Kinderherzen voll, Geldbeutel leer

Die STAR WARS Exhibition im Centro Cultural Recoleta

Von Karla Anna Sarah Ueckermann

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Auch R2-D2 und C-3PO sind mit von der Partie.

“Konzentriere Dich auf den Augenblick”, lehrte schon Meister Qui-Gin Jinn in der ersten Episode “Die dunkle Bedrohung” seine Schüler, auch wenn dies für den Star-Wars-Fan in der überfüllten Ausstellung eher ein schwieriges Unterfangen ist. Zwischen Kinderwagen und Kameras wird der Fan der Star-Wars-Saga des Regisseurs und Produzenten George Lucas von Glaskasten zu Glaskasten geschoben, hinter denen sich Modellraumschiffe und Originalkostüme der Filme verbergen.

Trotzdem werden nicht nur Kinderaugen groß, wenn man die Fluggefährte seiner Helden sehen kann. Zwar muss man die Raumschiffe, die ungefähr der Größe eines Autos entsprechen, aus der Ferne betrachten, aber trotzdem scheinen sie plötzlich zum Greifen nah. Wer kann schon von sich behaupten, dass er ein Foto von sich mit dem Raumschiff hat, in dem Luke Skywalker die Galaxie gerettet hat?

Die anderen Raumschiffe oder der Todesstern rauben dagegen vielleicht so manchem Besucher seine Illusion von den Giganten, da sie in Originalgröße selten mehr als einen Meter messen. Eins der beliebtesten Fotomotive sind ohnehin die in Jedi-Kluft herumlaufenden Ausstellungswächter, die die Star-Wars-Schätze und die übereifrigen Fans im Auge behalten sollen. Denn der Kampf zwischen Gut und Böse ist hier in der Ausstellung eher ein Kampf zwischen Sehen und Nicht-Sehen der einzelnen Schaukästen. Da muss eben manchmal ein Jedi-Ritter eingreifen, damit die kleinen Besucher auch nicht zu kurz kommen – vertrat nicht schon Meister Joda die Ansicht: “Wahrlich wunderbar die Seele eines Kindes ist.”

Viele sind vielleicht zu jung und haben die berühmten Filme gar nicht selbst gesehen, so ist das Interesse an den zahlreichen Zeichnungen, die Entwürfe von Szenen und Charakteren zeigen, nicht besonders groß, und auch die Kurzfilme, die die Entwicklung von Kostümen und Make-Up der einzelnen Filmhelden, die Entstehung von Spezialeffekten und den Dreh von Szenen zeigen, stoßen eher nur beim eingefleischten Star-Wars-Fan auf Begeisterung. Der wiederum hätte sich vielleicht über etwas mehr Star-Wars-Geheimnisse und Details aus Drehbüchern oder Interviews mit den Schauspielern gefreut.

Am Ende der Ausstellung gibt es das passende Zubehör zu kaufen, um ein richtiger Jedi-Ritter oder Sith zu werden, was natürlich – genauso wie der Eintrittspreis der Ausstellung von 35 Pesos – den Geldbeutel der Eltern um einiges leichter macht. Kinder bis 3 Jahren können umsonst die Ausstellung besuchen, die dienstags bis freitags von 9-21 Uhr oder samstags, sonn- und feiertags von 10-22 Uhr stattfindet. Allerdings sollten Star-Wars-Liebhaber nicht mehr allzu lange warten, denn die STAR WARS Exhibition im Centro Cultural Recoleta (Juncal 1930) geht nur noch bis zum 30. August. Schulklassen sollten sich im vorhinein unter der E-Mail-Adresse grupos@starwarsargentina.com.ar anmelden.

Arte para chicos

“Hágalo Ud. Mismo!” en Villa Ocampo

Durante dos fines de semana consecutivos (sábado 8 y domingo 9; sábado 15, domingo 16 y lunes 17 de agosto) el Museo Castagnino+macro de Rosario lleva a Villa Ocampo (San Isidro, Buenos Aires) un proyecto educativo que permite a los niños acercarse a la compleja trama del arte contemporáneo.

Por segundo año consecutivo el Castagnino+macro fue invitado a participar de “Arte para Chicos 2º Edición”, evento organizado por Promover S.A. en Villa Ocampo. La propuesta para esta ocasión es acercar a los más pequeños a la colección del museo. Mediante el taller “Escenas en construcción” los niños podrán conocer, reflexionar y jugar a partir de algunas de las obras. Al finalizar la actividad los participantes se llevarán el cuaderno de actividades didácticas “Hágalo Ud. mismo! Volumen II” donde podrán jugar con las obras trabajadas en el taller.

Más información: educación@macromuseo.org.ar.

Kunst eines Jesuitenpaters

Zeichnungen von Florian Paucke in der UCA

Von Susanne Franz

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Am Donnerstagabend wurde im Pavillon der Schönen Künste der Katholischen Universität (Pabellón de las Bellas Artes de la Universidad Católica Argentina, UCA) eine Ausstellung des aus dem argentinischen Chaco stammenden Bildhauers Juan de Dios Mena (1897-1954) eröffnet, in deren Rahmen auch 26 Zeichnungen des deutschen Jesuitenpaters Florian Paucke (1719-1780) und für den Nordosten Argentiniens typische Textilkunst gezeigt werden. Ermöglicht wurde die Präsentation der Paucke-Zeichnungen durch eine Zusammenarbeit der Direktorin des UCA-Museums Cecilia Cavanagh und der Paucke-Stiftung mit der Deutschen Botschaft in Buenos Aires, die die Schirmherrschaft übernommen hat.

Pater Paucke (1719-1780) wirkte fast 20 Jahre in den Jesuiten-Reduktionen San Javier und dem von ihm gegründeten San Pedro und widmete sich mit großem Erfolg der Erziehung der Mokobier – bis die Jesuiten von den Spaniern aus dem Land vertrieben wurden. Er schrieb das Werk “Hacia allá, (fuimos) amenos y alegres, para acá (volvimos) amargados y entristecidos – Estadía con los indios mocovíes 1749-1767”, das im Zisterzienserkloster Zwettl in Österreich aufbewahrt wird. Von den 100 begleitenden Zeichnungen des talentierten Florian Paucke stammen die 26 nun in Buenos Aires gezeigten Werke, die mit einer speziellen Technik dem Werk entnommen wurden.

Bis zum 30. August kann man die Ausstellung im “Pabellón de las Bellas Artes de la UCA”, Alicia Moreau de Justo 1300, montags bis samstags von 11 bis 19 Uhr bei freiem Eintritt besuchen.

Am 12. und am 25. August, jeweils um 18 Uhr, leitet der Historiker Horacio Aguilar für interessierte Besucher eine kostenlose Führung durch die Ausstellung.

Mehr zu Florian Paucke:

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“PhotoSuisse” im Centro Cultural Borges

28 zeitgenössische Schweizer Fotografen

Von Susanne Franz

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Am Donnerstag vergangener Woche wurde im Centro Cultural Borges anlässlich des Schweizer Nationalfeiertages am heutigen 1. August die Ausstellung “PhotoSuisse” eröffnet, die die Arbeit von 28 zeitgenössischen Schweizer Fotografen zeigt. Zunächst als Fernsehshow für “SRG SSR Idée suisse” produziert, wanderte diese Ausstellung bereits durch Museen wie das “Museo de Arte de Zapopan” und das “Centro de la Imagen” in Mexiko sowie das “Museo Caraffa” in Córdoba. “PhotoSuisse” vereint die Werke von Fotografen aller Altersgruppen, vom 1970 in Schaffhausen geborenen Olaf Breuning bis zum bekannten, aus Genf stammenden Jean Mohr, Jahrgang 1925. Aufgeteilt ist die Exposition in die drei Themenbereiche “Matrix”, “Milieu” und “Media” – die Fotografie im Bezug zum Objekt, zum sozialen Umfeld und zur Presse.

Unterstützt wird “PhotoSuisse” von der Schweizer Botschaft in Argentinien, Pro Helvetia und der Schweizer Fotographie-Stiftung sowie verschiedenen Schweizer Museen wie dem “Musée de l`Elysée” in Lausanne, dem Kantonsmuseum Lugano und dem Fotomuseum Winterthur. Bis zum 30. August kann man die Ausstellung im Centro Cultural Borges, Viamonte Ecke San Martín, montags bis samstags 10-21 und sonntags 12-21 Uhr besuchen; der Eintrittspreis beträgt 10 Pesos.

Leckerbissen für die Winterferien

Aus Prag kommt das originale Schwarze Theater von Jiri Srnec

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Vom 26. Juli bis 2. August gastiert im Teatro IFT, Boulogne Sur Mer 549, das berühmte, 1961 gegründete Schwarze Theater von Jiri Srnec. In Argentinien startet die Truppe ihre Lateinamerikatournee, die sie bis nach Mexiko führen wird. Täglich finden Aufführungen um 18.30 Uhr statt; der Eintrittspreis bewegt sich zwischen 40 und 70 Pesos.

In ihrem fast 50-jährigen Leben hat die Theatergruppe im Rahmen von 280 Tourneen die bekanntesten Bühnen der Welt bespielt und an 72 Theaterfestivals teilgenommen. Mehr als drei Millionen Zuschauer in 68 Ländern sahen ihre Darbietungen, die mit zahlreichen renommierten Publikums- und Kritikerpreisen ausgezeichnet wurden.

Das Schwarze Theater bedient sich eines “Tricks”: Vor einem schwarzen Hintergrund bewegen schwarz gekleidete Akteure Objekte oder Puppen, oder treten selbst als Pantomimen in Erscheinung. Jiri Srnecs Zweig dieser Theaterform geht über die reine Suche nach Spezialeffekten hinaus: Seine Truppe sucht mit den Mitteln des Schwarzen Theaters nach einer darstellerischen und dramatischen Metapher, die sich durch die Bewegungen der Akteure und Objekte im Einklang mit der Musik ergibt.

In der Bar mit dem glitzernden Disko-Kamel

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Ein Festival mit einem bisschen von allem, organisiert von guten Freunden

Von Svenja Beller

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Das glitzernde Maskottchen.

Es ist ein Haufen guter Freunde, die meisten von ihnen studieren noch, keiner ist älter als Mitte zwanzig. Einer von ihnen, Valentin, legt ab und an Musik auf in dieser kleinen Bar im ersten Stock in Villa Crespo, die man kaum findet, wenn man nicht weiß, dass sie dort ist. Aber sie eignet sich perfekt für das, was die Freunde sich ausgedacht haben: Ein Festival. Ein kleines ruhiges, wo von allem etwas dabei ist. Genannt haben sie es “Elige tu propia aventura!” – Wähle dein eigenes Abenteuer, angelehnt an die Büchlein aus den Achtzigern, in denen der Leser entscheiden konnte, wie die Geschichte weitergehen soll. Ihr Festival ist ganz ähnlich, jeder kann Einfluss darauf nehmen, wie der Abend verläuft.

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En el bar donde brilla el camello

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Unos buenos amigos organizan un festival con un poquito de todo

Por Svenja Beller

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La mascota brillante.

Un montón de buenos amigos que todavía estudian, la mayoría, y que ninguno pasa los 25 años. Uno de ellos, Valentín, se cansa y pone un poco de música en un barcito en un primer piso de Villa Crespo, difícil de encontrar si no se sabe que es ahí. Pero es perfecto para lo que el grupo de amigos había pensado: un festival. Un lugar pequeño y tranquilo donde hay de todo. Le pusieron el nombre “¡Elige tu propia aventura!” como los libros de los años ochenta en los que el lector podía elegir cómo continuaba la historia. El festival es bastante parecido, cada cual puede decidir cómo sigue la noche.

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Kultiges Comic-Quartett

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“Proyecto Cubo 2009”: Vier Künstler ein Jahr lang hautnah

Von Svenja Beller

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Gutes Team: Jorge Opazo, Néstor Zonana, Catalina Schliebener, Mónica Potenza und Esteban Rivero.

Familiäre Superhelden posieren in Bademantel und mit Spielpistolen in den zum Himmel gereckten Händen, altbekannte Disney-Lieblinge kugeln sich in Scharen über die Leinwand, saftige Hamburger werden zum Heiligtum und düstere Comics erzählen von Weltraum-Abenteuern. Die Werke haben etwas Kultiges, versetzen manches Mal in die Kindheit, als man auf dem Boden liegend ein Comic-Heftchen nach dem nächsten verschlungen hat oder am Abend Mickey Mouse auf dem Fernsehbildschirm für seine Abenteuer bewunderte. Die Bilder sind ähnlich, und doch völlig verschieden. Der Kreativität von vier jungen Künstlern sind sie entsprungen, und sie hängen keinesfalls zufällig nebeneinander in dieser an Industriebauten erinnernden Galerie. Néstor Zonana hat sie dort aufgehängt, Werk und Künstler wohlüberlegt ausgewählt. Mónica Potenza, Esteban Rivero, Catalina Schliebener und Jorge Opazo, das sind seine Namen in diesem Jahr.

Aber das hier ist viel mehr als eine gewöhnliche Ausstellung, bei der die Bilder plötzlich an der Wand hängen und nach ein paar Wochen genauso plötzlich wieder verschwinden. Das hier ist ein großes Projekt, ein Jahr dauert es und hört auf den schönen Namen “Proyecto Cubo” (“Projekt Würfel”). “Ein Würfel hat sechs Seiten, an dem Projekt sind sechs Personen beteiligt: Die vier Künstler, ein Kunstkritiker und ich”, erklärt Kurator Néstor Zonana den Namen. Das Projekt der Galerie “Pabellón 4” im Herzen Palermos geht dieses Jahr bereits in die vierte Runde. Jedes Jahr werden die Karten neu gemischt: Neue Künstler, neuer Kritiker, neuer Einschlag. Nur er und die Galerie bleiben gleich, erklärt Zonana.

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Un simpático cuarteto de culto

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“Proyecto Cubo 2009”: cuatro artistas juntos durante todo un año

Por Svenja Beller

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Un buen equipo: Jorge Opazo, Néstor Zonana, Catalina Schliebener, Mónica Potenza y Esteban Rivero.

Famosos superhéroes posan en albornoz con pistolas en sus manos apuntando al cielo, viejos muñequitos de Disney ruedan en montón sobre el lienzo, sabrosas hamburguesas son convertidas en reliquias, unos black comics nos cuentan aventuras en mundos de fantasía. Las obras tienen algo de culto, a veces llevan a la infancia, como cuando, sentado en el piso, uno se devora un cómic detrás del otro o se deslumbra frente al televisor viendo Mickey Mouse. Las imágenes son similares, pero totalmente distintas. Ellas nacen de la creatividad de estos cuatro jóvenes artistas y, en ningún caso, están colgadas azarosamente en esta galería que rememora la arquitectura industrial. Néstor Zonana las colocó allí, él eligió las obras y los artistas. Mónica Potenza, Esteban Rivero, Catalina Schliebener y Jorge Opazo son los nuevos nombres de este año.

Pero esto es más que una exposición a la que estamos acostumbrados. Las obras no aparecen colgadas un día y desaparecen en un par de semanas. Esto es un gran proceso, dura un año y lleva el bello nombre de “Proyecto Cubo”. “Un cubo tiene seis lados y el proyecto está integrado por seis personas: los cuatro artistas, un crítico y yo”, dice el curador Néstor Zonana. El proyecto de la galería “Pabellón 4” en el corazón de Palermo va este año por su cuarta edición. Cada año se vuelve a mezclar el mazo: nuevos artistas, nuevos críticos, un nuevo tono. Sólo él y la galería son los mismos, agrega Zonana.

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Die Stadt mit ihren tausend Gesichtern

Fünf deutsche Künstler stellen in der „Fundación Proa“ zum Thema „Stadt“ aus

Von Svenja Beller

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Monumentalansichten üben eine Faszination auf Andreas Gursky aus, hier “Hongkong, Grand Hyatt Park” (1994).

Das Oberthema ist “Urbane Räume”, doch die Interpretationen könnten unterschiedlicher kaum sein. Man findet sich vor riesigen Menschenmengen, betritt Theater und Bibliotheken, blickt in menschenleere Straßen oder bestaunt atemberaubende Panoramen. Fünf Künstler – Fünf Blickwinkel. Eines haben sie alle gemeinsam: ihre Wurzeln. Die Fotografen, die hinter den Interpretationen stecken, sind alle fünf ehemalige Schüler von Bernd und Hilla Becher, sie lernten den ästhetischen Umgang mit der Kamera an der Kunstakademie Düsseldorf. Heute haben sie sich alle einen Namen gemacht: Andreas Gursky, Candida Höfer, Axel Hütte, Thomas Ruff und Thomas Struth. Die Kunststiftung “Proa” lud die deutschen Künstler nach La Boca ein, um dort gemeinsam auszustellen. Vom 30. Mai bis Ende Juli hauchen die Fotografien den Ausstellungsräumen von “Proa” urbanes Leben ein.

Doch was lenkte den Blick der Porteños den weiten Weg nach Düsseldorf? Genauer genommen war es der Blick von Kurator Luduvico Pratesi, der nach Deutschland schweifte. “Vor einigen Jahren begann ich mich für die Evolution der zeitgenössischen Fotografie in Deutschland zu interessieren”, erklärt der Fotografie-Experte seine Idee zur Ausstellung in einem Interview mit “Proa”. Da sei er auf die Düsseldorfer Akademie aufmerksam geworden, der Schritt zu den fünf Fotografen lag nahe. Also lud er die ehemaligen Mitschüler ein, die Evolution “der Stadt” durch eine Auswahl ihrer Werke zu analysieren. Aus einem gemeinsamen Dialog zwischen Deutschland und Buenos Aires entstand schließlich die Auswahl von 45 Werken, die heute in der Stiftung in La Boca ausgestellt sind. Sie decken eine Zeitspanne von den achtziger Jahren bis heute ab, und zeigen so neben modernen Eindrücken auch längst vergangene Einblicke in urbane Plätze. Es ist das erste Mal, dass die fünf Künstler gemeinsam zu einem Oberthema eingeladen sind, doch die Ausstellung zeigt: Es war eine gute Idee.

In Saal 1 sind alle Künstler vertreten, die Werke sind aus den Achtzigern, aus der Zeit, als die Fotografen noch Schüler an der Düsseldorfer Akademie waren. Hier zeigen sich die verschiedenen Interpretationsansätze des Themas “Urbane Räume”. Zu Beginn ähnelten sich die Künstler aber noch deutlich mehr in ihren Werken als in späteren Jahren, in denen jeder seinen eigenen Weg ging. Der Einfluss vom damaligen Professor Bernd Becher ist in ihren jungen Bildern noch am stärksten zu spüren, er wird sich später mehr und mehr verlieren und dem eigenen Stil des Künstlers weichen.

Saal 2 teilen sich Thomas Struth und Andreas Gursky. Blickfang sind hier die zwei Menschenmengen „May Day 4“ und „Tote Hosen“, aufgenommen von Gursky im Millennium-Jahr, ersteres gehört zu seinen berühmtesten Werken. Er montierte mehrere Fotos nebeneinander und überarbeitete die Farbgebung, um den monumentalen Eindruck zu erreichen. Im Fokus ist das Kollektiv, das Individuum als Teil einer enormen Masse. Die Werke Struths stehen in starkem Kontrast zu denen seines ehemaligen Mitschülers: Gebäude dominieren bei ihm die Bildfläche. Lima, Paris, Las Vegas, Schanghai, Hongkong – eine fotografische Reise durch die Metropolen der Erde.

Der nächste Saal gebührt der einzigen Dame der Runde: Candida Höfer. Sie hatte als einzige Buenos Aires fotografisch eingefangen, deswegen schenkte „Proa“ der Künstlerin einen Raum ganz für sich. Begeisterten sich ihre männlichen Kollegen mehr für die Außenansichten von Gebäuden und Städten, so stößt sie die Türen auf zu Theatern, Museen, Kathedralen und Bibliotheken. Sie setzt vor allem auf Symmetrie, hält penibel aufgereihte Stuhlreihen und Gedecke fest. In Buenos Aires richtete sie ihre Linse unter anderem auf das Innere des Kongresses, des Regierungsgebäudes „Casa Rosada“ und des Theaters San Martín.

Im letzten Raum, Saal 4, hängen die Werke von Thomas Ruff und Axel Hütte. Die Londoner Schwarz-Weiß-Aufnahmen von Hütte strahlen fast ein wenig Tristesse aus und zeigen ungewohnte Einblicke in die Hauptstadt Englands. Faszinierend magisch sind seine Nachtfotografien aus Las Vegas und Minneapolis. Er druckte die Bilder auf einen Spezialfilm und setzte sie vor eine reflektierende Oberfläche, was eine unglaubliche Farbintensität und Tiefe zur Folge hat. Sein Kollege Ruff beeindruckt ebenfalls mit technischen Kniffen. Eine völlig verpixelte Gartenaufnahme lässt den Betrachter auf und ab laufen: von Nahem bunte Quader, von fern Bäume, Wiese und Pflanzen. Seine Collage „Plakat 3“ aus den Jahren 1996/97 thematisiert den Umzug Helmut Kohls von Bonn nach Berlin auf groteske Weise. Kopflos und mit den Füßen in der Luft steckt der ehemalige Bundeskanzler in der Skyline bedeutender Metropolen, ein politisch kritischer Tonfall ist schwer zu übersehen.

Die fünf Fotografen zeigen die Vielseitigkeit der Stadt, und die verschiedenen Möglichkeiten, sich ihr anzunähern.

  • Fundación Proa, Av. Pedro de Mendoza 1929. La Boca. Di-So 11-19 Uhr. Eintritt: 10 Pesos. Infos hier.

Filmreihe “Stadt und Subjekivität”

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Ausblick von der Fundación Proa.

Anlässlich der Ausstellung “Urbane Räume” in der Fundación Proa stellt die vom Goethe-Institut unter der Schirmherrschaft von Robert Bosch Argentina Industrial S.A. präsentierte Filmreihe “Stadt und Subjektivität” eine Serie von subjektiven Betrachtungsweisen zur Stadt vor, von Fiktion bis hin zu Dokumentation und Experimentalfilm. Die von Rubén Guzmán koordinierte Filmreihe findet vom heutigen Samstag, 20. Juni, bis Sonntag, 19. Juli, samstags, sonntags und feiertags um 15.30 und 17.30 Uhr im Auditorium der Fundación Proa, Av. Pedro de Mendoza 1929, La Boca, statt. Eintritt: 5 Pesos pro Vorstellung.

Die Ausstellung “Urbane Räume” versucht, die Entwicklung von Stadtkonzepten in der zeitgenössischen Kultur durch die Ideen und Bilder der fünf Fotografen Thomas Struth, Axel Hütte, Andreas Gursky, Thomas Ruff und Candida Höfer, die zu den einflussreichsten Künstlern in Deutschland zählen, zu analysieren.

Der begleitende Filmzyklus “Stadt und Subjektivität” beinhaltet unter anderem Arbeiten von Guy Maddin, Alexander Kluge, Rosa von Praunheim, Peter Kahane und Mario Chierico.

Künstlergespräche und Diskussionen im Beisein von Rubén Guzmán und einem der speziell hierzu eingeladenen deutschen Fotografen begleiten das Programm.

Juni
20.6., 15:30 Uhr: Programm 4; 17.30 Uhr: Programm 5.
21.6., 15.30 Uhr: Programm 6; 17.30 Uhr: Programm 7.
27.6. 15.30 Uhr: Programm 3; 17.30 Uhr: Programm 4.
28.6.: keine Vorstellung wegen der Wahlen.
Juli
4.7., 15.30 Uhr: Programm 5; 17.30 Uhr: Programm 1.
5.7., 15.30 Uhr: Programm 7; 17.30 Uhr: Programm 1.
9.7., 15.30 Uhr: Programm 1; 17.30 Uhr: Programm 3.
11.7., 15.30 Uhr: Programm 5; 17.30 Uhr: Programm 4.
12.7., 15.30 Uhr: Programm 6; 17.30 Uhr: Programm 3.
18.7., 15.30 Uhr: Programm 1; 17.30 Uhr: Programm 4.
19.7., 15.30 Uhr: Runder Tisch (Anmeldung erforderlich), danach Programm 2.

Programm 1: “Mi Winnipeg” (My Winnipeg) von Guy Maddin, Kanada, 2007, 80 Min.
Programm 2: “La Plata: Arquitectura, Urbanidad” von Mario Chierico, Argentinien, 1997, 9 Min.; “Ciudad Moderna” von Terence Gower, Kanada, 2004, 6 Min.; “Vacante” (Vacancy) von Matthias Müller, Deutschland, 1998, 14 Min.; “En Construcción” (Under Construction) von Zhenchen Liu, Frankreich, 2007, 10 Min.; “Sin Daño” (No Damage) von Caspar Stracke, Deutschland, 2002, 13 Min.; “Suburbio del Vacío” (Banlieue du Vide) von Thomas Köner, Deutschland, 2004, 12 Min.; “Das Schlafende Mädchen” (La Muchacha Durmiente) von Corina Schnitt, Deutschland, 2001, 9 Min.
Programm 3: “Howrah Howrah” von Till Passow, Deutschland/Indien, 2001, 26 Min.; “Un Miércoles Noche en Tokio”, von Jan Verbeek, Deutschland/Japan, 2004, 6 Min.; “Miradas Supervivientes” (Sguardi Superstiti) von Marco Pasquini, Italien, 2007, 30 Min.
Programm 4: “Berlin – Die Sinfonie der Großstadt” (Berlín, Sinfonía de una Gran Ciudad) von Walter Ruttmann, Deutschland, 1927, 65 Min.
Programm 5: “Brutalität in Stein” (Brutalidad en Piedra) von Alexander Kluge, Deutschland, 1960, 12 Min.; “Die Mauer” (El Muro) von Jürgen Böttcher, Deutschland, 1990, 96 Min.
Programm 6: “Die Architekten” (Los arquitectos) von Peter Kahane, Deutschland, 1990, 97 Min.
Programm 7: “Überleben in New York” (Sobrevivir en Nueva York) von Rosa von Praunheim, Deutschland, 1989, 90 Min.

Osvaldo Decastelli en artexarte

Osvaldo Decastelli: La amenaza, el riesgo, la seguridad

Por Rodrigo Alonso

osvaldo.jpg Desde hace dos décadas, Osvaldo Decastelli trabaja con un material singular: el cartón. Si bien hoy éste posee unas connotaciones muy precisas, en las producciones del artista su sentido se expande para poner de manifiesto sus incontables posibilidades formales, conceptuales y estéticas.

Fotografía y cartón son protagonistas de dos grandes instalaciones que reflexionan sobre el mundo contemporáneo. En la primera, “Copia de seguridad”, una misma imagen se reproduce con leves variaciones en un conjunto de planos suspendidos. La multiplicidad de las transcripciones hace inútil la pregunta por el original. Como sucede en muchos medios actuales –la fotografía, el video, lo digital- estamos ante un universo de copias en el que ya no importa la imagen primigenia, nos enfrentamos a un bosque de simulacros que pone en cuestión la interrogación sobre el origen, la unicidad del producto germinal, el propio corazón del proceso creativo, y por tanto, la posibilidad de conservarlo inalterado.

Decastelli fuerza esos conceptos al trabajar con una figura insistente pero que se manifiesta siempre de manera distinta. Si en la fotografía, por ejemplo, las copias idénticas ya generan la duda sobre el original, aquí es evidente que no existe ninguno. Pero paradójicamente, las variantes que introduce el artista durante el proceso de impresión transforma a cada plano en una pieza única, tornando las copias en verdaderos originales.

La segunda instalación, “Mala hierba”, se centra en lo aledaño, el riesgo potencial, lo indeseable. Aquí un volumen central se yergue ante el paso del espectador estableciendo un primer vínculo físico. A partir de allí se desarrolla una trama de superficies que son al mismo tiempo imágenes y barreras visuales, planos y signos espaciales. Como la maleza que crece indiscriminadamente al lado del camino, estos planos crean un entramado que desvía la mirada, la complica, la extravía, poniendo en entredicho el poder del centro y su capacidad para organizar la visión.

En alguna medida, ambas instalaciones plantean una serie de incertidumbres. Reflexionan sobre el lugar de la imagen en un mundo donde la multiplicidad las ha desgastado, exaltan su profusión, destacan su carácter perecedero. Las postulan amenazantes pero al mismo tiempo frágiles, como el soporte que las sostiene y que hoy nos recuerda también la fragilidad de la vida.

  • Osvaldo Decastelli, instalaciones. artexarte, Lavalleja 1062. Lun-Sab 13-19 hs. Inauguración: 03.06., 19 hs. Hasta 16.07.