Holocaust-Denkmal fertiggestellt

Einweihung des Monuments der Architekten Gustavo Nielsen und Sebastián Marsiglia steht noch aus

Von Marcus Christoph

plaza de shoa
Im Mai 2012 weihte Buenos Aires-Bürgermeister Mauricio Macri die Plaza de la Shoá im Stadtbezirk Palermo ein. In der kleinen Parkanlage, die nahe der Straßen “Bullrich” und “Libertador” liegt, ist in der Zwischenzeit nun auch ein Monument entstanden, das an die Opfer des Holocausts im Besonderen, aber auch an Opfer von Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Allgemeinen erinnern soll.

Das Mahnmal ist vier Meter hoch und erstreckt sich auf einer Länge von 40 Metern. Es besteht aus 114 Klötzen aus Beton. Die Zahl nimmt Bezug auf die Menschen, die bei den Anschlägen auf die israelische Botschaft 1992 (29 Tote) und das jüdische Gemeindehaus AMIA 1994 (85 Tote) in Buenos Aires getötet wurden. Auf den Quadern sind Gegenstände des täglichen Lebens wie Regenschirme, Duschen, Kaffeekannen, Kochschürzen zu sehen. Dinge, die im Alltag keine besondere Wichtigkeit haben. Aber wenn ein Mensch nicht mehr da ist, kann ihre Präsenz eine besondere Bedeutung gewinnen

Dies jedenfalls ist das Konzept der beiden Architekten Gustavo Nielsen und Sebastián Marsiglia, die sich 2009 bei einer Ausschreibung gegen knapp 70 Mitbewerber durchsetzten. Diese war damals von den Botschaften Israels und Deutschlands, dem hiesigen Shoa-Museum sowie den Regierungen von Stadt und Nation initiiert worden. Die Stadtregierung investierte in der Folgezeit rund 2 Millionen Pesos in die Gestaltung des Parks. Die Nationalregierung stellte 4,4 Millionen Pesos für das Denkmal zur Verfügung. Hinzu kamen auch private Spenden. Die offizielle Einweihung des Monuments steht aber noch aus.

Foto:
Die Plaza de la Shoá im Stadtbezirk Palermo.
(Foto: Marcus Christoph)

Boris Groys in Argentinien

Star-Denker der zeitgenössischen Kunst- und Medientheorie hält sich vom 15. bis zum 17. April in Buenos Aires auf

groysDer Philosoph Boris Groys gilt als Star-Denker in Fragen der russischen Kultur sowie der zeitgenössischen Kunst- und Medientheorie. Vom 15. bis zum 17. April 2015 hält er sich auf Einladung des Goethe-Instituts, der Universidad Nacional de San Martín und der Universidad Torcuato Di Tella zum ersten Mal in Argentinien auf. Die Veranstaltungen sind auf Deutsch und Englisch mit Übersetzung, der Eintritt ist frei.

Boris Groys, geboren 1947 in Ostberlin, wird in Argentinien innerhalb von Gesprächen und Vorträgen über Fragen des Internets und des neuen digitalen öffentlichen Raums sprechen, über den Zwang zum Selbst-Design, die ästhetische Verantwortung und den zeitgenössischen Freiheitsbegriff, über unsterbliche Körper, kybernetische Kriege, die Rückkehr der Religionen, sowie über Demokratisierung und Entprofessionalisierung der Kunst.

So wird er in der Sozialwissenschaftlichen Fakultat der UBA die spanische Übersetzung des Essaybandes “Going Public” vorstellen. In der Universidad Nacional de San Martín geht er, im Gespräch mit Claudio Ingerflom und Agustín Cosovschi, der Beziehung zwischen Kunst und Politik nach. Zuletzt wird er den Vortrag “Kunst als Medium von Wahrheit” auf dem internationalen Symposium “Mystery – Ministry. The aesthetic sphere and the discourse of professionalism” in der Universidad Torcuato Di Tella halten.

Nach einem Studium der Philosophie und Mathematik an der Leningrader Universität war Boris Groys bis zu seiner Ausreise aus der UdSSR in die BRD (1981) an verschiedenen wissenschaftlichen Instituten in Russland tätig. Es folgten Gastprofessuren in den USA an der University of Pennsylvania und an der University of Southern California in Los Angeles. 1992 wurde Groys in Philosophie an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster promoviert. Ab 1994 war er Professor für Kunstwissenschaft, Philosophie und Medientheorie an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe, und seit 2005 unterrichtet er als Global Distinguished Professor an der Faculty of Arts and Science der New York University, New York.

Prof. Dr. Boris Groys ist Senior Research Fellow des HfG Forschungsinstituts und Mitglied der Association Internationale des Critiques d’Art. Neben seiner wissenschaftlichen, publizistischen und kuratorischen Tätigkeit ist Groys auch künstlerisch aktiv. Seine Film- und Videoinstallation “The Art Judgement Show” wurde 2001 in Ljubljana und 2002 in Brüssel und Berlin gezeigt. Für die Ausstellung “Iconoclash” im ZKM entwarf er den Filmessay “Iconoclastic Delights” (2002). Er war Kurator des russischen Pavillons der Venedig-Biennale 2011 und Ko-Kurator der Shanghai-Biennale 2012.

Mehrere seiner Bücher wurden in verschiedene Sprachen übersetzt. In spanischer Sprache sind u.a. “Sobre lo nuevo: ensayo de una economía cultural”, “Bajo sospecha: una fenomenología de los medios”, “Obra de arte total Stalin” und “Política de la inmortalidad” erschienen. 2014 veröffentlichte der Verlag Caja Negra den Essayband “Volverse público. Las transformaciones del arte en el ágora contemporánea”, den Groys im Gespräch mit der Kulturwissenschaftlerin Flavia Costa vorstellen wird. 2015 soll bei Cruce Casa Editora die spanische Übersetzung von “Das kommunistische Postskriptum” erscheinen.

Termine

  • Going Public. Eine Menschheit von Künstlern? Internet, Soziale Netzwerke und die Veränderung von Kunst und Leben im digitalen Zeitalter. Boris Groys im Gespräch mit Flavia Costa.
    15. April 2005 um 19 Uhr. Auditorio Roberto Carri, Facultad de Ciencias Sociales (UBA), Santiago del Estero 1029.
  • Politisierung der Kunst versus Ästhetisierung der Politik. Boris Groys im Gespräch mit Claudio Ingerflom und Agustín Cosovschi.
    16. April um 17 Uhr. UNSAM, Campus Miguelete, Edificio de Gobierno. 25 de Mayo/Francia, San Martín, Prov. Buenos Aires. Englisch mit Konsekutivübersetzung.
  • Kunst als Medium von Wahrheit. Vortrag im Rahmen des internationalen Symposiums “Mystery – Ministry. The aesthetic sphere and the discourse of professionalism”.
    17. April um 18.30 Uhr. Auditorium der Universidad Torcuato Di Tella, Av. Figueroa Alcorta 7350. Mit Anmeldung. Infos hier.

Deutsche Filme im Club Alemán

“Cine Club Alemán” im Deutschen Klub startet am 7. April

almanya
“Almanya – Willkommen in Deutschland” der Regisseurin Yasemin Samdereli ist der erste in einer Reihe deutschr Filme, die ab dem 7. April jeden ersten Dienstag im Monat jeweils um 19 Uhr mit der Unterstützung des Goethe-Instituts Buenos Aires im Club Alemán zu sehen sein werden. Der Zyklus “Cine Club Alemán” geht weiter am 5. Mai mit “Barbara” von Christian Petzold und am 2. Juni mit “Stellet Licht” von Carlos Reygadas. Moderiert wird der Filmzyklus von Nele Wohlatz, einer jungen deutschen Filmemacherin, die auch durch das anschließende Publikumsgespräch führt. Alle Filme werden im deutschen Original mit spanischen Untertiteln gezeigt. Ort: Deutscher Klub Buenos Aires, Av. Corrientes 327, 21. Stock, Salon “Berlín”. Tel.: 4311-0716, E-Mail: eventos@www.clubaleman.com.ar, Webseite hier. Eintritt: 40 Pesos, für Kursteilnehmer des Goethe-Instituts und Mitglieder des Deutschen Klubs 15 Pesos.

Programm

  • Dienstag 7. April: “Almanya – Willkommen in Deutschland” – D 2009-2011. 95 Min. Regie: Yasemin Samdereli.
    1964 kam Hüseyin Yilmaz aus der Türkei nach Deutschland. Später holte er Frau und Kinder nach. Jetzt erzählt seine Enkelin mit Wärme und Humor die Familiengeschichte – während der Clan unterwegs ist, um am Ort des Ursprungs Urlaub zu machen. Wo die eigentliche Heimat ist, wird sich jeder von ihnen selbst fragen müssen.
  • Dienstag 5. Mai: “Barbara” – D 2012. 108 Min. Regie: Christian Petzold.
    Rund neun Jahre vor dem Fall der Mauer: Aufgrund eines Antrags auf Ausreise aus der DDR wurde die Berliner Ärztin Barbara inhaftiert und nach ihrer Entlassung im Sommer 1980 an ein Provinzkrankenhaus strafversetzt. Während ihr Geliebter aus dem Westen die Flucht über die Ostsee vorbereitet, arbeitet Barbara, häufig observiert und oft kontrolliert, in der Kinderchirurgie. Sie muss entscheiden, ob sie ihrem neuen Chef André vertrauen kann. Christian Petzolds Film, bei der Berlinale 2012 mit dem Regie-Preis ausgezeichnet, ist ein stiller, unaufgeregter und bedingungslos genauer Film über das Leben in der DDR – weit entfernt von ideologischen Diskursen.
  • Dienstag 2. Juni: “Stellet Licht” – Mexiko 2007. 142 Min. Regie: Carlos Reygadas.
    Der vom World Cinema Fund der Berlinale koproduzierte Film erhielt den Preis der Jury bei den Filmfestspielen in Cannes. Johan lebt in einer Mennoniten-Gemeinde im Norden Mexikos. Gegen die Gesetze Gottes und seiner Gemeinde verliebt der verheiratete Familienvater sich in eine andere Frau. Der Film wurde auf plautdietsch mit Laiendarstellern aus der Mennoniten-Gemeinde gedreht.

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Ausstellungskalender vom 05/04/2015

Von Susanne Franz

bafici11Vom 15. bis zum 25. April steht die Filmkunst in Buenos Aires im Zentrum des Interesses. Morgen, Montag, 6. April, beginnt der Vorverkauf für das 17. Independent-Filmfestival BAFICI. Karten erhält man entweder auf der Webseite des Festivals oder im Village Recoleta-Kino (Junín/Vicente López) von 10-18 Uhr, mit Ausnahme des 15. April. BAFICI-Trailer hier.

Die Ausstellungen der Woche:

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Agenda de Muestras del 05/04/2015

Por Susanne Franz

bafici11Abril es el mes de los cinéfilos: Del 15 hasta el 25 de Abril se desarrollará la 17ª edición del Festival de Cine Independiente BAFICI. Mañana, Lunes, 6 de Abril, comenzará la venta anticipada de entradas. Estarán disponibles en la página web del Festival o en el Cine Village Recoleta (Junín/Vicente López) de 10 a 18 horas, excepto el 15 de Abril. BAFICI-Tráiler aquí.

Las muestras de la semana:

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Ein Hauch von Frankreich

Programm des Filmfestivals BAFICI 2015 wurde vorgestellt

Von Michaela Ehammer

bafici
Die 17. Ausgabe des “Buenos Aires Festival Internacional de Cine Independiente” wird in diesem Jahr vom 15. bis 25. April in 13 Spielstätten veranstaltet werden. Unter anderem wird auch das Teatro Colón Schauplatz verschiedener Events sein, wie etwa die Schlussvorstellung oder ein Gespräch mit Filmstar Isabelle Huppert, Ehrengast des Filmfestivals aus dem diesjährigen Gastland Frankreich und eine der am höchsten und am häufigsten ausgezeichneten Schauspielerinnen ihrer Generation.

Festival-Direktor Marcelo Panozzo und der städtische Kulturminister Hernán Lombardi gaben am Donnerstag voriger Woche bei der Pressekonferenz das Programm bekannt und betonten, es werde ein großartiges BAFICI mit vielen filmischen Perlen werden. Während der 11 Tage – ein Tag weniger als üblich – werden 421 Filme gezeigt, darunter argentinische, lateinamerikanische und internationale Lang-, Mittel- und Kurzfilme. Auch Beiträge aus dem deutschsprachigen Raum sind beim BAFICI vertreten, unter anderem “Victoria” von Sebastian Schipper aus Deutschland, “Prose du Transsibérien” von David Epiney aus der Schweiz oder “Goodnight Mommy” von Veronika Franz und Severin Fiala aus Österreich.

Das BAFICI wurde 1999 ins Leben gerufen und hat sich seither zu einem der bekanntesten und prestigeträchtigsten Filmfestivals für unabhängige Filme weltweit entwickelt. Die innovativsten, wagemutigsten und engagiertesten Filme werden dabei von namhaften Größen sowie jungen Talenten gezeigt und der Zuschauer darf einzigartige filmische Kreativität erwarten.

Eröffnet wird das Filmfestival mit dem argentinisch-französischen Film “El Cielo del Centauro” von Hugo Santiago. Der Kartenvorverkauf startet am 6. April online oder persönlich im Village Recoleta-Kino. Der Kartenpreis liegt bei 30 Pesos. Für Studenten und Rentner gibt es einen ermäßigten Preis von 25 Pesos. Der Schlussfilm “La calle de los pianistas” des Argentiniers Mariano Nante sowie das Hommage-Konzert für Jaco Pastorius mit Javier Malosetti in der “Usina del Arte” kosten jeweils 50 Pesos.

Foto:
Panozzo (links) und Lombardi bei der Pressekonferenz.
(BAFICI)

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Ausstellungskalender vom 29/03/2015

Von Susanne Franz

kamm
Im Rahmen der Ausstellung “Obrador” der argentinischen Künstlerin Lorena Fernández, die momentan im Espacio Kamm in Buenos Aires zu sehen ist, wird heute, Sonntag, 29. März, um 18 Uhr, ein Abend mit Theater und einer Lesung stattfinden. Dazu eingeladen sind die Künstler Carlos Herrera mit seiner Theater-Aktion “Defunctorum” und Gerardo Naumann mit einer Lesung von Texten unter dem Titel “Se acabó la magia” (Mario Bravo 1136, Stadtteil Palermo).

Zur Finissage von “Obrador” findet am Sonntag, den 12. April, um 18 Uhr, ein öffentliches Gespräch (“conversatorio”) mit der Künstlerin und den Kritikern Marcelo S. Dansey und Guido Ignatti statt.

Die Ausstellungen der Woche:

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Agenda de Muestras del 29/03/2015

Por Susanne Franz

kamm
En el marco de la muestra “Obrador” de la artista argentina Lorena Fernández, hoy, domingo, 29 de marzo, a las 18 horas, se contará con la presencia de dos artistas invitados: Carlos Herrera con la acción teatral “Defunctorum”, y Gerardo Naumann realizando una lectura de textos, “Se acabó la magia”. Espacio Kamm, Mario Bravo 1136, Palermo, Buenos Aires.

Para el cierre de “Obrador”, el domingo 12 de abril, a las 18 horas, se realizará un conversatorio con la artista, moderado por los críticos Marcelo S. Dansey y Guido Ignatti.

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“Als ich mit dem Papst U-Bahn fuhr”

Auszüge aus dem Leben von Franziskus – die Geschichte eines Menschen

Von Michaela Ehammer

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Es gibt viele Dinge, die wir über unseren Papst Franziskus wissen: Er kommt aus Argentinien und ist stolz darauf, ist ein großer Fußballfan, stets hilfsbereit, trinkt gerne Mate und stellt den Vatikan gehörig auf den Kopf. Nach seiner Amtseinführung am 19. März 2013 haben sich viele Dinge in und um den Vatikan verändert: Montags gibt es einen kostenlosen Haarschnitt für Obdachlose, das elegante Hotel wurde durch eine beschauliche Pension ausgetauscht, teure Kleider lehnte er von Anbeginn ab. Jorge Mario Bergoglio sorgt mit seiner unkonventionellen Art und mit seinen teils drastisch formulierten Sprüchen (“Die Kurie hat spirituellen Alzheimer”) für so viele Schlagzeilen, dass der Blick auf seine Wurzeln selten geworden ist. Doch wer ist dieser Mann? Und wie lebte er davor?

Die Vergangenheit des Argentiniers ist bunt, komplex und voller Brüche. 1998 war er Erzbischof, 2001 Kardinal. Er stand auf dem Abstellgleis und wollte seine berufliche Karriere ändern. Schriftstellerin Erika Rosenberg geht ihm in ihrem aktuellen Buch, der Biographie “Als ich mit dem Papst U-Bahn fuhr – Jorge Bergoglio aus Buenos Aires”, auf den Grund, schreibt über ihn als Menschen und berichtet von einer Seite, die den meisten von uns bisher wohl unbekannt blieb: Über das Verliebtsein des jungen Jorge, die Auswanderung seiner Familie von Italien nach Argentinien, über die Schatten- und Sonnenseiten seiner geistlichen Karriere, und gibt uns somit einzigartige Einblicke in das Leben jenes Mannes, der heute als Papst viele auf der ganzen Welt prägt.

Er sei anders, etwas Besonderes, könne vieles bewirken und sei “ein Papst zum Anfassen”, so die Autorin. Im Buch wird beschrieben, dass er Rosenkränze von Prostituierten segnete. Isabella, eine davon, kann sich noch gut an ihre Begegnung mit “Pater Jorge” erinnern. Sie habe ihn um einen Rosenkranz gebeten mit den Worten: “Vater, ich lebe in Sünde” – seine Antwort war simpel: “Wir sind alle in Sünde”. Und genau diese Aussagen seien es, die aus dem Geistlichen einen Menschen machen, so Rosenberg.

Doch wie kommt es zum Buch? Alles fing 1997, bei einer Gedenktafel für die Opfer des Holocausts in der Kathedrale von La Plata an. Fasziniert von seinen Worten schrieb Erika Rosenberg heimlich in der Kirche mit. Danach hat sie ihn in der U-Bahn, in der Linie A getroffen. Alle wären hell angezogen gewesen, nur Pater Jorge war in Schwarz gekleidet und seine Präsenz fiel auf. So drängte sich die Jüdin hin und fragte, ob es eine Annäherung zwischen Katholiken und Juden gäbe. Seine Antwort war einfach und verblüffend zugleich: “Ein guter Christ ist kein Antisemit!” Wieder blieb er ihr im Gedächtnis. Als sie ihn dann noch einmal in der U-Bahn getroffen hat und er dann schließlich zum Papst gewählt wurde, kam der Entschluss, ihm ein Buch zu widmen. Am 27. August 2014 war sie bei einer Audienz und er meinte: “Jetzt haben Sie alles für das Buch. Ich glaube, jetzt sind Sie damit fertig.” Wird er wohl wissen, denn auch der Papst höchstpersönlich hat mit dem Rabbiner Abraham Skorka ein Buch geschrieben, welches den Titel “Über Himmel und Erde” trägt.

Bücher vom Papst gibt es mittlerweile schon viele, warum ist also genau dieses Buch so besonders? Rosenberg hat für diese Biographie lange und äußerst genau recherchiert, sich mit Leuten aus seinem früheren Umfeld, etwa seinen Nichten, unterhalten, Informationen von einem Gefangenen sowie von anderen Priestern, die ihn persönlich kannten, gesammelt und dem Papst höchstpersönlich von diesem Buch berichtet. Es beruft sich somit auf Erinnerungen von Familienmitgliedern und engen Weggefährten und gibt einzigartige Einblicke in das wahre Leben Jorge Mario Bergoglios.

Erika Rosenbergs Buch “Als ich mit dem Papst U-Bahn fuhr – Jorge Bergoglio aus Buenos Aires”, unter der Mitarbeit von Ulrike Nikel, ist am 23. Februar 2015 beim HERBIG Verlag auf Deutsch erschienen (236 Seiten mit 23 Fotos).

Lesungstermine in Deutschland im April: 7.4. (Detmold, Augustinum); 8.4., 19 Uhr (92676 Speinshart, Kloster, Klosterhof 2); 9.4., 19 Uhr (07546 Gera, Katholische Pfarrei, Kleiststr. 7); 13.4., 19.30 Uhr (73033 Göppingen, Katholische Erwachsenenbildung, Zeigelstr. 14); 20.4. (97631 Würzburg, Haus St. Michael – Mehrgenerationenhaus, Familienbildungs- und Begegnungshaus der Diözese, Wallstr. 49); 21.4., 19.30 Uhr (85049 Ingolstadt, Katholische Erwachsenenbildung, Hieronymusgasse 3).

Infos auf Erika Rosenbergs Webseite.

Foto:
Erika Rosenberg mit ihrem Buch über den Papst.
(Foto: Michaela Ehammer)

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Ausstellungskalender vom 22/03/2015

Von Susanne Franz

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Vom 28. März bis zum 14. Juni ist in der Fundación Proa zum ersten Mal in Argentinien eine Ausstellung der in London lebenden libanesischen Künstlerin Mona Hatoum zu sehen, die zu den herausragendsten Persönlichkeiten der zeitgenössischen Kunstszene gehört.

Kuratiert von Chiara Bertola, umfasst die Schau Installationen, Videos, Fotografien, Skulpturen und Objekte der Künstlerin von den 1980er-Jahren bis heute, darunter auch ein Werk, das Hatoum speziell für die Fundación Proa schaffen wird.

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Agenda de Muestras del 22/03/2015

Por Susanne Franz

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Del 28 de marzo al 14 de junio de 2015, Fundación Proa presenta por primera vez en Argentina una exposición de Mona Hatoum, artista de reconocimiento internacional y una de las representantes más destacadas de la escena contemporánea.

Con la curaduría de Chiara Bertola, la exhibición reúne instalaciones, videos, fotografías, esculturas y objetos que repasan la trayectoria de la artista libanesa, presentando al espectador un amplio recorte de su producción artística desde la década del 80 hasta la obra que realizará especialmente para Fundación Proa.

Las muestras de la semana:

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