Schmutzige Wäsche waschen

“Sucio” ist zurück im Theater El Cubo

Von Christina Liebl

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“Sucio” – ein überaus unterhaltsamer Waschgang.

Immer Freitag- und Samstagnacht um halb zwölf kann man im El Cubo drei Männern bei einer ganz alltäglichen Tätigkeit zuschauen. Doch während die drei in der Anonymität des Waschsalons einen Korb Wäsche waschen, geben sie einen tiefen Einblick in ihr Innenleben.

Gemeinsam haben die Charaktere des mit dem Clarín-Preis ausgezeichneten Stücks eines: Sie sind einsam und haben niemanden zum Reden. Auf unterschiedliche Art versuchen sie den beiden Anderen zu vermitteln, was in ihrem Leben schiefgelaufen ist. Der Eine wurde in seiner Kindheit von seinen Nachbarinnen dazu gezwungen, einen Pornofilm zu drehen. Und obwohl er auf der Bühne als liebenswürdiger Mensch erscheint, ist er vorbestraft und scheinbar beziehungsunfähig.

Der Zweite hat nach dem Tod seiner Mutter der eigenen Frau erfolgreich zugeredet, mit seinem trauernden Vater zu schlafen, um diesem über den Schmerz hinwegzuhelfen. Nun versucht er, die zerbrochenen familiären Beziehung zu Vater und Ehefrau zu kitten. Während er sich den beiden Anderen im Waschsalon gegenüber gesprächig zeigt, scheitert die als Telefonat auf der Bühne gezeigte Kommunikation mit dem Vater, da keiner dem anderen zuhört, während die Ehefrau erst gar nicht den Telefonhörer abnimmt.

Der Dritte schließlich findet nur im Gesang eine Möglichkeit, seinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen, und erzählt singend von seiner Suche nach einer Frau. Lösungen für die individuellen Probleme werden in “Sucio” nicht gefunden, aber jeder Charakter in seiner Männlichkeit und Einzigartigkeit akzeptiert.

Die minutiöse Beschreibung des Innenlebens der Protagonisten, welche auf immer neue, tragisch-komische Wendungen setzt, sorgt für den wohl unterhaltsamsten Waschgang seit Langem. Die Schauspieler Carlos Casella, Juan Minujín und Guillermo Arengo liefern eine geschlossen überzeugende Darbietung, und der Inszenierung gelingt es, die traurigen Themen des männlichen Lebens durch den Mix aus Musik, Tanz, Literatur und Theater ohne Sentimentalität in Szene zu setzen.

Erschienen im “Argentinischen Tageblatt” vom 29.03.08.

Infos (auf Spanisch) hier.

Kunst für alle

Neues Erziehungs- und Besuchsprogramm im Malba

Von Christina Liebl

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Der Kunst näher kommen: Ein Besucher betastet die Nachbildung des Gemäldes „Juanito schlafend“ von Antonio Berni.
(Foto: inal)

Mit seinem neuen Angebot für Besucher allen Alters und für Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen will das Museo de Arte Latinoamericano de Buenos Aires (Malba) Kunst für alle zugänglich machen. Das Museum bietet dazu regelmäßig kostenlose Führungen durch die Dauerausstellung an, die sich jeweils an ein spezielles Publikum richten. Für 2008 bietet das Malba unter anderem Führungen für blinde, taube oder geistig behinderte Menschen sowie für Senioren und Kinder an.

Eleonora Cardoso, die Koordinatorin des Erziehungsprogramms und der kulturellen Aktivitäten des Malba betont, dass ein Museum, um lebendig zu sein, ein vielfältiger und dynamischer Ort sein muss, der sich an den Interessen und Bedürfnissen seiner Besucher orientiert. Deswegen unterscheiden sich je nach Zielgruppe die Auswahl der Kunstwerke und die Herangehensweise.

Führungen für Senioren beziehen diesem Motto gemäß stark die Erfahrungen der Betrachter mit ein. Dafür bieten sich gerade Gemälde mit historischem oder traditionellem Hintergrund an, wie etwa das „Johannesfest“ von Cándido Portinari. Durch Erinnerungen und Geschichten der Besucher nähert sich die Gruppe dem Bildinhalt an. Wie wurde das Fest in Buenos Aires begangen? Sind Ähnlichkeiten auf dem Gemälde des brasilianischen Künstlers zu sehen? Der Museumsbesuch soll also interaktiv zum Gespräch und zum Erfahrungsaustausch unter den Betrachtern anregen und so einen aktiven Zugang zum Bild schaffen.

Bei einem kindlichen Publikum steht die Fantasie und die Kreativität im Mittelpunkt. Beispielsweise Antonio Bernis Skulptur „Ramonas Albtraum“ bietet dafür reichlich Platz: Zu sehen ist ein buntes Krokodil, aus dessen Rachen Frauenbeine ragen. Mit Fragen werden die Kleinen dazu angeregt, dem Kunstwerk eine eigene Geschichte zu geben, und sich zu überlegen, was denn hinter dem Dargestellten stecken könnte. Außerdem sollen sich die Kinder nicht nur durch Anschauen mit dem Kunstwerk befassen können. Da das direkt am Gemälde oder an der Skulptur nicht möglich ist, hat sich das für die Führungen verantwortliche Team etwas anderes einfallen lassen: In Kästen, die nur an den Längsseiten eine Öffnung haben, befinden sich verschiedene Gegenstände, die ertastet werden und verschiedenen Objekten am Körper des Krokodils zugeordnet werden können. Auf diese Weise werden die Kinder spielerisch zur Kunst hingeführt.

Eine dritte Zielgruppe sind Menschen mit Behinderungen. Für hörgeschädigte Personen gibt es Führungen in Zeichensprache und für geistig behinderte Menschen ein ihren Bedürfnissen angepasster Rundgang. Blinden Menschen, denen sonst die direkte Erfahrung eines Kunstwerks nicht möglich ist, bietet das Malba nun eine neue Möglichkeit. Die Führung besteht nicht mehr nur aus der mündlichen Beschreibung der Werke, sondern das Museum hat von einigen Werken ungefähre Nachbildungen erstellen lassen, die angefasst werden können und den Sehbehinderten einen Eindruck von Form und Textur der Malerei, Collage oder Skulptur vermitteln.

Ein jedes dieser verschiedenen Konzepte überzeugt durch die methodisch durchdachte Gestaltung, welche auf Erfahrungswerten des Führungspersonals beruht. Allen Menschen unabhängig von Alter und Fähigkeiten Kunst nahezubringen und für einen Museumsgang zu begeistern, ist auf jeden Fall ein lohnendes Ziel, dem das Malba mit seinem neuen Programm näher kommt.

Erschienen im “Argentinischen Tageblatt” vom 29.03.08.

Kalender / Agenda

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Ausstellungs-Kalender 29.03.08-05.04.08

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Ab 1. April zeigt Diego Perrotta im Espacio de Arte AMIA die Ausstellung „Entre el bien y el mal“.

Ausstellungszentren

  • MALBA (Museo de Arte Latinoamericano de Buenos Aires), Av. Figueroa Alcorta 3415 (Do-Mo und feiertags 12-20 Uhr, Di geschlossen, Mi bis 21 Uhr, Eintritt frei. An anderen Tagen: Eintritt 12 Pesos, Lehrer und über 65-Jährige 6 Pesos, Studenten, Kinder unter 12 Jahren und Behinderte gratis): „Adquisiciones, donaciones y comodatos 2007“, 23 neu angeschaffte oder dem Museum gestiftete oder zur Verfügung gestellte Werke, darunter Zeichnungen, Gemälde, Fotos, Videos und Installationen von Sergio Avello, Marcos López, Kenneth Kemble, Hernán Marina, Liliana Porter und Emilio Renart. 22.11.-31.3. / „Contemporáneo 21: Autopsia de lo invisible“. Gastkuratorin: Sofía Hernández Chong Cuy (Mexiko). Künstler: Teresa Margolles (Mexiko), Regina José Galindo (Guatemala), Ignacio Lang (Puerto Rico), Mario García Torres (Mexiko) und Juan Manuel Echavarría (Kolumbien). 28.2.-14.4. / „Intervención 5“: Cecilia Szalkowicz, „Todo es posible II“. Bis Mai. / Tarsila do Amaral, „Viajera“. 28.3.-2.6.
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Agenda / Kalender

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Agenda de Muestras 29/03/08-05/04/08

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A partir del 1 de abril, Diego Perrotta expone “Entre el bien y el mal” en el Espacio de Arte AMIA.

Centros de exposiciones

  • MALBA (Museo de Arte Latinoamericano de Buenos Aires), Av. Figueroa Alcorta 3415 (Jue-Lun y feriados 12-20 hs, martes cerrado, Miércoles hasta 21 hs, entrada libre. Los otros días: entrada 12 pesos, docentes y mayores de 65 años 6 pesos, estudiantes, menores de 12 años y discapacitados gratis): “Adquisiciones, donaciones y comodatos 2007”, 23 obras que incluyen dibujos, pinturas, fotografías, videos e instalaciones de los artistas Sergio Avello, Marcos López, Kenneth Kemble, Hernán Marina, Liliana Porter y Emilio Renart, entre otros. 22.11.-31.03. / “Contemporáneo 21: Autopsia de lo invisible”. Curadora invitada: Sofía Hernández Chong Cuy (México). Artistas: Teresa Margolles (México), Regina José Galindo (Guatemala), Ignacio Lang (Puerto Rico), Mario García Torres (México) y Juan Manuel Echavarría (Colombia). 28.02.-14.04. / “Intervención 5”: Cecilia Szalkowicz, “Todo es posible II”. Hasta mayo. / Tarsila do Amaral, “Viajera”. 28.03.-02.06.
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“Ein Kino für alle”

Am 8. April wird das 10. Festival des Unabhängigen Films BAFICI eröffnet

Von Ulrike Langheineken und Susanne Franz

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Werner Herzogs Dokumentarfilm über die Antarktis, “Encounters at the End of the World”, ist im BAFICI-Programm.

Das Kulturministerium der Stadt Buenos Aires lädt vom 8.-20. April 2008 zum 10. Internationalen Festival des Unabhängigen Films (BAFICI, Buenos Aires Festival Internacional de Cine Independiente) ein. Das Festival, verkündete der Kulturminister der Stadt Hernán Lombardi bei der Presse-Vorstellung am Dienstag im Centro Cultural Recoleta stolz, sei “eines der größten und bedeutendsten Festivals für Unabhängiges Kino”. Mit 3 Millionen Pesos sei das Budget des Projekts im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen. Der Eintrittspreis mit 6, ermäßigt 4 Pesos sei daher im Vergleich zum letzten Jahr gleich geblieben. Dies gewährleiste, so Lombardi, dass weiterhin vor allem ein junges Publikum angesprochen werde.

Den Auftakt macht am 8.4. um 20 Uhr der brasilianische Film “Jogo de Cena” im zu diesem Anlass wiedereröffneten Teatro 25 de Mayo in Villa Urquiza. Weitere Aufführungsorte sind die Säle des Hoyts-Kinokomplexes im Abasto, das Centro Cultural Recoleta, Atlas Santa Fe, Alianza Francesa, Malba, Centro Cultural Rojas, Cosmos und der Leopoldo-Lugones-Saal des San Martín-Theaters. Zusätzlich kündigte Lombardi Filmaufführungen unter freiem Himmel an (Pasaje Carlos Gardel, neben dem Abasto).

Im Programm des Festivals stehen u.a. die jüngsten Filme bekannter Regisseure wie “Go go Tales” von Abel Ferrara, der Dokumentarfilm “Encounters at the End of the World” über die Antarktis von Werner Herzog und “Funny Games” des ebenfalls in München geborenen österreichischen Filmemachers Michael Haneke. Freuen kann man sich auch auf Martin Scorseses Dokumentarfilm “Shine a Light” über die Rolling Stones, mit dem im Februar die Berlinale eröffnet worden war. Gespannt sein darf man unter vielem anderem auf “I’m Not There”, Todd Haynes’ Dokumentarfilm über Bob Dylan, “Redacted” von Brian de Palma, “Paranoid Park” von Gus van Sant und “Dr. Plonk” des Australiers Rolf de Heer.

Aus Deutschland kommen dieses Jahr u.a. zwei Filme von Rosa von Praunheim, darunter seine bewegende Autobiographie “Two Mothers – The Search Began in Riga”, Volker Koepps “Holunderblüte” und “Auf der anderen Seite” des Deutschtürken Fatih Akin mit Hanna Schygulla. Ein Leckerbissen ist auch “Staub” von Hartmut Bitomsky. Dem deutschen Regisseur Romuald Karmakar, der im Jahr 2004 auf dem BAFICI seinen Film “Nightsongs” vorstellte, ist in diesem Jahr eine Werkschau mit 21 Filmen gewidmet, darunter “Der Totmacher” mit Götz George.

Eine österreichisch-deutsche Koproduktion wird mit “Loos ornamental” von Heinz Emigholz – ebenfalls ein bekanntes Gesicht auf dem Festival – vorgeführt. Der österreichischen Filmemacherin Astrid Ofner ist eine Retrospektive mit vier Filmen gewidmet. Sehr zu empfehlen ist auch “Import/Export” des Österreichers Ulrich Seidl. Auf dem Programm steht zudem “About Water (People and Yellow Cans)” von Udo Maurer.

Die Schweiz ist mit “Le Printemps de Sant Ponç” vertreten.

Das Festival erfüllt in der Präsentation ausländischer unabhängiger Filme eine wichtige Funktion, da das Angebot an internationalen Filmen in den letzten Jahren in Buenos Aires gesunken ist. Die Organisatoren der Filmfestspiele freuen sich u.a. über die Unterstützung der französischen, österreichischen u.a. Botschaften. Besonders wichtig ist das Festival auch für junge argentinische und andere lateinamerikanische Filmproduzenten, die oftmals die Ausstrahlung ihrer ersten Filme auf dem Festival feiern.

Der in diesem Jahr zum ersten Mal amtierende künstlerische Leiter des Festivals, Sergio Wolf, sprach bei der Pressekonferenz seine Freude darüber aus, dass das Festival, welches er “eines der großzügigsten der Welt” nannte, in diesem Jahr doch noch stattfinden konnte. Nach dem Regierungswechsel der Stadt Buenos Aires im vergangenen Dezember hatte man seine Abschaffung befürchtet. Wolf nannte das BAFICI “ein Kino für alle” und betonte, dass es wichtig sei, die Kontinuität in der Programmgestaltung beizubehalten.

Das 9. Festival im vergangenen Jahr, welches rund 240.000 Besucher zählte, sei u.a. wegen der unübersichtlichen Menge an Filmvorführungen kritisiert worden. Daher würden in diesem Jahr mit immerhin 427 Filmen insgesamt 40 Filme weniger als im vergangenen Jahr gezeigt, so Wolf. Das Festival, das in seiner Größe nur mit den Festspielen in Toronto und Rotterdam zu vergleichen sei, setze seinen Akzent auf den lateinamerikanischen unabhängigen Film. Außerdem habe es eine Erweiterung in der Kategorie “Cine Maldito” gegeben, bei dem Lateinamerika (hauptsächlich Kolumbien und Mexiko) und Spanien vertreten seien. Dagegen gäbe es keine Extrasektion “Ausländischer Film” wie bei vergleichbaren Festivals üblich.

Die Universidad de Cine von Buenos Aires veranstaltet in Kooperation mit der Berlinale im Rahmen der Festspiele vom 10.-13.4. zum dritten Mal den Talent Campus, für den 40 von über 300 Bewerbern ausgewählt wurden. Im Rahmen des Talent Campus werden verschiedene Workshops und Seminare stattfinden.

Informationen auf der Webseite des Festivals oder beim Internetportal Otros Cines.

Mozart, mit anderen Augen gesehen

Filmzyklus “New Crowned Hope: Mozart visto por otros ojos” im Leopoldo Lugones-Saal

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Das Programmkino Leopoldo Lugones (Av. Corrientes 1530) veranstaltet vom 25.-31. März in Zusammenarbeit mit der Austrian Film Commission und der Österreichischen Botschaft in Buenos Aires den Filmzyklus “New Crowned Hope: Mozart visto por otros ojos”. Mit der Leitung des im Mozartjahr 2006 begründeten “New Crowned Hope”-Festivals betraute die Stadt Wien den Film- und Theaterregisseur Peter Sellars, welcher Künstler, Architekten, Theater- und Filmemacher dazu aufrief, völlig neuartige Werke zu schaffen, die von Mozarts Werk inspiriert sein und seine Musik als Ausgangspunkt nehmen sollten, die Herausforderungen des neuen Jahrtausends widerzuspiegeln. Sieben Filmemacher, die nicht aus dem westlichen Kulturkreis stammen, bat er speziell um Beiträge – und diese bemerkenswerten Filme aus Indonesien, Taiwan, Thailand, dem Tschad etc, sind nun zu sehen. Informationen und Programm hier.

Kalender / Agenda

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Ausstellungs-Kalender 22.03.08-29.03.08

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Santiago Porter stellt bei VVVgallery seine jüngsten Fotos aus.

Ausstellungszentren

  • MALBA (Museo de Arte Latinoamericano de Buenos Aires), Av. Figueroa Alcorta 3415 (Do-Mo und feiertags 12-20 Uhr, Di geschlossen, Mi bis 21 Uhr, Eintritt frei. An anderen Tagen: Eintritt 12 Pesos, Lehrer und über 65-Jährige 6 Pesos, Studenten, Kinder unter 12 Jahren und Behinderte gratis): „Adquisiciones, donaciones y comodatos 2007“, 23 neu angeschaffte oder dem Museum gestiftete oder zur Verfügung gestellte Werke, darunter Zeichnungen, Gemälde, Fotos, Videos und Installationen von Sergio Avello, Marcos López, Kenneth Kemble, Hernán Marina, Liliana Porter und Emilio Renart. 22.11.-31.3. / „Contemporáneo 21: Autopsia de lo invisible“. Gastkuratorin: Sofía Hernández Chong Cuy (Mexiko). Künstler: Teresa Margolles (Mexiko), Regina José Galindo (Guatemala), Ignacio Lang (Puerto Rico), Mario García Torres (Mexiko) und Juan Manuel Echavarría (Kolumbien). 28.2.-14.4. / „Intervención 5“: Cecilia Szalkowicz, „Todo es posible II“. Bis Mai. / Tarsila do Amaral, „Viajera“. 28.3.-2.6.
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Agenda / Kalender

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Agenda de Muestras 22/03/08-29/03/08

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Santiago Porter expone “Fotografías recientes” en VVVgallery.

Centros de exposiciones

  • MALBA (Museo de Arte Latinoamericano de Buenos Aires), Av. Figueroa Alcorta 3415 (Jue-Lun y feriados 12-20 hs, martes cerrado, Miércoles hasta 21 hs, entrada libre. Los otros días: entrada 12 pesos, docentes y mayores de 65 años 6 pesos, estudiantes, menores de 12 años y discapacitados gratis): “Adquisiciones, donaciones y comodatos 2007”, 23 obras que incluyen dibujos, pinturas, fotografías, videos e instalaciones de los artistas Sergio Avello, Marcos López, Kenneth Kemble, Hernán Marina, Liliana Porter y Emilio Renart, entre otros. 22.11.-31.03. / “Contemporáneo 21: Autopsia de lo invisible”. Curadora invitada: Sofía Hernández Chong Cuy (México). Artistas: Teresa Margolles (México), Regina José Galindo (Guatemala), Ignacio Lang (Puerto Rico), Mario García Torres (México) y Juan Manuel Echavarría (Colombia). 28.02.-14.04. / “Intervención 5”: Cecilia Szalkowicz, “Todo es posible II”. Hasta mayo. / Tarsila do Amaral, “Viajera”. 28.03.-02.06.
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5. arteBA-Petrobras-Preis

Die ausgewählten Projekte wurden bekanntgegeben

Von Susanne Franz

Die bedeutendste Messe Zeitgenössischer Kunst Argentiniens arteBA steht vor der Tür: Vom 29. Mai bis 2. Juni wird die 17. arteBA’08 im Messegelände La Rural stattfinden. Mit ihrem brasilianischen Hauptsponsor Petrobras schreibt die Messe seit 2004 den Kunstpreis arteBA-Petrobras aus, der in diesem Jahr vom Kunstkritiker und Kulturmanager Fabián Lebenglik geleitet wird. Die Preise sind schon lange zu einem der Hauptanziehungspunkte der Messe geworden, deshalb erwartete man bereits mit Spannung, welche Künstler und Kunstprojekte wohl in diesem Jahr ausgewählt würden. Nun gab die Stiftung arteBA, der Organisator der Messe, die acht Auserwählten des 5. “Premio arteBA-Petrobras“ bekannt: Es sind Martín Bonadeo (1975, Buenos Aires), Vicente Grondona (1977, Buenos Aires), Mauro Guzmán (1977, Rosario, Santa Fe), Carlos Huffman (1980, Buenos Aires), Rosalba Mirabella (1975, Tucumán), Marisa Rubio (1976, Buenos Aires). Paula Senderowicz (1973, Buenos Aires) und Leandro Yadanza (1975, Rosario, Santa Fe).

Die Projekte dieser jungen Kunstschaffenden werden mit 7000 Pesos unterstützt und von Lebenglik und anderen Experten betreut, ehe sie auf der Messe ausgestellt werden. Dort wählt eine unabhängige Jury unter den Werken zwei Preisträger aus (1. Preis 30.000 Pesos, 2. Preis 10.000 Pesos). Informationen zur Messe findet man auf der Webseite der Messe.

Erscheint im “Argentinischen Tageblatt” vom 22.03.08.

Eisige Kunst

“Sur Polar”: 19 internationale Künstler zeigen in der Universität von Tres de Febrero ihre Werke zum Thema Antarktis

Von Christina Liebl

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Lisa Roberts zeigt eine Digitalinstallation in der Form eines Erlebnisberichts, mit Erfahrungen, die sie in 42 Tagen auf einem Forschungsboot gesammelt hat, und außerdem Objekte aus Acryl.

Am 5. März öffnete die Ausstellung “Sur Polar – Arte en Antártida” ihre Pforten. Aníbal Jozami, Rektor der Universidad Nacional de Tres de Febrero, hieß die zahlreichen Besucher, darunter die Botschafter Australiens und Neuseelands und zahlreiche örtliche Künstler und Kunstkenner, in seiner Eröffnungsrede willkommen.

Bis zum 18. April zeigen internationale Künstler in der Universität ihre Werke zum Thema Antarktis. In der Ausstellung anlässlich des internationalen Polarjahrs setzten die 19 Teilnehmer ihre Vorstellungen über den Ort des Eises und der Kälte um. Die Vielfalt der Ideen wird dem Besucher in Videos, Gemälden, Aquarellen, Fotografien, Audio- und Videoinstallationen und Schmuck nähergebracht.

In den Aquarellen Marina Curcis kommt die Schönheit der Antarktis in ihrer Kargheit und beschränkten Farbpalette deutlich zum Vorschein. Die Künstlerin benötigt nur wenige Linien und fließende Strukturen, um der Eiswelt Form zu geben. Eine ähnliche Einfachheit prägt auch die Gemälde und Lithographien Alberto Morales’: Die Oppositionen von Licht und Schatten, Dunkel und Hell werden durch einfache Horizontlinien in Szene gesetzt.

Aus einer ganz anderen Perspektive zeigt die Australierin Karin Beaumont den Südpol. Die Meeresbiologin und Goldschmiedin zieht ihre Anregungen aus den mikroskopisch kleinen Meeresbewohnern. In ihren fein gearbeiteten, tragbaren Schmuckstücken hofft sie, laut eigener Aussage, “die Schönheit und Bedeutung” dieser Lebewesen zu enthüllen.

Pamen Pereira aus Spanien arbeitet in seinen “Vistas Isométricas” mit der außergewöhnlichen Technik, durch Rauchspuren auf Papier oder Landkarten der Antarktis reliefartige Landschaften entstehen zu lassen.

Eine erstaunliche Farbenvielfalt zeichnet die arktischen Landschaften des Fotografen Marcelo Gurruchaga aus. Die verschiedenen Blautöne des Eises, des Meers und des Himmels werden dem Betrachter genauso vor Augen geführt wie Lichtreflexe auf der Eisfläche, welche den weißen Grund in rotes Licht tauchen. Die Schönheit der Fotos liegt vor allem in der sorgfältigen Komposition und der durch Diagonalen erzeugten Dynamik.

Auch Adriana Groisman und Stefan Oliva ebenso wie Mireya und Mercedes Masó wählen als Medium die Fotografie. Lorraine Beaulieu aus Kanada setzt ihre Aufnahmen auf Leinwände, die zu bewegten Bildträgern werden. Die Künstlerin setzt die Umrisse des antarktischen Kontinents in Relation zu einer Person in Embryostellung. Durch die Bewegung der Stoffbahnen, welche das Wasser assoziieren, thematisiert sie so die Wasserreserven der Antarktis als Lebensgrundlage. Philippe Boissonet schließlich kennzeichnet in seinem Werk “Calvicie”, einer Porträtaufnahme eines Glatzköpfigen, den Menschen durch eine Landkarte der Antarktis und schafft so auf originelle Art die Assoziation an die Kahlheit der Landschaft.

Phil Dadson aus Neuseeland, Lucy und Jorge Orta, sowie Andrea Juan wählen Videoinstallationen für eine ausführliche Präsentation der Antarktis. Die verschiedenen Künstler nähern sich dem Thema auf unterschiedlichste Weise an, setzen entweder das Leben im Eis, die Erforschung durch den Menschen oder die Ruhe der Natur in den Vordergrund.

Die Australierin Lisa Roberts zeigt dagegen eine Digitalinstallation in der Form eines Erlebnisberichts, mit Erfahrungen, die sie in 42 Tagen auf einem Forschungsboot gesammelt hat. Auch ihre Objekte aus Acryl veranschaulichen auf der Reise gesammelte Impressionen.

Das Sonogramm von Jorge Chikiar und Andrea Juan “Cracks de hielos. Viento polar” komplettiert die Ausstellung, welche die Kuratorin Andrea Juan als Mittel sieht, “der Welt die Eismeere der Antarktis, seine Arten und Eisberge und die Bedeutung für das Ökosystem der Erde in Erinnerung zu rufen”.

  • “Sur Polar, Arte en Antártida”, Zeichnungen, Gemälde, Graphiken, Videos, Installationen, Klangkunst, Fotos und Objekte von Philippe Boissonnet und Lorraine Beaulieu, Phil Dadson, Karin Beaumont und Lisa Roberts, Mireya und Mercedes Masó, Jorge und Lucy Orta, Marina Curci, Jorge Chikiar, Marcelo Gurruchaga, Andrea Juan, Alberto Morales, u.a. Kuratorin: Andrea Juan. Museo de la Universidad Nacional de Tres de Febrero (MUNTREF), Valentín Gómez 4828, Caseros (gegenüber der Zugstation). Mo-Sa 11-20 Uhr. Führung Sa 15.30 Uhr. Eintritt frei. 5.3.-18.4.

Erschienen im “Argentinischen Tageblatt” vom 15.03.08.

Kalender / Agenda

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Ausstellungs-Kalender 15.03.08-22.03.08

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„El descanso“ (Ruhepause) – am Mittwoch wurde in der Asociación Cultural Pestalozzi eine Gemäldeausstellung von Laura Asman eröffnet.

Ausstellungszentren

  • MALBA (Museo de Arte Latinoamericano de Buenos Aires), Av. Figueroa Alcorta 3415 (Do-Mo und feiertags 12-20 Uhr, Di geschlossen, Mi bis 21 Uhr, Eintritt frei. An anderen Tagen: Eintritt 12 Pesos, Lehrer und über 65-Jährige 6 Pesos, Studenten, Kinder unter 12 Jahren und Behinderte gratis): „Adquisiciones, donaciones y comodatos 2007“, 23 neu angeschaffte oder dem Museum gestiftete oder zur Verfügung gestellte Werke, darunter Zeichnungen, Gemälde, Fotos, Videos und Installationen von Sergio Avello, Marcos López, Kenneth Kemble, Hernán Marina, Liliana Porter und Emilio Renart. 22.11.-31.3. / „Contemporáneo 21: Autopsia de lo invisible“. Gastkuratorin: Sofía Hernández Chong Cuy (Mexiko). Künstler: Teresa Margolles (Mexiko), Regina José Galindo (Guatemala), Ignacio Lang (Puerto Rico), Mario García Torres (Mexiko) und Juan Manuel Echavarría (Kolumbien). 28.2.-14.4. / „Intervención 5“: Cecilia Szalkowicz, „Todo es posible II“. Bis Mai.
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