Spannendes Spiel mit Zeit und Raum
Luis Garays Tanzstück “Maneries” stellt die Wahrnehmung auf die Probe
Von Karlotta Bahnsen
War da nicht eine Bewegung? Geht es schon los? Fast im Dunkeln liegt die Bühne zu Beginn des Stücks für eine Tänzerin. Fast. Langsam gewöhnt sich das Auge, oder wird es tatsächlich heller? Allmählich werden die Konturen des Körpers der Tänzerin Florencia Vecino erahnbar. Ihre Haltung scheint sich plötzlich verändert zu haben. Ein elektronisches Knistern erfüllt den Raum und verstärkt die Spannung und irritierende Langsamkeit der ersten Minuten des Stückes. Was dann folgt, ist eine Choreographie, die der jungen Tänzerin auf den Leib geschrieben zu sein scheint und unablässig mit seinen Grenzen sowie mit der Wahnehmung des Publikums spielt.
Der in Buenos Aires lebende Choreograph Luis Garay untersucht in “Maneries” Bewegung und Zeitstrukturen durch Wiederholung, extreme Verlangsamung oder Beschleunigung. Dabei kommt das Stück mit den grundlegendsten Elementen der darstellenden Kunst aus: Körper, Licht und Klang im Raum. In Maneries gibt es weder Kostüm noch Objekt noch Text noch Video und doch, oder vielleicht gerade deshalb, entsteht ein ästhetischer Raum, in dem eigene, dem Publikum fremde Regeln zu herrschen scheinen.
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