Geschichte, sichtbar gemacht

Historische Fotos im MNBA

Von Susanne Franz

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Geschichte sichtbar machen, das will die Ausstellung historischer Fotografien “Mirando la Historia en la Colección Fotográfica del MNBA”, die seit dem 14. Oktober ein Publikumsmagnet im Museum der Schönen Künste in Buenos Aires ist. Nun wurde die Schau bis zum 28. Dezember verlängert.

Bei freiem Eintritt kann der Besucher die Werke berühmter Fotokünstler und großer Fotoreporter bewundern, u.a. Juan Di Sandros Bilder des Zeppelin über Buenos Aires, Freddy Albortas Foto vom Tod Che Guevaras oder Jean Philippe Charbonniers Bilder vom Jubel in Paris beim Ende des II. Weltkriegs.

Die Ausstellung hat fünf Schwerpunkte: “Celebraciones” (Feiern), “Víctimas” (Opfer), “Democracias” (Demokratien), “Años de plomo” (Bleierne Jahre) und “Retratos” (Porträts). Zu letzteren zählen die Bilder von Eva Perón, Victoria Ocampo, Fidel Castro und Cocó Chanel von Annemarie Heinrich, Gisele Freund, María Cristina Orive und Henri Cartier Bresson.

Die Ausstellung ist bei freiem Eintritt im Museo Nacional de Bellas Artes, Av. del Libertador 1473, 2. Stock, dienstags bis freitags 12.30-20.30, samstags und sonntags 9.30-20.30 Uhr zu sehen.

Ein-Tages-Krimi in Buenos Aires

„Exquisites Leichnamprojekt“ im Malba und anderswo

Von Hanna Jochims

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„A Crime Has Many Stories“ – hinter diesem Titel verbirgt sich eine eintägige Reise durch Buenos Aires. Die von den Initiatoren als „exquisites Leichnamprojekt“ bezeichnete Veranstaltung basiert auf einer Kurzgeschichte von Ricardo Piglia, „La Loca y el Relato del Crimen“. Am Samstag, dem 29. November, wird die „multidisziplinäre eintägige Extravaganza“ um 16 Uhr im Malba beginnen. Gezeigt wird ein Video Ricardo Piglias, er hat seinen eigenen Text für „A Crime Has Many Stories“ interpretiert.

Die nächste Station der gemeinsamen Reise wird um 18 Uhr an der Avenida Colón gemacht. Die Künstlerin Rosalba Mirabella hat während ihrer zweimonatigen freiwilligen Einkerkerung in Buenos Aires ein Verbrechen erdacht, geschrieben und gezeichnet.

Anderthalb Stunden später: das Projekt „Copies end up having results“ mit Fernanda Laguna and Roberto Jacoby im Museo de Calcos.

Um 21 Uhr dann der Höhepunkt der Extravaganza: Der argentinische Autor Washington Cucurto hat eine Antwort auf Ricardo Piglias Text verfasst, „El Hijo“. Das Kollektiv Eloisa Cartonera wird seinen Text in La Boca performen. Im Anschluss findet am selben Ort eine große Abschlussparty statt.

„A Crime Has Many Stories“ wurde von Eloisa Haudenschild und Steve Fagin von der Plattform haudenschildGarage gemeinsam mit Judi Werthein, Sonia Becce und Alejandro Ruiz in die Wege geleitet. Ihr Ziel sei es, ein dynamisches Event zu schaffen, das Literatur, Kunst und die Stadt miteinbezieht, schreibt die haudenschildGarage auf ihrer Webseite. Die kulturelle Rolle Südamerikas, Argentiniens sei weltweit stark unterschätzt. Ihr Projekt solle auch dazu beitragen, die Aufmerksamkeit auf die Qualität historischer und aktueller Kulturbeiträge Argentiniens zu richten.

Ein Katalog des Projektes und ein limitierter „Survival Kit“ werden zu Beginn der Reise im Malba verteilt. Essen und Getränke gibt es an allen Stationen.

Mehr Informationen hier.

Schutz vor teuflischen Mächten

Diego Perrottas “El País Volcán” in der Galerie Empatía

Von Susanne Franz

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“El Luchador”, Acryl, 200 x 200 cm, 2008.

Er steht bis zu den Oberschenkeln im Sumpf, vor seinen Körper hält er wie einen Schild ein Objekt, das zugleich Baum und Vulkan ist. Hinter ihm, in einer kargen Landschaft, stehen vier weitere Vulkankegel; aus ihnen wird Rauch geschleudert. Den Baumvulkan in seinen Händen scheint der Kämpfer gezähmt zu haben, er spuckt keine Asche. Die Ruhe vor dem Sturm? Der “Luchador” jedenfalls strahlt konzentrierte, gespannte Erwartung aus. Seine Augen sind gelbe Schlitze, in ihnen offenbart sich seine gebündelte Energie. Komm nur her, sagen sie, ich mag hier feststecken, aber ich habe keine Angst vor Dir. In mir brodelt geballte Kraft.

Die Figur des Kämpfers, der als Beschützer oder Bewacher auch auf anderen großformatigen Leinwänden auftaucht, ist neu im Werk des argentinischen Künstlers Diego Perrotta, dessen jüngste Ausstellung “El País Volcán” (Das Vulkanland) momentan in der Galerie Empatía zu sehen ist. In ihr ist Perrotta wieder zur Malerei und der Keramik zurückgekehrt, nachdem seine letzte große Exposition im Centro Cultural Borges ganz der Zeichnung gewidmet war.

“Meine Figuren sind menschlicher geworden”, beschreibt Perrotta seine Gemäldeserie aus diesem Jahr, die ihn weg von Monstern und anderen Phantasiegestalten zu Themen geführt hat, die das Leben – und mit ihm den Tod – unmittelbarer betreffen.

So schuf er erstmals ein zeitgeschichtlich inspiriertes Werk, “Cromañón”, das die Brandkatastrophe bei einem Rockkonzert in der gleichnamigen Diskothek zum Thema hat, bei der am 31.12.2004 fast 200 Jugendliche verbrannten. “An diesem Tag tat sich im Himmel ein Tor zur Hölle auf”, beschreibt Perrotta ein Element im oberen Bildbereich. Unten malte er 194 Särge, die die jungen Opfer symbolisieren, darunter steht ein Text, der beschreibt, wie ein Mensch erstickt. Und Sätze von Jugendlichen, die der Künstler bei der Gedenkstätte der Cromañón-Katastrophe gelesen hat.

Ebenfalls neu in dieser Ausstellung Diego Perrottas sind Schwarz-Weiß-Gemälde und Schwarz-Weiß-Keramiken von verzaubert wirkenden Tierköpfen. Dabei stellt Perrotta die Nicht-Farben einander immer gegenüber – zur gegenseitigen Ergänzung, nicht als feindliche Gegensätze. Wer an Perrottas barocke Farbgebung gewöhnt ist, ist uberrascht, wie intensiv auch diese Werke wirken. Der Künstler selbst stellt fast erstaunt fest, er sei wohl im Begriff, seine künstlerische Sprache zu glätten und zu einer Synthese zu gelangen.

Im Land der ausbrechenden Vulkane brauchen wir allen Schutz, den wir nur kriegen können. Diego Perrottas Werk macht uns auf den stärksten Beschützer aufmerksam, den wir haben: unsere eigene innere Kraft, auf die wir vertrauen können.

  • Bis 22.11. in der Galerie Empatía, Carlos Pellegrini 1255. Mo-Fr 11-20, Sa 10-13 Uhr.

Lange Museumsnacht 2008

Kunstmarathon bis in die frühen Morgenstunden

Von Susanne Franz

Am heutigen Samstagabend findet von 19 Uhr bis 2 Uhr morgens zum fünften Mal die Lange Museumsnacht in Buenos Aires statt, ein Ereignis, das sich Jahr für Jahr größerer Beliebtheit bei den kulturhungrigen Porteños erfreut. Im vergangenen Jahr nahmen mehr als 400.000 Personen an der Veranstaltung teil. Zutritt haben die Besucher überall gratis, und sie können sich auch kostenlos mit den Buslinien 29, 64, 78, 80, 87, 92, 100, 111, 127, 130 und 134 durch die 12 Stadtbezirke bewegen, in denen sich die Events der Museumsnacht abspielen. Dafür müssen sie nur einen Voucher vorzeigen, der mit dem Programm der Museumsnacht an den verschiedenen Veranstaltungsorten ausgeteilt wird (diesen kann man sich aber auch vorher auf der Internetseite heraussuchen und selbst ausdrucken).

An dem von der Partnerstadt Berlin abgeschauten Ereignis nehmen in diesem Jahr 120 Museen und andere Kultureinrichtungen teil. Dem Publikum wird neben Führungen durch die zahlreichen Ausstellungen auch eine Neuheit geboten: An verschiedenen strategisch günstig gelegenen Orten der Stadt werden Werke renommierter argentinischer und internationaler Videokünstler auf Großleinwände projiziert: u.a. am Obelisken, Puente de la Mujer, Centro Cultural Recoleta oder dem Museo Nacional de Bellas Artes. Die Videokunst-Interventionen stehen unter dem Motto „Abre tus ojos“ (Mach die Augen auf!).

Zentrales Ereignis der Langen Museumsnacht ist die Ausstrahlung des Stummfilmklassikers „Metropolis“ (1927) von Fritz Lang mit Live-Musikbegleitung durch das „National Film Chamber Orchestra“ (Fernando Kabusacki, Gitarre, Juan Carlos Mono Fontana, Syntheziser, Fernando Samalea, Percussion, und Matías Mango, Syntheziser) um 21 Uhr gegenüber dem „Centro de Museos de Buenos Aires“, Av. de los Italianos 851, Puerto Madero. Dort findet ab ca. 23 Uhr auch die Abschlussparty mit DJ Ale Kingston & Simon, VJ Carla Lucarella, DJ Javier Zuker, VJ Santiago Idelson, Chancha Vía Circuito, VJ Lucas DM, DJ Daleduro und VJ Soldelrio statt.

Infos unter Tel.: 4313-4073/4077/4079 und auf der Webseite der Museumsnacht.

Visuelle Archäologen

Ausstellung “Armar Armenia” zeigt zeitgenössische armenische Videokunst

Von Hanna Jochims

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Das Zählen von Granatapfelkernen – Ausschnitt aus dem Werk von Jean Marie Casbarian.

In den Jahren 1915-1918 starben mindestens eine Million Armenier. Sie wurden im damaligen Osmanischen Reich, aus dem 1923 die Türkei hervorging, verfolgt, deportiert und gezielt umgebracht. UNO und EU haben ebenso wie zahlreiche unabhängige Historiker und Organisationen das Verbrechen benannt, das am armenischen Volk begangen wurde: Völkermord. Die Türkei bestreitet dies. Seit Jahrzehnten lautet die offizielle Version, dass die Umsiedlung der Armenier eine “kriegsbedingte Sicherheitsmaßnahme” gewesen sei. Ethnische Säuberungen, eine geplante Vernichtung habe es nicht gegeben.

Wer die über 90 Jahre zurückliegenden Ereignisse als Genozid bewertet, bekommt den Ärger der Türkei zu spüren. So zum Beispiel Frankreich. 2001 verabschiedete die Nationalversammlung eine Deklaration, die den Völkermord offiziell anerkannte. Die Folge: vorübergehender Abzug des türkischen Botschafters, Aufruf zum Boykott französischer Produkte, Stornierung von Wirtschaftsaufträgen an französische Unternehmen in Höhe von Hunderten Millionen Dollar.

Deutschland geht Unannehmlichkeiten aus dem Weg: Mit den USA und Israel gehört es zu den Staaten, für die es offiziell keinen Völkermord gab und keine “Armenier-Lüge” gibt.

Innertürkische Kritiker müssen mit Verhaftungen und Strafandrohungen rechnen. Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk sagte 2005 in einem Interview mit dem Zürcher Tages-Anzeiger: “Man hat hier 30.000 Kurden umgebracht. Und eine Million Armenier. Und fast niemand traut sich, das zu erwähnen.” Für die türkische Presse war er ein “Verräter”. Pamuk und jene, die ihn verteidigten, erhielten Todesdrohungen. Er wurde wegen “Beleidigung des Türkentums” angezeigt. Das Verfahren wurde 2006 eingestellt – aus formalen Gründen.

Das Leben in der Diaspora bedeutete für die Flüchtlinge aus dem Osmanischen Reich eine plötzliche Auseinandersetzung mit einer für sie meist völlig fremden Kultur und Mentalität. Wie setzen sich ihre heute auf der ganzen Welt verstreut lebenden Nachkommen, wie setzt sich die dritte Generation nach dem Völkermord mit ihrer Identität in der Diaspora auseinander?

Eine künstlerische Auseinandersetzung zeigt die Ausstellung “Armar Armenia – Videoarte transnacional”. Sieben Künstlerinnen und Künstler armenischer Abstammung aus Los Angeles, Toronto, Paris, Berlin, Eriwan und Buenos Aires zeigen ihre Werke vom 1. bis 15. November in der Asociación Cultural Armenia (Armenia 1366) in Buenos Aires. Idee und Konzeption der Ausstellung stammen von Silvina Der-Meguerditchian. Die Argentinierin, deren Großeltern Überlebende der Deportationen waren, lebt und arbeitet in Berlin. Ihre Videokunst wird ebenso zu sehen sein wie Werke von Achot Achot, Tina Bastajian, Jean Marie Casbarian, Archi Galentz, Kariné Matsakian und Garine Torossian. Als “visuelle Archäologen oder Anthropologen” suchen sie nach Wörtern, Bildern, Spuren der armenischen Kultur und erzählen vom Leben in der Diaspora.

Die Ausstellung “Armar Armenia” wird am heutigen Samstag, den 1. November, eröffnet (18-20 Uhr) und kann dann bis zum 15. November täglich von 14-19 Uhr besucht werden. Im Internet findet sich eine Plattform der beteiligten Künstler. Mehr Infromationen zur Arbeit von Silvina Der-Meguerditchian auf ihrer Webseite.

Erschienen im “Argentinischen Tageblatt” vom 01.11.08.

Pragmatisches und romantisches Werk

Ingo Günther ist im Rahmen des MEACVAD08 am Donnerstag und Freitag im Goethe-Institut

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Im Rahmen von MEACVAD08 wird der deutsche Künstler Ingo Günther eine Anthologie seines Werks präsentieren. Auf eine gewisse Art und Weise ist Ingo Günther unerreichbar. Sein Name erscheint nur selten in Anthologien der Kunst- und Medientheorie, dafür aber an anderen, unerwarteten Orten: bei der Konferenz der kambodschanischen Universität von Phnom Phen, an der naturwissenschaftlichen Akademie Wien oder bei einer UN-Konferenz über den Klimawandel. Dieser Künstler (aber auch Dozent an vielen wichtigen Universitäten, Journalist, Leiter einer Agentur für die Erfassung von Satellitendaten und Moderator des japanischen TV Senders NHK) war nämlich einer der ersten, der die globalen Kommunikationsmedien in seine alltägliche Arbeit integrierte – ein Botschafter der veränderten Lebensumstände, der unter anderem bei Joseph Beuys und Nam Jun Paik studierte.

Ingo Günther wurde 1957 in Dortmund geboren und lebt heute hauptsächlich in New York. Er interessiert sich insbesondere für globale und politische Zusammenhänge: „Jede Form von Politik ist ein Resultat von Netzen – die Polis ist eine Ausprägung des Bewusstseins der Vernetzung.” Die Materie gilt als Luxus einiger weniger Reicher und das Netz als Ort, an dem sich der Rest austoben kann, Probleme, die den Planeten bedrängen, Spannung zwischen symbolischer Reichhaltigkeit und realer Knappheit.

Als paradigmatischen Fall seines Werks, das über die Grenzen der Kunst hinausgeht, kann man sein Projekt Flüchtlingsrepublik bezeichnen, eine Stiftung, die auf der ganzen Welt Aktivisten für den ersten „supranationalen und supraterritorialen Staat” sucht. Günther schreibt: „Flüchtlinge und Migranten sind keineswegs nur Problem, sondern auch Lösung, und in diesem Sinne Kapital. Als trans-globales Netz verstanden und mit einer eigenen Staatsform ausgestattet, sind Flüchtlinge die besten Kandidaten, eine sozioökonomische und politisch-ideologische Avantgarde fürs nächste Jahrtausend zu werden.” Mehr Info hier.

Ingo Günthers Werk erhielt mehrere Preise und wurde in den renommiertesten Kunstzentren der Welt ausgestellt: auf der Biennale in Venedig und Fukui in Japan, auf der documenta in Kassel, auf der Ars Electronica in Linz und der MultiMediale des deutschen Zentrums für Kunst und Medientechnologie in Karlsruhe.

Die Veranstaltungen (mit Simultanübersetzung) finden am 30. und 31.10. um 21 Uhr im Goethe-Institut, Av Corrientes 319, statt. Der Eintritt ist frei.

Una obra pragmática y romántica

El artista alemán Ingo Günther en la Muestra Euroamericana de Cine, Video y Arte Digital MEACVAD

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En el marco de MEACVAD08, el artista de los medios Ingo Günther presentará una antología de su obra el jueves 30 y el viernes 31 de octubre a las 21 hs. en el Goethe-Institut. Av Corrientes 319, con entrada libre y traducción simultánea

Ingo Günter es inasible de un modo muy particular. Su nombre no aparece con frecuencia en las antologías de arte de los medios pero sí en otros lugares inesperados: como conferencista en la universidad camboyana de Phnom Phen, en la Academia de Ciencias de Viena o en una conferencia sobre el cambio climático organizada por la ONU. A decir verdad, este artista (pero también profesor en la Academia de Arte de los Medios de Colonia, periodista, antiguo director de una agencia de datos satelitales y fundador de la primera estación de televisión independiente de Europa del Este, el Kanal X de Leipzig) fue uno de los primeros que integró los medios de comunicación global en su trabajo cotidiano. Un agente de las nuevas condiciones, pero también fuertemente vinculado al universo de la sensaciones, que estudió con Joseph Beuys y Nam Jun Paik, entre otros.

Ingo Günther (Dortmund, Alemania, 1957) pasa la mayor parte del tiempo en Nueva York. Lo obsesionan las relaciones entre política y globalización (“toda forma política proviene de redes”, “la polis es una expresión de la conciencia de la integración en red”), la materia como un lujo de unos pocos “y las redes como el lugar en el que pueden desahogarse todos los demás”, los problemas que acucian al planeta, las tensiones entre la abundancia (de lo simbólico) y la escasez (de lo real).

Un caso a la vez límite y paradigmático de su obra es su proyecto La República de los Refugiados, una fundación que busca en todo el mundo accionistas para el primer estado “supranacional y supraterritorial”. “Los refugiados no sólo son un problema acuciante sino también una solución capital. Considerados como una red transglobal y provistos de una forma de estado propia, son los mejores candidatos para conformar la vanguardia político ideológica del próximo milenio”, escribe.

La obra de Günther, tan pragmática como romántica, obtuvo numerosos premios y se pudo ver en los centros de arte más importantes del mundo: las bienales de Venecia y Fukui, en Japón, la Documenta de Kassel, la Ars Electronica de Linz y la MultiMediale del ZMK alemán.

Más info: republik.com, refugee.net.

Espíritu experimental

Recorrido antológico por la obra de Carlos Trilnick

tri.jpgEn el marco de la edición 2008 de la MEACVAD, se presentará mañana, lunes, 27 de Octubre, a las 18 horas, en el Espacio Fundación Telefónica (Arenales 1540), una selección de obras antológicas del artista argentino Carlos Trilnick.

Carlos Trilnick es uno de los pioneros del video arte en América Latina. Su obra – que también se desarrolla en el campo de la video instalación, el arte multimedia y la fotografía – se ha caracterizado, desde sus inicios y hasta la actualidad, por una incesante búsqueda expresiva y un marcado espíritu experimental. Su trabajo forma parte de la historia del video en la Argentina y testimonia el trayecto realizado por el video desde lo electrónico hacia lo digital.

La selección, que intenta evidenciar el carácter experimental de su obra, estuvo especialmente pensada para la presente edición de la MEACVAD que centrará su debate en torno al tema: ¿Post cine, post video, post tv, post digital? La muerte de los soportes tradicionales y las nuevas prácticas mediáticas.

En ocasión de la presentación, se proyectarán 15 obras en video y se emplazarán en el espacio dos instalaciones: “Viajando por América” (1990) y “Echo Park” (2008). Además contaremos con la presencia del artista y de la Lic. Mariela Cantú, que comentarán la obra y dialogarán con el público.

Obras a ser exhibidas

  • Five seconds (1982). Realizado con Fabián Hofman
  • Elipsis II (1988)
  • Viajando por América (1990)
  • Nostalgias del presente (1991)
  • Qosqo (1993, 15’40” en loop)
  • Como un cuerpo ausente (1994). En colaboración con Sabrina Farji
  • Una tarde (2000). Colaboración especial: Luis Campos y Andrés García La Rota
  • Por qué pintar un cuadro negro (2002)
  • 1978 – 2003 (2003)
  • h, hh, hhh (2004)
  • Compañía (2005)
  • Absbytes (2006)
  • No signal no bad (2007)
  • Social less (2008)
  • Echo Park (2008)

Postkino, Postvideo, Postfernsehen?

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Nächste Woche läuft das MEACVAD08, das Euroamerikanische Festival für Film, Video und Digitalkunst

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Eine Woche lang – von Montag, dem 27., bis Freitag, den 31. Oktober – werden Regisseure, Theoretiker und Wissenschaftler aus Amerika und Europa in Buenos Aires zusammenkommen, um ihre Arbeiten (experimentelles Kino, Autorenkino, schöpferischer Dokumentarfilm, experimentelle Videokunst und interaktive Digitalkunst) vorzustellen, Seminare anzubieten und um über die aktuelle Lage der audiovisuellen Künste und Medien zu sprechen, sowie über den technologischen Übergang vom Analogen hin zum Digitalen.

Das Festival MEACVAD (Muestra Euro-Americana de Cine, Video y Arte Digital) nimmt im Jahr 2008 die „Heiligsprechung“ des digitalen Zeitalters als Ausgangspunkt. Das Aussterben der herkömmlichen Technologien in Kino, Video und Fernsehen ruft schon seit längerer Zeit eine Reihe von Meinungen und Arbeiten hervor, die dieses unvermeidbare Phänomen kommentieren. Gleichzeitig verändert das Verschwinden des Analogsignals die Spielregeln der audiovisuellen Gewohnheiten.

Die vollständige Digitalisierung der Medien vollzieht sich in ganz unterschiedlichen Sparten: Die Ergebnisse sind digitalisiertes Kino, Postdokumentation, Internetfernsehen, Webkunst, V.J.s und ihre visuellen Performances in Echtzeit, Videospiele und Handys als hypermediale Produktionsgeräte. Das Internet und digitales Telefonieren sind für einen urbanen Lebensstil, der von Kontrolle, der Lust nach dem Spektakel und ständiger Abrufbarkeit geprägt ist, unentbehrlich geworden. Diese Problematik – der Mensch scheint sein komplettes Umfeld digitalisiert zu haben – wird einer der zentralen Punkte in der Diskussion sein. In dieser wird man versuchen, ein Gesamtbild auf der Grundlage jener unverzichtbaren Kriterien zu schaffen, die heute die audiovisuellen Künste bestimmen.

Das MEACVAD stellt dieses Jahr zwei Neuveröffentlichungen vor: „Artes y Medios Audiovisuales: La era Post Analógica“, eine Zusammenstellung von Veranstaltungsberichten, und „Entre Imágenes“ von Raymond Bellour.

Das Festival wird von der Alliance Française (Av. Córdoba 946), dem Goethe-Institut (Av. Corrientes 319) und dem Espacio Fundación Telefónica (Arenales 1540) organisiert und sowohl von ausländischen Vertretungen als auch von nationalen Universitäten und Institutionen unterstützt.

Das vollständige Programm kann auf der Webseite des Festivals eingesehen werden. Kostenlose Anmeldung zu den Veranstaltungen unter inscripciones@meacvad.org.

¿Post-cine, post-video, post-tv, post-digital?

Klicken Sie hier, um die deutsche Version zu lesen.

MEACVAD 08 – Muestra Euroamericana de Cine, Video y Arte Digital, del 27 al 31 de Octubre 2008

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La Muestra Euroamericana de Cine, Video y Arte Digital (MEACVAD) es un encuentro anual organizado por la Alianza Francesa, el Goethe-Institut y el Espacio Fundación Telefónica, con el apoyo de representaciones extranjeras, universidades e instituciones nacionales. Durante toda una semana de actividades, realizadores, teóricos y académicos de las artes audiovisuales exhiben materiales de cine experimental y de autor, documental de creación, video experimental y artes digitales interactivas, para debatir sobre el estado de situación de las artes y los medios audiovisuales.

La edición 2008 de MEACVAD propone como punto de partida la consagración de la era digital. La idea recurrente de la paulatina muerte de las tecnologías originales del cine, el video y la TV viene produciendo, en efecto, una serie de reflexiones y obras, que tratan sobre este fenómeno inevitable. La desaparición de lo analógico, a la vez, está cambiando algunas reglas de juego en las manifestaciones de la cultura y el audiovisual.

La total digitalización de los medios se ha expandido hacia diversas formas: el cine digital, el postdocumental, la TV online, el web art, los V.J.´s y los eventos en vivo, los videojuegos y el celular como máquina de producción hipermediática. Asimismo, internet y la telefonía digital se han convertido en las principales interfaces culturales de una vida urbana dominada por el control, el espectáculo y la vigilancia.

Esta problemática, resultado de que el hombre ha digitalizado por completo su entorno, será precisamente uno de los ejes centrales de la discusión. Durante la misma, se buscará explorar un estado de situación a partir de las referencias ineludibles que constituyen hoy las artes audiovisuales, desde el cine experimental y de autor, el videoarte y el documental de creación, hasta la TV de calidad y las prácticas artísticas con los nuevos medios.

Invitados de América y Europa se reunirán así durante una semana en Buenos Aires para presentar materiales, exhibir obras, ofrecer seminarios y plantear un debate sobre el audiovisual, las prácticas artísticas y este estado de transición tecnológico, dominado a nivel masivo por el consumo del espectáculo.

MEACVAD presenta este año dos nuevas publicaciones: Artes y Medios Audiovisuales: La era Post Analógica, una compilación de las actas del evento, y Entre Imágenes, de Raymond Bellour.

Invitados

  • Lucas Bambozzi (Brasil) – Video artista, académico, documentalista, realizador, curador
  • Raymond Bellour (Francia) – Investigador y teórico en artes audiovisuales, C.N.R.S.
  • Silvia Cacciatori (Uruguay) – Diseñadora y realizadora audiovisual
  • Edgar Endress (Chile) – Videoartista y realizador audiovisual
  • Federico Falco (Argentina) – Video artista, escritor
  • Carmen Gil Vrolijk (Colombia) – Artista multimedia y académica, Universidad de los Andes
  • Ingo Günther (Alemania) – Artista, realizador audiovisual y académico
  • Pablo Lamar (Paraguay) – Realizador de cine
  • Antonio Weinrichter (España) – Teórico y académico, especializado en documental

Actividades previstas

  • Seminario Entre Imágenes, Raymond Bellour
  • Retrospectiva Lucas Bambozzi
  • Recorrido antológico por la obra de Ingo Günther
  • 30 años de video arte, Homenaje a Carlos Trilnick
  • Visionarios, Programa histórico de cine y video experimental de América Latina, curaduría de Arlindo Machado, Itaú Cultural de San Pablo/MAMBA Buenos Aires
  • Programa Jean-Paul Fargier, Jour après jour (Jean-Daniel Pollet) y Godard/Sollers. L´entretien
  • Eventos en vivo, una historia, Carmen Gil Vrolijk
  • Gráfica Monumental, proyecto de creación con GPS, Andrea Di Castro
  • Documental, un estado de situación, Antonio Weinrichter
  • Presentación Publicaciones MEACVAD: Libro de actas 08 y Entre Imágenes, Raymond Bellour

Han sido invitados hasta el momento a las diferentes ediciones de la MECVAD: Tania Aedo, Enrique Aguerre, Claudia Aravena, Roy Ascott, Alan Berliner, Alain Bourges, Robert Cahen, Jean-Louis Comolli, Philippe Dubois, Anne-Marie Duguet, Jean-Paul Fargier, Solange Farkas, Cao Guimaraes, David Larcher, Sandra Kogut, Arlindo Machado, Lev Manovich, Bjørn Melhus, Patricia Moran, Antonio Muntadas, Marcel Odenbach, Néstor Olhagaray, Lourdes Portillo, Eder Santos,Valentina Valentini, Peter Weibel, Siegfried Zielinski, entre otros.

Mas información aquí.

Ende der Welt rückt ins Zentrum

LIMITE SUD/SOUTH LIMIT ist ein innovativer Vorstoß der Stiftung arteBA

Von Susanne Franz

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Wer wollte nicht immer schon mal Rockstar sein und sich vom Publikum auf Händen tragen lassen? Am Eröffnungsabend von „Límite Sud“ machte das Künstlerkollektiv Rosa Chancho für manchen den Traum vom Fliegen wahr.

Die bedeutendste Kunstmesse Argentiniens, arteBA, die jährlich im Mai stattfindet und in ihrem 17-jährigen Leben einzigartige Klasse und weltweite Anerkennung erreicht hat, hat das innovative Kunstprojekt „Límite Sud/South Limit“ gestartet. Dieses soll ab sofort alle zwei Jahre parallel zur Biennale in Sao Paulo, der wichtigsten Kunstbiennale Lateinamerikas, stattfinden und das ohnehin bunte und aktive Kunstleben in Buenos Aires noch um eine Attraktion reicher machen. Natürlich erhoffen die Organisatoren neben einem Zustrom einheimischer Kunstfreunde auch ausländische Gäste, die den Besuch in Sao Paulo mit einem Abstecher nach Buenos Aires verbinden könnten, um „Límite Sud“ zu sehen.

Die erste, in Zusammenarbeit mit der Stadt Buenos Aires auf die Beine gestellte Veranstaltung wurde am Donnerstagabend im „Anexo II“ im „Centro de Exposiciones“, dem ehemaligen Messegelände, gleich neben der Rechtsfakultät eröffnet und läuft bis zum 31. Oktober mit täglichen Öffnungszeiten von 15-22 Uhr. Die 4500 m2 umfassenden, fabrikhallenartigen Räumlichkeiten erlauben das neuartige Konzept, das „Límite Sud“ auszeichnet: weg von den Ständen, an denen auf Messen normalerweise Künstler ihre Werke präsentieren, und hin zu den „Project Rooms“, die jedem der 20 argentinischen und sechs aus anderen lateinamerikanischen Ländern stammenden eingeladenen Künstler die Gelegenheit geben, sich auf 30 Quadratmetern auszutoben. Speziell an ein junges Publikum appellieren die in einem gesonderten Sektor jeden Abend um 19 Uhr stattfindenden Performances, in deren Rahmen Künstler und Künstlergruppen ihre Kreativität auf besonders eingängige Art unter Beweis stellen.

Die Kuratoren Eva Grinstein (Argentinien) und José Roca (Kolumbien) haben quer durch die Generationen die Auswahl der Künstler getroffen und aus Argentinien Arturo Aguiar, Javier Barilaro, Leo Battistelli, Dino Bruzzone, Adriana Bustos, Juan José Cambre, Ana Gallardo, Patricio Gil Flood, Sebastián Gordin, Fabiana Imola, Nicolás Mastracchio, Marta Minujín, Luis Felipe Noé, Sandro Pereira, Rogelio Polesello, Juan Carlos Romero, Marcia Schvartz, Eduardo Stupía, Mónica Van Asperen und Noelia Yagmourian sowie Eduardo Abaroa (Mexiko), Julio Alpuy (Uruguay), Alexander Apostol (Venezuela), Artur Lescher (Brasilien), Miguel Angel Rojas und Jaime Tarazona (beide Kolumbien) eingeladen.

Für die Performances zeichnen Roberto Jacoby und Vivi Tellas verantwortlich, die mit folgenden argentinischen Künstlern ein Programm erarbeitet haben: Gabriel Baggio, Rosa Chancho, Diego de Aduriz, Tomás Espina, Fernanda Laguna und Alina Perkins, Valentina Liernur, Diego Melero, Rosalba Mirabella, Eduardo Navarro, Oligatega Numeric und Ernesto Ballesteros sowie Provisorio Permanente.

Eine besondere Überraschung bietet der argentinische Künstler Jorge Macchi mit der Weltpremiere seines Projekts “Sleepless Room”, einem quadratischen Raum, an dessen vier Wänden vier unterschiedliche Videos ablaufen – die eine erstaunliche Sinnestäuschung im Betrachter auslösen.

Der Eintritt zu „Límite Sud“ kostet 15 Pesos; am Montag hat das Publikum gratis Zugang. Weitere Informationen hier.

Erschienen im “Argentinischen Tageblatt” vom 25.10.08.