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Die Deutsche Welle präsentiert seit dem 20. März ein neues Multimedia-Format über Lateinamerika
Von Valerie Thurner

Das Lateinamerika-Special “Von Feuerland nach Tijuana” wurde anlässlich des Bicentenario vom Deutsche-Welle-Intendanten Erik Bettermann lanciert und ist nun über TV, Hörfunk und Internet weltweit abrufbar. Die Reihe verspricht “eine atemberaubende Reise über 33.403 Kilometer durch Lateinamerika”, von der Südspitze des Kontinents bis nach Tijuana an der mexikanisch-kalifornischen Grenze mit dem Ziel, an der historisch-kulturellen Verbindung von Deutschland und Lateinamerika zu arbeiten: “Mit ihrem multimedialen Projekt will die Deutsche Welle diese Gemeinsamkeiten ins Bewusstsein rücken und einen Beitrag leisten, das wechselseitige Wissen und Verständnis zu vertiefen”, meint Bettermann in einer Pressemitteilung.
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Das Goethe-Institut zeigt im Palais de Glace eine thematische Gruppenausstellung anlässlich des Bicentenario. Südamerikanische und deutsche Künstler wurden eingeladen, sich künstlerisch zu diesem runden Geburtstag der politischen Unabhängigkeit Lateinamerikas zu äußern. Das Ausstellungsprojekt ist nun das Ergebnis einer langen vorausgegangenen Phase des Dialoges zwischen Künstlern und Autoren, die Texte zum 300 Seiten starken Begleitkatalog lieferten. Ein regionales Projekt, das die Bedeutung der politischen und kulturellen Unabhängigkeit künstlerisch und intellektuell untersucht und versucht, den Bedeutungsbogen des Begriffs der “Independencia” auf ihre Reichweite in die aktuelle Gegenwart des Subkontinentes zu überprüfen, beschreibt der Kurator Alfons Hug das Ziel des Projektes, das außerdem Wert auf den Austausch zwischen Deutschland und Lateinamerika lege.
Am vergangenen 16. März wurde die mit Spannung erwartete “Casa del Bicentenario” eröffnet. Das Angebot klingt vielversprechend, die programmatischen Ziele, angesiedelt an der Schnittstelle von historischer Aufarbeitung und Kulturvermittlung, ehrgeizig. Man darf annehmen, dass es sich um eines der gelungensten neuen Kulturprojekte im Zusammenhang mit der 200-Jahr-Feier Argentiniens handelt. Die Regierung knausert nicht, wenn es darum geht, prestigeträchtige Häuser in der Hauptstadt termingerecht in neuem Glanz erstrahlen zu lassen.
Die Ausstellung “Grete Stern. Los sueños 1948-1951” im
Den ganz großen Auftritt wird der argentinische Kultur- und vor allem Literaturbetrieb erst im Herbst auf der Frankfurter Buchmesse haben, zu der Argentinien in diesem Jahr als Gastland geladen ist. Um dem deutschen Publikum vorab schon mal die Gelegenheit zu geben, einen Einblick in das Schaffen argentinischer Autoren zu bekommen, präsentierten sich fünf von ihnen vergangene Woche auf der Leipziger Buchmesse. Und kamen anschließend nach Berlin. Denn hier wurde am Dienstag in den Räumen des Instituto Cervantes die erste Konferenz deutscher und argentinischer Schriftsteller eröffnet.
Betritt man den Cronopios-Saal des Centro Cultural Recoleta, in dem die Werke von Remo Bianchedi ausgestellt sind, fällt einem sofort auf, dass es hier nicht nur um die Kunst an sich geht, sondern um die Atmosphäre, um eine Grundstimmung. Die Beleuchtung, die dezente instrumentale Hintergrundmusik, die Anordnung der Gemälde ist eine sorgfältig bedachte Komposition, die beim Betrachter den Eindruck erzeugt, als würde er in eine ganz spezielle Sphäre eindringen.
Die chilenische Künstlerin Catalina Parra hat in der vergangenen Woche in der Galerie Arcimboldo mit ihren “Estampas Argentinas” den bunten Ausstellungsreigen eröffnet. Parra wurde in Santiago de Chile geboren; von 1968 bis 1972 lebte sie in Deutschland. 1980 wurde ihr eines der begehrten Guggenheim-Stipendien zuerkannt und sie zog nach New York. In Buenos Aires war sie zwischen 2000 und 2009 Kulturattaché der chilenischen Botschaft – eine spannende Zeit, die wir alle noch gut in Erinnerung haben! Ihr Verhältnis zu Argentinien verarbeitet die Künstlerin, die jetzt wieder in NY lebt, in ihren bei Arcimboldo gezeigten, vielschichtigen Werken.
Dieter Deventer, ein gebürtiger Münchner, der sich bereits durch seine Arbeit als Kameramann für etliche Spielfilme und Werbespots weltweit einen Namen gemacht hat, stellt im Palacio del Congreso ganz unverhofft seine Photoserie “Trazos del Tiempo” aus. Auf die Frage, warum es ihn gerade nach Buenos Aires verschlagen hat, antwortet er mit einem breiten Grinsen: “Die Leidenschaft meiner Frau zum Tango war es!”


