El Arte y los Nuevos Medios

“Objeto a” presenta Bienal Kosice, Fase 4 y Game On!


“Objeto a” estará presentando tres propuestas distintivas en lo que resta del año.

Durante Septiembre el Planetario Galileo Galilei de la Ciudad de Buenos Aires albergará la Segunda Bienal Kosice, en esta ocasión inspirada en el Proyecto Ciudad Hidroespacial, exhibido por primera vez en dicha institución en 1979.

33 años más tarde, el Planetario mostrará las nuevas visiones gestadas en torno a la icónica obra del Maestro Kosice. Más de veinte artistas han resultado ganadores de la nueva edición. Bio-instalaciones, site-specifics, instalaciones sonoras, video-instalaciones, performances, objetos hidro-cinéticos y mapping irán ocupando los distintos rincones de los tres anillos del Planetario.

La muestra podrá ser visitada desde el jueves 7 de septiembre de martes a viernes entre las 13 y 17 hs ó sabados y domingos entre las 14 y 19hs. Durante ese horario habrá guías de arte que acompañarán en el recorrido a los visitantes. El 15 y el 21 de septiembre el Planetario permanecerá cerrado.

El sábado 29 de septiembre tendrá lugar el cierre final de esta nueva Bienal Kosice. Entre las 17 y 19 hs los artistas ganadores estarán presentes para conversar con quienes se acerquen a despedir la Segunda Bienal en el marco de la Semana del Arte.

Fase 4

El Centro Cultural Recoleta será nuevamente sede de Fase, un encuentro que año tras año reúne instituciones públicas y privadas, nacionales y extranjeras para destacar su labor de investigación y desarrollo en nuevos medios.

Este año la consigna es “Post ecología, hacia una naturaleza y cultura sustentable”. Al igual que en sus ediciones previas, Objeto a ha sido convocado para participar del encuentro, en esta ocasión presentando una síntesis representantiva de su trayectoria en el campo del arte y nuevos medios a través de la selección de cinco obras; dos video-instalaciones, un site-specific, un videojuego experimental y una instalación escultórica-sonora cuyas temáticas están en estrecha relación con el eje rector de la nueva edición de Fase Encuentro.

La muestra tendrá lugar entre el 11 y 14 de octubre y será de entrada libre y gratuita.
En breve habrá novedades en la web de Objeto a y su blog.

Game on! El arte en juego

Entre el 25 de octubre y el 10 de noviembre tendrá lugar la Tercera Edición de Game on! El arte en juego, en esta ocasión presentando un panorama Iberoamericano del State of the Art del videojuego artístico/experimental.

Las dos sedes del Centro Cultural de España en Buenos Aires – CCEBA (Paraná y Florida) albergarán la exhibición que incorporará un espacio dedicado a instalaciones multimedia destinado a mostrar los resultados de la experimentación de artistas de nuevos medios en torno al dispositivo video-juego. Como siempre contaremos con un segmento para la exhibición y prueba de videojuegos artísticos y experimentales, tanto indies como comerciales.

La tradicional agenda de extensión cultural se convertirá esta vez en un Congreso que bajo el formato de summits abordará temáticas como la música en el videojuego, edutainment, game-art, entre otros. Acompañarán la expo performances y proyecciones destacándose la presentación en Argentina de “Indie Game The Movie” en cuatro ciudades en simultáneo.

Multikulti-Treffen in Buenos Aires

Fest der ausländischen Gemeinschaften am kommenden Wochenende

Von Susanne Franz

Musik, Tanz und kulinarische Köstlichkeiten aus aller Welt: Am 8. und 9. September wird in Buenos Aires bei freiem Eintritt die “Fiesta de las Colectividades” im Park der Einwandererbehörde “Migraciones”, neben der Anlegestelle “Apostadero Naval” (Av. Antártida Argentina 1355) gefeiert.

An 50 Ständen verschiedener Länder werden von den Einwanderern und ihren Nachfahren Getränke und landestypische Gerichte angeboten, auch Kunsthandwerk steht zum Verkauf. 40 Konzerte und Auftritte von Tanzgruppen sind auf der Hauptbühne geplant. Am Samstag, dem 8.9., ist die Fiesta von 11 bis 19 Uhr zugänglich, am Sonntag, dem 9.9., von 11 bis 17 Uhr. Bei Regen wird die Veranstaltung auf das darauffolgende Wochenende verschoben.

Organisiert wird der Event von der Einwandererbehörde des Innenministeriums, er steht unter dem Motto “Multikulti-Treffen für die Integration”. Am Sonntagmittag gibt es einen Festumzug aller Gemeinschaften und eine feierliche Verleihung von Urkunden an besonders verdienstvolle Einwanderer.

Cage-Hommage in Buenos Aires: Kolloquium, Filme und mehr

Zahlreiche Veranstaltungen zum 100. Geburtstag / Anmeldefrist für Kolloquium endet morgen

Von Susanne Franz

Am 5. September wäre der US-amerikanische Komponist John Cage 100 Jahre alt geworden. Auch in Buenos Aires gibt es zahlreiche Veranstaltungen zu Ehren des Ausnahmekünstlers. So haben das Teatro Colón und die Fundación Proa für den 13. und 14. September, von 11 bis 17.30 Uhr, ein internationales Kolloquium mit hochkarätigen Cage-Experten aus aller Welt organisiert, an dem u.a. der deutsche Komponist und Filmemacher Henning Lohner, der mit Cage zusammengearbeitet hat, teilnimmt. Das Kolloquium im Auditorium der Proa (Av. Pedro de Mendoza 1929 Ecke Caminito) ist gratis und richtet sich an Cage-Kenner, Dozenten und fortgeschrittene Studenten. Zur Anmeldung – nur noch bis 3. September! – muss man das entsprechende Formular auf der Webseite der Proa herunterladen und an coloquio@proa.org schicken. Für die Teilnahme an beiden Tagen wird eine Bescheinigung ausgestellt.

Zu den von Martín Bauer und Pablo Gianera koordinierten Hommage-Veranstaltungen für John Cage zählen auch eine Filmreihe im Leopoldo Lugones-Saal des San Martín-Theaters (Av. Corrientes 1530) am 12. und 13. September, für die Luciano Monteagudo die Auswahl getroffen hat; ein Überblick über Cages musikalisches Schaffen (1940-1992), mit Aki Takahashi, Joan La Barbara, David Núñez und dem “Cuarteto de la Untref”, im Foyer des Teatro Colón, am 15. September von 15 bis 20 Uhr; die Darbietung von “4.33” durch den Pianisten Lucas Urdampilleta im Auditorium der Fundación Proa, am 22. September um 18 Uhr; und Bob Wilsons Lesung von Cages “Conferencia sobre nada”, im Casacuberta-Saal des San Martín-Theaters, am 25. September um 21 Uhr.

Zwischen dem 5. und dem 20. September veranstaltet auch die “Casa Fernández Blanco” (Hipólito Yrigoyen 1420) einen vierteiligen Cage-Musikzyklus.

(Foto: Wikipedia)

In Tagen wie diesen zu Gast

“Die Toten Hosen” geben im September vier Konzerte in Argentinien

Von Fabian Vögtle


“Tage wie Diese”, einer der Hits des Jahres – nicht nur in deutschen Fußballstadien -, gibt es nun auch auf Spanisch. In “Días como estos” singt der Leader der Toten Hosen Campino mit beinahe genauso viel Leidenschaft wie in der deutschen Originalversion. Unterstützt werden die Hosen von der Band “La Vela Puerca” aus Uruguay, die eine spanische Version geschrieben hat und bei den Gesangsaufnahmen dabei war.

Die Aufnahme ist als Hommage an die spanischsprachige Fangemeinde und vor allem an Argentinien gedacht. Denn die Punkrockband aus Düsseldorf ist hier so beliebt wie kein anderer deutscher Exportschlager und gibt seit den 90er Jahren regelmäßig gefeierte Konzerte. Und nun, an einem weiteren Karriere-Höhepunkt der fünfköpfigen Band, die dieses Jahr zum ersten Mal gleichzeitig an der Spitze der Albumcharts in Deutschland, der Schweiz und Österreich stand, schauen die Hosen wieder einmal in Argentinien vorbei. Im September stehen vier Konzerte auf dem Programm.

Ob in San Miguel de Tucumán, Salta, Mar del Plata oder in Buenos Aires, die Hosen werden auch in ihrem 30. Bühnenjahr Vollgas geben und den argentinischen Anhängern altbekannte Songs sowie ihr neues Album “Ballast Der Republik” präsentieren. Das 15. Album der Band ist ein Rückblick auf die erfolgreichen Jahrzehnte mit Tausenden Konzerten auf der ganzen Welt, eine Momentaufnahme aktueller und gesellschaftlicher Entwicklungen und gleichzeitig ein Blick nach vorne, in die Zukunft Europas, der Bundesrepublik und der Toten Hosen.

Das Punkrockalbum knüpft auch musikalisch an alte Zeiten an. Frontmann Campino, Schlagzeuger Vom, Bassist Andi sowie an den Gitarren Kuddel und Breiti zeigen sich 2012 in Bestform und überzeugen mit ihrer Musik sicherlich nicht nur ihre alten Fans. “Traurig einen Sommer” ist ein ironischer Blick auf das tragische Leben als Musiker, “Europa” beschreibt die Flüchtlingsproblematik zwischen Afrika und Europa mit den zahlreichen Toten auf offenem Meer. In einigen Songs geht es auch persönlicher zu. “Schade, wie kann das passieren?” etwa ist eine klassische Tote-Hosen-Hymne über Sport – es geht um die Niederlage des heimischen Eishockey-Vereins. In “Draußen vor der Tür” singt Campino über seinen Vater und in “Das ist der Moment” über glückliche Augenblicke mit seinem Sohn sowie unvergessliche Erfolge mit der Band.

Doch am eindrucksvollsten ist die Single “Tage wie Diese”, eine Hymne über einzigartige Momente im Leben, die für eine Ewigkeit gelten, oder, mit Campino ausgedrückt: “Das Lied ist auch unsere Reaktion auf diese ganze Nostalgie, die einem am Vorabend von so einem Jubiläum wie unserem 30-jährigen Geburtstag entgegenschlägt. Wir waren immer eine Band, die in der Gegenwart lebt und nach vorne blickt. Letztendlich geht es auch darum, den Moment zu zelebrieren. So wie Du mit einem Freund auf ein Konzert oder auf eine Party gehst und weißt: das ist ein Abend oder ein Moment, der so vielleicht nicht mehr wieder kommt. Eine solche Situation beschreibt das Lied.”

Konzerttermine:

  • Donnerstag, 6. September: “Robert Nesta”, San Martín 1129, San Miguel de Tucumán.
  • Freitag, 7. September: “Estación Mega”, Balcarce 980, Salta.
  • Donnerstag, 13. September: “Gap Disco”, Constitución 5780, Mar del Plata.
  • Tickets online bei Tu entrada.
  • Samstag, 15. September: “Estadio Malvinas Argentinas”, Gutenberg 350, Buenos Aires. Gast: CJ Ramone.
  • Tickets online bei Ticketek oder telefonisch unter 5237-7200.

Foto: Matías Corral.

Wahrnehmungsveränderung beim Telefonanruf

Minuphone 1967-2012 in der Fundación Telefónica

Von Philip Norten

Der Auftrag der Fundación Telefónica ist es, Kunst auszustellen und zu fördern, die sich mit neuen Technologien beschäftigt und diese in ihre Arbeiten einbindet. Daher war es naheliegend, dass sich die Fundación stark für Marta Minujíns Werk Minuphone interessierte, das damals jedoch nur in der stark beschädigten Originalfassung erhalten war. Gemeinsam mit Experten des Museo Reina Sofía Madrid entschieden sich daher die Telefónica-Stiftung und Minujín, eine neue Version des Werkes anzufertigen, in der Aussehen und Funktionsweise des originalen Minuphones aber bestmöglich nachgeahmt werden sollten. In der Ausstellung sind nun das Original und der Nachbau zu sehen, den der Besucher auch benutzen darf und soll.

Minujín (*1941) war 1966 mit Hilfe eines Guggenheim-Stipendiums nach New York gekommen und hatte dort Anschluss an die Gruppe E.A.T. (Experiments in Art and Technology) um Robert Rauschenberg, Billy Klüver, Robert Whitman und Fred Waldhauer gefunden. Die Künstler waren beeinflusst von Gedanken des Architekturtheoretikers Buckminster Fuller, der utopische Modelle entwickelte, in denen sich Kunst und Technik verbanden mit dem Ziel, eine bessere Gesellschaft zu entwerfen. Zugleich rezipierten die Künstler Konzepte des Medientheoretikers Marshall McLuhan, der sich mit der sensorischen Wahrnehmungsfähigkeit des Individuums beschäftigte.

Beide Positionen aus diesen theoretischen Debatten kann man im Minuphone wiederfinden, das erstmals 1967 in der Galerie Howard Wise ausgestellt wurde. Grundelement des Werkes ist eine gewöhnliche Telefonzelle, die damals das Straßenbild prägte. Minujín hat jedoch zahlreiche Elemente eingebaut, die einen einfachen Anruf unmöglich machen. Nachdem der Telefonzellenbenutzer (heute der Besucher der Fundación Telefónica) eine Nummer gewählt hat, wird er durch unterschiedliche Effekte von seinem geplanten Gespräch abgelenkt: Lichtwechsel, Wind, gefärbtes Wasser an den Fenstern, Stimmveränderungen und die Übertragung des Bildes des Anrufers auf einen Bildschirm im Boden der Kabine werden die Wahrnehmung des Anrufers beeinflussen.

Minujín verfolgt mit dem Minuphone unterschiedliche Ziele. Indem sie ihre Kunst in eine Telefonzelle integriert, wird sie demokratisiert, da herkömmliche Zugangsschwellen zur Kunst (z.B. der weiße Galerieraum) entfallen. Der Besucher wird zur aktiven Teilnahme aufgefordert und seine sinnliche Wahrnehmung direkt beeinflusst; in den Worten der Künstlerin wird der Telefonanruf so zu einem “phsychedelischen Trip”. Minujin bietet dem Besucher an, aus seiner Alltagswelt auszubrechen und ein gewöhnliches funktionales Objekt neu wahrzunehmen – ob er diese Botschaft mitnimmt, bleibt letztendlich aber ihm überlassen. Der heutige Ausstellungsbesucher muss sich, um die Botschaft des Minuphones nachzuvollziehen, zudem in die Zeit zurückversetzen, als der Gebrauch der Telefonzelle noch alltäglich war. Dafür wird er entschädigt mit einem Foto, das ‘heimlich’ von ihm im Minuphone aufgenommen wurde, und die Signatur dieser bedeutenden argentinischen Künstlerin trägt.

“Like a string that’s broken…”

Kirsten Mosel bei der Ausstellung “After you die” in Kolumbien

Auf Einladung des kolumbianischen Künstlers Julian León nimmt die deutsche Künstlerin Kirsten Mosel, die in Argentinien lebt, an der Ausstellung AFTER YOU DIE teil, die um Tom Waits’ gleichnamigen Song kreist. Das Ausstellungsprojekt mit Künstlern aus Argentinien und Kolumbien wurde gestern im Espacio 101 in Bogotá eröffnet. 26 Künstler wurden eingeladen, Arbeiten zu einer der Textzeilen des Liedes zu konzipieren:
1. Like a tin can feeding
2. like a skinned hand bleeding
3. like a tramp choir crying
4. like a camp fire dying
5. like a big dog breeding
6. like a pig hog feeding
7. like a top hat tipping
8. like a dropped rat skipping
9. like a tin horn glowing
10. like a gin storm blowing
11. like a neck tie flapping
12. like a rich guy clapping
13. like a big fool crawling
14. like a rig tool falling
15. like a back door squeaking
16. like a crack whore tweaking
17. like a string that´s broken
18. like a thing that´s smoking
19. like a blue flame burning
20. like a new brain learning
21. like more cold coffee
22. like a poor old softie
23. like a declining graveyard
24. like a shining brave star
25. like a child that´s fainting
26. like a wild ass painting

Die unentbehrlichsten Sommer-Looks

“Buenos Aires Moda” zeigt zum 51. Mal aktuelle Saisonmode

Von Nina Obeloer

Gerade ist die BAF-Woche vorbei, da steht in Buenos Aires das nächste Mode-Event vor der Tür: Zum 51. Mal findet die Messe “Buenos Aires Moda” statt. Vom 18. bis zum 20. August wird sich im Centro Costa Salguero täglich von 14 bis 20.30 Uhr alles um die kommende Sommermode drehen.

Während dieser drei Tage präsentieren ausgewählte Designer und Modemarken ihre vielfältigen sowie qualitativ hochwertigen Kollektionen. Die unentbehrlichsten Sommer-Looks können die Besucher in vier verschiedenen Sälen erfahren: Der erste wird unter dem Titel “Íntima y Playa” stehen, da dort exklusive Unterwäsche und Bademoden gezeigt werden. Im Saal “Expresiones” werden prestigeträchtige Marken ihre neue Saisonware ausstellen. Im Saal mit dem Titel “New Style” werden avantgardistische Kreationen zu sehen sein. Im “Complementos”-Saal erwartet den Besucher eine Auswahl der aktuellsten Accessoires, Schuhe und Schmuck sowie Dekorationsartikel.

Die Modenschauen, die auf dem Programm stehen, zeigen die neuen Kollektionen der kreativen und kommerziellen Marken in spezieller Atmosphäre: Am Samstag laufen die Models der Marken “Calyx”, “Micheluzzi”, “Alfredo Serrano” und “Mirta Armesto” über den Runway. Am Sonntag zeigen die Marken “Vanlon”, “Vars”, “Lisbono”, “Agostina Bianchi” und “Jesus Fernandez” ihre Interpretationen des Sommers 2012/13, und am Montag enden die Tage mit der Schau von “Clan Issime”.

Kritische Betrachtungen zu Gesellschaft und Politik

“Pop, realismos y política: Brasil – Argentina 1960” in der Fundación Proa

Von Philip Norten

Mit “Pop, realismos y política” widmet die Fundación Proa nach “Imán: Nueva York” und “SAP: Sistemas Acciones y Procesos” erneut eine Ausstellung den 1960er Jahren. Auf diese Forschungsarbeit aufbauend soll die von Paulo Herkenhoff und Adriana Rosenberg konzipierte Ausstellung die Kunst in Brasilien und Argentinien zu dieser Zeit untersuchen. Dazu haben die Kuratoren Herkenhoff und Rodrigo Alonso in vier Sälen Werke von 58 Künstlern versammelt.

Die wichtigsten Themen und Ideen der Ausstellung werden schon im ersten Raum deutlich: León Ferrari (*1920) kombiniert in “La civilización occidental y cristiana” von 1965 das Modell eines US-amerikanischen Kampfjets mit einem Kruzifix. Dabei wird deutlich, wie die Künstler dieser Zeit Symbole und Zeichen der Alltagswelt übernehmen, um gesellschaftliche und politische Fragen zu diskutieren, in diesem Fall die Macht der USA und der katholischen Kirche in Lateinamerika.

Bildkultur und Politik sind auch zentrale Themen im Werk von Roberto Jacoby, dessen Installation “Un guerrillero no muere para que se lo cuelge en la pared” im selben Raum zu sehen ist. Der Titel der Arbeit weist schon auf die Probleme des Kurators hin, diesen Druck Jacobys nicht an die Wand zu hängen, eigentliches Anliegen des Künstlers ist es jedoch, durch die provokante These des Titels den Bilderkult um Che Guevara (der später noch in der Ausstellung zu sehen sein wird) kritisch zu hinterfragen.

Im großen zweiten Saal der Fundacián wird anhand von zahlreichen Gemälden die Weiterentwicklung dieses Mediums dargestellt. Dominierte in den 1950er Jahren die konkrete Kunst mit einer aseptischen Form von abstrakter Malerei, lassen sich nun diametral entgegengesetzte Tendenzen beobachten: Die gezeigten Gemälde sind wieder gegenständlich, häufig werden aktuelle Themen dargestellt (bei einigen Werken durch Collagetechnik). Auch die Ästhetik der Gemälde ändert sich radikal: durch einen oft extrem gestischen Duktus wirken viele Werke – wie beispielsweise “Submundo” von Rómulo Macció (*1931) – aggressiv. Auch durch die Farb- und Materialwahl – viele Künstler verwenden grelle Farben, andere arbeiten mit Stoffen – wird das gewohnte ästhetische Empfinden der Besucher gestört.

Der anschließende Saal ist Werken gewidmet, die in einem stark politisierten Kontext zu verstehen sind. Die 60er Jahre waren sowohl in Argentinien als auch in Brasilien von politischen Unruhen und Repressalien der jeweiligen Militärdiktaturen geprägt, die auch die Entstehungsbedingungen von Kunst direkt beeinflussten. Die schwarze Wandfarbe des Raumes verstärkt dabei den düsteren Unterton der ausgestellten Arbeiten. Während dabei die Fotografien des Brasilianers Evandro Teixeira (*1945) die Studentenunruhen von 1968 dokumentieren, weist Cildo Meireles (*1948) mit “Zero Dollar” spielerisch, aber zugleich ernst auf den ökonomischen Kontext der politischen Probleme hin. In seinem Gemälde “Lección de anatomía nº 2” porträtiert Carlos Alonso (*1929) den toten Che Guevara im Stile Rembrandts, womit er auf die Bedeutung des Guerrilleros für die lateinamerikanischen Künstler und auf die große Enttäuschung, die mit seinem Tod verbunden war, hinweist.

Die große Vielfalt an künstlerischen Medien – Fotografie, Malerei, Installation -, die Künstler zu dieser Zeit verwendeten, setzt sich im letzten Saal der Ausstellung fort, in dem u.a. zwei Happenings von Marta Minujín (*1941) rekonstruiert werden. In “Cabalgata” von 1964, das live vom Fernsehen übertragen wurde, inszenierte sie Pferde, die durch die Eimer auf ihren Rücken Matratzen bemalten, Athleten, die Luftballons zum Platzen brachten, und eine Rockband in einer surrealistischen Performance. Ziel war es dabei – wie Minujín bei einem Gespräch in der Ausstellung erläuterte -, durch die Gleichzeitigkeit der Handlungen den Besucher mit dem neuen Charakter von Kunst zu konfrontieren. Die Idee vieler Künstler war es, durch den performativen Ansatz ihrer Werke und durch neue Verbreitungsmedien wie das Fernsehen das Rezeptionsverhalten zu verändern: statt stumm Gemälde zu betrachten, sollte sich der Rezipient aktiv an der Diskussion über Kunst beteiligen, die zudem nicht mehr an Museen oder Galerien gebunden war.

Die Rekonstruktion dieses Happenings von Minujin anhand von Fotografien und Dokumenten macht zugleich die Problematik der Ausstellung deutlich: die Kunst dieser Ära war sehr zeitbezogen und Themen sowie Ästhetik dieser Epoche erschließen sich stark aus dem damaligen gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Kontext. Daher ist es nur konsequent, dass diese Ausstellung von einem umfangreichen Rahmenprogramm und einem großen Katalog begleitet wird, die beide dabei helfen können, uns die Kunst dieser Zeit wieder näher zu bringen.

  • “Pop, realismos y política: 58 artistas de Brasil y la Argentina” (Pop, Realismus und Politik: 58 Künstler aus Brasilien und Argentinien). Kuratoren: Paulo Herkenhoff und Rodrigo Alonso.
  • Fundación Proa, Pedro de Mendoza 1929, La Boca, Buenos Aires.
  • Di-So 11-19 Uhr, montags geschlossen.
  • Eintritt 12 Pesos, Rentner 8 und Studenten 4 Pesos; dienstags für Studenten gratis.
  • 14.7.-Ende September.

Foto:
León Ferrari, “La civilización occidental y cristiana”, 1965. Gips, Holz und Öl. 200 x 120 x 60 cm. Sammlung Alicia und León Ferrari, Buenos Aires.

Bandoneons, Milongas und Piazzolla

Ab morgen in Buenos Aires: “Tango Festival y Mundial”

Von Nina Obeloer


Der Tango Argentino erlebte in den letzten Jahrzehnten eine Renaissance. Vom 14. bis zum 28. August 2012 findet in seiner Geburtsstadt Buenos Aires nun zum zehnten Mal das “Tango Festival y Mundial” statt – die gleichzeitige Durchführung der Weltmeisterschaft im Tangotanz sowie diverser Vorführungen, Ausstellungen und Milongas an verschiedenen Orten in der Stadt. Zu diesem Anlass wurden mehr als 2000 Tangosänger und -musiker eingeladen, darunter Leopoldo Federico, Atilio Stampone, Horacio Molina, Luis Salinas, Adriana Varela, Horacio Lavandera sowie Pedro Aznar.

Die Tango-Tanz-Weltmeisterschaft wird vom 20. bis zum 28. August ausgetragen. Rund um dieses Ereignis wird es zahlreiche Veranstaltungen geben: So wird am Abend des 14. August ein Eröffnungskonzert im neuen Kulturzentrum “Usina del Arte” gegeben. Ein weiteres Highlight des Festivals ist die 90. Geburtstagsfeier des berühmten Sängers Juan Carlos Godoy. Am Sonntag, dem 19. August, wird er im Centro de Exposiciones auftreten und sein neues Album “Obsesión” präsentieren. Dabei wird er von einer Gitarrengruppe unter der Leitung von Carlos Juárez begleitet.

Am Montag, dem 20. August, wird um 20.30 Uhr auch im Teatro Colón eine Veranstaltung stattfinden: Dort wird die Gruppe “TangoContempo” mit der Show “La Nueva Escena” auftreten. Am 25. August beginnt um 19 Uhr die “Fiesta Electrónica” im Centro de Exposiciones. Hier zeigt sich der Tango von seiner jungen, kosmopolitischen Seite: Typische Tangoklänge verschmelzen mit elektronischen Rhythmen, Hiphop und Drum´n Bass.

Zu Ehren des vor 20 Jahren verstorbenen Astor Piazzolla wird es vom 15. bis zum 26. August eine permanente Ausstellung im Centro de Exposiciones geben. Gezeigt werden mehr als 250 Fotografien – darunter private Bilder mit seiner Familie und Freunden sowie seines Lebens in der Öffentlichkeit. Darüber hinaus werden auch Dokumente, Manuskripte und Zeichnungen ausgestellt. Neben diesen erwähnten Veranstaltungen wird es noch zahlreiche weitere Darbietungen im Rahmen des Festivals geben.

Alle Veranstaltungen sind gratis, am besten schaut man auf der Webseite des Festivals nach, wo, an welchem Tag und ab wann man für die jeweiligen Shows Karten abholen kann.

Foto:
Einer der Acts: Sesiones de Tango.

“Un referente de la cultura y el arte”

Hilton Buenos Aires recibe a Marta Minujín

Hilton Buenos Aires recibe la exhibición de la prestigiosa artista Marta Minujín, considerada una de las pioneras en la incursión de la acción en las artes plásticas. La muestra tiene lugar en el emblemático lobby del Hotel. Parte de lo recaudado será donado a la Fundación Ninawa Daher que brinda asistencia, a través de becas, a chicos de bajos recursos y con capacidades especiales.

La exposición está compuesta por 12 obras de 120 x 240 cm. Se puede apreciar la serie titulada “Freaking on Fluo”, y también la reconocida escultura en bronce “Venus Fragmentándose”.

“En los últimos años, Hilton Buenos Aires se ha convertido en un referente de la cultura y el arte en la Ciudad de Buenos Aires, recibiendo las obras de grandes artistas como Helmut Ditsch, Milo Lockett y Norberto Moncarz, entre otros”, destacó Tilo Joos, Gerente General de Hilton Buenos Aires. “Estamos muy orgullosos de acompañar, en esta oportunidad, a Marta Minujín, afianzando nuestro vínculo con el arte y la responsabilidad social”.

Bajo su consideración de que “todo es arte”, Minujín se convirtió en el paradigma de su generación. Su arte se destacó en Buenos Aires, París, Nueva York y en cualquier lugar del mundo donde expuso sus obras.

La muestra permanecerá abierta al público durante agosto y septiembre.

Öko-Geschichten von Kindern für Kinder

Das Projekt “Contraseña verde” des Goethe-Instituts Buenos Aires

Von Susanne Franz


Claudio ist acht Jahre alt und lebt in einem Stadtteil unterhalb der Burg von Montevideo, Uruguay. Carolina ist neun und wohnt am Stadtrand von Bogotá in Kolumbien. Milagros aus Lanús in der Provinz Buenos Aires in Argentinien geht in die fünfte Klasse der Primaria. Was diese drei Kinder gemeinsam haben, nicht nur miteinander, sondern mit den meisten Kindern in Lateinamerika und der Welt, ist ihre Sorge um die fortschreitende Zerstörung der Umwelt.

Das Goethe-Institut Buenos Aires hatte vor etwa zwei Jahren die Idee, diese Energie einer heranwachsenden Generation zu nutzen, und schuf in Zusammenarbeit mit lateinamerikanischen Fernsehsendern das dreisprachige Online-Fernseh-Portal “Contraseña verde” (Passwort grün). Hier erzählen Kinder anderen Kindern Öko-Geschichten aus ihrem direkten Umfeld. Die Geschichten sind in brasilianischem Portugiesisch und Spanisch und werden auf Deutsch untertitelt bzw. im Fall von Spanisch und Brasilianisch synchronisiert.

Wer www.contrasenaverde.org anklickt, findet oben eine Leiste mit kleinen Schwarz-Weiß-Porträts der Protagonisten. Fährt man darüber, werden sie farbig, gleichsam lebendig, und laden ein, draufzuklicken und zu sehen und zu hören, was sie zu erzählen haben. Claudio zum Beispiel berichtet von seiner Oma – die wie alle Erwachsenen in den Geschichten nur am Rande vorkommt -, die hat so viel Arbeit, dass sie nicht zum Workshop gehen konnte, der den Nachbarn die Herstellung eines “Zaubertopfes” beigebracht hat, mit dem man beim Kochen jede Menge Strom sparen kann. Kein Problem für Claudio. Er organisiert ein paar Jungs aus der Nachbarschaft und baut der Oma die “olla bruja” einfach selbst. Zur Belohnung kriegen die Freunde am Ende selbstgemachten Milchreis.

Milagros hat mit ihrer Klasse unter Anleitung der Lehrerin eine Mappe über die zerstörerischen Einflüsse des giftigen Riachuelo-Flusses angelegt, an dessen Ufer die Kinder leben. Das argentinische Mädchen hat die Fotos beigesteuert und ist stolz zu erzählen, dass die Schulklasse mit der Mappe bis zum Präsidenten des Obersten Gerichtshofs Argentiniens vordringen konnte, der sich die Sorgen der Kinder anhörte.

Carolina geht auf eine ökologisch ausgerichtete Schule und erzählt vom Bach auf ihrem Schulweg. Sie will ein Bewusstsein bei der Nachbarschaft dafür wecken, dass dieser Bach, der in ein Feuchtgebiet mit schützenswerter Flora und Fauna mündet, nicht verschmutzt werden darf. Sie betont, wie traurig es sie macht, Tag für Tag wieder Müll am Ufer des Flüsschens zu entdecken.

Die lateinamerikanischen Fernsehsender, die die qualitativ hochwertigen Kindersendungen auf Einladung und unter der Betreuung des Goethe-Instituts Buenos Aires produziert haben, sind señalcolombia (Kolumbien), Pakapaka (Argentinien), Tevé Ciudad (Uruguay), TV Brasil (Brasilien) und Vale TV (Venezuela). Mit berechtigtem Stolz können sie auf eine gelungene erste “Spielzeit” von “Contraseña verde” blicken. Und diese Woche findet in Buenos Aires ein Seminar statt, in dem sich alle beteiligten Produzenten zusammensetzen und über das Format der zweiten “Temporada” diskutieren. Zu diesem Anlass ist auch Annick Hilger, ZDF-Redakteurin für Kinder und Jugend, nach Buenos Aires gekommen, um einen Workshop zu erteilen.