Harmonisches Doppelspiel

“Double Jeu” – Dino Bruzzone und Esteban Pastorino in der Alianza Francesa

Von Vanessa Bersis

bruzzone11.jpgZum ersten Mal stellen die beiden Fotografen Dino Bruzzone und Esteban Pastorino ihre Werke Seite an Seite aus und bilden trotz ihrer unterschiedlichen Arbeitsweisen eine außergewöhnlich harmonische Einheit. Während Dino Bruzzone Gegenstände und Orte modellhaft nachbaut, um sie in Folge durch die fotografische Darstellung so erscheinen zu lassen, als wären dies reale Abbilder einer real existierenden Landschaft, fertigt hingegen Esteban Pastorino Kameras an und lichtet reale Orte und Objekte ab, jedoch mit dem Anschein, als handle es sich bloß um fiktive Modellkonstruktionen.

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“Identität, (Un)Abhängigkeit und Krise”

Rüdiger Safranski und Uwe Timm bei Kolloquium im Goethe-Institut Buenos Aires

Von Maike Wiemar

Anlässlich der bevorstehenden Feierlichkeiten zum Bicentenario Argentiniens und anderer lateinamerikanischer Länder, laden das Goethe-Institut und die Universität San Martín am 15. und 16. April zu einem internationalen und interdisziplinären Kolloquium unter dem Motto “Identität, (Un)Abhängigkeit und Krise” ein.

Als Gastredner werden auch der deutsche Schriftsteller Uwe Timm, sowie der Autor und Philosoph Rüdiger Safranski die Veranstaltung bereichern. Timm wurde für seine Werke mehrfach mit Literaturpreisen ausgezeichnet und erhielt letztes Jahr den Heinrich-Böll Preis für seine Begabung, das “Große im Kleinen und das Kleine im Großen” zu zeigen. Rüdiger Safranski verfasste diverse Monografien, unter anderem zu Schiller, Nietzsche und Schopenhauer und moderiert seit 2002 das “Philosophische Quartett” im ZDF.

Da es sich um eine ressortübergreifende Veranstaltung handelt, werden an dem Dialog auch Historiker, Soziologen, Anthropologen und andere Schriftsteller aus verschiedenen lateinamerikanischen Ländern teilnehmen.

Das Kolloquium wird sich mit zentralen Punkten über die Entstehung und Wurzeln Lateinamerikas sowie dessen Entwicklung bis hin zum heutigen Tag auseinandersetzen. Neue Erklärungsansätze über die Geschichte der Nation und deren Identität sollen beleuchtet, hinterfragt und diskutiert werden.

Die Veranstaltung stellt Dolmetscher zur Verfügung und findet im Auditorium des Goethe-Instituts (Av. Corrientes 319) statt. Der Eintritt ist frei. Die Zuhörer erhalten ein Teilnahmezertifikat, wenn sie sich im Voraus unter programm@buenosaires.goethe.org anmelden.

Rüdiger Safranski wird am 15. April um 19 Uhr über das Thema “Wieviel Identität braucht der Mensch?” referieren, und Uwe Timm präsentiert am 16. April um 18 Uhr seinen Vortrag “Kafkas Reisepass”.

Das komplette Programm ist unter “Eventos” auf der Webseite des Goethe-Instituts abrufbar.

Kalender / Agenda

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Ausstellungskalender 10/04/10-17/04/10

Von Susanne Franz

salomon11.jpg2002 und 2006 stellte Gabriel Salomón zuletzt in der Galerie Rubbers aus, jetzt, wieder vier Jahre später, zeigt er seine neue Serie “Espejos” (Spiegel). Und wieder überrascht dieser außergewöhnliche Künstler mit etwas ganz Neuem – und bleibt dabei doch sich selbst treu. Das Wagnis besteht darin, dass er in seine Werke aus verschiedenen Schaffensphasen, die er neu interveniert hat, Parabolspiegel einbaut und ihnen so eine völlig neue Bedeutung gibt. Sie beziehen auf diese Weise ihre Umgebung mit ein – und auch den Betrachter, der durch sie zum unfreiwilligen Beobachter seines Umfelds und gar selbst Teil des Werkes wird. Salomón hebt mit diesem revolutionären “Trick” die Zeit auf. Sein Werk ist nie abgeschlossen, nie “von gestern”, sondern immer heutig, und es greift auch bereits auf das unmittelbar Zukünftige vor. Es öffnet quasi Fenster, durch die die Zeit fließt. Gabriel Salomón hat der Frage “Was ist Kunst?”, die ihn seit langem umtreibt (und nicht nur ihn), einmal mehr eine neue Dimension gegeben.

Im Anschluss finden Sie die Details zur Schau von Gabriel Salomón, die am vergangenen Mittwoch eröffnet wurde, und vielen weiteren Ausstellungen.

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Agenda / Kalender

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Agenda de Muestras 10/04/10-17/04/10

Por Susanne Franz

salomon11.jpgEn 2002 y 2006 Gabriel Salomón expuso por última vez en la Galería Rubbers. Ahora vuelve a hacerlo, cuatro años más tarde, presentando una nueva serie: “Espejos”. Y una vez más este artista excepcional sorprende con una muestra totalmente nueva y, sin embargo, no deja de ser fiel a sí mismo. El riesgo consiste en que en sus obras de diferentes etapas creativas, que ha recreado, incorpora espejos parabólicos, dándoles así un significado totalmente novedoso. Incorporan así al entorno, y también al espectador, que a través de ellos pasa a ser un observador involuntario de su entorno e incluso parte de la obra. Con este “truco” revolucionario, Salomón neutraliza el paso del tiempo. Su obra nunca está terminada, nunca es “de ayer”, sino que siempre es de hoy, y también se anticipa ya al futuro inmediato. Puede decirse que casi abre ventanas, por las que fluye el tiempo. A la pregunta “¿Qué es el arte?”, que lo desvela desde hace rato (y no sólo a él), Gabriel Salomón le ha dado una vez más una nueva dimensión.
(Traducción: Liliana Vogelbaum)

A continuación encontrará la información detallada correspondiente a la muestra de Gabriel Salomón, cuyo vernissage tuvo lugar el miércoles pasado, y a muchas otras exposiciones.

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Verspielt, frech und kitschig

“POP! La consagración de la primavera” in der Galerie der Fundación Osde

Von Vanessa Bersis

POP11.jpgDie Fundación Osde präsentiert sich anlässlich der Ausstellung “POP! La Consagración de la primavera” schrill, bunt, mutig, verspielt, frech und kitschig. Es werden Werke argentinischer Pop Art-Künstler gezeigt, die in der Zeitspanne von 1961-1966 entscheidend die argentinische Popkultur geformt und mitgeprägt haben. Darunter sind Arbeiten von Alfredo Rodríguez Arias, Edgardo Giménez, Juan Stoppani, Dalila Puzzovio, Marta Minujín, Delia Cancela, Pablo Mesejean, Eduardo Costa und Charlie Squirru zu sehen. Die Künstler dieser Zeit ließen sich auf neue künstlerische Abenteuer ein, dabei schien ihre Kreativität grenzenlos zu sein. POP war eine junge, ephimäre Kunst voller Vitalität. Sie kritisierte den guten Geschmack und suhlte sich in Kitsch. Die Pop Art-Künstler stellten alles bisher Vorhandene in Frage, versuchten andere Perspektiven aufzuweisen, definierten den Begriff der Kunst neu und erweiterten diesen nach und nach.

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arteBA-Petrobras-Preis: Ausgewählte Projekte

arteBA-Petrobras-Preis: Ausgewählte Projekte

Von Susanne Franz

Schon zum siebten Mal wurde in diesem Jahr der renommierte arteBA-Petrobras-Preis ausgeschrieben, der regelmäßig auf der bedeutenden Kunstmesse arteBA in Buenos Aires für Furore sorgt. Auch im Jahr des Bicentenario 2010, in dem die Messe wegen der 200-Jahr-Feierlichkeiten erst im Juni (25.-29.6.) stattfindet, wird das nicht anders sein. Der unabhängige Kurator und Essayist Rafael Cippolini ist der Verantwortliche des diesjährigen arteBA-Petrobras-Preises, der erstmals wieder auf nur fünf Projekte beschränkt war und für den auch keine Altersgrenze galt.

Jedes Projekt wird mit 12.000 Pesos für seine Verwirklichung gefördert, anschließend werden die Werke auf der 19. arteBA im Messezentrum Rural ausgestellt. Im Rahmen der Messe verleiht eine internationale Jury einem der Werke den “Premio Estímulo” von 50.000 Pesos.

Der dicke Hauptpreis ist ein großer Anreiz, aber erfahrungsgemäß erhebt schon die Auswahl für den arteBA-Petrobras-Preis die jeweiligen Künstler in ganz erlesene Sphären der hiesigen Kunstszene. Dieses Jahr haben Kurator Cippolini und die Auswahl-Juroren Diana Aisenberg und Adrián Villar Rojas folgende Künstler bzw. Künstlerkollektive auserkoren:

  • Mario Caporali (1979, Rosario, Santa Fe) mit “Guo Cheng Cráter”, einer “galaktischen” Performance/Installation.
  • Mariano Giraud (1977, Buenos Aires) mit “Cosmos”, Halfpipe für Skate-Übungen mit Live-Choreografie.
  • Rodolfo Marqués (1982, Buenos Aires) mit “Monumento para la Pirámide de Mayo”, mit Blick auf eine Einbettung des Werks in das Vaterlandssymbol und inspiriert an historischen Vorschlägen zum Thema aus den Jahren 1826 und 1906.
  • Adriana Miranda (1969, San Juan) mit “El espacio de acá”, Dokumentation einer achtjähigen Recherche über zwei aus San Juan stammende Hunderassen.
  • “Colectivo Doble Suspensión” – Mercedes Azpilicueta (1981, Buenos Aires), Irina Kirchuk (1983, Buenos Aires), Juan Odriozola (1980, Buenos Aires), Fernando Sucari (1983, Buenos Aires) und Guido Yannitto (1981, Mendoza) – mit “Acá D.I.O.S (Damos instrumentos o Soluciones)”, bewegliche Arbeitsplattform zur “omnipräsenten Beobachtung des Systems” Kunstmesse.

Deutsche Dokus auf dem BAFICI

Dem österreichischen Filmer Bernhard Sallmann ist eine Retrospektive gewidmet

Von Maike Wiemar

sallmann11.jpgDer österreichische Dokumentarfilmer Bernhard Sallmann wird auf dem diesjährigen Kinofestival BAFICI (7.-18. April) eine Filmreihe präsentieren. Sallmann, geboren 1967 in Linz, lebt und arbeitet seit seinem 21. Lebensjahr in Berlin. In der deutschen Hauptstadt sowie in Salzburg hat er Journalismus, Deutsche Literatur und Soziologie studiert und später ein Studium der Film- und Fernsehregie an der Konrad Wolf Akademie in Babelsberg abgeschlossen.

Das Besondere an seinen poetischen Werken ist die Vermischung von Essay und Dokumentation. Der Regisseur lässt die Natur und ihre Landschaft zu den Protagonisten seiner Filme werden, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Den Zuschauer erwartet ein interessanter Spaziergang durch die Zeit, verbunden mit einem stillen Aufruf zur Reflexion.

Hier eine Auswahl seiner Filme, die auf dem BAFICI zu sehen sind:

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12. Kinofestival BAFICI

Independent-Filmfest vor neuem Besucherrekord

Von Susanne Franz

bafici11.jpgDas Independent-Kinofestival BAFICI (Buenos Aires Festival Internacional de Cine Independiente), das in diesem Jahr schon zum 12. Mal veranstaltet wird, zeichnet sich vor allem durch seine hervorragende Qualität aus, mit der es das Kinofestival von Mar del Plata weit in den Schatten stellt. Aber auch die unvergleichlich günstigen Preise von 10 bzw. im Vorverkauf 8 Pesos sind für den Zustrom der vielen jungen Filmfans verantwortlich. Zum Vergleich: “normale” Kinotickets kosten in Argentinien zwischen 24 und 28 Pesos, so dass die meisten Argentinier ohnehin die Billigtage oder irgendwelche Rabatte nutzen, wenn sie ins Kino gehen wollen.

Der Vorverkauf für das diesjährige BAFICI hatte am 29. März begonnen, und laut Organisatorenangaben wurden innerhalb der ersten 48 Stunden 24.700 Karten verkauft, 12 Prozent mehr als im Vorjahr. 2009 besuchten insgesamt 245.000 Filmfans das BAFICI.

Den Startschuss zur diesjährigen 12. Ausgabe des BAFICI gaben am Mittwochabend Kulturminister Hernán Lombardi (rechts auf dem Foto) und Festivaldirektor Sergio Wolf (links). Eröffnungsfilm war Rafael Filippellis “Secuestro y Muerte” über die Entführung und Ermordung des früheren argentinischen Putschisten und Diktators Aramburu durch Montonero-Guerrilleros. Gut für denjenigen (Ausländer), der das vorher wusste, denn wie so oft in argentinischen Filmen fehlt der historische Kontext völlig, angeblich, um die “Universalität” eines Themas zu erreichen.

Auf dem Festival werden 422 Filme gezeigt, darunter 36 deutsche Streifen und deutsch-internationale Koproduktionen.

Einige Filmtipps von Valerie Thurner:

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Faszinierendes, unbekanntes Kuba

“Caminos de la vanguardia cubana” im Malba

Von Vanessa Bersis

cuba11.jpgEin Streifzug durch das Malba ist immer wieder ein künstlerischer Hochgenuss, diesmal noch viel mehr. Denn der zweite Stock des Gebäudes widmet sich der kubanischen Avantgardekunst. Mit dem vielversprechenden Ausstellungstitel “Caminos de la vanguardia cubana” und insgesamt 150 Werken wird ein anderer ungewöhnlicher, aber dennoch faszinierender Blick auf Kuba und seine Kunst zwischen 1920 und 1940 geboten. Die Ausstellung ist für die meisten Besucher eine spektakuläre visuelle Reise in ein zum Großteil unbekanntes künstlerisches Kuba.

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Kalender / Agenda

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Ausstellungskalender 03/04/10-10/04/10

Von Susanne Franz

olaf.jpgHighlight im April: Bis zum 25.4. läuft im Palais de Glace die Gruppenausstellung “Menos tiempo que lugar. El Arte de la Independencia”, die das Goethe-Institut anlässlich des Bicentenario – der Zweihundertjahrfeier der Unabhängigkeit Argentiniens und anderer lateinamerikanischer Staaten – organisiert hat. Der runde Geburtstag bietet Anlass zur Standortbestimmung und Reflexion – und diese Gelegenheit nutzen die 22 beteiligten Künstler aus Deutschland und Lateinamerika auf anregende Weise. Hier im Bild: Die Installation “Temporäres Haus” des deutschen Künstlers Olaf Holzapfel thematisiert die prekäre Bauweise in den Armenvierteln rund um die lateinamerikanischen Metropolen und den ärmsten Ländern des Kontinents.

Lesen Sie dazu Valerie Thurners Artikel “Die Zeit läuft uns davon”.

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Agenda / Kalender

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Agenda de Muestras 03/04/10-10/04/10

Por Susanne Franz

olaf.jpgLa muestra más importante del mes de abril es “Menos tiempo que lugar. El Arte de la Independencia”, que fue organizada por el Goethe-Institut en el Bicentenario de la Argentina y otros países latinoamericanos. Se puede visitar hasta el 25 en el Palais de Glace. El Bicentenario brinda la oportunidad de posicionarse y reflexionar – y los 22 artistas de Alemania y Latinoamérica hacen buen uso de esa chance con sus obras interesantes y creativas. En la imágen se ve la instalación “Temporäres Haus” (Casa temporaria) del alemán Olaf Holzapfel. En esta obra, el artista intenta representar la precariedad de arquitectura en las villas miserias alrededor de las metrópolis latinoamericanas y en los países más pobres del continente.

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