Harmonisches Doppelspiel
“Double Jeu” – Dino Bruzzone und Esteban Pastorino in der Alianza Francesa
Von Vanessa Bersis
Zum ersten Mal stellen die beiden Fotografen Dino Bruzzone und Esteban Pastorino ihre Werke Seite an Seite aus und bilden trotz ihrer unterschiedlichen Arbeitsweisen eine außergewöhnlich harmonische Einheit. Während Dino Bruzzone Gegenstände und Orte modellhaft nachbaut, um sie in Folge durch die fotografische Darstellung so erscheinen zu lassen, als wären dies reale Abbilder einer real existierenden Landschaft, fertigt hingegen Esteban Pastorino Kameras an und lichtet reale Orte und Objekte ab, jedoch mit dem Anschein, als handle es sich bloß um fiktive Modellkonstruktionen.
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Betritt man den Cronopios-Saal des Centro Cultural Recoleta, in dem die Werke von Remo Bianchedi ausgestellt sind, fällt einem sofort auf, dass es hier nicht nur um die Kunst an sich geht, sondern um die Atmosphäre, um eine Grundstimmung. Die Beleuchtung, die dezente instrumentale Hintergrundmusik, die Anordnung der Gemälde ist eine sorgfältig bedachte Komposition, die beim Betrachter den Eindruck erzeugt, als würde er in eine ganz spezielle Sphäre eindringen.
Dieter Deventer, ein gebürtiger Münchner, der sich bereits durch seine Arbeit als Kameramann für etliche Spielfilme und Werbespots weltweit einen Namen gemacht hat, stellt im Palacio del Congreso ganz unverhofft seine Photoserie “Trazos del Tiempo” aus. Auf die Frage, warum es ihn gerade nach Buenos Aires verschlagen hat, antwortet er mit einem breiten Grinsen: “Die Leidenschaft meiner Frau zum Tango war es!”
Endlich ist sie da, die längst überfällige Einzelausstellung in Argentinien von einem der besten zeitgenössischen Reportagefotografen. Die von der US-Botschaft unterstützte Schau zeigt eine Auswahl von 150 Fotografien des nordamerikanischen Fotografen Steve McCurry aus dem Zeitraum 1980 bis zur Gegenwart.
Er war die personifizierte Leidenschaft, Identifikationsfigur einer ganzen Generation, versprühte eine grenzenlose Lebensenergie, die nun für immer verloschen ist. “Sandro de América” ist am Abend des 4. Januar im italienischen Spital in Mendoza im Alter von 64 Jahren verstorben.
“Nichts hat mich so fasziniert wie Lateinamerika”, schwärmt Marco Bischof, Kurator der Fotoausstellung “Werner Bischof Imágenes”, die derzeit im Centro Cultural Borges zu sehen ist. Eine Neigung, die er mit seinem Vater geteilt hätte. Jener starb vor über 50 Jahren während einer Südamerikareise bei einem Autounfall in den peruanischen Anden. “Argentinien war sein Traumziel. Feuerland sollte die letzte Reisestation sein”, erklärt Kurator Bischof, warum die Retrospektive jetzt in Buenos Aires zu sehen ist, “aber Ushuaia ist für eine Ausstellung dieser Größe weniger geeignet.” Buenos Aires ist die zweite Station der 106 Werke umfassenden Ausstellung, die über die nächsten Jahre auf Tournee in Lateinamerika gehen soll. Gestartet hat sie in Lima, dem Ort, in dem Werner Bischof begraben liegt. Später soll sie weiter nach Kolumbien, Venezuela und Mexiko wandern.
“Ich wollte nicht die üblichen Bilder von der Mauer machen”, fasst Fotografin Lena Szankay ihre Ausstellung “Zeitgeist Berlin” zusammen, die derzeit in der “VVVgallery.” in Buenos Aires zu sehen ist. Die Fotos der Porteña vermitteln dem Betrachter die Atmosphäre im Berlin vor und nach dem 9. November 1989. Was haben die Menschen gefühlt? “Begeistert war ich nicht”, erinnert sich die damals 24-Jährige an ihren ersten Eindruck. Mit dieser Reaktion war sie im Herbst 1989 nicht allein.
Am 5. Oktober 1959 eröffnete die Galerie Witcomb im Zentrum von Buenos Aires die erste Einzelausstellung von Luis Felipe Noé – der Ausgangspunkt eines bewegten Künstlerlebens. Genau 50 Jahre später widmet jetzt die Galerie Rubbers dem großen argentinischen Maler eine Werkschau unter dem Titel “Y son cincuenta, sin cuento” – “Es sind 50, im Ernst!”. Erst im Mai vertrat Luis Felipe Noé Argentinien mit zwei großformatigen Werken bei der Biennale in Venedig. Ein Beleg seiner enormen Popularität. In einem Gespräch berührte der Maler, Kunsttheoretiker und Autor Themen wie das Konzept der Zeit, das Durcheinander in der Welt und Buenos Aires… 


