Geigenvirtuose vor Ort

Irvine Arditti gibt Konzert im San Martín-Theater

Von Susanne Franz

Der britische Star-Geiger Irvine Arditti gibt im Rahmen seiner Argentinienreise – als Leiter einer internationalen Jury wählt er vor Ort die zukünftigen Mitglieder eines Streichquartetts der Universidad Tres de Febrero (mit) aus – ein einziges Konzert im Casacuberta-Saal des San Martín-Theaters (Av. Corrientes 1530). Bei freiem Eintritt spielt Arditti am Dienstag, dem 21. Juni, um 21 Uhr, Werke von Iannis Xenakis, James Dillon, Gabriel Valverde, Brian Ferneyhough, Mario Lavista, Hilda Paredes und Salvatore Sciarrino. Karten kann man ab zwei Stunden vor Konzertbeginn an der Theaterkasse abholen. Irvine Arditti ist Direktor und Erster Geiger des von ihm gegründeten Arditti String Quartet und auch als Solo-Künstler einer der gefragtesten Interpreten zeitgenössischer Musik weltweit.

“50 Jahre, 50 Plakate, eine Geschichte”

50 Jahre Amnesty International: Ausstellung im Centro Cultural Borges

Von Charlotte Dötig

Nur Wenigen ist es gegönnt, Richtung Sonne zu fliegen, ein Großteil ist gefangen, eingesperrt hinter Gittern, hinter den Eisenstäben der Mächtigen. Die Abbildung der Tauben, von denen ich spreche, ist nur eine von vielen Darstellungen, die zum Kampf gegen die brutale Ungerechtigkeit auf der Welt aufrufen. Es ist nur eines von vielen Plakaten, die in den letzten 50 Jahren aus der Bewegung gegen Folter und Misshandlung entstanden sind – eines der 50 Plakate, die bei der Ausstellung zum 50-jährigen Bestehen von Amnesty International jetzt auch in Buenos Aires gezeigt werden. Die Eröffnungsfeier am Donnerstag, dem 9. Juni, im Centro Cultural Borges, war ein Anstoß, die Aufmerksamkeit auf das Geschaffte zu lenken, und eine Ermutigung, in die Zukunft zu schauen. Eine Ausstellung, offen für alle, die auf die erschreckend reale Gewalt hinweist und doch voller Hoffnung ist.

Auch wenn weiterhin Verzweiflung in der Welt herrscht, schwang an diesem Abend beim Geburtstags-Toast Stolz mit. Denn es ist möglich, etwas zu ändern, wenn man den Mut hat, etwas zu bewegen, und zugleich ist es ein endloser Kampf.

Von Chile über die Schweiz bis nach China haben sich in den letzten 50 Jahren Berühmtheiten wie Pablo Picasso oder Muhammad Ali und unbekanntere Menschen für die Menschenrechte weltweit eingesetzt. Die Kerze, das Symbol von Amnesty, ist umwickelt von Draht. Es ist ein Hoffnungsbringer, doch noch immer ist Vielen das Leben an der Sonne verwehrt.

  • “Amnistía Internacional: 50 años, 50 posters, una historia”. Centro Cultural Borges, Viamonte/San Martín. Mo-Sa 10-21, So und feiertags 12-21 Uhr. 9.6.-3.7.

Magisches Theatererlebnis für die ganze Familie

“Voyageurs immobiles” von Philippe Genty

Von Susanne Franz

Es geht weiter in der internationalen Spielzeit des San Martín-Theaters: In der kommenden Woche kann man sich auf fünf Vorstellungen des Werks “Voyageurs immobiles (Viajeros inmóviles)” des berühmten französischen Theaterregisseurs Philippe Genty freuen. Am 22., 23. und 24. Juni, jeweils um 20.30 Uhr, sowie am 25. Juni um 15 Uhr und um 20.30 Uhr, wird das Stück im Martín Coronado-Saal gezeigt. Genty schuf das Werk 1995 gemeinsam mit Mary Underwood und reiste damit bereits durch die ganze Welt. “Viajeros inmóviles” ist ein für die ganze Familie empfehlenswertes Theatererlebnis. Karten kosten 45.- bzw. 30.- Pesos.

Gastspiele aus Frankreich in Buenos Aires

“22h13” und “La ferme des concombres” im Theater San Martín

Von Susanne Franz

“22h13” und “La granja de los pepinos” heißen die beiden Gastspiele französischer Theaterleute, die kommende Woche im Theater San Martín aufgeführt werden. Im Casacuberta-Saal werden am 16,., 17., 18. und 19. Juni um 20.30 Uhr vier Vorstellungen von Pierrick Sorins Einpersonenstück “22h13” (Foto) mit dem Schauspieler Nicolás Sansier geboten. Der Videokünstler Sorin kombiniert in “22h13” Theater mit visueller Performance.

Am 17. und 18. Juni, um 20.30 Uhr, wird im Cunill Cabanellas-Saal Patrick Robines “La ferme des concombres” (La granja de los pepinos) aufgeführt. Robine beweist in dem Einpersonenstück seine unglaubliche Wandlungsfähigkeit als Schauspieler. Der Eintritt zu beiden Stücken, die auf Französisch mit spanischen Untertiteln gezeigt werden, beträgt 45 Pesos (Av. Corrientes 1530).

Verzauberte Augenblicke

Ulrike Ottingers Fotos in der FotoGalería des San Martín-Theaters

Von Charlotte Dötig

Leise wurde der Kaffee ausgetragen und gedämpftes Gemurmel erfüllte den Raum, als um 19 Uhr am Dienstagabend eine der wohl beeindruckensten deutschen Fotografinnen, die Eröffnung ihrer ersten Ausstellung in Buenos Aires feiern durfte. Seitdem ziehen auf der Empore, die die große Eingangshalle des Theaters San Martín umgibt, eindrucksvolle Fotografien die Betrachter in ihren Bann. Jedes einzelne Bild Ulrike Ottingers erzählt eine Geschichte. Doch ist es nicht das perfekt gestellte Szenario, das durch gezielte Position der Figuren eine bestimmte Reaktion im Beobachter hervorruft, und auch nicht die im richtigen Moment geschossene, eingefrorene Alltagsszene. Vielmehr ist es der Widerspruch der simplen Realität, die durch den präzise gewählten Bildausschnitt absolut surreal aussieht, und die Darstellung des vollkommen Surrealen, das in seiner Abstraktion verblüffend real wirkt, was jeden Vorübergehenden fesselt.

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“Menos tiempo que lugar” in Salta

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“Kunst der Unabhängigkeit” im “Museo de Bellas Artes” von Salta

goethe11.jpgEnde März 2010 wurde die Ausstellung “Menos tiempo que lugar”, ein künstlerisches Projekt des Goethe-Instituts anlässlich der Unabhängigkeitsfeierlichkeiten in verschiedenen Ländern Lateinamerikas, in Buenos Aires eröffnet und einen Monat lang gezeigt. Im Anschluss ging die Exposition auf Wanderschaft. Am 9. Juni wurde die Schau nun im “Museo de Bellas Artes” von Salta eröffnet, in etwas verkleinertem Maßstab. Bis 2. Juli sind die Werke von sieben Künstlern aus Lateinamerika und Deutschland zu sehen: Narda Alvarado (Bolivien), Claudia Aravena Abughosh (Chile), Leticia El Halli Obeid (Argentinien), Christine de la Garenne (Deutschland), Fernando Gutiérrez (Peru), Bjørn Melhus (Norwegen/Deutschland) und Martín Sastre (Uruguay).

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“Menos Tiempo que Lugar” en Salta

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“El arte de la independencia”, proyecto del Goethe-Institut, en el Museo de Bellas Artes de Salta

goethe11.jpgLos artistas e intelectuales que participan en esta exposición han explorado América Latina en todas las direcciones. Con recursos contemporáneos, visitando ciudades pequeñas y apacibles en el interior de los países, megalópolis desbordantes y abarrotadas, sitios aferrados al pasado y modernas metrópolis, investigaron los 200 años de la Independencia de América Latina. Las transformaciones dramáticas que América del Sur ha vivido en las últimas décadas están presentes en varias de las obras.

Este proyecto se presenta en el Museo de Bellas Artes de Salta con 7 artistas de Latinoamérica y de Alemania. Entre 2009 y 2011, la muestra ha recorrido varias ciudades de América Latina. La exposición y publicación “Menos Tiempo que Lugar” es un proyecto realizado en el contexto del Bicentenario de la Independencia de América Latina, concebido por el Goethe-Institut con el apoyo del Ministerio Federal de Relaciones Exteriores de Alemania.

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Die phantastischen Welten der Ulrike Ottinger

Filme und Fotos der deutschen Regisseurin und Fotografin im Theater San Martín

Das Goethe-Institut, der Theaterkomplex von Buenos Aires und die Stiftung Cinemateca Argentina heißen zum ersten Mal Ulrike Ottinger, eine der originellsten deutschen Künstlerinnen willkommen. Vom 7. bis 16. Juni kann man im Lugones-Saal des Teatro San Martín (Av. Corrientes 1530) eine Retrospektive mit Ottingers Filmen sehen. Vom 7. Juni bis 3. Juli wird zudem eine Fotoausstellung in der Fotogalerie des Theaters geboten. Die Ausstellung kann montags bis freitags ab 12 Uhr und samstags und sonntags ab 14 Uhr bis zum Ende der Tagesaktivitäten in den Sälen des ersten Stockwerkes der Eingangshalle Carlos Morel besucht werden.

Der Ruf, eine der originellsten visuellen Künstlerinnen Deutschlands zu sein, eilt ihr voraus: Ulrike Ottinger, Filmemacherin, Fotografin und Malerin. Sie zeichnet sich durch eine sowohl schräge und skurrile, als auch moderne und außergewöhnliche Kunst aus. Stete Verfechterin des weiblichen Universums und einfühlsame Fürsprecherin des Anderen, des Freaks, des Außenseiters, durchbricht sie die Grenzen zwischen Dokumentarfilm und Fiktion, zwischen Realität und Phantasie, ohne sich in eine bestimmte Form einordnen zu lassen. Ob mongolische Nomaden, wilde Feministinnen, verliebte Koreaner, die Kultur Shanghais und die jüdische Lebenswelt, verkleidete Zwerge, der älteste Vergnügungspark der Welt oder das Bildnis einer (deutschen) Trinkerin, die Bilder von Ulrike Ottinger sind von bestechender Schönheit. Doch was ist Dispositiv, was ist Wirklichkeit, was Phantasie in diesem Kabinett der Kuriositäten, das ihren Kosmos ausmacht?

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Kunst 2.0

Die Projekte von “Tec en Arte III” im Espacio Fundación Telefónica

Von Susanne Franz

Technologie in der Kunst, das klingt kühl und durchdacht, schematisch und kopflastig. Passen die beiden Bereiche eigentlich überhaupt zusammen? Und ob! Das beweist die Ausstellung der Projekte des diesjährigen “Tec en Arte”-Programms, das die Künstlerin und Kulturmanagerin Patricia Hakim seit drei Jahren im Espacio Fundación Telefónica durchführt. Bis zum 11. Juni kann die Schau im EFT (Arenales 1540) besucht werden, und es lohnt sich, denn sie steckt voller Überraschungen.

Bevor man das Gebäude betritt, begegnet man schon dem ersten Werk, es ist ein Kirmesstand aus schrill-bunt bemalter Pappe, kaum zu übersehen. Der US-amerikanische Künstler Nick Mahshie alias “Tranqui Yanqui”, der hinter diesem Projekt steckt, ist in bunte Klamotten gekleidet und mit einer schrillen Pappbrille im Gesicht auf einem Video zu sehen, er preist in “Infomercial”-Art seine Artefakte an, bunte Papp-Nachbauten von elektronischen Geräten, wie zum Beispiel Papp-Handys.

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Graciela Borthwick o el arte como itinerancia

Se inauguró “Antológica 1970-2010” en el Museo Eduardo Sí­vori

Por Alberto Giudici

En el año 2010, Graciela Borthwick llevó a dos museos de Santa Fe, su provincia natal, una muestra antológica que reunía su producción entre 1968-2008. La exhibición en el Museo Rosa Galisteo de Rodríguez, de Santa Fe, primero, y luego en el Museo Urbano Poggi, de Rafaela, significó no solo un recorrido itinerante que ahora llega al Museo Sívori, sino un regreso a las fuentes que nutrieron la obra de Graciela Borthwick que aun en la distancia y en el exilio, siguió dialogando con la naturaleza que la acompañó en su despertar al Arte.

Volver a las fuentes, regresar a los orígenes, es un viaje de doble mano: replegarse en la memoria que dibujó un destino para avanzar en el presente y aventurar otras instancias creadoras.

Graciela Borthwick lo explícita muy bien cuando señala que “el recorrido de la muestra antológica es nómade”, abierto a lo inesperado, a la exploración de nuevas vivencias que se van acumulando dentro de la artista, cuando carga y descarga el bagaje de sus obras, que es su propia biografía y también su propia geografía. Muchas voces se enhebran en ese nomadismo creador.

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Feinkost und Fischgestank

20. Kunstmesse arteBA wurde am Mittwochabend eröffnet

Von Susanne Franz

Eine über zwei Meter lange Halskette hängt an der Wand der Galerie Elsi del Río, als habe eine Riesin sie beim Nachhausekommen abgelegt – die Künstlerin Genoveva Fernández hat mit ihrem Werk die Fläche verlassen und den Raum erobert. Bei Mara-La Ruche locken Fotografien aus der Serie “Sueños” von Grete Stern und komplexe Schwarz-Weiß-Kompositionen des großartigen Eduardo Stupía, Agalma bietet Gemälde von Testa, Noé, Deira und Schvartz. Am Mittwochabend wurde die 20. Ausgabe der Kunstmesse arteBA glanzvoll eröffnet.

Bürgermeister Mauricio Macri, der sich um seine Wiederwahl in der Hauptstadt bemüht, nutzte das Rampenlicht und durchschnitt gemeinsam mit anderen Würdenträgern das blau-weiße Band, um damit den Startschuss für die Jubiläumsmesse zu geben. Sektkorken knallten allüberall, und die Gänge im Grünen und Blauen Pavillon des Messegeländes La Rural füllten sich derart mit Menschen, dass kaum noch ein Durchkommen war.

Bis zur Halbzeit an diesem Samstag herrschte allgemeine Zufriedenheit unter den Galeristen. Die Verkäufe lassen sich gut an, und auch Sammler und interessierte Kunstliebhaber äußern sich positiv über die Qualität der Messe. Besonders viele rote Punkte glänzen in der Galerie Holz im Bereich des Stands, der dem Künstler Milo Lockett mit seinen bunten naiven Werken vorbehalten ist. Überhaupt haben viele Sammler erst einmal bei den “consagrados”, den Künstlern, die bereits einen Namen haben, zugeschlagen; am Wochenende wird sich zeigen, wie weit nun auch die aufstrebenden jungen Talente ihre Chance bekommen. Die Messe ist bis einschließlich Montag, den 23. Mai, geöffnet.

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