Jenseits von Zeit und Raum

José María Muscaris “Póstumos” – Staraufgebot im Teatro Regio

Von Susanne Franz


Max Berliner hat weiße, buschige Augenbrauen, einen weißen Schnäuzer und ein verschmitztes Lächeln, er ist dünn und wirkt zerbrechlich. Doch der große alte Mann des jiddischen Theaters von Buenos Aires tanzt noch immer geschmeidig und singt mit samtener Stimme, er wolle doch gar nicht viel – nur “ein bisschen Glück und ein bisschen Glücklichsein”. Außerdem macht er den Damen unermüdlich recht deutliche, anzügliche Angebote. Berliner ist einer aus dem neunköpfigen Ensemble von “Póstumos”, das zur Zeit im Teatro Regio, das zum Theaterhaus “Complejo Teatral de Buenos Aires” gehört, aufgeführt wird und welches neben den “normalen” San Martín-Theatergängern auch ein ganz anderes Publikum anlockt – nämlich eines, das einen oder mehrere der Stars, mit denen das Stück besetzt ist, verehrt oder einst verehrte und das sich vielleicht noch einmal in diese goldenen Theaterzeiten zurückversetzen möchte, als Edda Díaz, Hilda Bernard, Nelly Prince, Erika Wallner, Gogó Rojo. Luisa Albinoni, Tito Mendoza, Ricardo Bauleo und Berliner die Theaterplakate schmückten und für Furore sorgten.

Mit Charme, Charisma, Persönlichkeit und Talent verzaubern diese großartigen Mimen auch heute noch das Publikum und nehmen dabei sich selbst und ihr Alter auf die Schippe. “Zusammen sind wir doch so alt wie Methusalem”, sagt Hilda Bernard (geb. 1920) zu Max Berliner (geb. 1919). Die Satire geht jedoch niemals so weit, dass die Würde der Schauspielveteranen angetastet würde, und auch bei melancholischen Szenen sind sie absolut souverän. Immer wieder bekommt der eine oder die andere spontanen Applaus für eine besonders gelungene Leistung.

José María Muscari hat “Póstumos” erdacht. Der junge Dramaturg, Regisseur und Schauspieler, der genauso im Off-Theater zu Hause ist wie im Fernsehen breite Massen mobilisiert, wurde vom Tod des eigenen Vaters und den Träumen, die für diesen unerfüllt geblieben waren, zu dem Stück angeregt. Er sprach die Schauspieler an und fragte sie, welchen Traum sie sich gerne noch erfüllen würden, und so entstand “Póstumos” auch aus den Gesprächen mit seinen Stars. Erika Wallners “Romeo und Julia”-Einlage gehört neben Luisa Albinonis Debüt als Rockstar ebenso zu den “letzten Wünschen” wie das Bar Mitzwa, das Max Berliner als Junge nicht feiern konnte und nun nachholt.

Es steht noch ein weiterer Mann auf der Bühne, Pablo Rinaldi, der weitgehend stumm agiert und wechselnde Rollen als Conferencier, Requisitenträger oder Stütze seiner Co-Stars einnimmt. Die ordnende Präsenz Rinaldis, das Licht (von Eli Sirlin) und das Bühnenbild (Jorge Ferrari), das aus weißen, durchbrochenen Lamellen besteht, tragen zu einer unwirklichen Atmosphäre bei – es ist, als seien die Schauspieler, die fast immer alle gemeinsam auf der Bühne sind, in einer Art Raum zwischen Leben und Tod, wobei sie zugleich entrückt und unglaublich lebendig wirken. Auch die originellen Kostüme von Renata Schussheim unterstützen den übernatürlichen Effekt von “Póstumos”.

Hilda Bernard würde sich wünschen, dass die jungen Leute von heute mehr mit den Alten redeten. Denn diese könnten ihnen zeigen, wie man liebt. Bei einem der Jungen – Muscari – ist das gar nicht nötig. Er rückt diese alten Stars, die noch immer das Scheinwerferlicht suchen, in ein liebevolles Licht und gibt ihnen einen Rahmen, in dem sie ihr Talent noch einmal so richtig beweisen können. Das Publikum ist hoch erfreut, es spendet stehenden Applaus, und es gibt so gut wie keinen, der beim Hinausgehen nicht glücklich aussieht.

“Póstumos” wird donnerstags bis samstags um 20.30 Uhr und sonntags um 19.30 Uhr im Teatro Regio, Córdoba 6056. Buenos Aires, gezeigt. Der Eintritt kostet 60 bzw. 40 Pesos und am Donnerstag, dem Publikumstag, 35 Pesos. Man kann die Karten auch im telefonischen Vorverkauf unter der Gratisnummer 0800-333-5254 erwerben.

Weitere Informationen auf der Webseite des Complejo Teatral de Buenos Aires.

Foto:
Ensemble und Dramaturg/Regisseur von “Póstumos”: oben (v.l.n.r.) Tito Mendoza, Ricardo Bauleo, José María Muscari, Max Berliner und Pablo Rinaldi, unten (v.l.n.r.) Edda Díaz, Erika Wallner, Hilda Bernard, Gogó Rojo, Nelly Prince und Luisa Albinoni.
(Foto: Carlos Furman)

Traumhafte Darstellung des Weiblichen

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Fotoausstellung “Grete Stern. Los sueños 1948-1951” erneut im Malba

Von Paula Bonnet

In den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde die in Wuppertal geborene, junge Grafik/Design-Studentin Grete Stern (1904-1999) vom Werk der beiden US-amerikanischen Fotografen Edward Weston und Paul Outerbridge dazu angeregt, sich in dieser künstlerischen Disziplin ausbilden zu lassen. Sie zog 1927 nach Berlin und wurde Schülerin des Mathematikers und Fotografen Walter Peterhans. Zwanzig Jahre später wanderte die Künstlerin, die auch am Bauhaus studiert hatte, mit ihrem italienischen Ehemann Horacio Coppola nach Argentinien aus.

Bekannt sind ihre ohne Blitzlicht aufgenommenen Porträtfotos des Dichters Jorge Luis Borges, des Malers Lino Enea Spilimbergo, der Sängerin María Elena Walsh oder ihres Studienkollegen Bertolt Brecht. Im Museum für Lateinamerikanische Kunst von Buenos Aires Malba (Av. Figueroa Alcorta 3415) werden vom 18. März bis 1. Juli aber ganz andere Werke Grete Sterns gezeigt.

Im Jahr 1948 begann die Künstlerin, die Psychologie-Kolumne “El psicoanálisis le ayudará” (Die Psychoanalyse wird Ihnen helfen) der Frauenzeitschrift “Idilio” zu bebildern. Hier wurden Träume, die Leserinnen eingeschickt hatten, interpretiert, und zwar von dem Soziologen Gino Germani, der unter dem Pseudonym Richard Rest publizierte.

Grete Stern schlug vor, mit Foto-Collagen zu arbeiten, die sie aus Deutschland kannte – in Argentinien war dieses Stilmittel zuvor nie verwendet worden. Die kleinen Kunstwerke, die daraufhin entstanden, waren sozusagen Übersetzungen in eine Bildersprache der Träume der “Idilio”-Leserinnen.

Freunde, Familienmitglieder und Nachbarn standen der Fotografin für ihre Schwarz-Weiß-Werke Modell, dazu verwendete sie zahlreiche Bilder aus ihrem Archiv. Ihre jugendliche Tochter Silvia und ihre Hausangestellte Etelvina sind auf den meisten Fotos zu sehen; auch die Szenerie der Bilder und die Kostümierung stammen zumeist aus ihrem häuslichen Bereich.

In ihrem Buch “Sueños” (Träume) betont Grete, dass Germani eine entscheidende Rolle bei der Entstehung der Fotomontagen zugekommen sei: “Er hat mir gesagt, dass diese oder jene Figur erscheinen sollte und was sie zu tun habe, manchmal bestand er darauf, dass ich Elemente aus der Pflanzen- oder Tierwelt verwendete.”

Wenn man Sterns Fotografien heute betrachtet, erscheint es, dass die argentinische Frau der 50er Jahre ein unterdrücktes Dasein führte. Ein Zug frisst sie auf, so wie eine riesige Schlange ihr Opfer verschlingt; sie ist in einer Flasche gefangen, wird von ihren Kindern herumkommandiert oder erscheint als winziges Wesen. Sie steht vor vielen Herausforderungen und hat den Kopf voller Ideen, aber sie ist verängstigt und fühlt sich isoliert. Nicht einmal die Liebe kann sie retten: In “Los sueños de muerte” küsst die Träumende ihren Geliebten auf einem Friedhof. Überall lauern Probleme, für Freude und Lust ist kein Raum, und die Uhr scheint auf die unbarmherzig ablaufende Zeit hinzuweisen.

Im Katalog zu ihrer ersten Ausstellung in Argentinien schrieb Grete Stern: “Die Fotografie hat eine soziale Komponente.” Ihr Werk macht keine Ausnahme. Ohne Feministin zu sein, zeigt Stern die Frau so, wie sie ist: in ihrer Situation gefangen, unschlüssig, aber ständig auf der Suche nach Perfektion.

Die Ausstellung “Grete Stern. Los sueños 1948-1951” wurde im Malba bereits in den Jahren 2010 und 2011 gezeigt. Von der kompletten Serie der Fotomontagen Sterns existieren fünf signierte Ausgaben, eine davon – die hier gezeigte – befindet sich im Besitz des Malba-Direktors und bedeutenden Kunstsammlers Eduardo F. Costantini.

  • “Grete Stern. Los sueños 1948-1951”, Fotomontagen.
  • Malba, Av. Figueroa Alcorta 3415, Buenos Aires.
  • Do-Mo und feiertags 12-20, Mi bis 21 Uhr, dienstags geschlossen.
  • Eintritt 32 Pesos; Studenten, Lehrer, Rentner oder über 65-Jährige mit gültigem Ausweis 16 Pesos. Behinderte: gratis; unter 5-Jährige: gratis. Mi: Eintritt 16 Pesos; Studenten, Lehrer und Rentner mit gültigem Ausweis: gratis. Behinderte: gratis.
  • 18.3.-1.7.

La feminidad onírica de Grete Stern

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“Grete Stern. Los sueños 1948-1951” se repone en el Malba

Por Paula Bonnet

En los años veinte, las fotografías de dos norteamericanos, Edward Weston y Paul Outerbridge, inspiraron a Grete Stern (1904-1999), una joven diseñadora gráfica nacida en Wuppertal, Alemania, a tomar clase de dicha disciplina.

En 1927 se mudó a Berlín y fue aceptada como alumna por el matemático y fotógrafo Walter Peterhans. Veinte años más tarde, luego de formarse en la Bauhaus, se mudó a la Argentina con su esposo italiano Horacio Coppola.

Retrató sin flash a Borges, Spilimbergo, María Elena Walsh y a su compañero de clase Bertolt Brecht, pero en el Malba (Avenida Figueroa Alcorta 3415) se exhiben, del 18 de marzo hasta el 1 de julio, otras creaciones suyas.

En 1948 comenzó a ilustrar la sección “El psicoanálisis le ayudará” de la revista femenina Idilio, que se basaba en el análisis de sueños descriptos por las lectoras. El sociólogo Gino Germani interpretaba los sueños bajo el seudónimo de Richard Rest.

Stern propuso realizar fotomontajes, una disciplina sin precedentes en la Argentina, pero que ella había estudiado en Alemania. Las pequeñas obras de arte eran ilustraciones literales de los textos que enviaban las corresponsales.

Los modelos en blanco y negro eran amigos, familiares y vecinos de la fotógrafa y muchas de las imágenes eran sacadas de su archivo personal. Su adolescente hija Silvia y su empleada Etelvina aparecen en la mayoría de las fotos, y el vestuario y la escenografía también eran domésticos.

En el libro Sueños, Grete afirma que Germani cumplía un rol clave a la hora de idear los fotomontajes: “Me señalaba que tal figura debía aparecer haciendo esto o lo otro; o insistía para que aplicara elementos florales o animales.”

Si se toman en cuenta las creaciones de Stern, la mujer argentina de los años cincuenta está reprimida. El tren se la come como una serpiente a su presa, está atrapada dentro de una botella, condicionada por sus hijos, es pequeña. Tiene muchos desafíos por delante y una cabeza llena de ideas, pero está aislada y angustiada. Ni el amor la salva: en Los sueños de muerte, la soñadora besa a su pareja en un cementerio. Todo es difícil, el placer no se hace presente nunca y el reloj parece indicar que se está acabando el tiempo.

En el prólogo a su primera muestra en el país, Grete estableció: “La fotografía tiene una función social”, y su obra no es la excepción. Sin ser feminista, la mujer de Stern se muestra tal como es: disconforme y desorientada, pero siempre apelando a la perfección.

La exposición “Grete Stern. Los sueños 1948-1951” fue exhibida en el Malba en los años 2010 y 2011. Los 46 fotomontajes vintage integran la colección privada de Eduardo F. Costantini y constituyen uno de los cinco juegos firmados por la artista que existen en el mundo.

  • “Grete Stern, Los sueños 1948-1951”, fotomontajes.
  • Malba, Av. Figueroa Alcorta 3415, Buenos Aires.
  • Jue-Lun y feriados 12-20 hs, Mié hasta 21 hs, Mar cerrado.
  • Entrada 32 pesos; estudiantes, docentes, jubilados o mayores de 65 años con acreditación vigente 16 pesos. Personas con discapacidad: sin cargo; menores de 5 años: sin cargo. Mié: Entrada 16 pesos; estudiantes, docentes y jubilados con acreditación vigente: sin cargo. Personas con discapacidad: sin cargo.
  • 18.03.-01.07.

Gefragt: Kirsten Mosel

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Interview mit der in Argentinien lebenden deutschen Künstlerin Kirsten Mosel über ihr Wandbild im MAMba, Feuerlöscher und museale Hotspots

Von Susanne Franz


“Frau Mosel, Ihre Repräsentation des Stadtplans von Buenos Aires gibt nicht gerade das Image vom streng geometrischen Schachbrett-Plan der argentinischen Hauptstadt wider. Ist es eher ein “Innerer Stadtplan”, den Sie da entwerfen?”

“Ja, es geht um die individuelle autobiografische Sicht eines Nicht-Argentiniers auf die Stadt Buenos Aires. Bei meinen Erkundungstouren durch die Hauptstadt fiel mir auf, dass ein Großteil der Straßennamen mit Präsidenten, Militärs, Schlachten, Provinzen und wichtigen historischen Ereignissen Argentiniens zu tun hat – die Geschichte und Geografie in den Straßennamen spielen eine zentrale Rolle für die Identitätsbildung des Landes. 2012 fing ich an, die Beschäftigung mit Stadtplänen dieser Stadt als ein Projekt meiner künstlerischen Arbeit und Recherche zu verstehen. Ich nehme mir einen Ausschnitt der Stadt vor, zeichne das Viertel aus der Vogelperspektive und vergrößere die Zeichnung über Projektion. Durch die Vergrößerung bekommt die Zeichnung der einzelnen “Cuadras” einen persönlichen handmade-Charakter. Hinzu kommt die Katagorie Schrift, die ich einerseits als Zitat (eines Fachbuches zur Entstehung der Straßennamen von Buenos Aires) und andererseits als graphisches Element verwende.

Dieses Projekt wurde im Dezember 2012 eingeladen, an der Ausstellung “SITE SPECIFIC dibujo” im Museo de Arte Moderno von Buenos Aires teilzunehmen. Drei Künstler zeigen jeweils drei Monate lang große Wandarbeiten, insgesamt neun Künstler pro Jahr. Gerade der Blick einer nicht-argentinischen Künstlerin auf die Stadt interessierte den Kurator Santiago Bengolea und die Museumsdirektorin Laura Buccellato. Die Wandarbeit dort ist eine Zusammenführung der Stadtplan-Zeichnungen mit meinen abstrakten Folienarbeiten. Die “Cuadras” habe ich als nicht-bedeutungstragende und verschiedenfarbige Formen auf die Wand gesetzt, die Bedeutung der Straßennamen handschriftlich mit Ölkreide eingeschrieben. Und es ist, wie Sie sagen: Das Schachbrett wird scheinbar aufgehoben durch die Wahl und Anordnung des Ausschnitts, der nicht parallel zum Boden verläuft. Die große helle aufstrebende Linie hat mit der Autopista 25 de Mayo zu tun, die in Wirklichkeit direkt neben dem MAMba verläuft. Der Schachbrett-Plan ist sozusagen aus dem Bild gefallen, wenn Sie so wollen…”

“Was genau ist an Ihrer Wandarbeit “site specific” und wie reagieren die Museumsbesucher auf Ihre Arbeit, die ja gleich beim Hochgehen der Eingangsrampe zum ersten Stock zu sehen ist?”

“Für mich ist “site specific” im wahrsten Sinne des Wortes orts-bezogen: die Arbeit “Calles de Buenos Aires” im MAMba bildet mittels der künstlerischen Sprache der urbanen Abstraktion den Stadtteil ab, in dem das Museum verortet ist, in San Telmo. Es gibt noch einen weiteren Bezug: die Feuerlöscher und die Überwachungskamera auf der Wand waren gegeben, ich musste mich mit diesem “Mobiliar” auseinandersetzen – beides sind Elemente, die im urbanen Raum buchstäblich an jeder Ecke vorhanden sind – Elemente der Stadt auf einer anderen Ebene.

Die Besucher aus Buenos Aires sind oft irritiert und fragen sich, ob die Arbeit ein “echter” Stadtplan sei, suchen eine Möglichkeit, von der man schauen kann, gleichen ihre innere Struktur der Stadt mit der des Wandbildes ab. Viele “finden” dann den Ort, wo das Museum liegen könnte.”

“Wie schätzen Sie die Bedeutung des Museums für Moderne Kunst von Buenos Aires ein? Gibt es Ihrer Meinung nach eine repräsentative Übersicht über die lebendige zeitgenössische Kunstszene Argentiniens?”

“Das MAMba hat eine hervorragende Sammlung abstrakter Kunst, die mich jedes Mal von neuem begeistert. Ich denke da an Bilder von Ricardo Laham, Juan Melé, Roger Margariños und die auch aus heutiger Sicht hochaktuellen Acrylarbeiten von Rogelio Polesello. Der Sammlungsschwerpunkt liegt eher auf Kunst der 50er bis 80er Jahre. Zeitgenössische Kunst zeigt das Museum im Kabinett im oberen Stockwerk, im Raum für digitale Kunst (zur Zeit Lux Lindner) oder im Rahmen der wechselnden Wandarbeiten des “Site Specific dibujo”-Projekts (zur Zeit neben meinen Arbeiten die der beiden jungen argentinischen Künstler Matías Ercole und Juan Malka).

Es ist dem Kurator Santiago Bengolea – der das Projekt für das MAMba konzipiert und entwickelt hat – zu verdanken, dem Haus mit seiner hellen und kunstfreundlichen Architektur neue Impulse durch die Auswahl aktueller künstlerischer Positionen zu verleihen. Außerdem hat die neue Nachbarschaft des MAMba mit dem MACBA sicher einen Synergie-, aber auch einen Wettbewerbs-Effekt. Für mich persönlich ist es eine Herausforderung, meine Wandarbeit quasi neben einem wichtigen Bild von Sarah Morris (im MACBA) zu wissen, die sich auf ihre Weise mit urbaner Abstraktion (von Los Angeles) beschäftigt.”

“Interventionen sind mittlerweile in Buenos Aires groß in Mode. Wie sehen Sie das im internationalen Kontext?”

“Die Interventionen hier in Buenos Aires in den letzten zwei Jahren ermöglichen Künstlern den Zugang zu wichtigen Museen. Sie können temporär begrenzt ihren Arbeitsansatz in der Fundación Proa, im MAMba oder auch im Museo de Bellas Artes zeigen und werden von einer großen Öffentlichkeit wahrgenommen – und die Museen können neben ihren Sammlungen mit aktuellen “Hotspots” punkten. Die Interventionen hier sind eher auf Innenräume beschränkt (Ausnahme: die Intervention von Lang/Baumann unter der Brücke zwischen Bellas Artes und der Facultad de Derecho und eine aktuelle Arbeit von Diego Mur auf den geschlossenen Fensterläden der Galería Praxis, die nur nachts zu sehen ist).

In Europa versteht man unter künstlerischer Intervention eher Kunst im öffentlichen Raum (also im urbanen, sozialen und architektonischen Zusammenhang, teilweise mit partizipatorischer oder performativer Vorgehensweise). Denken Sie an die letzte documenta 13, deren Leitmotiv Zusammenbruch und Wiederaufbau war. Ein Großteil der gezeigten Arbeiten ist speziell für Kassel entstanden und hat sich mit aktuellen gesellschaftspolitischen Themen auseinandergesetzt – als Beispiel und Erweiterung ist allein schon der Umstand zu sehen, dass die Stadt Kabul als paralleler Veranstaltungsort der documenta fungierte.”

  • “Site Specific dibujo”, Werke von Matías Ercole, Juan Malka, Kirsten Mosel
  • Kurator: Santiago Bengolea
  • Museo de Arte Moderno de Buenos Aires (MAMba)
  • San Juan 350, Buenos Aires
  • Di-Fr 11-19, Sa, So und feiertags 11-20 Uhr
  • Montags geschlossen, außer an Feiertagen
  • Eintritt 2 Pesos, dienstags gratis
  • 18.12.-30.4.

Fotos von oben nach unten:
Kirsten Mosel, “Calles de Buenos Aires”, 2012/13. Folie und Kreidestift auf Wand, Museo de Arte Moderno Buenos Aires. SITE SPECIFIC dibujo. Kurator: Santiago Bengolea.
(Foto: Kirsten Mosel)

Detail der Wandarbeit “Calles de Buenos Aires”.
(Foto: Kirsten Mosel)

Detail.
(Foto: Kirsten Mosel)

Kirsten Mosel beim Aufbau ihrer Arbeit im MAMba.

Spiritualität und Irdisches

Fotografieausstellung der “Ouka Leele” im Museum Enrique Larreta in Buenos Aires

Von Jessica Steglich

Das Museum für Spanische Kunst “Enrique Larreta” eröffnete am Donnerstagabend gemeinsam mit der Spanischen Botschaft in Buenos Aires die Ausstellung “Ouka Leele. La Utopia Transgresora” (Ouka Leele. Die entgrenzende Utopie). Zu sehen ist darin eine Serie von 15 Werken der bedeutenden spanischen Fotografin Ouka Leele. Unter dem Namen Bárbara Allende Gil de Biedma wurde sie 1957 in Madrid geboren, und gilt heute als eine der wichtigsten Vertreterinnen der Movida Madrileña (Madrider Bewegung) der 80er Jahre. Für ihre Werke, in denen sich oft Traum und Wirklichkeit verbinden, erhielt die Spanierin zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den “Premio Nacional de Fotografía” 2005.

Oft vereinen sich in Ouka Leeles Werken Spiritualität und Emotion mit sinnlichen, irdischen Komponenten. Diese Kontraste reflektieren auch persönliche Erinnerungen und Gefühle aus dem Leben der Künstlerin, welche sie häufig in ihren Bildern verarbeitet. An jedem Tag der Ausstellung wird jeweils um 17 Uhr der Dokumentarfilm “La mirada de Ouka Leele” von Rafael Gordon ausgestrahlt, welcher über einen Zeitraum von fünf Jahren das künstlerische Wirken der Fotografin dokumentiert, und dem Zuschauer so Einblicke in ihre kreative Gedankenwelt gewährt.

Die Ausstellung ist im Museum Enrique Larreta, Av. Juramento 2291, Buenos Aires, bis Sonntag, den 28. April, montags bis freitags zwischen 13 und 19 Uhr und an Wochenenden und Feiertagen zwischen 10 und 20.Uhr zu sehen. Der Eintrittspreis für Erwachsene beträgt 2 Pesos, für Jugendliche ist die Ausstellung kostenlos. Nährere Informationen auf der Webseite der Kulturabteilung der Spanischen Botschaft in Buenos Aires.

Der einfache Wahnsinn des Alltäglichen

Schweizer Medienkünstler Fischli & Weiss im Malba

Von Chiara Kettmeir


Ihre Arbeiten sind meist irritierend. Abseits von Sehgewohnheiten werden mit subtiler Ironie Alltag wie Kunst parodiert. Banale Situationen werden humorvoll-ernsthaft aufgespürt, Alltagsgegenstände werden heroisiert, sie werden zu Protagonisten. Nebensache wird zur Hauptsache, das Unbedeutende gewinnt an Bedeutung.

Fischli & Weiss gehören zu den renommiertesten Gegenwartskünstlern der Schweiz. Das helvetische Künstler-Duo, das sich in den 70ern in der Zürcher Punkszene kennenlernte, brachte sich mit seiner intellektuellen Verspieltheit in die Kunstszene ein – heute gehören sie zu den Top 100 der internationalen Kunst.

Für den internationalen Durchbruch sorgte der 30-minütige Kunstfilm “Der Lauf der Dinge” (1987). In einer Lagerhalle wurde mit verschiedensten Alltagsgegenständen (wie Luftballons, Konservendosen, Autoreifen, Kerzen oder Holz) ein labiles Gebäude aufgebaut, linear, 20-30 m lang. Eine Art Rube-Goldberg-Apparatur, die den Gesetzen der Physik und Chemie folgt: Einmal in Bewegung gesetzt, beginnt eine Kettenreaktion, ein Domino-Spiel, angetrieben von den einzelnen Elementen. Autoreifen rollen über Rampen, Flaschen füllen und entleeren sich, geplatzte Luftballone geben Flüssigkeiten frei, Feuer entzündet kleine Raketen. Jeder einzelne Gegenstand agiert dabei als Protagonist, der Betrachter fiebert mit. Es ist eine Erzählung über Ursache und Wirkung, eine Präzisionsarbeit, die bei der Betrachtung als schön empfunden wird. Gleichzeitig verbirgt sich dahinter eine gewisse Dramatik; es geht um Zerstörung, was aber gleichsam Fortgang bedeutet.

Als einer der bis heute meistgesehenen Kunstfilme überhaupt, ist dieses kontrollierte Happening nun bis 3. Juni im Malba (Av. Figueroa Alcorta 3415, Buenos Aires) ausgestellt.

Foto:
Peter Fischli / David Weiss, Filmstill aus “Der Lauf der Dinge”, 1986/87, Kamera: Pio Corradi, © 2008 Peter Fischli / David Weiss.

Kino an der Küste

Filmfestival “Pantalla Pinamar” startet in die neunte Runde

Von Jessica Steglich


Zum neunten Mal findet dieses Jahr vom 9. bis zum 16. März das Filmfestival “Pantalla Pinamar” statt. Organisiert wird das argentinisch-europäische Filmevent vom “Nationalen Institut Argentiniens für Film und audiovisuelle Kunst” (INCAA) in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung Pinamar. Dabei werden mehr als siebzig Filmproduktionen vorgestellt; ob Kurzfilme, Spielfilme, Dokumentarfilme oder Filmklassiker – für jeden Geschmack ist etwas dabei.

Es werden die neuesten Arbeiten einiger bedeutender zeitgenössischer Filmemacher zu sehen sein, beispielsweise auch von Regisseur Andreas Dresen aus Deutschland, der sich mit Filmen wie “Sommer vorm Balkon” einen Namen machte. Mit dem von ihm vorgestellten Drama “Halt auf freier Strecke” (Parar a mitad de camino) feierte er 2011 sein Debut bei den Filmfestspielen von Cannes und erhielt dafür mehrere Auszeichnungen, unter anderem den Deutschen Filmpreis 2012. Der Film beschreibt den Leidensweg eines Berliner Familienvaters, der an einem Gehirntumor erkrankt und durch das Fortschreiten der Krankheit letztendlich zum Pflegefall wird.

In der Sektion “Ein Tag, ein Film” (Un Día, Un Film) wird überdies der Thriller “Das System – Alles verstehen heißt alles verzeihen” zu sehen sein, das Spielfilmdebut des deutschen Regisseurs Marc Bauder, der bereits zahlreiche Dokumentarfilme, etwa “Jeder schweigt von etwas anderem”, drehte. Bauder wirft mit “Das System” die Frage auf, welche Spuren die Vergangenheit in der Gegenwart hinterlassen kann. Student Mike Hiller, dargestellt von Jacob Matschenz, gerät durch einen Freund seines verstorbenen Vaters in zwielichtige Geschäfte und dringt dabei tief ein in die Untergründe noch immer bestehender Stasi-Netzwerke.

In dem Film “Tabu – Eine Geschichte von Liebe und Schuld”, eine brasilianisch-deutsch-französisch-portugiesische Zusammenarbeit, wirkten auch die drei deutschen Regisseure Maren Ade, Alexander Bohr und Jonas Dornbach unter der Direktion des portugiesischen Produzenten Miguel Gomes mit. Der Zuschauer wird in der Schwarz-Weiß-Produktion durch einen Zeitsprung in die portugiesische Kolonialzeit zurückversetzt; erzählt wird vom Lieben, Leben und Leiden der alten Portugiesin Aurora in Mosambik zur damaligen Zeit.

Stattfinden wird das Festival zum zweiten Mal im modernen “Oasis”-Komplex in Pinamar. Bei der Eröffnungsgala am heutigen Samstag wird der mehrfach preisgekrönte Film “Der Geschmack von Rost und Knochen” (De Rouille et d’os) des französischen Starregisseurs Jacques Audiard ausgestrahlt, mit Marion Cotillard und Matthias Schoenaerts in den Hauptrollen.

Pro Person beträgt der Eintrittspreis 10 Pesos, beim Kauf von zehn Karten 70 Pesos.

Weitere Informationen auf der Webseite des Festivals.

Interview von Mirka Borchardt mit Andreas Dresen 2012 in Buenos Aires.

Foto:
Das Krebsdrama “Halt auf freier Strecke” des deutschen Regisseurs Andreas Dresen wird in Pinamar gezeigt.

Fest der Gemeinschaften

“Gastronomischer Park” der ausländischen Gemeinschaften in Buenos Aires

Von Susanne Franz

Am heutigen Samstag, dem 9. März, veranstaltet die Behörde für die ausländischen Gemeinschaften der Stadt Buenos Aires, die zum Untersekretariat für Menschenrechte und Pluralismus gehört, zum zweiten Mal ihren “Patio Gastronómico de las Colectividades” (Gastronomischer Park der Gemeinschaften). Um 16 Uhr geht es los – man trifft sich an der Ecke Av. de Mayo und Bolívar. 35 verschiedene Gemeinschaften bringen nicht nur kulinarische Köstlichkeiten ihrer Länder mit, die neben Kunsthandwerk und traditionellen Objekten an 80 Ständen angeboten werden, sondern haben intern auch die schönsten Damen erkoren, die zum Wettbewerb um den Titel der Schönheitskönigin der Gemeinschaften (“Reina Porteña de las Colectividades”) antreten. Ab 19.30 Uhr startet eine von der Stiftung Ford T Ferrero Trotti organisierte Schnauferl-Parade über die Avenida de Mayo. Im Rahmen des “Patio Gastronómico” werden auch Shows für die ganze Familie und Preisausschreiben angeboten.

Bei Regen wird die Veranstaltung auf Samstag, den 16. März, verschoben.

Retrato de un retratista

“Vuelo de Cabotaje”, serie documental de Pepe Tobal sobre el fotógrafo argentino Marcos López


Acompañando la muestra “Debut y Despedida” del fotografó argentino Marcos López en la Sala Cronopios del Centro Cultural Recoleta en Buenos Aires, se presenta en el Auditorio El Aleph la serie documental “Vuelo de Cabotaje”, de Pepe Tobal que tendrá lugar los días 2 y 3, 9 y 10, 16 y 17 de marzo a oartir de las 18.30 horas, con entrada libre y gratuita.

“Vuelo de Cabotaje” sigue a Marcos López -a través de 8 capítulos de 26 minutos- por distintas regiones de su país y ciudades latinoamericanas, mientras construye sus retratos fotográficos. El objetivo del director Pepe Tobal es hacer un retrato de un retratista y su mirada que busca en la periferia, rescata lo olvidado, el color de lo local, de su gente y de sus costumbres.

Cada capítulo comienza en una ciudad. La llegada de Marcos. Marcos deambula y cuenta que fotos busca, sus recuerdos del lugar, lo que lo fascina y lo que le intriga. Recorre, busca y encuentra. La acción se desarrolla mientras Marcos construye sus retratos mientras interactúa con sus personajes hasta completar sus fotos.

La intención de “Vuelo de Cabotaje” es buscar en lo cotidiano el signo de poesía y belleza a través de la mirada de Marcos López. El fotógrafo que ya no busca el instante perfecto sino registrar el mundo en el que vivimos.

“A mí me gusta acá. Fotografiar las cosas que están cerca. Confiar en lo que dictan mis voces internas. Pienso en el olor de la maestra de primer grado, miro las chancletas gastadas, la belleza de los pies de una camarera de un bar de ruta en Corrientes, Misiones, o Formosa, pongo un Ford Taunus coupé rojo modelo 74 en segundo plano, una manguera amarilla en el costado, la televisión con Crónica TV en el ángulo superior izquierdo del cuadro, un par de latas de cervezas tiradas por el piso para ayudar en la composición, y tengo la absoluta certeza que estoy haciendo una crónica socio-política de América.”

Programa:

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Alles oder nichts

Kirsten Mosel: Wandbilder in Buenos Aires


Die Künstlerin Kirsten Mosel (*1962 in Braunschweig), die seit knapp drei Jahren in Buenos Aires lebt, stellt zur Zeit an zwei Kunst-Orten der Stadt aus. Im Museo de Arte Moderno de Buenos Aires (MAMba, Av. San Juan 350) zeigt sie innerhalb der Ausstellungsreihe “Site Specific Dibujo” (Kurator: Santiago Bengolea) eine große Wandarbeit, die sich mit der Bedeutung der Straßennamen von Buenos Aires auseinandersetzt. Die Ausstellung ist bis Ende März zu sehen.

Am Donnerstag wurde die Ausstellung “Nada y Todo” in der Galerie Gachi Prieto eröffnet, die der bekannte Kurator Rodrigo Alonso kuratierte. Vier Künstler des Projekts PAC (Prácticas Artísticas Contemporáneas) zeigen aktuelle Arbeiten. Tadeo Muleiro zeigt mehrfarbige Zeichnungen seiner überlebensgroßen Tierpuppen, Diego Atucha interessante Fotos, die um das Thema “Nichts” kreisen, und der kolumbianische Künstler Julián León Camargo lockt die Besucher mit einer Malerei-Assemblage am Fenster in die Galerie.

Kirsten Mosel untersucht die Möglichkeiten der abstrakten Malerei, wenn sie sich dem Formenrepertoire der Realität annähert: Von Fotos ausgehend werden Formen abstrahiert und in Zeichnungen untersucht, bis sie einen Grad der Abstraktion erlangen, der nicht mehr unbedingt die Ausgangsform erkennen lässt.

Im letzten Jahrzehnt realisierte Kirsten Mosel vor allem große Interventionen aus Folie, die direkt auf die Wand geklebt wurden. Das Besondere an der Wandarbeit in der Galerie in Palermo ist die Umsetzung in eine Wand-Malerei: große Formen hängen von einer Leine herunter und sind direkt auf die Wand gemalt. Entfernt erinnern die Formen an “Choclos”, wie sie in Rio de Janeiro verkauft werden. Die Ausstellung ist bis zum 23. Februar zu sehen.

  • “Nada y Todo”, Gachi Prieto Gallery, Uriarte 1976 (Palermo), dienstags bis freitags 13-20, samstags 12-18 Uhr.
  • Einschreibung für “Proyecto PAC 2013” noch bis zum 28. Februar.

Begegnung mit Wim Wenders

Filmzyklus im Leopoldo Lugones-Saal vom 13. bis 27. Februar

Von Susanne Franz


Auf 12 Filme eines der bekanntesten und international renommiertesten deutschen Filmemacher kann sich das kinoverrückte Publikum von Buenos Aires freuen: Am 13. Februar beginnt im Programmkino “Sala Leopoldo Lugones” des San Martí­n-Theaters (Av. Corrientes 1530) die Filmreihe “Reencuentro con Wim Wenders”. Bis zum 27. Februar werden die wichtigsten Filme Wenders’ der letzten vier Jahrzehnte gezeigt, den Abschluss bildet ein Dokumentarfilm von Marcel Wehn über den jungen Wenders.

Eintrittskarten für den Leopoldo Lugones-Saal gibt es schon ab jeweils sechs Tage vor Vorstellungsbeginn, bis zum Tag der Vorstellung, an den Theaterkassen des San Martí­n-Theaters. Die Karte kostet 20 Pesos, für Rentner und Studenten ermässigt 10 Pesos. Für die Ermässigung benötigt man einen Ausweis, den man montags bis freitags von 10-16 Uhr im 4. Stock des San Martí­n-Theaters beantragen kann.

Infos hier.

Programm:

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