Lebensbejahendes Theater-Fest

Elsa Agras’ “Ballet 40/90” mit neuem Programm

Von Susanne Franz

Auf dem Boden der verdunkelten Bühne liegen regungslos einige Frauen, während sich der Saal des Vorstadttheaters “Garrick” mit erwartungsvollem Premierenpublikum füllt. Nachdem alle Platz genommen haben und das Geraune verstummt ist, geht es los: Die Damen erheben sich, gähnen, strecken sich wie Katzen, gehen in ein imaginäres Bad und spritzen sich Wasser ins Gesicht, frühstücken, schlüpfen in den Mantel und gehen zur Tür hinaus. Die Pantomime geht weiter, sie steigen in einen Bus oder eine U-Bahn, jede fährt bis an ihre Haltestelle, dann steigen sie aus und gehen zur Arbeit.

Die “Arbeit” ist an diesem Abend eine bunte, abwechslungsreiche, schwungvolle Bühnenshow, mit der über 50 Tänzerinnen zwischen 40 und 90 Jahren das Publikum begeistern und bestens unterhalten. In kleinen Sets werden ohne Unterbrechung fast 1 ½ Stunden lang wechselnde Choreografien – sei es Kabarett oder Cumbia, Tango oder Tap Dance – geboten, jede einzelne bis ins letzte liebevoll selbstgenähte Detail am Kostüm exakt ausgearbeitet und mit Enthusiasmus und Grazie vorgeführt.

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Kalender / Agenda

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Ausstellungskalender 27/08/11-03/09/11

Von Susanne Franz

Am 31. August wird im Pabellón Ocre des Messezentrums La Rural die diesjährige Expotrastiendas eröffnet. Die Kunstmesse findet bereits zum elften Mal in Buenos Aires statt. Vom 1. bis zum 5. September ist die Messe für Kunstliebhaber und Kunstinteressierte zugänglich. In diesem Jahr wurden die Werke von einem Auswahlkomitee geprüft, um damit ein hohes Niveau der Aussteller zu garantieren.

Zu den Highlights der Messe zählt eine Hommage an die ungarische Künstlerin Magda Frank (1914-2010). Der Preisträger des diesjährigen arteBA-Petrobras-Preises, Carlos Herrera, zeichnet für den Jugendbereich “Plataforma Joven” der Messe verantwortlich, er stellt dort acht Projekte vor. Andere Sektionen der Expotrastiendas werden u.a. von den Kuratoren Cristina Rossi, Rodrigo Alonso und Philippe Cyroulnik betreut.

(Kunstmesse “Expotrastiendas 2011”, Messezentrum La Rural, Pavillon “Ocre”, Av. Santa Fe/Av. Sarmiento. 1.9.- 5.9. 14-22 Uhr. Eintritt 38 Pesos, ermäßigt 20 Pesos.)

Die Ausstellungen der Woche:

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Agenda / Kalender

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Agenda de Muestras 27/08/11-03/09/11

Por Susanne Franz

El miércoles 31 de agosto se inaugurará “Expotrastiendas 2011” en el Pabellón Ocre de la Rural. Estará abierta al público del 1º al 5 de septiembre. En su 11ª edición, la tradicional feria de arte presenta una renovada y ambiciosa propuesta.

Entre las novedades de este año se destacan la creación de un Jurado de Selección encargado de garantizar un alto nivel de calidad en los expositores, una muestra homenaje a la gran escultora Magda Frank, y espacios curados por prestigiosos especialistas como Cristina Rossi, María José Herrera, Rodrigo Alonso, Carlos Herrera y el francés Philippe Cyroulnik.

(“Expotrastiendas 2011”, La Rural, Pabellón Ocre, Av. Santa Fe y Av. Sarmiento. 1º a lunes 5 de septiembre, de 14 a 22 hs. Entrada: $ 38, jubilados y estudiantes: $ 20.)

Las muestras de la semana:

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Farben und Texturen für die warme Jahreszeit

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Modewoche BAF Frühling/Sommer 2011/2012

Von Paula Bonnet

Vom 8. bis 12. August fand im Gelben Pavillon des Messegeländes La Rural die Edition Frühling/Sommer 2011/2012 der “Buenos Aires Fashion Week” (BAF) statt. Auf Modeschauen, an Messeständen und in Showrooms konnte man einige der Trends der kommenden Modesaison in sich aufsaugen.

Die renommierte Fotografin Andy Cherniavsky war eifrig damit beschäftigt, am Stand von Coca Cola Light der Modefotografie eine neue Dimension zu verleihen: Als Models dienten ihr all diejenigen, die Lust hatten, sich mit einer knallbunten Perücke ablichten zu lassen. Auch bei Levi’s hatte man sich etwas einfallen lassen: Die Besucherinnen konnten sich die perfekte Jeans anfertigen lassen, die sich individuell an jede Körperform anpasst. Dazu mussten sie ein paar Fragen beantworten und dann wurde auf eine spezielle Art Maß genommen. Das Resultat: die ideale Passform, und das bei erschwinglichen Preisen.

In den Showrooms wurden u.a. die neuen Kollektionen von Positivo und Amores Trash Couture vorgeführt: Knallige Farben allüberall, eng anliegende Kleidchen und überdimensionale Accessoires versprechen die Hingucker des Sommers zu werden. Hier und da sah man Anklänge an die 80er Jahre und Anleihen bei exotischen Kulturen.

Auf dem Laufsteg überzeugte vor allem Martín Churbas “Tramando” mit weit schwingenden Kleidern, Aufdrucken, Sandalen mit Glitzersteinchen und bunten Topper-Turnschuhen mit Plateausohle, ganz im Prada-Stil. Churbas Ziel ist es, den Mechanismus, nach dem die Modebranche funktioniert, einmal umzudrehen: Er greift die Hits der großen Modehäuser auf und verleiht ihnen die Essenz seiner eigenen Marke. Die Models führten freche, frische Kreationen vor: Shorts, Longshirts und atemberaubende Tops.

Auch Juana de Arco zeigte eine interessante neue Kollektion mit der für die Marke typischen Farbenvielfalt. Designerin Mariana Cortés setzt ganz auf einen sommerlichen Touch, und so soll es ja auch sein. Röckchen, Bikinis sowie an indischen Designs und der Stiftung “El arte de vivir” inspirierte Shorts prägen das Bild.

Das war die Quintessenz der BAF Week: Sie präsentierte fröhliche Farben und beschwingte Designs, in denen man unbeschwert den Sommer genießen kann.

Foto: Johanna Cabrera

Colores y texturas para el calor

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Terminó la BAF Week Primavera/Verano

Por Paula Bonnet

Desde el 8 hasta el 12 de agosto se desarrolló en el Pabellón Amarillo de La Rural la edición Primavera/Verano 2011/2012 de la Buenos Aires Fashion Week (BAF). Hubo desfiles, stands y showrooms para absorber un poco de lo que se viene en la próxima temporada de moda.

La prestigiosa fotógrafa Andy Cherniavsky estuvo sacando fotos en el espacio de Coca Cola Light. Los modelos: cualquiera con ganas de ponerse una colorida peluca. También se destacó la propuesta de Levi’s. Las chicas podían probarse los nuevos jeans que se adaptan a todo tipo de cuerpo luego de responder un par de preguntas y someterse a una peculiar toma de medidas. El calce resulta perfecto y los precios accesibles.

Las nuevas colecciones de Positivo y Amores Trash Couture fueron algunas de las presentadas en los showrooms y prometen: colores fuertes por todos lados, vestidos ajustados y accesorios enormes. Hay reminiscencias de los años ochenta y de culturas exóticas.

Sobre la pasarela resaltó la propuesta de Tramando, de Martín Churba. Hubo vestidos con mucho vuelo, estampas, sandalias con mostacillas y coloridas zapatillas Topper con plataforma, al estilo Prada. El objetivo de Churba fue invertir la forma en la que el mercado de la moda funciona: identificar los hits de los grandes almacenes e incorporarles la esencia de su marca. Las modelos lucieron prendas muy frescas: shorts, remerones y tops volátiles.

Otra colección interesante fue la de Juana de Arco, con su característica impronta colorida. La diseñadora Mariana Cortés apuesta al estilo veraniego, como se debe. Se trata de polleras, bikinis, shorts inspirados en la India y en la fundación El arte de vivir.

De eso se trató la BAF Week: colores divertidos y prendas frescas para disfrutar del verano.

Foto: Johanna Cabrera

Fragen über Fragen

“Quizoola!” der britischen Gruppe “Forced Entertainment”

Von Susanne Franz

“Was ist Deine schönste Erinnerung?” – “Wenn Dir ein Auge ausgerissen werden müsste und Du könntest Dich für eines entscheiden, welches Auge würdest Du wählen?” – “Wie funktioniert Elektrizität?” – “Wie heißt das letzte Kind, das Madonna adoptiert hat?” – “Liebst Du mich noch?” Das Theaterstück “Quizoola!” der britischen Gruppe “Forced Entertainment” basiert auf einem Katalog aus 2000 Fragen, von philosophischen bis zu ganz banalen, die Ensemble-Chef Tim Etchells zusammengestellt hat. Zwei Darsteller sitzen in einem Kreis aus Glühbirnen, die diese kleine “Bühne” spärlich beleuchten. Ihre Gesichter sind mit Clownschminke gleich gemacht. Sie wechseln sich ab: Wenn der Befragte ermüdet, übernimmt er den weniger anstrengenden Part des Befragers. Immer hält sich auch ein weiteres Ensemble-Mitglied bereit, eine/n der Mitspieler/innen ganz abzulösen.

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Der Mann hinter den Kulissen

“Panorama Sur”-Organisator Joachim Gerstmeier auf Kurzbesuch in Buenos Aires

Von Susanne Franz

Vom 18. Juli bis 12. August fand in Buenos Aires ein für Lateinamerika außergewöhnliches Großereignis statt: die zweite von der Siemens Stiftung organisierte Theaterakademie “Panorama Sur”. Dabei vermittelten bedeutende Theaterleute aus der ganzen Welt ihr Wissen in Workshops und Meisterklassen und reisten mit ihren Ensembles an, um auch anhand ihrer Stücke einen Einblick in ihre Arbeitsweisen zu ermöglichen. Mit von der Partie waren u.a. der renommierte deutsche Tanzkritiker und Universitätsprofessor Gerald Siegmund, Tim Etchells und seine weltweit bekannte britische Theatergruppe “Forced Entertainment”, die zum ersten Mal in Argentinien auftrat, sowie der libanesische Theatermacher Rabih Mroué. Von argentinischer Seite leisteten unter anderen Alejandro Tantanián und Cynthia Edul als Mit-Organisatoren sowie Mariano Pensotti und Javier Daulte, die Meisterklassen erteilten, ihren Beitrag.

“Wegen der Gastspiele glauben viele, es handele sich um ein Festival”, erklärt “Panorama Sur”-Organisator Joachim Gerstmeier die Schwierigkeit, das Modell “Theaterakademie” in Lateinamerika zu vermitteln. “Das Format Sommer- bzw. Winterakademie ist in Europa selbstverständlich als Fortbildungs- und Qualifizierungsmaßnahme.” Hier könnten junge Regisseure Arbeitsweisen auf eine Art kennenlernen, die in der Schule nicht möglich sei. Unter den Künstlern und Theoretikern würden darüber hinaus Beziehungen geknüpft, es entstünden Zusammenarbeiten, und die neuen Netzwerke wirkten in die jeweiligen Arbeitsbereiche der Teilnehmer hinein.

Gerstmeier, der im Bereich Kunst und Kultur der gemeinnützigen Siemens Stiftung für Theater und Tanz zuständig ist, hielt sich vorige Woche einige Tage in Buenos Aires und Chile auf und fand Zeit für ein Interview.

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“Richmond” macht dicht

Buenos Aires verliert traditionsreiches Café

Von Marcus Christoph

Die argentinische Hauptstadt ist um ein traditionsreiches Kaffeehaus ärmer: Am vorigen Wochenende schloss das in ökonomische Schieflage geratene Café “Richmond” in der Fußgängerzone an der Straße “Florida” für immer seine Pforten. Dort wo einst Literaturgrößen wie Jorge Luis Borges oder María Elena Walsh in eleganten Chesterfield-Möbeln ihren Kaffee tranken, wird in Kürze ein US-Sportartikelhersteller seine Waren anbieten.

Am Ende war es eine Nacht- und Nebelaktion. In der Nacht von Sonnabend zu Sonntag rückten Möbelpacker an und räumten die seit 1917 bestehende Gaststätte leer. Die Café-Angestellten, die am folgenden Morgen zur Arbeit wollten, fanden verriegelte Türen vor. Am Dienstag besetzten sie das Gebäude, um Gehalt und Entschädung zu fordern. Sie beendeten am Folgetag ihre Aktion, nachdem ihnen von den neuen Eigentümer Entschädigungszahlungen zugesichert wurden.

Bereits in der Vorwoche hatte es Protest gegen die Schließung gegeben. Am Freitag hatte die Kommission zum Erhalt des historischen Erbes eine Menschenkette organisiert. Auch auf parlamentarischer Ebene gab es Maßnahmen. So stellte das Stadtparlament das “Richmond”-Gebäude unter Schutz. Doch das reicht nicht, um den Café-Betrieb zu sichern. Denn eine andersartige gewerbliche Nutzung des Hauses wird durch die Parlamentsinitiative nicht verboten. Nach Angaben der Tageszeitung “Clarín” wechselte das Gebäude für rund 9 Millionen US-Dollar den Besitzer.

Herzliche Theateraufführung

“SUM SUM” von Laura de Weck im Teatro La Tertulia

Von Charlotte Dötig

“Hello, ich bin Selina. Hello”, sagt sie in ihrem gebrochenen Englisch, die Hände in ihr rosa Kleidchen verwurschtelt, die Beine überkreuzt, hin und her wackelnd und lacht Urs-Peter mit leicht vorgestrecktem Kopf entgegen. “I am Selina.” Die erste und einzige Lektion, die das kindlich wirkende Mädchen mit ihrem Audiolehrbuch gelernt hatte. Doch wer hatte ihm das Gedicht geschrieben, das ihn ans andere Ende der Welt gelockt hatte, in ein Land, das mit dem seinigen nicht zu vergleichen war, in dem es Gepflogenheiten gab, die er nur aus dem Reiseführer kannte und in dem er erwarten musste, dass er an jeder Ecke ausgeraubt wird? Dafür kommt nur ein Individuum in Frage, Selinas Schwester. Die Frau mit dem heftigen Augenaufschlag, der Stimme, die niemals unter der Tonlage des hohen C lag, die täglich eine ganze Packung Make-up verbrauchte und deren aggressive Freundlichkeit einen in Angst und Schrecken versetzen konnte. Doch Selina und ihre Schwester sind nicht allein, als sie den nervenschwachen Urs-Peter empfangen. Ein verstockter Pfarrer begleitet sie. Urs-Peter gerät in Panik.

“SUM SUM” ist das hinreißende Theaterstück der Schweizerin Laura de Weck, das die Realität am Rande des Wahnsinns widerspiegelt, die Schwierigkeit, die entsteht, wenn Menschen aus ganz unterschiedlichen Kulturen aufeinandertreffen und keine Kommunikationsbasis haben. Die charakterstarken Figuren, gespielt von Schauspielern, die die Verrücktheit jeder Persönlichkeit ausleben, machen das Theaterstück zu einem Vergnügen.

Als Urs-Peter und Selina Zeit bekommen, sich ein bisschen kennenzulernen, finden sie eine Kommunikationsebene: “Sum Sum … pieks”, sind die Worte, mit denen sie alles auszudrücken wissen. Es gibt Hoffnung, es könnte sie vor einem dramatischen “Sum Sum good bye” bewahren.

  • “SUM SUM”
  • Autorin: Laura de Weck
  • Übersetzung und Regie: Laura Brauer
  • Freitags 20.45 Uhr
  • La Tertulia, Gallo 826
  • Tel.: 6327-0303

11. Deutsches Kinofestival

Das 11. “Festival de Cine Alemán” steigt im September

Von Susanne Franz

Gute Nachrichten für alle Liebhaber des deutschen Films: Vom 22. bis 29. September findet das 11. “Festival de Cine Alemán” statt, an seinem alten Standort Village Recoleta, das nach Umbauarbeiten wiedereröffnet wurde. Das von German Films organisierte Filmfest ist längst zu einem der Highlights im Kulturkalender der argentinischen Hauptstadt geworden und erfreut sich enormer Beliebtheit. Auf dem Programm stehen die jüngsten Produktionen des deutschen Filmschaffens. Unter den 12 Langspielfilmen wird auch Dokumentationen ein Platz eingeräumt, und es gibt wie jedes Jahr ein Kurzfilmprogramm. Den feierlichen Abschluss bildet mit der Unterstützung des Goethe-Instituts Buenos Aires ein Stummfilmklassiker mit Live-Musik. Das Publikum kann sich besonders auf den 3D-Tanzfilm “Pina” von Wim Wenders über die vor zwei Jahren verstorbene legendäre Choreografin Pina Bausch freuen. Details werden in Kürze auf der Webseite des Festivals bekanntgegeben.

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Ausstellungskalender 20/08/11-27/08/11

Von Susanne Franz

Am Dienstag wurde das Tango-Festival & Weltmeisterschaft von Buenos Aires von der berühmten Tango-Tänzerin María Nieves (72) eröffnet, die vor begeisterten 4000 Zuschauern im alten Messegelände von Buenos Aires, dem Centro de Exposiciones, typische “cortes” und “quebradas” vorführte. Bis zum 30. August werden im Rahmen des Festivals mehr als 500 Künstler auftreten – alle gratis -, und ab dem 22. August steigt die Tanzweltmeisterschaft mit über 400 Tanzpaaren aus aller Welt, die in den Kategorien “Tango Salón” und “Tango Escenario” um den Titel kämpfen.

Die Ausstellungen der Woche:

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