“Alle Anderen” und mehr

Deutsches Kino auf dem Internationalen Filmfestival BAFICI

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Die deutsche Filmemacherin Maren Ade kommt zum Festival und zeigt ihren Film “Alle Anderen” im Internationalen Wettbewerb.

Am 26. März startet das 11. Buenos Aires Festival Internacional de Cine Independiente (BAFICI). Unabhängige Filmemacher aus aller Welt präsentieren elf Tage lang ihre Spiel- und Dokumentarfilme. Die deutsche Beteiligung am Programm ist in diesem Jahr bemerkenswert: Durch die Unterstützung des Goethe-Instituts Buenos Aires wird die deutsche Filmemacherin Maren Ade beim Festival dabeisein und ihren Film “Alle Anderen” im Internationalen Wettbewerb präsentieren. Im Februar erhielt sie dafür auf der Berlinale den Großen Preis der Jury. “Alle Anderen” ist der zweite Spielfilm Ades nach “Der Wald vor lauter Bäumen”, der 2005 auf dem BAFICI ausgezeichnet wurde.

Schon in ihrem ersten Film zeigten sich die herausragenden Fähigkeiten der jungen Regisseurin. Intelligent und mit viel Feingefühl erzählt Ade, wie ihre Protagonisten in kleinen, sukzessiven Schritten in tiefe emotionale Krisen geraten. So auch in “Alle Anderen”: Die Beziehung des jungen Paares Gitti und Chris wird während eines gemeinsamen Urlaubs auf die Probe gestellt. “Alle Anderen” zeichnet sich durch scharfsinnige Reife und eine ungewöhnlich starke Dramaturgie aus.

Auch der deutsch Dokumentarfilmer Thomas Heise wird wieder nach Buenos Aires kommen. Diesmal mit seinem neuesten Film “Material”, der vorigen Monat auf der Berlinale seine Premiere feierte. In “Material” montiert Heise von ihm selbst dokumentierte, aber nie veröffentlichte Szenen der Wende von 1989 bis heute zu einem Panorama der Erinnerung. “Material” führt uns in die Volkskammer der DDR, dokumentiert die Räumung besetzter Häuser. Heise verwebt seine Beobachtungen zu einer Collage, deren Bilder in der Rückblende eine besondere Intensität gewinnen.

Auch Christian Petzolds neuer Film “Jerichow” ist unter den deutschen Beiträgen des Festivals besonders zu empfehlen. Wie schon in “Gespenster” versteht es Petzold, die Instabilität der Gefühle einzufangen und tut dies mit einer narrativen Präzision und Intensität, die schon seinen Film “Yella” auszeichnete.

Regisseur Andreas Dresen spricht mit seinem Beitrag “Wolke9” ein Thema an, das in der Kinowelt meist keine besondere Beachtung findet: Liebe und Sex im Alter. Inge, seit 30 Jahren verheiratet, verliebt sich in den 76-jährigen Karl. Während in seinem letzten Film “Sommer vorm Balkon” alte Menschen eine eher beiläufige Rolle spielten, sind sie in “Wolke9” die Protagonisten.

BAFICI: 26. März bis 5.April; Programm hier; deutsches Programm hier.

Zu den Filmen:

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Kinofestival BAFICI startete Vorverkauf

Das Filmfest verspricht ein Publikumsrenner zu werden

Von Susanne Franz

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Am kommenden Donnerstag, den 26.3., geht es los, und 15.000 Karten sind schon verkauft, seit gestern der Kartenvorverkauf für das 11. Festival des Unabhängigen Kinos von Buenos Aires (BAFICI) anfing. Bis zum 25. März kann man weiter Eintrittskarten zu 8 bzw. ermäßigt 6 Pesos erwerben: auf der Webseite des Festivals, oder persönlich in der Casa de la Cultura (Av. de Mayo 575), im Hoyts Abasto und im Hard Rock Café (Av. Pueyrredón 2501). Dabei wurde der Verkauf vereinheitlicht, d.h. man kann an jeder dieser Theaterkassen bzw, im Internet Karten für jede beliebige Vorstellung kaufen (in vorangegangenen Jahren musste man zum jeweiligen Aufführungsort gehen). Die Veranstalter des BAFICI – die Stadt Buenos Aires – rechnen mit insgesamt 22.000 im Vorverkauf verkauften Karten, das wären 30 % mehr als im letzten Jahr.

Infos: 0-800-333-7848 oder hier.

Auswirkungen der Krise

Bestes Pressefoto 2008

Von Susanne Franz

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Die internationale Jury des 52. jährlichen „World Press Photo“-Wettbewerbs hat ein Schwarz-Weiß-Bild des US-amerikanischen Fotografen Anthony Suau zum besten Pressefoto des Jahres 2008 gewählt. Das Foto zeigt einen bewaffneten Polizisten, der sich vorsichtig durch ein Haus in Cleveland (Ohio) bewegt, das eine Familie räumen musste, die die Hypothek nicht mehr bezahlen konnte. Nach einer Zwangsräumung muss die Polizei sicherstellen, dass das Haus leer ist und dass keine Waffen im Gebäude zurückgelassen wurden. Das Bild entstand im März 2008 in Rahmen einer Fotoreportage für das Time Magazine. Die gesamte Story gewann den 2. Preis in der „World Press Photo“-Kategorie „Daily Life“.

Die Jury vergab in 10 Kategorien Preise an insgesamt 62 Fotografen aus 27 Ländern. 96,268 Fotos waren eingereicht worden, 19,5 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Weitere Informationen hier.

Argentinische Literatur will Welt erobern

Mit einem Förderprogramm für Übersetzungen bereitet Argentinien seinen Gastlandauftritt auf der Frankfurter Buchmesse 2010 vor

Von Susanne Franz

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Im San Martín-Palast, dem Sitz des Außenministeriums, wurde das Programm „Sur“ der Presse vorgestellt (v.l.n.r.): Horacio García von der „Fundación El Libro“, Alberto D’Alotto, Kabinettschef von Außenminister Jorge Taiana, COFRA-Chefin Magdalena Faillace und Mario Goloboff, Inaber des Lehrstuhls für Literatur der La Plata-Universität.

Borges, Arlt, Bioy Casares oder Cortázar sind auf dem internationalen Literaturmarkt sicher bekannte Namen, doch sonst ist die argentinische Literatur in der Welt wenig.verbreitet. Das soll sich ändern, wenn im Jahr 2010 Argentinien – rechtzeitig zum 200. Geburtstag der jungen Nation – Gastland der weltgrößten Buchmesse in Frankfurt sein wird.

Am 4. Februar wurde im Außenministerium im Rahmen einer Pressekonferenz das ehrgeizige Förderprogramm „Sur“ vorgestellt, mit dem 100 Übersetzungen aus dem argentinischen Spanisch finanziell unterstützt werden sollen, die dann bei den jeweiligen Verlagen auf der Buchmesse erscheinen sollen.

Die argentinische Nation hat dafür Fördergelder in Höhe von 250.000 Euro bereitgestellt, das bedeutet, dass jedes Übersetzungsprojekt mit 2500 Euro gefördert wird. Man hofft, dass Verlage weltweit diesen Anreiz nutzen werden. Bei der Themenwahl herrscht Freiheit: Es können Werke aus der Belletristik, Sachbücher, Kinderbücher oder Poesiebände etc. gewählt werden. Auch bei den Autoren kann es sich sowohl um zeitgenössische argentinische Schriftstellerals auch um schon verstorbene Literaten handeln. Die Werke sollen bereits einmal veröffentlicht worden sein. Ausdrücklich sind Verlage in allen Ländern der Welt eingeladen, sich an dem Programm zu beteiligen; man bevorzugt nicht unbedingt Übersetzungen ins Deutsche oder Englische.

Botschafterin Magdalena Faillace, die im argentinischen Außenministerium den Ausschuss zur Vorbereitung des Gastlandauftritts (COFRA) leitet, hat einen Unterausschuss für das Förderprogramm „Sur“ ins Leben gerufen, der über die Vergabe der Lizenzen entscheidet. Wie auch aus Artikeln über das Programm in den Tageszeitungen „La Nación“ und „Clarín“ vom 3. Februar hervorgeht, ist eine Bedingung für die Auswahl der Werke, dass sie dazu beitragen sollen, die Werte der argentinischen Kultur und Gesellschaft auch in anderen Ländern der Welt bekanntzumachen.

Der Unterausschuss „Sur“ setzt sich laut „La Nación“ aus bedeutenden Persönlichkeiten des argentinischen Literaturlebens zusammen: Horacio González, Direktor der Nationalbibliothek, Horacio García, Leiter der Stiftung „El Libro“, die die hiesige Buchmesse organisiert, sowie die Schriftsteller und Kritiker Mario Goloboff, Noe Jitrik und Silvia Hopenhayn.

60 Übersetzungen sollen im Jahr 2009 mit dem Programm „Sur“ gefördert werden, die weiteren 40 im Jahr 2010. Die übersetzten Werke sollen bis spätestens 30. September 2010 erscheinen.
Informationen und die Bedingungen erhält man (auch auf Deutsch und Englisch) im Außenministerium:

„Programa Sur“
COFRA – Comité Francfort 2010
Ministerio de Relaciones Exteriores, Comercio Internacional y Culto de la República Argentina
Esmeralda 1212
CP 1007 Buenos Aires
Republik Argentinien“

Informationen gibt es auch auf der Webseite des Außenministeriums.

Frischer Wind für Stadtmuseen

Neue Generaldirektorin Florencia Braga Menéndez

Von Susanne Franz

Flo.jpg“Die Menschen müssen das Gefühl bekommen, dass die Museen der Stadt zu ihrem Leben gehören!”, wünscht sich die anerkannte Galeristin und Kuratorin Florencia Braga Menéndez, die am 20. Januar die Generaldirektion der von der Stadt Buenos Aires abhängigen Museen übernommen hat, die jährlich bis zu eine Million Besucher anziehen. Braga Menéndez will, dass noch viel mehr Menschen in die städtischen Kunsthallen strömen. Dafür möchte sie modernisieren, Öffnungszeiten flexibilisieren und das Angebot attraktiver machen. Enthusiasmus und Know-How bringt die neue Chefin mit, zu zweifeln steht allerdings, ob ihr Budget für ihre ehrgeizigen Pläne ausreichen wird. Dieses soll laut der Kulturzeitschrift “Ñ” im Jahr 2007 15,5 Millionen Pesos und im Jahr 2008 20,3 Millionen Pesos betragen haben. Davon muss Braga Menéndez laut diesen Angaben 500 Gehälter und die Instandhaltung der von der “Dirección General de Museos” (DGM) abhängigen Kulturstätten zahlen. Außerdem vergibt die DGM jährlich den Manuel-Belgrano-Kunstpreis, der mit einer lebenslänglichen Rente für den Gewinner verbunden ist.

Die DGM, die ihren Sitz, das “Centro de Museos de Buenos Aires”, im ehemaligen Bierhaus “Munich” an der Costanera Sur hat, ist für 11 Museen und einige kleinere Einrichtungen verantwortlich. Im Jahr 2008 war nach den Besucherzahlen zu urteilen das “Museo de la Ciudad” (Stadtmuseum) mit 531.325 Gästen das erfolgreichste Haus. Es folgten das “Centro de Museos de Buenos Aires” (168.820), das “Sívori” (139.144), das “Saavedra” (56.477), das “Fernández Blanco” (52.588), das “Larreta” (31.664), das “Museo Casa Carlos Gardel” (25.551), das “José Hernández” (23.546), das Kinomuseum “Museo de Cine Ducrós Hicken” (14.441), das Skulpturenmuseum “Luis Perlotti” (8594) und das “Museo de Arte Moderno” (5933).

Die Angaben für das “Museo de Arte Moderno” beziehen sich wohl auf Aktivitäten des Museums außerhalb seines Sitzes, denn das Haus ist seit dem Jahr 2006 geschlossen, und die Umbauten gehen nicht voran – eine wahre Schande für eine Weltstadt wie Buenos Aires. Angeblich soll das Museum für Moderne Kunst im Jahr 2010 wiedereröffnet werden, bis dahin bleiben das “Museo Nacional de Bellas Artes”, das direkt vom Staat abhängt, und private Einrichtungen wie das “Malba” in Sachen Kunst die Hauptattraktionen der Stadt Buenos Aires.

Wenn Florencia Braga Menéndez während ihrer Amtszeit hier Fortschritte erzielen könnte, wäre schon viel gewonnen. Eine weitere Maßnahme wäre eine Verbesserung des Newsletters der “Dirección General de Museos”, der eher schlecht als recht informiert.

Der Kultur- und Tourismussekretär der Stadt Buenos Aires, Hernán Lombardi, sichert Braga Menéndez Unterstützung zu – aber er fordert auch viel von ihr. “Lombardi erwartet vom mir weitgreifende strukturelle Änderungen. Ich soll die Museen der Stadt als Marke neu erschaffen”, formuliert es Braga Menéndez. Man darf gespannt sein.

Erschienen im “Argentinischen Tageblatt” vom 31.01.09.

VI. arteBA-Petrobras-Preis

Einsendeschluss ist am 10. Februar

Von Susanne Franz

Die Kunstmesse arteBA und ihr Hauptsponsor Petrobras schreiben zum sechsten Mal den renommierten arteBA-Petrobras-Kunstpreis aus, der auf der 18. arteBA vom 22.-26. Mai 09 ausgestellt werden wird, Die Kunstkritikerin Laura Buccellato zeichnet für diese Edition des Preises verantwortlich.

Wieder sind bis zu acht Künstler oder Künstlergruppen aus dem ganzen Land aufgerufen, Projekte einzureichen, deren Verwirklichung den „normalen“ Rahmen der künstlerischen Produktion sprengen würde. Die ausgewählten Projekte werden kuratoriell und finanziell unterstützt, ein 1. und 2. Preis werden auf der Messe vergeben. Einsendeschluss für die Projekte ist der 10. Februar. Weitere Informationen erhält man hier.

Erschienen im “Argentinischen Tageblatt” vom 31.01.09.

Junge Geschichte für junge Leute

Im Mai eröffnet die „Casa del Bicentenario“ in Buenos Aires

Von Hanna Jochims

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Im Mai 2009 wird Buenos Aires um eine Attraktion reicher sein: Die „Casa del Bicentenario“ (Haus der Zweihundertjahrfeier) öffnet ihre Pforten für Besucher. In dem 1913 erbauten und frisch restaurierten Gebäude in der Riobamba 985 soll es vor allem um die argentinische Geschichte gehen. Auf vier Stockwerken wird eine Dauerausstellung mit dem Titel “1810-2010 en la República Argentina” zu sehen sein. Ergänzt wird sie durch wechselnde temporäre Schauen. Als Themen sind unter anderem die Rolle der Frau in der Geschichte Argentiniens, das argentinische Kino, die Immigration und die Literatur vorgesehen.

Vier Millionen Pesos hat das Kultusministerium der Nation in das Projekt investiert, weitere 300.000 Euros stammen von der „Agencia Española de Cooperación Internacional“. Mit diesem Geld wurde modernste Multimediatechnologie, designt von der Universidad de Tres de Febrero, installiert. Die Architektin Liliana Piñeiro, Direktorin der Casa del Bicentenario, erklärt: „Die Dynamik ist eines der Hauptcharakteristika des Hauses.“ Durch die Multimedialität und Interaktivität werde die Casa del Bicentenario auch für jüngere Besucher attraktiv.

Neben den Ausstellungsräumen finden auf den 3000 Quadratmetern des Gebäudes zwei Auditorien, Seminarräume, ein Bereich für die pädagogische Arbeit mit Gruppen, eine Cafeteria und eine Buchhandlung Platz. Der Patio bietet Raum für Filmvorführungen.

Argentinien ist groß – um auch die zu erreichen, die nicht in Buenos Aires leben, werden die in den Ausstellungen vermittelten Informationen auch in Büchern erscheinen. Interaktive CDs werden an Schulen verteilt. Auch ein digitales Archiv ist geplant, auf das aus dem Internet zugegriffen werden kann. So sollen sich auch Interessierte aus dem Landesinneren informieren können.

„Es ist wichtig, dass die jungen Leute die Geschichte kennen, etwas über die großen Krisen und Erschütterungen des letzten Jahrhunderts wissen“ sagt José Nun, Kultusminister der Nation. Piñeiro ergänzt: “Unser Ziel ist es, lebendige Geschichte an einem lebendigen Ort zu vermitteln.”

Visión de un galerista del siglo XXI

Instalar la curiosidad

Por Fernando Entin, director de Elsi del Rio Arte Contemporáneo

A lo largo de los ochos años que llevo en la dirección de la galería he comprobado, una y otra vez, que las personas necesitan una explicación: saber de que se trata la obra. No creo que lo hagan por curiosidad, sino por comodidad. Es más cómodo que nos cuenten el cuento que descubrirlo por nuestros medios. Pero, así como le dedicamos dos horas a ver una película o un mes a leer un libro, ver una obra lleva tiempo. Sin embargo, no estamos acostumbrados a dedicarle ese tiempo al arte. Es ahí cuando comienza el desafío de un galerista: ayudar al otro a que pueda transformar su comodidad en curiosidad. Movilizar a las personas para que salgan de su zona de confort y encuentren sus herramientas para entender la obra. A veces funciona…

Mucho se habla del mercado local y del boom del arte. Cada año, cuando llega arteBA, son muchos los medios que se suman a este estado de ánimo. Pero no deja de ser una sensación térmica. Comparado con otros países, en la Argentina estamos comenzando y tal mercado no existe todavía.

Para ser coleccionista hay que ser curioso. Esto implica visitar las galerías – que no son templos de adoración sino espacios de trabajo -, visitar museos – perdiendo el miedo a no saber o a equivocarse-, y sacarse el velo de la solemnidad. Entender nuevas tendencias involucra googlear al artista, saber de donde viene, qué hizo antes, adónde expuso, comprar revistas locales y extranjeras, compararlas, identificar nuevas construcciones, nuevas tendencias y soportes. Entrenar el ojo, ejercitándolo, como en el gimnasio.

Crear un mercado, localmente, implica también mejorar la gestión profesional. Con un grupo de colegas hemos fundado una asociación de galerías de arte contemporáneo, intentando implementar una nueva dinámica de trabajo entre los espacios expositivos: proponer una práctica profesional más activa, más transparente, que trabaje en equipo, en acciones conjuntas, que salga a ferias del exterior bajo un nombre común, gestionando para que nuestros artistas sean conocidos y valorados y que la Argentina sea un punto apetecido por coleccionistas extranjeros. Era imprescindible poner en marcha esta dinámica para crear mercado; poner en valor la acción de la galería (educando al comprador acerca del rol de la galería) y también al artista (instalar una marca, formar e informar). Además de ser curiosa, la gente debe comprender el rol de la galería y, para ello, tenemos que hacer una fuerte tarea de gestión conjunta.

El maridaje comprador-artista es un milagro accionado por mecanismos tan indescifrables que a veces cuesta entender esos resortes (como tal obra llega a cual persona). Mi premisa es no invadir sino orientar; no imponer sino facilitar la tarea, brindando contexto. En nuestra galería hemos realizado una serie de encuentros, coordinados por Alina Tortosa, para acompañar al potencial curioso-coleccionista en su recorrido, una manera de ayudarlo a ubicarse dentro de un área extensa y compleja, como es el arte contemporáneo. No hay recetas para coleccionar o para adquirir el gusto por lo contemporáneo: lo que existen son modos de acercarse. Me gusta referirme a esos modos como senderos o caminos dentro del vasto mundo de las artes visuales. El workshop intentó analizar nuestra relación con la obra de arte desde una mirada sin prejuicios. Si la persona, una vez finalizado el taller, podía comenzar a dialogar con la obra en términos diferentes al “me gusta” o “no la entiendo”, habíamos logrado el objetivo. Fue una buena acción conjunta entre una galería y un crítico de arte, teniendo en cuenta que en la Argentina nos cuesta trabajar en equipo.

Durante los últimos años fue Palermo el polo del arte contemporáneo, en Buenos Aires. Ahora el foco se mudó instantáneamente a San Telmo. No tenemos tradición de sumar. Y me pregunto: ¿por qué no Palermo y San Telmo, juntos?

Palermo es un barrio que se fue transformando a lo largo de los últimos diez años y sigue cambiando. La franja que va desde Scalabrini Ortiz hasta Juan B. Justo, hoy conocido como Palermo Soho, se ha enfocado en el diseño, la indumentaria y la hotelería boutique, respetando quizás la impronta del lugar. En esa zona hay dos galerías a destacar: Dabbah Torrejon, que desde 1999 dirigen Horacio Dabbah y Ana Torrejón, con arte contemporáneo argentino y latinoamericano; y Gachi Prieto Art Gallery, haciendo foco en jóvenes maestros contemporáneos. En cambio, la franja que va desde Juan B. Justo hasta Dorrego, hoy conocida como Palermo Hollywood, fue más impactada por el boom inmobiliario, la gastronomía y las productoras de cine y TV. Allí me interesa destacar a Braga Mendendez Arte Contemporáneo, un espacio que privilegia la calidad de las producciones. De San Telmo presento a tres colegas: 713 Arte Contemporáneo, a cargo de Julia Grosso, con muestras mágicas, a Masotta-Torres, jóvenes y entusiastas galeristas, y a Wussmann, con una galería tan exquisita como los papeles que vende.

Durante estos ocho años nos acercamos a los artistas por muchos motivos diferentes pero, principalmente, privilegiamos la belleza. Hemos aprendido juntos a entender que significa ser artista y galerista en Argentina. Espero que, en 2009 podamos ser más curiosos.

Salió en “El Cronista Comercial – Clase Ejecutiva” y “Artenauta”.

Neues altes Museum in Caballito

Perlotti-Skulpturenmuseum wiedereröffnet

Von Susanne Franz

Am Montagabend wurde nach vierjähriger Renovierungszeit das von der Stadt Buenos Aires abhängige Skulpturenmuseum “Luis Perlotti” in Caballito wiedereröffnet. Der argentinische Bildhauer (1890-1969), dessen wohl bekanntestes Werk die Statue der Dichterin Alfonsina-Storni in Mar del Plata ist (an dramatischem Ort, dort, wo die Poetin ins Wasser ging und sich umbrachte), besaß in der Straße Pujol 644 ein Wohnhaus mit Werkstatt, das er der Stadt nach seinem Tod zugedachte, damit dort ein Museum eingerichtet werde.

Das zweistöckige Gebäude wurde nun nach Plänen des Architekten Mario Alberto Álvarez modernisiert und in einen attraktiven Anziehungpunkt für Liebhaber von Perlottis Werk im Besonderen und der Bildhauerkunst im Allgemeinen verwandelt.
Geplant ist ein reges kulturelles Rahmenprogramm, mit Kursen, Vorträgen, Führungen (auch für Blinde, die die Skulpturen betasten und Informationen in Braille lesen können) sowie Workshops für die Schüler umliegender Schulen. Außerdem sollen wieder wechselnde Ausstellungen mit Werken zeitgenössische Bildhauer zu sehen sein.

Perlotti war eng mit seinem Künstlerkollegen Benito Quinquela Martín, dem “Maler von La Boca” befreundet, der ihm zwei Wandmalereien für sein Haus schenkte. Auch diese sind zur Freude des Publikums frisch renoviert zu sehen, zusammen mit einer von Perlotti geschaffenen Büste Quinquelas und einer großformatigen Schwarz-Weiß-Fotografie der beiden Freunde.

Ein Abschied

Carlos Gallardo gestorben

Von Susanne Franz

Der argentinische Künstler und Bühnen- sowie Kostümbildner der Ballett-Truppe des San Martín-Theaters, Carlos Gallardo, ist am Sonntag bei einem Autounfall auf der Nationalstraße 9 nahe San Nicolás tödlich verunglückt. Er war 64 Jahre alt. Gallardo war für seine sensible Arbeit am Theater mit zahlreichen Preisen sowohl in Argentinien als auch im Ausland ausgezeichnet worden. Sein bedeutendes konzeptuelles künstlerisches Werk zeigte er in Ausstellungen wie “Kronos. Un golpe a los libros” und “Close Up” (2003). Zahlreiche Freunde erwiesen dem geachteten und geliebten Künstler am Montag die letzte Ehre, allen voran sein Lebenspartner, Ballett-Chef und Choreograph Mauricio Wainrot.

Neuer Impuls für die Kultur

Die Stadt Buenos Aires hat ihr Mäzenengesetz

Von Susanne Franz

Noch vor der argentinischen Nation hat die Stadt Buenos Aires ihr Mäzenengesetz. Das gaben Stadtregierungschef Mauricio Macri, der Kulturminister der Stadt, Hernán Lombardi, und Kabinettschef Horacio Rodríguez Larreta am Freitag vergangener Woche im Cronopios-Saal des Centro Cultural Recoleta bekannt. Das neue “Ley de Mecenazgo”, Nr. 2.264, verheißt Steuererleichterungen für diejenigen Firmen oder Privatpersonen, welche kulturelle Projekte fördern, die nicht gewinnorientiert sind. Darunter fallen u.a. Theater, Zirkus, Murgas, bildende Künste, Design, Musik, Literatur, Kunsthandwerk, Kulturerbe und Medien (Zeitschriften, TV, Radio, Online-Publikationen etc.).

Kulturminister Lombardi erhofft sich von dem Gesetz einen neuen Impuls für das Kulturleben der Stadt und rechnet damit, dass im Jahr 2009 bis zu 75 Millionen Pesos für die Kulturförderung fließen werden. Der Stadtkulturchef stellte auch klar, dass diejenigen Firmen, die sich wie wahre Mäzene verhalten und ihr eigenes Image hinter dem Projekt zurückstellen, das sie fördern, bis zu 100 % der Gelder von der Steuer absetzen können, wáhrend solche, die ihren Namen eng mit dem Förderprojekt verknüpfen, nur zu 50 % Nutzen ziehen dürfen.

Die Handhabung des Gesetzes soll strengen Regeln der Transparenz unterworfen sein. Möglichkeiten zur Steuerhinterziehung soll gleich zu Beginn ein Riegel vorgeschoben werden. Und nur diejenigen, die pünktlich ihre Steuern zahlen, dürfen überhaupt Nutznießer des Mäzenengesetzes werden.

Wer das Gesetz in Anspruch nehmen will, muss zunächst beim “Consejo de Promoción Cultural” der Stadtregierung eine Anfrage einreichen, in der das zu fördernde Projekt beschrieben und die Höhe der Gelder angegeben wird. Wenn der Rat, der aus neun Personen besteht – sechs Beamte und drei Künstler, die einem Rotationssystem unterworfen sind, so dass jedes Genre zu Wort kommt -, das Projekt bewilligt und der Kulturminister es abgesegnet hat, eröffnet der Antragsteller ein Konto bei Banco Ciudad und zahlt dort die gesamte Fördersumme ein. Der Einzahlungsschein dient dann als Beleg für den Antrag auf Steuererleichterung.

Erschienen im “Argentinischen Tageblatt” vom 06.12.08.