Una Villa llena de cultura

Klicken Sie hier, um die deutsche Version zu lesen.

Los planos de Le Corbusier en la Villa Ocampo de San Isidro

Por Maria Exner

ocampo33.jpgEn Villa Ocampo, situada en la bella zona norte de San Isidro, están en exposición los planos de Le Corbusier. Pero no solo eso amerita una visita a la casa del año 1891, donde la mecenas, autora y editora de la revista “Sur” Victoria Ocampo paseaba con el ilustrado Jorge Luis Borges…

Lesen Sie weiter / Seguir leyendo »

Annäherungen an die Fremdheit

“Extranjerías” im Espacio Fundación Telefónica

Von Maria Exner

martin33.jpg

Im Espacio Fundación Telefónica zeigte Martín Bonadeo gemeinsam mit anderen Künstlern seine Gedanken zum Fremdsein in der Ausstellung “Extranjerías”… mehr>>

Annäherungen an die Fremdheit

Click aquí para leer la versión en castellano.

Im Espacio Fundación Telefónica zeigt Martín Bonadeo gemeinsam mit anderen Künstlern seine Gedanken zum Fremdsein in der Ausstellung “Extranjerías”

Von Maria Exner

martin22.jpg
Betritt der Besucher einen privaten oder öffentlichen Raum, fragt die Anzeige von Martín Bonadeo.

Im Einwandererland Argentinien ist kaum ein Thema so präsent wie die Frage der Fremdheit. Was treibt den Fremden aus der Heimat hierher? Wie lange dauert es, bis aus Fremdheit Vertrautheit wird? Warum fühlt man sich fremd? Diese Fragen stellten die Kuratoren der Ausstellung “Extranjerías”, die noch bis morgen im Espacio Fundación Telefónica zu sehen ist. 10 Künstler spüren diesen Fragen mit ihren Arbeiten nach, versuchen Antworten zu geben. In ihren Werken geht es aber nicht allein um die Fremdheit im Bezug auf fremde Länder, sondern vielmehr um die Existenz fremder Lebenswelten und die Momente der Fremdheit im Alltag, die es, ausgedrückt durch das spanische Wort “extrañarse” in Buenos Aires ziemlich häufig zu geben scheint.

Den Porteño Martín Bonadeo befremdet beispielsweise der Zaun, der den Park gegenüber des Telefónica-Gebäudes in der Calle Arenales umgibt. Es ist ein kleiner, öffentlicher Park – doch damit er nachts nicht zum Zufluchtsort für Obdachlose und Kleinkriminelle wird, ist er umzäunt. “Wem gehört also dieser Park? Ist er wirklich öffentlich? Oder wird er durch den Zaun nicht doch zum privaten Ort eines bestimmten Teils der Öffentlichkeit?”, fragt sich der Künstler.

Lesen Sie weiter / Seguir leyendo »

Aproximaciones a lo extraño

Klicken Sie hier, um die deutsche Version zu lesen.

En el Espacio Fundación Telefónica, Martín Bonadeo, junto con otros artistas, expone sus pensamientos sobre la extrañeza en la exposición “Extranjerías”

Por Maria Exner

martin22.jpg
Si los asistentes entran a un espacio público o a uno privado, es la pregunta del cartel de Martín Bonadeo.

En un país de inmigrantes como Argentina, no hay tema tan presente como el de lo extraño-extranjero. ¿Qué traen los extranjeros de su tierra? ¿Cuánto tarda lo extraño en volverse familiar? ¿Por qué uno se siente extraño? Estas son las preguntas que se hacen los curadores de la exposición “Extranjerías”, que se puede visitar hasta mañana en el Espacio Fundación Telefónica. Diez artistas merodean estas cuestiones con sus trabajos, intentan dar algunas respuestas. En sus obras, no se trata tanto de relacionar lo extraño con los países extranjeros, sino más bien con la existencia de mundos de vida ajenos y los factores de lo extraño en la vida cotidiana, elementos que parecen confluir en la expresión castellana “extrañarse”, bastante empleada por cierto.

Por ejemplo, al porteño Martín Bonadeo le extraña la reja que rodea la plaza que se encuentra en la calle Arenales delante del edificio Telefónica. Es una plaza pública pequeña que, pese a que no duermen ahí linyeras ni ocurren hechos delictivos, está cercada. “¿A quién le pertenece el parque? ¿Es realmente público? ¿Acaso el cerco no convierte parte de lo público en un lugar privado?”, se pregunta el artista.

Lesen Sie weiter / Seguir leyendo »

Heute letzte Gallery Night

Gallery Nights bei der Semana del Arte

Von Maria Exner

bild22.jpg

Wer es noch nicht gemacht hat, sollte sich unbedingt noch für die Gallery Night am heutigen Freitag, 25. September, in Recoleta anmelden. Die nächtlichen Touren durch die Galerien der einzelnen Stadtviertel sind in vielerlei Hinsicht ein Erlebnis. Während der Gallery Night in Palermo habe ich innerhalb weniger Stunden nicht bloß die Arbeiten dutzender Künstler gesehen, sondern vor allem einen mehr als persönlichen Einblick in die hiesige Galerienszene bekommen. 26 Galerien und Kunstcafés öffneten für die Teilnehmer der Gallery Night bis 23 Uhr und viele boten mehr als nur die reine Kunst.

Die Galerie “Dacil Art” hatte beispielsweise das Kammermusikquartett “Aqualáctica” eingeladen, die Eröffnung der Vernissage “Esa tampoco soy yo” der Künstlerin Verónica Llobet zu begleiten. Das Spiel der drei Musiker war auch in den umliegenden Straßen zu hören und legte über alles eine feierliche Atmosphäre. Beim Kunst-Italiener “Il Ballo de Mattone” drängelten sich Jung und Alt bei Rotwein, Bier und Gnocchi an den mit Collagen, Werken von Comiczeichnern und Mangakünstlern voll behängten Wänden vorbei und die Stimmung war so ausgelassen, dass ich schon nach fünf Minuten wusste: Hier komme ich sicher bald wieder her. Bei der Künstlerin und Architektin Adriana Bozzi – deren Körper-Skulpturen aus Metall und Stein wirklich sehenswert sind – endete der Besuch mit einer Privatführung durch das knapp 100 Jahre alte, von ihr renovierte und ausgebaute Haus im typischen Palermo-Soho-Stil. Und in der Galerie “Elsi” spielte eine Pianistin zur Betrachtung der Korbskulpturen von Edgardo Madanes (siehe unten) Etüden von Erik Satie. So war die von der Semana del Arte organisierte Tour ein intensives Kunsterlebnis – und eine gute Gelegenheit die ersten Kontakte zum Kulturbetrieb von Buenos Aires zu knüpfen.

bild11.jpg
(Fotos: Max Georg Neufeind)

Form gewordene Poesie

Skulpturenausstellung “Infinito” von Edgardo Madanes bei Elsi del Río

Von Susanne Franz

edga.jpg

Die Arbeit mit den Händen erlaubt ihm das Denken, das Meditieren. In der Stille spürt er den unmittelbaren Kontakt mit seinem Werk. In seinen Gedanken nimmt es Gestalt an; das handwerkliche Tun – das Biegen, Flechten, Verknüpfen – lenkt wiederum seine Gedanken. Das Manuelle wird zum Spirituellen und umgekehrt: Aus diesem Prozess, dem Dialog zwischen Händen und Kopf, entsteht das Werk von Edgardo Madanes.

Er nimmt dafür von dem, was die Natur reichlich zu bieten hat: Madanes arbeitet mit Korbruten aus dem Tigre-Delta. Einmal im Jahr müssen diese geschnitten werden, damit die Weiden wieder wachsen können – und nach jedem Schneiden wachsen mehr Triebe als zuvor. Die Gewinnung des natürlichen Materials, das der Künstler verwendet, zerstört somit kein kostbares Naturgut, sondern multipliziert Leben.

Kein Geringerer als der ehemalige Präsident und Vorreiter des argentinischen Bildungswesens Domingo Faustino Sarmiento (1811-1888) siedelte die Weide im Tigre-Delta an; die Korbflechterei wurde hier zuerst von europäischen Einwanderern betrieben und ist bis heute ein wichtiger Geschäftszweig der Insulaner des Deltas.

Der Künstler und Kunstdozent Edgardo Madanes arbeitete als Schüler des renommierten Bildhauers Juan Carlos Distéfano zunächst in dessen Tradition mit Polyestermasse, aus der er Pflanzen und Phantasie-Tiergestalten modellierte. Die Bilder stammten aus dem Tigre-Delta, wo der Porteño seit seiner frühen Jugend rudert und seine Freizeit verbringt. Die eher zufällige Entdeckung “seines” Materials war wie eine logische Konsequenz: “Erst holte ich von dem Ort, der mir innere Nahrung gibt, meine Bilder, jetzt schneide ich im übertragenen Sinne mein Material aus ihm heraus.” Ungefähr im Jahr 1990 geschah dies, und die Liebe und Faszination für seinen Werkstoff ist bis heute geblieben – wobei Madanes strikte Auswahlkriterien hat, wenn es dazu kommt, “wer” in sein Werk aufgenommen wird.

Jede einzelne der zwei bis vier Meter langen Korbruten, die er verwendet, “hat etwas zu erzählen”, sagt er; trotz der großen Ähnlichkeit, die alle miteinander haben, sei jede ein Individuum. Madanes wählt die, die er für sein Werk haben will, mit Bedacht aus. Bewusst “marginalisiert” er diejenigen, die nicht in das Gefüge passen. “Meine Konstruktion des Werks ist eine soziale Konstruktion”, betont er, und macht damit verständlich, warum seine Werke wie Lebewesen wirken – oder eher wie Lebenssysteme, in denen das Individuum dem größeren Ganzen untergeordnet ist – wobei es aber gleichzeitig unabdingbarer Teil des Ganzen ist.

Madanes, der seine Werke nur selten, in Abständen von vielen Jahren, der Öffentlichkeit präsentiert, schuf mit seinem neuen Material zunächst netzartige Skulpturen (“Redes”), die er Mitte der 90er Jahre vorstellte. Er komponierte eine Welt, die die des Tigre-Deltas widerspiegelte, “und da herrschen ganz andere Mechanismen des Überlebens als in der Stadt”, sagt er. Viele Dinge sind “aufgehängt” (Boote etc.) oder stehen auf Stöcken, alles schwimmt oder treibt im Wasser – “diese Schaukelbewegung des Wassers beherrscht irgendwie alles”.

Das Schwimmen und das Ankern als wichtige Grund-Elemente im Leben des Deltas flossen in Madanes’ Raum-Installation “Presente” ein, die er im Jahr 2001 im Centro Cultural Recoleta zeigte. An dicken Kabeln hingen von der Decke große, tropfenförmige, aus Korbruten geflochtene Netze, die an schweren Granitblöcken am Boden verankert waren. Eine ungeheure Spannung entstand in diesem unwirklichen Raum aus der Tatsache, dass die anscheinend doch leichten Flecht-Objekte mit solch extremen Gewichten am Boden gehalten werden mussten. Das Gewicht der Netze resultierte für Madanes aus der Leere in ihrem Inneren.

Edgardo Madanes’ jüngste Ausstellung “Infinito”, mit der am Montagabend die Galerie Elsi del Río in Palermo ihren neuen Sitz einweihte, zeigt den Künstler auf einem neuen Höhepunkt seiner künstlerischen Laufbahn. Hatten seine “Netzwerke” bislang eine Komponente der sozialen Reflexion, sind nun Introspektion und “ein Bedürfnis in mir, zur Ruhe zu kommen” an diese Stelle getreten. “Es ist, als ob der Redefluss versiegt sei”, sagt der Künstler, “an seine Stelle tritt nun Poesie, die Form angenommen hat” – die Form seiner Werke.

Madanes’ “Zeichnungen im Raum” sind reine Bewegung, “ein Tanz, den ich im Raum erschaffe”, sagt der Künstler. Mit einer einzigen unendlichen Linie entführt Madanes auch den Blick des Betrachters in den unendlichen Raum. “Wenn mein Werk früher eher die Bewegung des Wassers widerspiegelte, ist es heute das Schweben im Raum”, beschreibt Madanes den stärkeren Bezug zum Kosmischen, den sein Werk heute hat.

Das nächste Ziel sind riesige Formate, auch eine Ausstellungsfläche dafür ist für diesen Sommer schon in Sicht: Die Direktorin des schönen “Museo de Arte de Tigre” (MAT), Diana Saiegh, hat die Museumsgärten dafür in Aussicht gestellt. Könnte es einen besseren Ort geben? Außerdem verhandelt Edgardo Madanes’ Galerist Fernando Entín von Elsi del Río mit einer Galerie in Sao Paulo.

Zunächst aber ist die Ausstellung “Infinito” bei Elsi del Río noch bis zum 31. Oktober zu sehen. An den 5,40 Meter hohen Wänden der neuen Galerie sind die Werke Madanes’ sparsam montiert, und die Schatten, die sie dank der raffinierten Beleuchtung werfen, heben ihre Dramatik und konzentrierte Energie noch stärker hervor.

Anlässlich der “Semana del Arte” in der kommenden Woche ist bei Elsi del Río für den 23. September, an dem in Palermo die “Gallery Night” stattfindet, um 20 Uhr ein Klavierkonzert geplant, in dessen Rahmen Norma Lado die “Gymnopédie” von Erik Satie spielt.

“La Semana del Arte”

Woche der Kunst vom 20.-26. September

Von Susanne Franz

Mit drei Gallery Nights in Palermo (23.9.), San Telmo/Puerto Madero (24.9.) und Recoleta/Retiro (25.9.), über 100 teilnehmenden Galerien, Konzerten, Führungen, Vorträgen, Wettbewerben usw. ist die von der Zeitschrift “Arte al Día” organisierte “Semana del Arte” in diesem Jahr besonders vielfältig.

Start ist am morgigen Sonntag mit einem Gratiskonzert um 16 Uhr am Obelisken mit “Voxpop” und Javier Malosetti (das bei Regen auf den 27. verschoben wird). Bis zum 26. September geht der Kunstmarathon; genaue Infos sind auf der Webseite der Veranstaltung zu finden.

Zwei Tipps

Ausstellungen von Eduardo Iglesias Brickles und Mabel Rubli

Von Susanne Franz

EIB2.jpg
Eduardo Iglesias Brickles, “After Guatemala”, 2009.

Auch wenn sie nicht Teil der “Semana del Arte” sind, muss man die nur noch bis nächste Woche geöffneten Ausstellungen von Eduardo Iglesias Brickles und Mabel Rubli ganz besonders empfehlen.

Iglesias Brickles zeigt seine farbenfrohen Holzschnittgemälde unter dem Titel “After Guatemala”; eine Reise dorthin hat seine Bilderwelt noch leuchtender gemacht und seiner humorgewürzten Symbolik allerlei Bilder aus der indigenen Folklore hinzugefügt. Wie immer stehen Porträts im Vordergrund, umrahmt von Totenschädeln, Rosen, Pistolen, Hammern und Zangen oder angespitzten, dornigen Stengeln; weniger häufig als zuvor tauchen Buchstaben auf, die Teile des Titels verraten können wie “El arte no tiene sexo definido” (Das Geschlecht der Kunst steht nicht ganz fest). Eine wunderbare Ausstellung eines ganz besonderen Künstlers.

  • Eduardo Iglesias Brickles, “After Guatemala”. Vermeer Galería de Arte, Suipacha 1168. Mo-Fr 11.30-15 und 16-19.30, Sa 11-14 Uhr. 26.8.-26.9.

Mabel Rublis Ausstellung “Espacio Abierto” vereint Werke von 1991 bis 2009, von denen besonders großformatige Objekt-Kästen beeindrucken, in denen sie zu Röllchen geformtes handgemachtes Papier, das mit ihren Graphiken bedruckt ist, zu Mustern anordnet. Überhaupt nimmt sich die Künstlerin große Freiheiten mit ihrem Material, verabschiedet sich von gewohnten Formaten und zitiert sich selbst.

  • Mabel Rubli, “Espacio Abierto”. Empatía, Carlos Pellegrini 1255. Mo-Fr 13-20, Sa 10-13 Uhr. 2.9.-26.9.

Mit deutschem Akzent

Am 10. September beginnt das 9. Deutsche Kinofestival im Village Recoleta

Von Susanne Franz

cinee2.jpg
In Andreas Dresens neuem Film “Whisky mit Wodka” läuft Henry Hübchen zu Bestform auf. Erst seit dem 3. September in den deutschen Kinos, kann man den Film jetzt in Buenos Aires beim Festival sehen.

Spannende Unterhaltung, Drama, Abenteuer, Herzschmerz und Training für die Lachmuskeln: Das 9. Festival des Deutschen Films bietet Kinofreunden die einmalige Gelegenheit, die besten deutschen Filmproduktionen des vergangenen und dieses Jahres kennenzulernen.

Am Donnerstag, den 10. September, wird das Festival mit dem Streifen “Hilde” über das Leben der deutschen Schauspielerin und Sängerin Hildegard Knef eröffnet. Der Regisseur des Eröffnungsfilms Kai Wessel ist der Stargast des diesjährigen von German Films organisierten Kinofestes. Bis zum 16. September ist der Kinokomplex Village Recoleta (Junín Ecke Vicente López) wieder Treffpunkt für alle Freunde des deutschen Films. Eintrittskarten sind im Vorverkauf schon zu haben.

Zehn tolle Filme stehen auf dem Programm, dazu ein interessanter Dokumentarfilm, das alljährliche spannende Kurzfilmprogramm und ein Film für die ganze Familie, der am Festivalwochenende 12./13. September zu sehen sein wird. Abgeschlossen wird das Kinofest mit dem Stummfilmklassiker “Spione” von Fritz Lang, der von Livemusik begleitet wird. Das Goethe-Institut und die deutsche Botschaft unterstützen das deutsche Kinofestival.

Das Programm:

Lesen Sie weiter / Seguir leyendo »

Getanzte Leidenschaft in Bildern

Carlos Furmans Fotoausstellung und Buch zum Thema Tango

Von Susanne Franz

tango11.jpg

Auch noch lange nach Ende der VII. Tango-Tanzweltmeisterschaft am 31.8., nämlich bis zum 27. September, können Tango-Begeisterte eine ganz besondere Fotoausstellung zum Thema Tango sehen, am 18. August begann sie im 1. Stock der Eingangshalle des San Martín-Theaters (Av. Corrientes 1530). Die exquisite Auswahl von Fotografien stammt aus dem gleichnamigen Buch TANGO des Fotografen Carlos Furman, das er bei der Vernissage vorstellte.

Die 35 Schwarzweiß-Bilder, 75 cm x 95 cm groß, damit man sie auch gut von der Halle aus sehen kann, fangen das Lebensgefühl Tango auf eine authentische Art ein, die man in Tango-Fotos sonst nicht findet, die gewöhnlich gekünstelt und plakativ sind. “Der Tango wurde am Río de la Plata geboren und ging von hier aus um die Welt”, sagt Carlos Furman, “er ist einmalig, denn er verbindet Musik, Gesang und Tanz und besitzt Poesie.”

Sechs Jahre lang, von 2003 bis 2008, fotografierte Furman in den Milongas, den Tangoclubs von Buenos Aires, in kleinen und bekannten Tanzsalons und auf den Weltmeisterschaften, fing einzelne Paare in seinen Bildern ein, fotografierte Tanzflächen prächtigerer Tanzsäle ebenso wie eine Milonga auf dem Basketball-Court eines Klubs, Details wie Beine, die einen komplizierten Tanzschritt vollführen, Schuhe, oder eine Frauenhand, die um einen Männerkopf geschlungen ist. Zu den Motiven zählt auch der tätowierte Rücken einer jungen Frau in einem Trägerhemd, die ebenso in den Tanz versunken ist wie die ältere Frau, die im eleganten Kleid stolz ein verblasstes Tattoo und faltige statt glatte Haut zur Schau trägt. Man findet Männer- und Frauengesichter voller Hingabe an den Tanz, und andere, die strahlende Lebensfreude zeigen, Paare, bei denen jeder für sich und in sich hinein tanzt, und Paare, die auch ihre Liebe zueinander tanzen. Auch die Musik und die Musiker treten in Furmans Fotos in Erscheinung, so die Hände des berühmten Pianisten Mariano Mores auf den Tasten seines Klaviers oder Leopoldo Federicos Unterarme und Hände, auf sein Bandoneón gestützt.

“Tango geht über soziale Schranken und Altersgrenzen hinaus”, versucht Furman das Phänomen in Worte zu fassen. “Junge und Alte suchen und finden im Tango etwas, was in der heutigen Welt nur noch schwer anzutreffen ist: Kommunikation, menschlicher Kontakt, Anfassen – wobei man den Tanzpartner nicht einmal kennen muss.” Tango sei zudem extrem schwierig sagt der Fotograf, ein ständiger Lernprozess, es sei erstaunlich, dass es weltweit und besonders in Europa und Deutschland einen solchen Tango-Boom gebe.

tango22.jpg

In Furmans Buch spielen natürlich seine Fotos die Hauptrolle, aber der 184-Seiten-Band – der dennoch gut als Mitbringsel in einen Koffer passt – enthält auch kurze Texte auf Spanisch und Englisch, in denen “die Menschen zu Wort kommen, die den Tango leben”, so Furman. Sein Werk erklärt den Tango nicht, sondern vermittelt das Gefühl des Tango. Auch eine CD mit 14 Stücken, in denen u.a. Leopoldo Federico, Julio Pane, Aníbal Arias, Lidia Borda, El Arranque und das Quinteto La Camorra, die bei Epsa unter Vertrag sind, Klassiker wie “La Yumba”, “Mala junta”, “Canaro en París”, “El Choclo”, “Malena” und “Caminito” interpretieren, liegt dem Buch bei. Erhältlich ist es im Theater San Martín, im Malba und in einigen Buchhandlungen der Stadt, Näheres erfährt man auf der Webseite des Künstlers.

  • Carlos Furman, “TANGO”, Fotos. San Martín-Theater, Av. Corrientes 1530. Mo-Fr ab 12 Uhr, Sa und So ab 14 Uhr, bis zum Ende der Veranstaltungen im Theater. Eintritt frei. 18.8.-27.9.

Künstlerische Zwiegespräche

„Huésped“ zu Gast im MNBA von Buenos Aires

Von Susanne Franz

keira2.jpg
Die animierte Installation „This Is Kiera Walking“ von Julian Opie begrüßt den Besucher in der Eingangshalle des Museums.

Im „Museo Nacional de Bellas Artes“ (MNBA, Av. del Libertador 1473) ist seit dem 4. August die Ausstellung „Huésped“ zu sehen, eine Auswahl zeitgenössischer Kunstwerke der Sammlung MUSAC (Museo de Arte Contemporáneo de Castilla y León). Die Schau, die sich von der Eingangshalle des Museums der Schönen Künste bis in die der Fotografie gewidmeten Säle im 2. Stock erstreckt, setzt dabei zwei sehr unterschiedliche Strömungen der Sammlung MUSAC in eine Wechselbeziehung.

Im Eingang findet der Besucher die Digitalinstallation „This Is Kiera Walking“ von Julian Opie und Wandinterventionen von Silvia Prada und Enrique Marty. Im Erdgeschoss und im 1. Stock treten Gemälde von Meistern wie Édouard Manet, Claude Monet oder Paul Gauguin in einen Dialog mit den zeitgenössischen Arbeiten von Yasumasa Morimura, Gregory Crewdson, Pierre Gonnord oder John Gerrard.

Die Foto-Räume im 2. Stock sind Zeichnungen von Fernando Renes, Marcel Dzama, Doctor Lakra oder Marina Núñez im Zusammenspiel mit Fotos von Pilar Albajar, Bill Brandt, Alicia D’Amico, Adriana Lestido, Alejandro Kuropatwa, Sara Facio, Piaggio-Res und Julie Weisz zu sehen, die zur Fotografiesammlung des MNBA gehören.

Im „Pabellón“ erheben Werke von Andreas Gursky, Allan Sekula, Zwelethu Mthethwa, Ignasi Aballí oder Tony Oursler eine sozialkritische Stimme. Hier befindet sich auch – zum ersten Mal in Argentinien – das Wandgemälde „Cover“ des argentinischen Künstlers Matias Duville. In einem Nebenraum des Pavillons werden Videos der Sammlung MUSAC vorgeführt.

Der Kurator der Schau, Rafael Doctor, hat Wert darauf gelegt, dass vor allem Werke gezeigt werden, die bislang in Argentinien so gut wie unveröffentlicht waren. Im Oktober wandert die Ausstellung nach Rosario ins „Museo Castagnino – MACRO“ und das Centro Cultural de España.

  • „HUÉSPED, Colección MUSAC en el MNBA“. Museo Nacional de Bellas Artes, Av. del Libertador 1473. Di-Fr 12.30-20.30, Sa und So 9.30-20.30 Uhr, Eintritt frei. 4.8.-13.9.