende und aussagekräftige Geschichte über ein Mädchen, geboren in einer Bambussprosse, auf der Suche inmitten von Traum und Wirklichkeit nach dem Glück und der Liebe, immer im Zwiespalt mit den japanischen gesellschaftlichen Regeln und dem Zwang, es allen recht zu machen. Am Freitag, Samstag und Sonntag finden weitere Gratis-Open-Air-Aufführungen statt.

Hugo Santiagos argentinisch-französischer Beitrag “El Cielo del Centauro” war offizieller Eröffnungsfilm am Donnerstag im Village Recoleta-Kino. Eine Fabel? Oder doch eher eine Sufi-Geschichte? Fest steht, dass es eine Hommage an eine bestimmte Art von Geschichte darstellt, eine einfache Magie des Geschichtenerzählens, mit einem besonderen Humor, wenn auch teils versteckt. Nach den Worten des argentinischen Filmemachers ist sein Beitrag eine Zelebration sowie ein Lied der Liebe für seine Heimatstadt Buenos Aires.

Ein weiteres “Must-See” im BAFICI ist wohl auch “Contraluz”, ein audiovisuelles Kunstwerk vom herausragenden und legendären argentinischen Designer Juan Gatti, der seit den 60er Jahren erstaunliche Arbeiten in Argentinien und Spanien geschaffen hat – dieses audiovisuelle Werk im Planetarium Galileo Galiei ist da keine Ausnahme.

“Es gibt viele Definitionen für das Wort ‘groß’, aber eine der ersten im Wörterbuch ist: größer in der Größe, Wichtigkeit, Qualität und Intensität als das Normale und Reguläre. Und so ist das BAFICI: ein großes Festival mit über 400 Filmen”, so Hernán Lombardi. Da hat der städtische Kulturminister wohl recht, denn es gibt über Tausend Vorstellungen und Veranstaltungen rund um das Thema Filme und Kino. Das sind Tausend Möglichkeiten, um den Moment zu genießen, wenn sich der Kinosaal verdunkelt, die Leinwand vergrößert und es heißt: Film ab! Tauchen Sie ein in die Welt der Filme, tauchen Sie ein ins BAFICI 2015!

Informationen und Programm hier.

BAFICI-Tipps:

  • “Double Happiness” von Ella Raidel (Österreich/China 2014)
  • “Stories of our Lives” von Jim Chuchu (Kenia 2014)
  • “Le Meraviglie” von Alice Rohrwacher (Italien/Schweiz/Deutschland 2014)
  • “Above and Below” von Nicolas Steiner (Schweiz/Deutschland 2015)
  • “Songs from the North” von Soon-Mi Yoo (USA/Südkorea/Portugal 2014)
  • “La Once” von Maite Alberdi (Chile 2014)
  • “Arribeños” von Marcos Rodríguez (Argentinien 2015)
  • “Loulou” von Maurice Pialat (Frankreich 1980)
  • “The Tale of the Princess Kaguya” von Isao Takahata (Japan 2013)
  • “From Caligari to Hitler” von Rüdiger Suchsland (Deutschland 2014 – Teil des Weimar-Zyklus)
  • “La Calle de Los Pianistas” von Mariano Nante (Argentinien 2015 – Schlussfilm)

Foto:
Das Planetarium ist eine der BAFICI-Spielstätten, und hier wird auch audiovisuelle Kunst gezeigt.
(Foto: BAFICI)

Den Idolen ganz nah

Erstes lateinamerikanisches “Youtuber”-Festival in Buenos Aires

Von Michaela Ehammer

youtuber
In der Jugend hat man viele Vorbilder. Ob es nun filmische Größen wie Patrick Duffy in den 70ern, Zeichentrickstars wie “Alf” in den 80ern oder Boybands wie die “Backstreet Boys” in den 90ern waren. Man braucht Idole sozusagen um zu “reifen”. Heutzutage kommen diese Ideale vielfach aus “YouTube”, dem Videoportal des US-Unternehmens Google Inc.

30.000 YouTube-Begeisterte, die Mehrzahl davon Halbwüchsige, versammelten sich deshalb vergangenes Wochenende in La Rural, um beim ersten lateinamerikanischen “Youtube-Festival” in Buenos Aires mit ihren Stars und Sternchen zu interagieren. Dieses Mal hautnah. Unter ihnen: Justin Luke, Mangel, Werevertomorro, El Bananero aus Argentinien oder El Rubius, der Star aus Spanien mit unglaublichen 10 Millionen Folgern, der der kreischenden Menge beim krönenden Abschluss des Festivals ordentlich einheizte. “Bei Rubius fühle ich mich wohl. Wann immer ich ein Problem habe, schaue ich mir seine Videos an und er zaubert mir ein Lächeln zurück aufs Gesicht”, so Malena, eine seiner zahlreichen Fans.

Wer nicht persönlich teilnehmen durfte, konnte das ganze Spektakel auf einer Liveübertragung im Internet ansehen – auf YouTube natürlich.

Kalender / Agenda

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Ausstellungskalender vom 12/04/2015

Von Susanne Franz

oso11HEUTE, 12. April, um 18 Uhr, findet im Espacio Kamm (Mario Bravo 1136, Palermo) anlässlich der Finissage der Ausstellung “Obrador” von Lorena Fernández ein öffentliches Gespräch (“conversatorio”) mit der Künstlerin und den Kritikern Marcelo S. Dansey und Guido Ignatti statt.

Besondere Tipps für die kommende Woche: Die Ausstellung “Pelos, Huesos, Garras, Plumas y una breve secuencia de pormenores” (Foto) von Nora Aslan, kuratiert von Eduardo Stupia, wird in der Gachi Prieto Gallery (Aguirre 1017, Villa Crespo) am 15. April um 19 Uhr eröffnet. / Die Ausstellungen “Philo” von Rubén Grau und eine Hommage für Victor Vallmitjana werden im Vallmitjana Espacio de Arte (Arenales 1676) am 14. April um 19 Uhr eröffnet.

Die Ausstellungen der Woche:

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Agenda / Kalender

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Agenda de Muestras del 12/04/2015

Por Susanne Franz

oso11HOY, 12 de abril, a las 18 horas: Finissage de la muestra “Obrador” de Lorena Fernández en Espacio Kamm (Mario Bravo 1136, Palermo). Se realizará un conversatorio con la artista, moderado por los críticos Marcelo S. Dansey y Guido Ignatti.

Destacados de la semana que viene: La muestra “Pelos, Huesos, Garras, Plumas y una breve secuencia de pormenores” (foto) de Nora Aslan en Gachi Prieto Gallery (Aguirre 1017, Villa Crespo), curada por Eduardo Stupia, se inaugurará el 15 de abril a las 19 horas. / Las muestras “Philo” de Rubén Grau y una muestra homenaje a Victor Vallmitjana en Vallmitjana Espacio de Arte (Arenales 1676) se inaugurarán el 14 de abril a las 19 horas.

Las muestras de la semana:

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Besuch aus Deutschland auf der Buchmesse

Der deutsch-isländische Bestsellerautor Kristof Magnusson stellt in Buenos Aires seinen “Arztroman” vor

magnussonEiner der erfolgreichsten und interessantesten jüngeren deutschen Autoren, Kristof Magnusson, wird auf der 41. Internationalen Buchmesse von Buenos Aires zu Gast sein. Auf Einladung der deutschen Botschaft und des Goethe-Instituts liest der deutsch-isländische Autor aus seinem 2014 erschienenen “Arztroman”. Der argentinische Schriftsteller Ariel Magnus hat Teile des Romans für die Lesung übersetzt und wird diese in spanischer Sprache vorstellen.

Der Roman schildert auf eindringliche und spannende Weise das Nebeneinander von Berufs- und Privatleben, er erzählt witzig, unterhaltend und mit großer Detailkenntnis aus dem Leben einer Notärztin, die mit ihrem Leben nicht mehr zurechtkommt: Ausgebrannte Ärzte am Rande des Nervenzusammenbruchs, ein marodes Gesundheitssystem und die Krise des Gefühlslebens Anfang vierzig. Wo beginnt die Privatsphäre einer Notärztin, zumal ihr Ex-Mann im selben Krankenhaus tätig ist?

Kristof Magnusson ist ebenfalls ein sehr produktiver Übersetzer aus dem Isländischen. So wird er auch zu Gast in der “Escuela de Otoño de Traducción Literaria” sein, einer Werkstatt für Nachwuchsübersetzer im Instituto de Enseñanza Superior en Lenguas Vivas, sowie auf der diesjährigen, vom Argentinischen Übersetzerverband und der Fundación El Libro veranstalteten Übersetzertagung. Zuletzt liest der Autor in Mendoza, im Rahmen einer vom Goethe-Zentrum Mendoza, der Stadtverwaltung Godoy Cruz und der Deutschen Botschaft organisierten Lesung.

Zum Arztroman

Anita Cornelius ist Notärztin an einem großen Berliner Krankenhaus und liebt ihren Beruf. Sich auf unerwartete Situationen einzustellen, entspricht ihrem Temperament. Auch wenn es bei ihren Einsätzen nicht immer so aufregend zugeht, wie man sich das vorstellt. Anita ist das recht. Sie kann helfen und sie hilft gerne.

Adrian, ihr Exmann, ist Arzt am selben Krankenhaus. Sie haben sich erst vor kurzem „in bestem Einvernehmen“ getrennt, und Lukas, ihr vierzehnjähriger Sohn, lebt bei seinem Vater und dessen neuer Freundin Heidi.

Hätte Anita Adrian nicht zufällig bewusstlos auf der Krankenhaustoilette gefunden, zugedröhnt mit einem Narkosemittel, und hätte Heidi nicht dauernd diese flotten Sprüche losgelassen, dass jeder seines Glückes Schmied ist, dass Arme und Kranke oft genug selbst an ihrem Zustand schuld sind, dann könnte sich Anita weiter vormachen: alles ist in bester Ordnung. Ist es aber nicht. Weder privat noch beruflich.

Kristof Magnusson erzählt mit großem Hintergrundwissen aus dem Alltag einer Notärztin und gleichzeitig aus dem Alltag ihrer Patienten. Vor allem aber erzählt er aus dem Leben einer Frau Anfang vierzig, die mehr will als Routine und ‘schöner Wohnen’.

Kristof Magnusson, als Sohn deutsch-isländischer Eltern geboren 1976 in Hamburg, machte eine Ausbildung zum Kirchenmusiker, arbeitete in der Obdachlosenhilfe in New York, studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Er lebt als Autor und Übersetzer aus dem Isländischen in Berlin. Sein Debütroman “Zuhause” (2005) wurde mit dem Rauriser Literaturpreis ausgezeichnet, in seinen Romanen “Das war ich nicht” (2010) und “Arztroman” (2014) greift er in erfrischender Manier aktuelle Themen (Börsenspekulation, Bankenkrise bzw. Burn-Out) auf. Beide Romane waren Bestseller in Deutschland. Die Verfilmung seiner Komödie “Männerhort” kam im Oktober 2014 in die Kinos.

Ariel Magnus wurde 1975 in Buenos Airesgeboren. Er studierte Philosophie und Romanistik in Heidelberg und Berlin. Heute schreibt er für verschiedene Medien in Lateinamerika und für die “taz” in Berlin, und lebt als Autor und literarischer Übersetzer aus dem Deutschen und Englischen in Buenos Aires. Er hat bislang zwölf Bücher veröffentlicht. 2007 wurde er für seinen Roman “Ein Chinese auf dem Fahrrad” mit dem internationalen Literaturpreis Premio La otra Orilla ausgezeichnet. Das Buch wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. 2010 erschien es auf Deutsch bei Kiepenheuer & Witsch. “Zwei lange Unterhosen der Marke Hering” erschien 2012 ebenfalls bei KiWi.

Programm

  • Freitag, 24. April, 18.30 Uhr
    Arztroman. Lesung und Gespräch mit Kristof Magnusson und Ariel Magnus. Veranstaltet von der deutschen Botschaft in Buenos Aires, dem Goethe-Institut Buenos Aires und der Fundación El Libro. 41. Internationale Buchmesse Buenos Aires, Saal Alfonsina Storni, La Rural. Deutsch mit Konsekutivübersetzung.
  • Donnerstag, 23. April, 17 Uhr
    Lesung im Rahmen der Übersetzertagung auf der Internationalen Buchmesse. Vorstellung einer Auswahl der im Rahmen der Übersetzerakademie entstandenen Übersetzungen aus dem Roman “Das war ich nicht”. Veranstaltet von der Asociación Argentina de Traductores e Intérpretes (AATI) und der Fundación El Libro, mit freundlicher Unterstützung des Goethe-Instituts und der deutschen Botschaft in Buenos Aires.
  • Kristof Magnusson in Mendoza: Samstag, 25. April, 18 Uhr, Biblioteca Manuel Belgrano, Antonio Tomba 54, Godoy Cruz, Mendoza.

Kristof Magnusson bei Wikipedia / Kristof Magnussons Facebook-Seite.

Der Countdown läuft

Independent-Filmfestival BAFICI 2015 rückt näher

Von Michaela Ehammer

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Es gibt viele Dinge im Leben, die es wert sind, geteilt zu werden. Filme sind eines davon. Das Kino ist die Kunst der Beleuchtung und der Spiegel, in dem wir uns in einem völlig anderen Licht sehen. Umso schöner also, dass die 17. Ausgabe des “Buenos Aires Festival Internacional de Cine Independiente”, kurz BAFICI, vor der Tür steht: Startschuss des 11-tägigen Festivals ist der nächste Mittwoch, 11. April.

Ein Festival vollgepackt mit filmischen Größen und schauspielerischen Talenten, das seinesgleichen sucht. Mehr als 300.000 Zuschauer warten wieder darauf, in den Bann der argentinischen und internationalen Filmwelt gezogen zu werden. Ganz nach den euphorischen Worten des städtischen Kulturministers Hernán Lombardi: “Lasst uns das Kino in all seiner Pracht feiern!”

Im internationalen Wettbewerb gehen 18 Filme ins Rennen, im argentinischen stehen 16 Filme zur Auswahl, in der Kategorie Avantgarde und Identität sind es 22 Filme und der Human Rights-Wettbewerb, neben zahlreichen weiteren Kategorien, birgt 14 Filme im Sortiment.

Bis auf das BAFICITO, welches sich dem jüngeren Publikum zwischen 6-13 Jahren widmet, sind alle weiteren Filme erst ab 18 Jahren geeignet. Viele Gratis-Aktivitäten rund um BAFICI, z.B. “Cine al Aire Libre” im Anfiteatro im Parque Centenario oder diverse tägliche Ausstellungen im Centro Cultural Recoleta runden das umfangreiche Filmangebot ab. Buenos Aires zeigt sich einmal wieder von seiner besten Seite.

Der Kartenvorverkauf hat bereits am 6. April begonnen, online oder persönlich im Village Recoleta-Kino (Junín/Vicente López). Die Spielstätten im Überblick: Village Recoleta, Village Caballito, Arte Multiplex Belgrano, Lugones-Saal, Centro Cultural Recoleta, Malba, Fundación Proa, Planetarium, Centro Cultural San Martín, Alianza Francesa, Usina del Arte und Anfiteatro del Parque Centenario.

Foto:
Szene aus “Above and Below”. Der Dokumentarfilm des jungen Schweizer Regisseurs Nicolas Steiner läuft im Internationalen Wettbewerb.