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Ausstellungs-Kalender 28.04.07-05.05.07

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In seiner Reihe von Retrospektiven argentinischer Künstler zeigt das Museo Nacional de Bellas Artes (MNBA) ab 2. Mai das bedeutende Schaffen von Ricardo Garabito.

Ausstellungszentren

  • MALBA (Museo de Arte Latinoamericano de Buenos Aires), Av. Figueroa Alcorta 3415 (Do-Mo und feiertags 12-20 Uhr, Di geschlossen, Mi bis 21 Uhr, Eintritt frei. An anderen Tagen: Eintritt 10 Pesos, Lehrer und über 65-Jährige 5 Pesos, Studenten, Kinder unter 12 Jahren und Behinderte gratis): Alfredo Volpi (Brasilien), „50 años de pintura“. Kurator: Olivio Tavares de Araújo. 16.3.-28.5. / David LaChapelle, „Heaven to Hell – Bellezas y Desastres“. Kuratorin: Eva Grinstein. 30.3.-21.5. / Marta Minujín, „Los meses del año“ (Terrasse). 7.12.-September 2007. / Sergio Avello, „Volumen“ (Explanade). 7.12.-September 2007.
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Agenda / Kalender

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Agenda de Muestras 28/04/07-05/05/07

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Continuando con las retrospectivas que el Museo Nacional de Bellas Artes (MNBA) dedica a los artistas argentinos, “Ricardo Garabito: Una retrospectiva” reúne por primera vez una selección de obras representativas de su importante trayectoria. A partir del 2 de mayo.

Centros de exposiciones

  • MALBA (Museo de Arte Latinoamericano de Buenos Aires), Av. Figueroa Alcorta 3415 (Jue-Lun y feriados 12-20 hs, martes cerrado, Miércoles hasta 21 hs, entrada libre. Los otros días: entrada 10 pesos, docentes y mayores de 65 años 5 pesos, estudiantes, menores de 12 años y discapacitados gratis): Alfredo Volpi (Brasil), “50 años de pintura”. Curador: Olivio Tavares de Araújo. 16.03.-28.05. / David LaChapelle, “Heaven to Hell – Bellezas y Desastres”. Curadora: Eva Grinstein. Del 30 de marzo al 21 de mayo. / Marta Minujín, “Los meses del año” (Terraza). 8.12.-septiembre de 2007. / Sergio Avello, “Volumen” (Explanada). 8.12.-septiembre de 2007.
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Deutsche Dokus

“Neue Tendenzen im Deutschen Dokumentarfilm” im Leopoldo Lugones-Saal

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“Mein Bruder ist Koch. Er hat die Stadt verlassen und seine Stammkneipe in Berlin im Prenzlauer Berg. Er lebt jetzt seit einem Jahr in Frankreich, in den Bergen, unterm Dach der Pension von Micha und Yvonne. Andreas hat gedacht, er stirbt hier, drei Infarkte, eine Operation, das Herz und nichts mehr vor, aber daraus wird nichts. Mein großer Bruder hat sich plötzlich verliebt. In Vanina, die Frau vom Hufschmied mit den drei Söhnen. Micha finanziert die kleine Pension durch seine Arbeit auf Herzstationen in der Schweiz und in Deutschland. Er ist Kardiotechniker, Yvonne ist es gewesen. Sie nimmt sich jetzt Zeit für die Kinder. Mein Bruder arbeitet für Micha und Yvonne. Er kocht für sie und für die paar Sommergäste. Jetzt ist Oktober, mein Besuch ist kurz. Ich möchte mit meinem großen Bruder über Micha reden, seinen Freund. Unsern IM. Hier geht es nicht um Geheimdienste. Es geht um meinen Bruder und mich. Das Unausgesprochene zwischen uns. Sonst hätte ich diesen Film nicht gemacht.” Thomas Heise

Vom 24.4. bis 3.5. läuft im Leopoldo Lugones-Saal des Theaters San Martín (Av. Corrientes 1530) der Filmzyklus “Neue Tendenzen im Deutschen Dokumentarfilm”, der vom Goethe-Institut und dem Lugones-Kino anlässlich des 40-jährigen Bestehens beider Institutionen organisiert wird. Unterstützt wird der Zyklus vom Dokumentarfilmfestival DocBsAs/07. Alle Filme werden in Originalversion mit spanischen Untertiteln gezeigt. Der Eintritt kostet 5 Pesos.

  • 24.4., 17, 19.30 und 22 Uhr: „Mi hermano“ (Mein Bruder) von Thomas Heise, 2005, 60 Min.
    Ein Film, gedreht in ‘La France Profonde’, im tiefsten Frankreich, und doch über ein sehr deutsches Thema, welches die jüngste Geschichte nachhaltig bestimmte und heute noch prägt: Verrat unter Freunden und an Freunden – in der DDR, forciert und benutzt von den Zuträgern der Stasi.
  • 25.4., 17, 19.30 und 22 Uhr: „¿Cometió delitos de bancarrota Wolf von Amerongen?” (Hat Wolff von Amerongen Konkursdelikte begangen?) von Gerhard Friedl, 2005, 78 Min.
    Die experimentelle Reflexion über die deutsche Wirtschaftsgeschichte zeigt Aufnahmen von Orten der Arbeit und des unsichtbaren Kapitals: harmlose Bilder von Städten, Landschaften, Fabriken und Flughäfen. Auf der Tonspur erzählt eine Stimme in lakonischem Tonfall von den Karrieren, Sitten, Spleens und Katastrophen des Großkapitals. Selten treffen sich Bild und Ton, der Regisseur überlässt dem Publikum die freie Assoziation. Von Amerongen, Flick, Strauß, Krupp, Oetker, Thyssen… Der Film wird zum Wahrnehmungsexperiment, die Montage irritiert, statt zu illustrieren. Und wirft Fragen auf: Wie zeigt man Wirtschaftskriminalität, die nicht abbildbar ist? Und wie kann man Geschichte konstruieren?
  • 26.4., 17, 19.30 und 22 Uhr: „La red“ (Das Netz) von Lutz Dammbeck, 2004, 114 Min.
    Ein Dokumentarfilm, in dem einstige Aktivisten der Gegenkultur der Hippie-Jahre wie auch heutige Wissenschaftler über die Entwicklung des Computers und des Internet befragt werden. Was bringt der menschlichen Gesellschaft die grenzenlose Entwicklung der Informationstechnik?
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Buchmesse, “deutsches Programm”

Literarisches Wunderkind Daniel Kehlmann und weitere Veranstaltungen auf der 33. Buchmesse von Buenos Aires

Von Susanne Franz

Dani3.jpgDer deutsche Bestseller-Autor Daniel Kehlmann wird am kommenden Freitag, dem 27. April, um 17 Uhr, im Dialog mit dem argentinischen Schriftsteller Sergio Olguín im Rahmen der 33. Internationalen Buchmesse von Buenos Aires die spanische Übersetzung seines Werkes “Die Vermessung der Welt” vorstellen, die der Planeta-Verlag in Argentinien, Chile und Uruguay vertreibt. Die Veranstaltung, die bei freiem Eintritt im Adolfo Bioy Casares-Saal stattfindet, wurde vom Goethe-Instituts Buenos Aires in Zusammenarbeit mit der Frankfurter Buchmesse organisiert und genießt die Unterstützung der Deutschen Botschaft Buenos Aires.

Bereits am Sonntag, dem 22.4., um 17 Uhr, stellt die Journalistin Gaby Weber im Alfonsina Storni-Saal im Gespräch mit dem Schriftsteller und Journalisten Osvaldo Bayer ihre Forschungsarbeit “Daimler-Benz und die Argentinien-Connection” (La conexión alemana. El lavado de dinero nazi en Argentina) vor.

Am Montag, dem 23. April, um 17.30 Uhr, berichtet Robert Schopflocher ebenfalls im Alfonsina Storni-Saal über seine Erfahrungen als “zweisprachiger” Autor (in Spanisch) und liest die Erzählung “Das Wunder” aus seinem letzten Kurzgeschichtenband “Spiegel der Welt” in einer spanischen Fassung. Der Direktor des Goethe-Instituts Buenos Aires, Herr Dr. Hartmut Becher, wird den Autor vorstellen.

Am kommenden Samstag, dem 28. April, um 15 Uhr, präsentiert Enrique Heymann am Stand des Dunken-Verlags sein Buch “Ein- und Ausfälle eines Hundertjährigen”, eine Auswahl seiner besten Leserbriefe an das Argentinische Tageblatt.

Die 33. Buchmesse von Buenos Aires wurde am 19. April eröffnet und kann bis 7. Mai im Messegelände La Rural, Av. Sarmiento 2704, Plaza Italia, besucht werden. Der deutsche Stand befindet sich im Gelben Pavillon, Stand 2014. Öffnungszeiten sind sonntags bis donnerstags 14-22 Uhr, freitags, samstags und feiertags 14-23 Uhr. Der Eintritt kostet montags bis donnerstags 5 Pesos, freitags bis sonntags und feiertags 7,50 Pesos. Unter 12-Jährige haben freien Eintritt, ebenso wie an den Werktagen Studenten, Lehrer und Rentner.

Nähere Informationen im Internet.

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Independent-Kinofestival BAFICI mit positiver Bilanz

Deutscher Festivalbeitrag “Die Unerzogenen” gewinnt Signis-Preis

Von Susanne Franz

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Filmszene aus “Die Unerzogenen”.

Über 260.000 Zuschauer haben vom 3. bis 15. April auf dem 9. Festival des Unabhängigen Kinos von Buenos Aires (BAFICI) dem vielfältigen Angebot von 468 Filmen und einem hochkarätigen Nebenprogramm mit Musik, Debatten, Meisterklassen etc. zugesprochen.

Am vergangenen Samstag verkündeten die Jurys auch die Preisträger in den verschiedenen Sektionen. Dabei gab es eine verdiente Auszeichnung für den deutschen Festivalbeitrag “Die Unerzogenen” von Pia Marais – der Streifen gewann den Signis-Preis für den Besten Film.

Die Signis-Jury schrieb in ihrer Begründung: “Mit einer rauen, realistischen Sprache versetzt uns die Regisseurin in eine düstere und chaotische Welt und zeigt, wie eine Jugendliche, Stevie, das von ihren Eltern auferlegte Erbe überwindet, indem sie sich auf die Wärme ihrer Freunde verlässt, und wie sie mit Würde und Zielsicherheit ihre eigene Freiheit erkämpft.”

Großer Gewinner des BAFICI war “UPA!, una película argentina”. Nachdem der Streifen das ganze Festival hindurch laut Umfragen unbestrittener Publikumsliebling gewesen war, räumte er den Hauptpreis des Argentinischen Wettbewerbs ab. Als Bester Film im Offiziellen Internationalen Wettbewerb wurde der kanadische Beitrag “In Between Days” von So Yong-Kim ausgezeichnet, dessen Protagonistin Jiseon Kim auch den Preis als Beste Darstellerin erhielt. Bester Schauspieler wurde Arturo Goetz für seine Leistung im argentinischen Streifen “El asaltante”. Sehr gelobt wurde auch der argentinische Film “Estrellas” von Federico León und Marcos Martínez: Er erheielt den Ehrenpreis der Jury im Internationalen Wettbewerb, die Signis-Sondererwähnung und den Argentores-Preis für das beste Drehbuch.

Erschienen im “Argentinischen Tageblatt” vom 21.04.07.

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Ausstellungs-Kalender 21.04.07-28.04.07

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Bei der Intervention „Termosíntesis“ des argentinischen Künstlers Martín Bonadeo ist die gesamte Fensterfläche der Galerie Isidro Miranda zunächst komplett dunkel, in der Mitte ist nur ein Spalt zu erkennen. Wenn das Publikum sich nähert, wird eine große, kristallene Blume erleuchtet, deren Blüten sich mit dem Ansteigen der Temperatur verfärben. Wenn der Betrachter sich zurückzieht, „erlischt“ die Blume und alles verschwindet wieder in der Dunkelheit.

Ausstellungszentren

  • MALBA (Museo de Arte Latinoamericano de Buenos Aires), Av. Figueroa Alcorta 3415 (Do-Mo und feiertags 12-20 Uhr, Di geschlossen, Mi bis 21 Uhr, Eintritt frei. An anderen Tagen: Eintritt 10 Pesos, Lehrer und über 65-Jährige 5 Pesos, Studenten, Kinder unter 12 Jahren und Behinderte gratis): Alfredo Volpi (Brasilien), „50 años de pintura“. Kurator: Olivio Tavares de Araújo. 16.3.-28.5. / David LaChapelle, „Heaven to Hell – Bellezas y Desastres“. Kuratorin: Eva Grinstein. 30.3.-21.5. / Marta Minujín, „Los meses del año“ (Terrasse). 7.12.-September 2007. / Sergio Avello, „Volumen“ (Explanade). 7.12.-September 2007.
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Agenda de Muestras 21/04/07-28/04/07

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Con la intervención “Termosíntesis” del artista Martín Bonadeo, la superficie vidriada de la galería Isidro Miranda luce completamente oscura, revelando en su centro una hendidura. Cuando el público se acerca, una gran flor de cristal se ilumina, la temperatura del cubículo aumenta, y sus pétalos se colorean. Y es así que si el espectador se aleja, todo nuevamente se ensombrece y la flor desaparece en su propia transparencia.

Centros de exposiciones

  • MALBA (Museo de Arte Latinoamericano de Buenos Aires), Av. Figueroa Alcorta 3415 (Jue-Lun y feriados 12-20 hs, martes cerrado, Miércoles hasta 21 hs, entrada libre. Los otros días: entrada 10 pesos, docentes y mayores de 65 años 5 pesos, estudiantes, menores de 12 años y discapacitados gratis): Alfredo Volpi (Brasil), “50 años de pintura”. Curador: Olivio Tavares de Araújo. 16.03.-28.05. / David LaChapelle, “Heaven to Hell – Bellezas y Desastres”. Curadora: Eva Grinstein. Del 30 de marzo al 21 de mayo. / Marta Minujín, “Los meses del año” (Terraza). 8.12.-septiembre de 2007. / Sergio Avello, “Volumen” (Explanada). 8.12.-septiembre de 2007.
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Zwei Wochen Filmkunst pur

Am Sonntag geht das 9. Festival des Unabhängigen Films von Buenos Aires (BAFICI) zu Ende

Von Susanne Franz

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Mit einem überwältigenden Zuspruch vor allem des jungen Publikums, das seit dem 3. April ein Angebot von 470 Filmen und ein exzellentes Musikprogramm in Anspruch genommen hat, geht das 9. Festival des Unabhängigen Films von Buenos Aires (BAFICI) an diesem Wochenende in den Endspurt. Im Offiziellen Internationalen sowie dem Argentinischen Wettbewerb und erstmals auch in der Sektion “Kino der Zukunft” werden die Preise vergeben – keine einfache Auswahl für die Jury bei der Qualität der Beiträge. Filmfans zeigten sich besonders von der Retrospektive der Filme Frank Zappas begeistert, lobten den mexikanischen Beitrag “Familia tortuga” im Offiziellen Wettbewerb und den deutschen Film “Yella” in der Sektion Panorama. In der argentinischen Presse fanden besonders die Dokumentarfilme große Beachtung.

Neben dem reinen Filmgenuss war das Festival, das sich immer mehr zu einem der bedeutendsten Südamerikas mausert, auch wieder ein Ort fruchtbarer Begegnungen zwischen Filmemachern und Produzenten aus dem In- und Ausland.

Wer sich dieses Wochenende noch ins Festivalleben stürzen möchte, findet das Programm auf der Webseite des Festivals.

Erschienen im “Argentinischen Tageblatt” vom 14.04.07.

Meisterklasse einer Musiklegende

Tom Waits war der Stargast des BAFICI

Von Susanne Franz

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Mit vielen Anekdoten und Witzen würzte Tom Waits, Kultmusiker, Schauspieler und Komponist von Filmmusiken für über 50 Filme, seine Meisterklasse im Alvear-Theater am vergangenen Samstagabend. Nur rund 900 Fans kamen in den Genuss, den legendären Star zu sehen, dafür hatten sie seit Freitagnacht für die Gratis-Karten Schlange gestanden. Etwa 3000 weitere Menschen, denen keiner auch gegen harte Dollars seine Karte verkaufen wollte, verfolgten das Geschehen auf einer Großleinwand vor dem Theater.

Etwas grotesk gestaltete sich zunächst das Gespräch mit den Moderatoren. Martín Pérez wusste mehr über das Leben von Tom Waits als dieser selbst und stellte minutenlange Fragen, um mit seinem Wissen zu protzen. Darauf erzählte Waits von seiner Mutter, die ihm immer lang und breit erzählen würde, was sich gerade abgespielt habe. “Und dabei war ich die ganze Zeit dabei! Ich lasse sie reden, weil ich sie liebe, aber wir beide sind uns gerade erst begegnet!”

Das Thema der Meisterklasse, Musik im Kino, war eines von vielen im knapp anderthalbstündigen Gespräch: “Wenn einem Regisseur das Geld und die Ideen ausgegangen sind, dann ruft er dich an und fragt dich, ob du mit einem Song seinen Film retten kannst”, erklärte Waits die Motivation einiger Filmemacher, ihn in die Produktion einzubeziehen. Manchmal sei ihm das ganz gut gelungen.

Neben vielen witzigen Stories über seine Arbeit mit Francis Ford Coppola, Jim Jarmusch, Roberto Benigni, Sylvester Stallone, Jack Nicholson oder Frank Zappa nahm Waits, der mit einem 40er-Jahre-Anzug und Hut bekleidet war, auch zu aktuellen Themen Stellung: Ja, dass Keith Richards die Asche seines Vaters geschnupft hätte, habe er in der Zeitung gelesen. “Naja, es war ja nicht die Asche meines Vaters!”, meinte er lakonisch.

Über die Ankündigung von Jungstar Scarlett Johannson, dass sie eine CD mit Cover-Versionen seiner Lieder herausbringen wolle, sagte der 58-jährige Weltstar: “Ich habe früher mal richtig böse reagiert auf einige der Leute, die meine Lieder gecovert haben. Heute will ich nur noch höflich sein. So sage ich dann: ‘Die hat eben einen guten Geschmack!’”

Zum Abschluss setzte sich Tom Waits ans Klavier und beglückte seine Fans mit zwei Songs, “You Can Never Hold Back Spring” und “Tom Traubert’s Blues”, wofür er mit stehenden Ovationen gefeiert wurde.

Erschienen im “Argentinischen Tageblatt” vom 14.04.07.

Der Stummfilm als Droge

“Brand upon the Brain!” von Guy Maddin war ein Highlight des BAFICI

Von Christina Liebl

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Mit einem außergewöhnlichen Kinoerlebnis begeisterte der kanadische Regisseur Guy Maddin am Dienstagabend das Publikum im Teatro Coliseo. “Brand upon the Brain!” hieß der Stummfilm, welcher bewusst auf moderne, technische Möglichkeiten verzichtet und dem Publikum so die Gelegenheit bietet, einen Einblick sowohl in die Geschichte des Kinos als auch in die Produktion eines modernen Films zu erhalten. Der Regisseur spaltete den Film in seine einzelnen “Zutaten” auf. Die auditiven Elemente wurden live im Saal produziert, wodurch die einzelnen Künstler sichtbar und neben den ablaufenden Bildern als Blickfang in Szene gesetzt wurden.

Der Film versetzte den Zuschauer in Zeiten zurück, als weder Farbe, noch Geräusche, Stimme oder Musik in den Film eingearbeitet werden konnten. Die Filmmusik wurde vor Ort vom Orchester des Colón-Theaters und dem Sänger Dov Houle beigetragen, während Geraldine Chaplin als Erzählstimme überzeugte. Außerdem sorgte ein Team von drei Foley-Künstlern für die untermalende Geräuschkulisse. Um die genaue Abstimmung zu gewährleisten, bediente sich der Regisseur jedoch moderner Technik, denn sowohl der Dirigent als auch die Geräuschkünstler waren mit Kopfhörern ausgestattet.

Schwarz, Weiß und Grautöne dominierten den Film und ließen viel Raum für Lichteffekte und die in der Tradition des Stummfilms stark ausgeprägte Mimik der Schauspieler. Nur für Sekunden blitzten farbige Einstellungen auf und unterstrichen so die Intensität des jeweiligen Gefühls. Immer wieder eingeschobene Texttafeln sorgten für einen ironischen Kommentar, die Verdeutlichung von Gefühlen oder zur Darstellung zentraler Gedanken.

Diese technischen Mittel nutzte Guy Maddin, um eine Geschichte in 12 Kapiteln, angefüllt mit schwierigen Thematiken, zu inszenieren: Ein Mann kehrt auf eine Insel zurück und stellt sich seinen Kindheitserinnerungen, in denen sich Fantastisches, kindliche Erfahrungen, der Inhalt von Büchern, Fiktion und Wirklichkeit mischen. Märchenhaft, unscharf und manchmal auch nicht logisch zu erklären sind die Vorgänge, die auf der Leinwand zu sehen sind. Dominant ist dabei die alles kontrollierende Mutter, die den kleinen Guy mit ihren Befehlen verfolgt. Liebe in allen Formen, Missbrauch und Abhängigkeiten, Kontrolle anderer Menschen werden mit ihren Auswirkungen angesprochen. In grausamer Detailtreue zeigt eine Szene, wie der Vater der Schwester, Sis, das Gehirn anzapft, um daraus einen “Nektar” zu gewinnen. Das Mädchen setzt sich zur Wehr und tötet den Vater. Die Wiederauferstehung des Vaters, der “verschobene” Selbstmord und die Wiedergeburt der Mutter lassen das Thema Tod zu einem ironischen Spiel werden.

Als Rahmenhandlung ist der erwachsen gewordene Guy zu sehen, der das Gebäude seiner Jugend symbolisch mit Farbe streicht und damit die Erinnerungen übertünchen will. Am Schluss steht das Fazit, dass das Gehirn eines jeden Erwachsenen von seinen Kindheitserlebnissen gebrandmarkt ist.

Das Publikum belohnte den Mut zum Experiment dieser einmaligen Kinoproduktion mit stehenden Ovationen.

Erschienen im “Argentinischen Tageblatt” vom 14.04.07.

Sehnsucht nach einem geordneten Leben

“Die Unerzogenen” von Pia Marais trat als deutscher Beitrag im Offiziellen Internationalen Wettbewerb des BAFICI an

Von Christina Liebl

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Beim Offiziellen Internationalen Wettbewerb des BAFICI trat als deutscher Beitrag Pia Marais’ Film “Die Unerzogenen” an. Bereits bei anderen Filmfestspielen in Europa war dieser Streifen erfolgreich: So gewann der Film in Rotterdam einen Tiger als bester Film, und in Las Palmas auf den Kanarischen Inseln wurden die beiden weiblichen Hauptrollen als beste Darstellerinnen ausgezeichnet.

“Die Unerzogenen” zeigt das Leben eines jungen Mädchens, Stevie, in deren Familie die traditionellen Rollen vertauscht sind. Sie wächst mit Hippie-Eltern auf, die von einem Ort in Europa zum nächsten ziehen. Da es den Erwachsenen nicht gelingt, ihr eigenes Leben zu organisieren, ist es die Tochter, welche Verantwortung übernehmen muss, Streitereien der Eltern schlichtet und für ein Mindestmaß an Ordnung sorgt. Nach dem Tod des Großvaters erbt die Mutter ein Haus, in das sie gemeinsam mit den Freunden der Eltern einziehen. In dieser Kommune wird Stevie fast täglich mit Eifersucht, Betrug, Drogen und Gewalt konfrontiert. Sie selbst sehnt sich nach einem geordneten Leben mit Traditionen und nach Eltern, die einem ordentlichen Beruf nachgehen und für die sie sich nicht schämen muss.

In Deutschland findet Stevie schließlich Anschluss an eine Gruppe Gleichaltriger und schafft es, in eine Schule aufgenommen zu werden. Als die Eltern auch dieses Leben wieder hinter sich lassen wollen, entscheidet der Teenager, keine Verantwortung für das Leben der Erwachsenen zu übernehmen. Die Suche des jungen Mädchens nach Identität und Halt in einer Umwelt ohne Regeln und Orientierung wird durch die intensive Beschäftigung mit den einzelnen Charakteren eindrucksvoll herausgearbeitet.

Die in Südafrika geborene Regisseurin Pia Marais hat in diesem Film unter anderem eigene Erfahrungen aus ihrer Kindheit verarbeitet, da ihre Eltern ebenfalls Hippies gewesen seien. Trotzdem sei es nicht die Geschichte ihres Lebens, so Pia Marais bei einer an die Vorstellung anschließenden Fragerunde. “Außerdem lebe ich in Berlin, einer Stadt, in der die Menschen zwar älter werden, aber auf gewisse Weise auch jung bleiben.” Bei der Auswahl der Schauspieler sei es ihr besonders wichtig gewesen, dass diese ähnliche Erfahrungen in ihrer Vergangenheit gehabt hätten. Über die Zusammenarbeit mit der gerade mal 13-jährigen Hauptdarstellerin Ceci Chuh sagte die Regisseurin, sie habe durch eine freie Choreographie versucht, dem Mädchen die Möglichkeit zu geben, ihre eigenen Gefühle darzustellen und eigene Grenzen zu setzen. “Ceci hatte nie Angst und war immer neugierig.”

Erschienen im “Argentinischen Tageblatt” vom 14.04.07.