Gut gebrüllt, Löwe

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Carlos Regazzoni im Centro Cultural Borges

Von Svenja Beller

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Carlos Regazzoni lässt Schrott in neuem Glanz erstrahlen.
(Foto: Svenja Beller)

Mit einer Zigarette in der einen und einer Bierdose in der anderen Hand stapft er durch den Ausstellungsraum. Vorbei an kleinen Schrott-Flugzeugen, wilden bunten Gemälden und schick angezogenen Gästen mit Weingläsern. Am Mikrofon angekommen, brüllt er um Ruhe, er braucht es nicht. Carlos Regazzoni passt nicht hierher, in die feinen Ausstellungsräume des Centro Cultural Borges. Mit seiner neongelben Feuerwehrjacke, die seine Plautze nicht annähernd bedeckt, und seiner ungehobelten Art wirkt er neben „Borges“-Direktor Roger Haloua eher wie ein Riesenbaby denn wie ein Künstler. Doch genau das ist er. Regazzoni ist der exzentrische, verrückte Künstler, der macht was er will, der seine Kunst nicht erklärt, der lieber heult wie ein Wolf und rülpst.

Auf seiner Ausstellungseröffnung „Vol de nuit“ am vergangenen Mittwochabend erzählt Direktor Roger Haloua den Vernissage-Gästen, dass Carlos Regazzoni zu den berühmtesten argentinischen Künstlern in Frankreich zählt. Sein Werk sei eine Hommage an Piloten wie Antoine de Saint-Exupéry und Jean Mermoz, an die Pioniere der Flugkunst. Bis zum 15. Juni beherbergt er die Werke Regazzonis in seinen Räumen. Er hatte ihn dazu eingeladen, schon seit langem sei er von seiner Kunst begeistert gewesen.

Die großen und kleinen Flugzeugskulpturen bestehen allesamt aus Schrott. Das Material findet Regazzoni auf der Straße, er muss keine edlen Stoffe für seine Werke kaufen. Gebaut hat er sie in den vergangenen Jahren in Paris und Argentinien. Die Bilder habe er, so brüllt er stolz, allesamt in zwölf Stunden gemalt. Er mag es, die Leute zu schockieren, anders zu sein. In seinen Bildern findet sich sein wildes Gemüt wieder. Dynamischer Duktus, starke Farben, bewegte Kompositionen. Sie sind wie seine graue Lockenmähne: ungestüm, grob, und doch faszinierend und eigenwillig schön. Feine Pinselstriche sucht man vergeblich, seine Kunst lebt von der Dynamik des Augenblicks. Genau wie er selbst.

  • Carlos Regazzoni, „Vol de Nuit“. Centro Cultural Borges, Viamonte/San Martín. Mo-Sa 10-21, So 12-21 Uhr. Eintritt 8 Pesos, Rentner und Studenten 5 Pesos. 20.5.-15.6.

Erschienen im “Argentinischen Tageblatt” vom 29.05.09.

Bien rugido, león

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Carlos Regazzoni en el Centro Cultural Borges

Por Svenja Beller

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Con un cigarrillo en una mano y con una lata de cerveza en la otra, camina con paso pesado por su exposición. Se mueve entre pinturas coloridas y salvajes, pequeñas chatarras de avión e invitados elegantes. Se acerca al micrófono, ruge pidiendo un poco de silencio, él no lo necesita. Carlos Regazzoni no combina con la refinada sala del Centro Cultural Borges. Con su campera de bombero amarilla y negra, que no logra esconder su panza, y sus formas desestructuradas, se comporta al lado del director del C.C. Borges, Roger Haloua, más como un bebé gigante que como un artista. Pero así es Carlos. Regazzoni es un artista excéntrico, delirante, que hace lo que quiere, que no necesita explicar su arte, que prefiere aullar como un lobo y eructar.

En la apertura de la exposición “Vol de nuit”, el último miércoles a la noche, el director Roger Haloua les contó a los invitados de la vernissage que Carlos Regazzoni se encuentra entre los artistas argentinos más reconocidos en Francia. Su obra, dice Haloua, rinde homenaje a pilotos como Antoine de Saint-Exupéry y Jean Mermoz, pioneros de la aviación. Hasta el 15 de junio le concede su espacio a la obra de Regazzoni. Haloua lo ha invitado a exponer, ya que hace tiempo sigue la obra del artista.

Las pequeñas y grandes esculturas sobre aviones están hechas todas de chatarra. Regazzoni recogió este material de la calle, no tuvo que comprar nada en particular para hacer sus obras. Las concibió durante los últimos años, entre París y Argentina. Todas las pinturas, ruge orgulloso, las realizó en doce horas. Le gusta shockear a la gente, ser diferente. Sus pinturas también tienen un carácter salvaje. Rasgos dinámicos, colores fuertes, composiciones turbulentas. Se corresponden con su melena gris: impetuosa, bruta, no obstante, fascinante y originalmente bella. Es inútil buscar pinceladas finas. Su obra vive de la dinámica del instante. Igual que él.

  • Carlos Regazzoni, “Vol de Nuit”. Centro Cultural Borges, Viamonte/San Martín. Lunes a sábado, 10-21, domingos 12-21 horas. Entrada: 8 pesos, jubilados y estudiantes 5 pesos. Del 20 de mayo al 15 de junio.

Foto arriba:

Las esculturas de Carlos Regazzoni están hechas todas de chatarra.

(Foto: Svenja Beller)

Publicado en “Argentinisches Tageblatt” el 29 de mayo de 2009.

Organische Innen-Räume

Miguel Angel Giovanettis jüngste Werke bei RO Galería de Arte

Von Susanne Franz

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Werke mit Charakter: Giovanetti is back in town.

Nach 10 Jahren in den USA ist der argentinische Künstler Miguel Angel Giovanetti zurück in Buenos Aires. In den Vereinigten Staaten hat er sich mit großem Erfolg am Kunstmarkt bewegt, war auf wichtigen Messen vertreten und hatte zahlreiche Ausstellungen mit bedeutenden internationalen Künstlern wie Sigmar Polke, Bernd und Hilla Becher oder den US-Amerikanern Roy Lichtenstein und Julian Schnabel. Giovanetti spricht mit Stolz über seine Erfolge, besonders freut ihn, dass seine Werke in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen wie dem MoMA in New York zu finden sind. Nicht die geringste Spur von Arroganz mischt sich in die Erzählungen des 60-jährigen, jung gebliebenen Intellektuellen, der am liebsten in der Bibliothek des Goethe-Instituts Buenos Aires seinen kulturellen Wissensdurst stillt.

Zu Jahresbeginn hat Giovanetti an einer Gemeinschaftsausstellung abstrakter Künstler in einem Museum in La Boca, das künftig dieser Kunstrichtung gewidmet werden soll, teilgenommen. Nun präsentiert er in der Galerie RO seine jüngsten Werke von 2008 und 2009, alle bereits wieder in seiner Heimat Argentinien entstanden. Die Farben seiner Kompositionen scheinen einer herbstlichen Natur zu entstammen, warme Rottöne, Grün, Ocker, Gelb und Braun herrschen vor. So wie Blätter, Äste, Laub und Moos am Waldboden ein Geflecht bilden, fügen sich die Elemente, mit denen Giovanetti komponiert, zu einer organisch-fruchtbaren Einheit.

Die geometrische Ordnung, Giovanettis künstlerische Gesetzgebung, ist ein klares Regelwerk, das er mit Meisterhand variiert: indem er scheinbar buntes Chaos schafft, Tapetenbahnen einarbeitet oder mit geometrischen Figuren wie dem unberechenbaren Oval für Überraschung sorgt. Gezielt bearbeitet Giovanetti seine Werke dabei in einer Weise, dass sie wie “abgenutzt” erscheinen. Das Verwaschene, Zerkratzte, Benutzte symbolisiert für den Künstler die Vergänglichkeit, den Lauf der Zeit.

Mit dem Element der Tapete verweist der Künstler augenzwinkernd auf Räumlichkeiten, die Menschen bewohnen, ursprünglich hieß Giovanettis Serie “Inside” (Innen). Zugleich spricht er von inneren Befindlichkeiten. Giovanetti zeigt mit liebevollem Blick sowohl die Begrenzungen des Menschen als auch sein grenzenloses Potenzial.

  • Miguel Angel Giovanetti, Gemälde 2008/2009. RO Galería de Arte, Paraná 1158. Mo-Fr 11-20 Uhr. 7.5.-5.6.

Erschienen im “Argentinischen Tageblatt” vom 29.05.09.

Riesiges Kunstgetümmel

18. arteBA in La Rural eröffnet

Von Svenja Beller

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Schlicht und schnell wurde die arteBA’09 mit einem Schleifenband eröffnet. Mit dabei: Stadtregierungschef Mauricio Macri, Kulturstaatsminister José Nun; Kulturminister von Buenos Aires Hernán Lombardi, Petrobras-Geschäftsführer Decio Oddone; Telefé-Chef Luis Velo, der Vorsitzende der Stiftung arteBA Facundo Gómez Minujín und sein Vize Alejandro Corres.

Am Donnerstagabend um zwanzig nach sieben war es soweit: Kurz und schlicht wurde die arteBA symbolisch durch das Lösen eines Schleifenbands eröffnet. Die gesamte hiesige Kunstszene applaudierte der Messe in der Rural zu ihrem 18. Geburtstag. Mit Sektgläschen und Designertäschchen wurden dann die ersten Schritte durch das Bilder- und Skulpturenlabyrinth getan. So manches Outfit machte den Ausstellungsstücken ernsthafte Konkurrenz, die Schickeria von Buenos Aires hatte ihre besten Stücke für diesen Anlass herausgekramt. Zum Anstoßen erschienen nur geladene Gäste, für die Öffentlichkeit wurden die Pforten erst am Freitag um 13 Uhr geöffnet.

Die nur fünftägige Kunstmesse ist eines der bedeutendsten kulturellen Ereignisse Lateinamerikas. Durch ihre Hallen weht ein Hauch von Internationalität, von Originalität, den man am liebsten einsaugen und nie wieder ausatmen möchte. Auf den unzähligen Wegen durch das Mosaik der Ausstellungsstände kann man sich nur allzu leicht verlieren. Jedes zweite Kunstwerk hält den Blick gefangen, das Angebot ist überwältigend. Die Galerien präsentieren ihre besten Werke und die jüngsten Künstler der Region zeigen die aktuellsten Bewegungen in der Szene. Mehr als 800 lateinamerikanische Künstler stellen auf der diesjährigen Messe ihre Werke aus, die teilnehmenden Galerien zeitgenössischer Kunst kommen aus Argentinien, Brasilien, Chile, Kolumbien, Uruguay, Spanien und den USA.

Die Kunstsammler lecken sich die Finger nach den besten und aktuellsten Werken Lateinamerikas. Bereits vor der offiziellen Eröffnung klingelten schon die Kassen: Neun Kunstwerke wechselten ihren Besitzer, sieben davon gingen an La Rural.

Neben den Kunstgeschäften wurde am Freitag der Petrobras-Preis vergeben. Nach fünfjähriger Existenz hat sich der Preis für visuelle Kunst zum berühmtesten und kontroversesten Preis in der zeitgenössischen Kunstszene entwickelt. Ausgeschrieben von der Stiftung arteBA, berechtigte die Vorauswahl acht Projekte zur Realisierung. Die Jury, bestehend aus Ana Gallardo (Künstlerin), Florencia Malbrán (Kuratorin), Pablo Siquier (Künstler) und Laura Buccellato als Leiterin, wählte aus über 400 Bewerbern acht Projekte aus, die jeweils mit 10.000 Pesos für die Umsetzung gefördert wurden.

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Bunt und wild: Das „Barrio Joven Chandon“ hebt sich ab.

20 Stände formen das „Barrio Joven Chandon“, das Junge Viertel. Die bunten, verspielten Quader heben sich ab vom Rest der Aussteller. Die jüngsten Künstler der Messe bestechen durch Experimentierfreude und durch Nähe. Flößen einem die übrigen Ausstellungen oftmals diesen gewissen Museums-Respekt ein, so gibt es hier vielmehr Kunst zum Anfassen. Ausnahmen bestätigen bei Jung und Alt gleichermaßen die Regel, hier lässt sich niemand in ein Muster zwängen. Unter den Jüngsten (unter 30 Jahre alt) wird zum zweiten Mal der Preis „En obra“ (in Arbeit) vergeben, dessen Name an die Schilder von Bauarbeiten angelehnt ist.

Eine Fotografie-Serie, wenige Schritte darauf ein kreischbuntes, großformatiges Phantasiegemälde, um die Ecke ein Raum aus Matratzen, eine von zahlreichen Sitzecken, eine riesige rote Skulptur, plötzlich ein Mann, der aus „Das Kapital“ von Karl Marx vorliest, an der nächsten Ecke eine Mitmach-Aktion … die totale Reizüberflutung. Zur besseren Orientierung gibt es in diesem Jahr Audio-Führer von LAN. Auf der Suche nach dem persönlichen Lieblingsschätzchen können aber auch die nicht helfen, Geschmack lässt sich nun mal nicht programmieren.

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Der Matratzenraum: “Galería Blanda” von Marta Minujín.
(Fotos: Svenja Beller)

Erschienen im “Argentinischen Tageblatt” vom 23.05.09.

7. Tangomeisterschaft der Stadt Buenos Aires

Volles Tangoprogramm für Tänzer und Zuschauer im Mai

Von Virginia Kirst

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Vom 30. April bis zum 30. Mai findet in allen Barrios von Buenos Aires die 7. Tango-Tanz-Meisterschaft statt. Alle Tangotänzer und -tänzerinnen der Stadt können an dem Wettbewerb teilnehmen, um sich für das Finale des weltweiten Tangofestivals zu qualifizieren. Das diesjährige Turnier wurde am 30. April mit der ersten Vorrunde in der Milonga El Arranque eröffnet.

In der siebten Auflage der Tangomeisterschaft gibt es eine neue Wettbewerbskategorie: Zusätzlich zum klassischen Tango Salón (unterteilt in adulto, senior und Milonga) kommt in diesem Jahr die neue Kategorie Valz (Walzer) hinzu.

Getanzt wird in 22 traditionellen Milongas, die über die Stadt verstreut sind. In den Qualifikationsrunden können die Paare sich für die Halbfinale, die am 26., 27. und 28. Mai ausgetragen werden, und dort schließlich für das Finale im Teatro del Colegio San José (30. Mai) qualifizieren. Die Sieger der Kategorien adulto sowie senior des Tango Salón gewinnen eine Geldprämie und qualifizieren sich für das Finale der weltweiten Tangomeisterschaft, welche jährlich im August vom Kulturministerium der Stadt Buenos Aires veranstaltet wird.

An der letzten städtischen Tangomeisterschaft nahmen 600 Tanzpaare teil. Und auch in diesem Jahr ist es leicht, mitzutanzen: Die Teilnahme erfolgt am Tag der Milonga vor Ort durch Vorzeigen des Ausweises.

Die Qualifikationsrunden in der folgenden Woche für alle Kategorien sind:

  • 9.5. um 23.30 Uhr in A Puro Tango (Av. Scalabrini Ortíz 1331)
  • 14.5. um 21.30 Uhr im Salón Sur (Av. Sáenz 459)
  • 16.5. um 23.30 Uhr in Sunderland (Lugones 3162)

Nur für Tango und Milonga kann man sich an den folgenden Terminen qualifizieren:

  • 10.5. um 23.30 Uhr im Club Gricel (La Rioja 1180)
  • 13.5. um 22 Uhr in Viejo Correo (Av. Díaz Vélez 4820)
  • 14.5. um 23.30 Uhr in Fulgor de Villa Crespo (Loyola 828)
  • 15.5. um 24 Uhr in Sin Rumbo (Tamborini 6157)

Auch Zuschauer sind zu diesen Terminen natürlich willkommen. Die Eintrittspreise liegen zwischen zehn und 20 Pesos. Ein weiteres Spektakel im Rahmen der Meisterschaft, das sicherlich einen Besuch wert ist, ist die Milgona im Freien, die diesen Sonntag, 10. Mai, ab 19.30 Uhr auf der Plaza Dorrego (Humberto Primo und Defensa) stattfinden wird.

Weitere Infos zu den Veranstaltungen im Internet.

Erschienen im “Argentinischen Tageblatt” vom 09.05.09.

Werke zum Mit-Denken und -Fühlen

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Anahí Roitmans Ausstellung “Magia” bei agalma.arte

Von Susanne Franz

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Im Fenster der Recoleta-Galerie agalma.arte hängt ein bunter Vorhang. Ein kleines Mädchen zerrt im Vorbeigehen an der Hand seiner Oma: “Da will ich reingehen!” Die bunten Streifen aus Kunststoff und Kabeln scheinen mit verführerischer Stimme zu locken: Hereinspaziert in die Welt der Magie!

Die Stimme verspricht nicht zuviel. Wer ins Zauberkabinett der Ausstellung der Cordobeser Künstlerin Anahí Roitman eintritt, kommt aus dem Staunen nicht heraus. Rechts neben dem Eingang sind zum Beispiel unterschiedlich große Aluminiumringe auf eine Leinwand montiert – gedacht ist das Werk als flexible Installation an einer Wand. Wenn man direkt davorsteht, sieht man “nur” silber, von der Seite erkennt man, dass die Aluminiumkreise im Inneren mit bunten Papierstreifen beklebt sind. Das Werk bekommt eine neue Dimension. Weiß man, dass es sich bei den farbenfrohen Schnipseln um Ausschnitte aus Kunstzeitschriften handelt, die Namen und Daten von Ausstellungen angeben, kommt eine weitere Lesart hinzu.

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Obras para completar con el pensamiento y la empatía.

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“Magia”, la muestra de Anahí Roitman en agalma.arte

Por Susanne Franz

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En la vidriera de la Galería agalma.arte en Recoleta hay una cortina multicolor. Una niña tira la mano de su abuela al pasar, diciendo: “¡Quiero entrar aquí!” Las cintas de colores de material sintético y los cables parecen llamarla con una voz tentadora: ¡Entrar en el mundo de la magia!

La voz no exagera. Quien ingresa en el gabinete mágico de la muestra de la artista cordobesa Anahí Roitman no deja de asombrarse. A la derecha, al lado de la entrada, por ejemplo, vemos anillos de aluminio de distintos tamaños montados sobre una tela. La obra ha sido creada como instalación flexible en una pared. Cuando uno esta directamente delante de la obra, “únicamente” se ve plateado, desde el costado se reconoce que el lado interior de los círculos de aluminio está revestido con cintas de papel de colores. La obra adquiere una nueva dimensión. Otra lectura se presenta al saber que se trata de recortes coloridos de revistas de arte con nombres y datos de exposiciones.

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Radierungen von Günter Grass in Buenos Aires

Graphiken rund um das Werk “Der Butt” in “Clásica y Moderna”

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Das Goethe-Institut Buenos Aires präsentiert vom 2. bis 28. März die Ausstellung “Günter Grass – Der Butt” in der “Bar y Librería Notable Clásica y Moderna”, Av. Callao 892. Die Ausstellung enthält eine Reihe von Radierungen, die sich auf dieses Werk des Autors beziehen.

Nachdem Günter Grass (Gdansk, 1927) sich 1958 von der Bildhauerei abwendete, um “Die Blechtrommel” und andere legendäre Werke zu schreiben, kehrte er in den 70er Jahren zu seinem ursprünglichen Beruf zurück. Anfangs realisierte er Radierungen, später auch Lithographien, die eine zusammenhängende Serie von graphischen Werken darstellen und seine literarische Produktion begleitend bebildern.

Diese neue Etappe des zukünftigen Literatur-Nobelpreisträgers beginnt mit “Aus dem Tagebuch einer Schnecke” von 1972, dem Grass Radierungen mit zentralen Motiven der Schnecken des Buches beifügt und wird 1974 mit graphischen Arbeiten, die “Der Butt” vorangehen, weitergeführt. In den 80er und 90er Jahren nehmen die Werke zu, in denen der Autor die verschiedenen Künste vereint: Bild und Text, Poesie und Prosa, Aquarell und Pinselskizzen bilden ein Ganzes.

Informationen hier.

Letztes Wochenende Duchamp

Duchamp in der Fundación Proa

Von Susanne Franz

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Endgültig letzte Chance, die hervorragende Marcel-Duchamp-Ausstellung anzusehen, mit der die in neuem Glanz erstrahlte Fundación Proa (Pedro de Mendoza 1929) im Stadtteil La Boca Ende 2008 wiedereröffnet wurde. Samstag und Sonntag ist die Proa von 11-20 Uhr geöffnet, um 19 Uhr wird der letzte Besucher eingelassen. Man kann an Gratis-Führungen (45 Min.) um 12, 14, 16 und 18 Uhr teilnehmen, wenn sich eine Gruppe von mindestens 25 Personen dafür interessiert. Der Eintrittspreis beträgt 10 Pesos, für Studenten, Rentner und Dozenten 3 Pesos.

Realitäten und Behauptungen

Wiedereröffnung der Fundación Proa mit Marcel Duchamp

Von Hanna Jochims

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Transformierte Fundación Proa. Neuer Glanz in La Boca.

Es ist nicht zu übersehen, das neue Gebäude der Fundación Proa. Strahlend weiße Fassade, spiegelnde Glasflächen, auf die der silberne Schriftzug wie aufgenietet erscheint. Ein starker Kontrast zur Umgebung: In unmittelbarer Nachbarschaft der Caminito, der in seiner bunten Folkloreverkitschtheit an eine laute, grell geschminkte Showtänzerin erinnert, die ihre besten Jahre schon lange hinter sich hat. Im Hafenbecken vor der Tür steht das brackige Wasser des Riachuelo, drum herum das Netz der Straßen von La Boca. Abseits der touristischen Pfade ist das Leben hier weder bunt noch glänzend, sondern vor allem hart.

All das erscheint beim Betreten der Fundación Proa weit entfernt. Das klare und ultramoderne Design setzt sich auch im Inneren fort. Stahl, Beton und Holz, weiße hohe Wände, jeder Winkel wirkt.

Die erste Ausstellung in diesen neuen Räumen: „Marcel Duchamp: Ein Werk, das kein ‚Kunst‘-Werk ist“. Das passt gut zueinander, die Neueröffnung und der Künstler, der mit seiner Frage „Kann man Werke schaffen, die keine ‚Kunst‘-Werke sind?“ eine neue Ära, eine Revolution des Kunstbegriffs einläutete. Mit Werken aus dem Jahr dieser grundsätzlichen Infragestellung, 1913, lässt die Kuratorin Elena Filipovic die Ausstellung beginnen.

Hat man eine Art Eingangshalle mit an die Wand projizierten Aufnahmen Marcel Duchamps passiert und betritt den zweiten Raum, weiß man zunächst gar nicht, wohin man sich wenden soll. Eine Vielzahl von Gegenständen hängt von der Decke, steht auf dem Fußboden und wird auf und an weißen, in den Raum gebauten Elementen präsentiert. Es gibt keinen vorgegebenen Weg, keine klare Chronologie. Die Art und Weise der Darstellung soll unterstreichen, wie wenig Sinn klassische Auffassungen wie Kontinuität und ästhetischer „Fortschritt“ in Bezug auf Duchamps Arbeiten machen, so Filipovic.

Trotzdem wirkt die Präsentation alles andere als chaotisch, im Gegenteil. Die Werke sind in Gruppen angeordnet: In Raum Zwei finden sich die „readymades“, Produkte aus industrieller Fertigung. Allein dadurch, dass Duchamp sie auswählte, wurden sie zu Kunstwerken. Diese Abkehr von traditionellem „Kunsthandwerk“ wird heute häufig als Beginn der Konzeptkunst gesehen.

Unter anderem zeigt die Fundación Proa Duchamps „Fountain“ – ein unter einem Synonym signiertes Urinal, mit dem er 1917 bei einer Kunstaustellung in New York für einen handfesten Skandal sorgte – und das „Roue de bicyclette“, ein auf einen Hocker montiertes Fahrradrad.

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“Readymades”.

Einen weiteren Schwerpunkt des zweiten Raumes bilden die Themen Transparenz und Perspektive. In seinen häufig auf und in Glas gestalteten Arbeiten spielt Duchamp mit den verschiedenen visuellen Dimensionen. Das Verwirren der Sehgewohnheiten zieht sich durch das gesamte Werk Duchamps.

In den 20er und 30er Jahren experimentierte er mit der Manipulation der Optik. Er fertigte verschiedene Maschinen der optischen Täuschung an, von denen einige im dritten Raum zu sehen sind. Eine weitere Täuschung: Marcel Duchamp als Frau. Als sein Alter ego Rrose Sélavy wurde er unter anderem von seinem Freund Man Ray fotografiert.

In seinem gesamten Schaffen stellte Duchamp immer wieder die Idee der Einzigartigkeit eines Kunstwerkes in Frage. Er begann, Kopien seiner und der Arbeiten anderer Künstler anzufertigen. Einige glichen dem Original exakt, an anderen nahm er kleine Veränderungen vor. Seine in diesem Zusammenhang wohl bekannteste Arbeit: Leonardo da Vincis Madonna, der er einen Schnurrbart malte. In der Zwischenzeit wiederum unzählige Male reproduziert, hängt Duchamps Madonna in den Küchen und Fluren dieser Welt.

Der letzte Raum der Ausstellung ist Marcel Duchamps Tätigkeit als Kurator und Designer gewidmet. So kreierte er unter anderem den Katalog für die Surrealismus-Ausstellung in New York (1942) und war an den Pariser Surrealismusausstellungen der 40er und 50er Jahre beteiligt. Die Präsentation schließt mit der Arbeit, mit der auch Duchamp sein Werk beschloss: „Étant donnés: 1. La chute d’eau / 2. La gaz d’eclairage“. Das Original befindet sich in Philadelphia, in Buneos Aires ist eine virtuelle Reproduktion zu sehen. Der Besucher muss sich in einem kleinen, dunklen, separaten Raum bücken und durch zwei Gucklöcher in der Wand schauen, unmöglich, sich dabei nicht wie ein Voyeur zu fühlen. Die letzten beiden Jahrzehnte seines Lebens arbeitete Duchamp im Geheimen an diesem Werk, es durfte erst nach seinem Tod der Öffentlichkeit gezeigt werden.

Die Ausstellung endet hier, das Erlebnis der Fundación Proa nicht. Es erwartet einen der schönste Raum des ganzen Gebäudes, die Bibliothek. An großen Tischen kann geblättert, gelesen, geschaut werden. Verkauft werden Kataloge der Fundación Proa, Bücher der Gegenwartskunst, Magazine, Poesie und Literatur.

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Zentraler Raum: die Bibliothek.
(Fotos: Fundación Proa)

Ein Stockwerk höher: das Café. Die Terrasse bietet einen phantastischen Ausblick auf den Hafen von La Boca und die Avellaneda-Brücke. Der Service ist sehr aufmerksam, der Kaffee und das Essen gut.

Der Besuch in der Fundación hinterlässt Eindruck. Ein toller Ort, eine großartige Ausstellung. Aber auch das Gefühl von Künstlichkeit. Es ist, als ob die betonte Offenheit, das Eingliedertsein in die Nachbarschaft nur Behauptung bleibt. Ein Sandwich für 20 Pesos zumindest werden sich die meisten Nachbarn nicht leisten können.

„Marcel Duchamp: una obra que no es una obra ‚de arte‘” ist noch bis zum 08.02.2009 in der Fundación Proa, Av. Pedro de Mendoza 1929 zu sehen und ist dienstags bis sonntags von 11-19 Uhr geöffnet. Weitere Informationen bietet die Webseite der Fundación Proa.

Erschienen im “Argentinischen Tageblatt” vom 13.12.08.

Klingende Leinwände

1. Kino- und Musikfestival ‚Pantallas Musicales‘ in San Isidro

Von Susanne Franz

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Vom heutigen Samstag an und bis zum 12. Dezember findet in San Isidro das erste “Festival de Cine y Música ‚Pantallas Musicales‘” statt, organisiert von der Stadtverwaltung San Isidro, der Cinemateca Argentina und der Festspiele SRL, die auch das Internationale Klassikfestival von Ushuaia organisiert.

Dem Publikum wird – gratis – auf diesem neuartigen Freiluft-Fest etwas ganz Besonderes geboten, nämlich restaurierte Stummfilmklassiker mit Live-Musikbegleitung anerkannter Ensembles und Solisten. Diese argentinischen und internationalen Musiker spielen bei den jeweiligen Aufführungen entweder die Originalpartitur oder eigens für die Darbietung komponierte Musik.

Man könne sich die Festivalwoche kaum in einem schöneren Rahmen vorstellen als in den Gärten, Häusern oder auf den Plätzen des historischen San Isidro, schwärmen die Veranstalter. Sie erhoffen sich, dass auch das Rahmenprogramm (Milongas unter freiem Himmel, ein Gastronomie-Event) mit dazu beitragen wird, dass das Festival auf Anhieb zu einem neuen kulturellen Highlight in Argentinien werden wird.

Die nächtlichen musikalischen Filmvorführungen werden in den Gärten des Museo Pueyrredón, vor der Kathedrale von San Isidro, auf der Plaza Mitre, im Kino Atlas des Tren de la Costa, in den Gärten der Villa Ocampo, im Paseo de los Tres Ombúes und auf der Plaza 9 de Julio stattfinden.

Auf dem Programm stehen:

  • 6.12., 21 Uhr: “Expedición Argentina Stoessel” (Argentinien, 1928/30, von Andrés und Adán Stoessel, mit Originalpartitur, gespielt von Santiago Chotsourians Orchester). In den Gärten des Museo Pueyrredón.
  • 7.12. 21 Uhr: “La Pasión de Juana de Arco” (Frankreich, 1928, von C.T. Dreyer, mit Originalpartitur, gespielt von Santiago Chotsourians Orchester). Vor der Kathedrale.
  • 8.12., 21 Uhr: “Chapliniana” (3 Chaplin-Kurzfilme, 1916, begleitet von Ernesto Jodos am Klavier). Plaza Mitre.
  • 9.12., 21 Uhr: Piazzolla-Hommage + “Dos Basuras” (Argentinien 1958, von Kurt Held). Kino Atlas.
  • 10.12., 21 Uhr: Avantgarde-Kurzfilme u.a. von Hans Richter (Deutschland), Luis Buñuel/Salvador Dalí (Spanien) und Man Ray (Frankreich), begleitet vom Marcelo-Katz-Trio. In den Gärten der Villa Ocampo.
  • 11.12., 21 Uhr: “Perdón Viejita” (Argentinien 1928, von José Agustín Ferreyra, begleitet von “Vale Tango” unter Andrés Linetzky, Solist: Esteban Riera. Auf der Plaza 9 de Julio. Im Anschluss Milonga.
  • 12.12., 21 Uhr: “Erotikon” (Tschechoslowakei 1929, von Gustav Machatý, originalpartitur von Jan Klusák, dargeboten vom Kammerensemble unter Santiago Chotsourian. Im Paseo de los Tres Ombúes.

Die Gratis-Karten zu einigen der Vorstellungen, die nur eine begrenzte Zuschauerzahl zulassen, müssen vorab abgeholt werden. Einzelheiten dazu und das komplette Programm finden Sie auf der Webseite des Festivals.