Eintauchen in die Geschichte der argentinischen Kunst

Alberto Passolini im Zyklus Zeitgenössischer Kunst im Malba

Von Vanessa Bersis

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Im Untergeschoss des Malba werden Werke des argentinischen Künstlers Alberto Passolini gezeigt. Seine Arbeit kann als eine Art Eintauchen in die Geschichte der argentinischen Kunst gesehen werden. Er beschäftigt sich tiefgründig mit dem Gemälde “La vuelta del malón”, das bereits 1892 vom argentinischen Maler Angel Della Valle gemalt wurde. Dieses Werk gilt als das erste argentinische Kunstwerk, welches sowohl für ein in- als auch ausländisches Publikum geschaffen wurde. Das Gemälde von Angel Della Valle bezieht sich auf das literarische Werk “La cautiva” von Esteban Echeverría.

Der Inhalt des Gemäldes ist auch ohne jegliches Vorwissen oder Hintergründe auf Anhieb zu verstehen. Indianische Männer verschleppen eine weiße Frau. Alberto Passolini hat versucht, in seiner Arbeit das Werk von Angel Della Valle zu parodieren und den Umkehrschluss daraus zu ziehen, indem er eine Horde indianischer Frauen darstellt, die einen weißen Mann entführen.

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Teresa Peredas poetisches Universum

Die Installation “Recolección/Restitución – Citas por América” im Cronopios-Saal des Centro Cultural Recoleta

Von Vanessa Bersis

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Auf den Spuren des amerikanischen Kontinents präsentiert die Künstlerin Teresa Pereda im Centro Cultural Recoleta ihre Ausstellung, die als eine Art Installation angesehen werden kann. Fotografien und Videos, die während ihrer Reise durch Argentinien, Bolivien und Brasilien entstanden sind, bilden die Eckpfeiler der raumgreifenden Installation. Erde und riesige weiße Wollknäuel sind jene Materialien, welche die Künstlerin auf ihren Reisen mitbringt, sammelt und tauscht. Zeitgleich konstruiert sie mit Hilfe dieser ihr eigenes poetisches Universum.

“Recolección/Restitución” – so der Ausstellungstitel, der als Aufsammeln und Rückerstatten verstanden werden kann, beschreibt die doppelseitige Aktion von Teresa Pereda. Der Name des Kunstprojektes ist eine Art imaginäre Achse, die die ganze Ausstellung umspannt. Schon seit 16 Jahren begibt sich Teresa Pereda unermüdlich auf Reisen, dabei ist sie bestrebt, ihren Horizont zu erweitern, Erfahrungen zu sammeln und vor allem mit Einheimischen persönliche Beziehungen einzugehen. Es ist ein ständiges Zusammentreffen mit Orten und Menschen, mit Ritualen und Feierlichkeiten, und ein permanentes Wechselspiel zwischen Sammeln und Austausch. Dabei bedient sie sich oft symbolischer Gesten, wie beispielsweise das Sammeln und Tauschen von Erde oder das Entwinden der Wollknäuel, die sich dann durch ganze Landschaften durchziehen.

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Mutig und zeitlos

León Ferrari im Centro Cultural de la Cooperación

Von Vanessa Bersis

LeonFerrari11.jpgLeón Ferrari ließ sich seine eigene Ausstellungseröffnung “Re(in)sistencia con palabras ajenas” im Centro Cultural de la Cooperación nicht entgehen und erschien trotz seines hohen Alters persönlich, um den Anwesenden die Ehre zu erweisen. In Begleitung seiner Frau und mit zittriger Stimme schien er gerührt, dass ihm erneut Anerkennung und Raum für seine Kunst geboten wurde. León Ferrari hat sich längst über die Grenzen Argentiniens einen Namen gemacht und ist kein unbeschriebenes Blatt in der Kunstszene. Stets geleitet durch sein starkes Pflichtbewusstsein und Verantwortungsgefühl gegenüber der Welt und ihrem Geschehen, zeichnet er sich durch sein großes politisches Engagement aus, dem er immer wieder durch seine Kunst Ausdruck verleiht. Dabei versucht er, die Beziehungen zwischen Kunst und Gesellschaft, Politik und Wissenschaft darzustellen und Prozesse der Transformation einzuleiten.

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Kino aus Australien

12 Filme im Leopoldo Lugones-Saal des San Martín-Theaters

Von Susanne Franz

Nana11.jpgIm Programmkino Leopoldo Lugones (Av. Corrientes 1530) beginnt heute der vom Complejo Teatral de Buenos Aires, der australischen Botschaft und der Fundación Cinemateca Argentina organisierte Filmzyklus “Nuevo encuentro con el cine australiano”. Bis zum 19. Mai werden 12 Streifen (7 Lang- und 5 Kurzfilme) gezeigt, von denen die meisten bisher in Argentinien unveröffentlicht sind.

Einer der bekanntesten Vertreter der originellen und kreativen australischen Filmindustrie, der Regisseur Rolf de Heer, wird am morgigen Freitag um 18 Uhr persönlich seinen Film “Ten Canoes” (preisgekrönt beim Filmfestival von Cannes 2006) präsentieren und im Anschluss mit dem Publikum diskutieren.

Am Dienstag kann man die deutsche Schauspielerin Franka Potente in Richard Roxboroughs Film “Romulus My Father” (2007, 106 Min.) an der Seite von Eric Bana sehen.

Eintrittskarten kosten 10 Pesos, für Studenten und Rentner, die einen Antrag auf Ermäßigung gestellt haben (im 4. Stock des Theaters, Mo-Fr 10-16 Uhr) 5 Pesos. Sie sind an der Theaterkasse des San Martín-Theaters erhältlich.

Der Zyklus startet heute nachmittag mit dem Kurzfilm “Nana” (Foto), im Anschluss läuft “The Home Song Stories” von Tony Ayres. Das Programm:

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Von Liebe und Zerstörung

“Complicidades: Diego Rivera y Frida Kahlo” im Centro Cultural Recoleta

Von Vanessa Bersis

Frida11.jpgDas Centro Cultural Recoleta stellt in Zusammenarbeit mit der mexikanischen Botschaft 36 Schwarz-Weiß-Fotografien von einem der wohl wichtigsten Künstlerpaare Lateinamerikas aus. Dabei geht es um einen Einblick in das Leben von Frida Kahlo und Diego Rivera, ihr künstlerisches Schaffen, aber auch ihr politisches Engagement, das sie als Paar einerseits näher brachte, aber zugleich auch auseinanderriss. Die Komplexität, Ambivalenz und Liebe ihrer Beziehung ist nur schwer ergründbar. Am besten spiegelt sich diese in den Werken der beiden Künstler wider. Ein Hin und Her zwischen verlorener und gefundener Liebe, positiven und negativen Gefühlen. Liebe und Zerstörung geleitet durch beidseitige Abhängigkeit voneinander.

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Persönlichkeiten und Persönchen Argentiniens

Alfredo Sábats Ausstellung “Figuras y Figuritas” im Centro Cultural Recoleta

Von Vanessa Bersis

Alfredo11.jpgNur noch bis Sonntag einschließlich werden Werke von Alfredo Sábat unter dem Ausstellungstitel “Figuras y Figuritas” im Centro Cultural Recoleta gezeigt. Ein Besuch lohnt sich jedoch alle Mal. Ob in Zeitungen, Magazinen oder auf Plakaten, immer wieder begegnet man im argentinischen Alltag den satirischen Werken Alfredo Sábats. Er zählt längst zu den bedeutendsten zeitgenössischen Karikaturisten Argentiniens.

Das Zeichnen wurde ihm mehr oder weniger in die Wiege gelegt durch seinen Vater Hermenegildo Sábat. Ausgebaut hat er sein Talent durch ein Studium in Grafik/Design. Seine Karikaturen erscheinen in den großen Tageszeitungen La Nación und Clarín, in den Zeitschriften Playboy, Caras y Caretas, Barcelona und zahlreichen anderen Medien weltweit. Neben seiner Arbeit als Karikaturist ist Sábat auch als Maler und Plastiker tätig und lässt sich gerne auf künstlerische Herausforderungen ein. So hat er auch zur Gestaltung der U-Bahn-Station “Inclán” der Linie H beigetragen, die er der Tangosängerin Azucena Maizani gewidmet hat. Seine Arbeit erstreckt sich jedoch über die Grenzen Argentiniens hinaus und hat ihm bereits mehrere Preise eingebracht, wie den World Press Cartoon oder den Ranan Louri Political Cartoon Preis.

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Band zwischen Außen und Innenraum

“Paraconstrucción” im “Espacio Itaú Cultural”

Von Susanne Franz und Vanessa Bersis

pileta11.jpgMit seiner zweiten Ausstellung, “Paraconstrucción”, stellt der erst vor wenigen Wochen eröffnete “Espacio Itaú Cultural” seinen Mut unter Beweis, ganz jungen Künstlern mit nicht leicht zugänglichen Werken Raum zu bieten. Luciana Lamothe, Diego Figueroa, Andrea Cavagnaro und Jorge Tirner sind dabei keine ganz Unbekannten, sondern vielversprechende aufstrebende Talente: So stellte Diego Figueroa im vergangenen Jahr zusammen mit der Pop-Ikone Edgardo Giménez im CCEBA aus, und Luciana Lamothe hat sich neben Einzelausstellungen u.a. bei Alberto Sendrós in Buenos Aires auch international einen Namen gemacht.

Die vier Künstler haben “site specific”, also für den ganz besonderen Raum des “Espacio Itaú Cultural” gearbeitet. Dabei geht es in der Ausstellung letztendlich darum, das Band zwischen Außen und Innenraum zu spannen. Der Ausstellungsraum dient als großes Schaufenster mit porösen Grenzen und diffusen Umrissen. Die Arbeiten zeichnen sich vor allem durch ihre Heterogenität aus, allen Künstlern ist jedoch der Versuch gemein, ein Ausloten von Grenzen zu erproben.

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Meisterwerk in Schwarz-Weiß

“Das weiße Band” von Michael Haneke läuft heute in Buenos Aires an

Von Valerie Thurner

dasweisseband11.jpgDer österreichische Filmemacher Michael Haneke zählt zu denjenigen, deren Ehrung von seiten Hollywoods längst überfällig gewesen wäre, doch er musste die Auszeichnung für den besten ausländischen Film Juan José Campanellas “El secreto de sus ojos” überlassen. Während der US-amerikanische Schauspieler Jeff Bridges Anfang März endlich mit einem längst verdienten Oscar für seine chronisch unterschätzte Präzisionsarbeit ausgezeichnet wurde, so ist auch Michael Haneke ein Künstler der Feinarbeit und des Understatements, bekannt für seine unbequemen und verstörenden Spielfilme (“Funny Games”, “Die Klavierspielerin”, “Cache”). Sein beklemmendes Drama “Das weiße Band” beweist wie die Schauspielkunst eines Jeff Bridges, dass weniger oft mehr ist.

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Für Leseratten und Bücherwürmer

Die 36. Internationale Buchmesse von Buenos Aires öffnet am Donnerstag – Philosoph Rüdiger Safranski ist deutscher Stargast

Von Maike Wiemar

safranski11.jpgEs ist wieder soweit: die internationale Buchmesse steht vor der Tür. Vom 22. April bis zum 10. Mai können sich nicht nur Leseratten und Bücherwürmer über Neuerscheinungen und herausragende Literaturschmöker freuen. Ganz unter dem Zeichen des Bicentenario lautet das diesjährige Motto der Messe “Mit Büchern 200 Jahre Geschichte feiern”.

Passend zum Thema wird der deutsche Philosoph und Schriftsteller Rüdiger Safranski sein Werk “Romantik. Eine deutsche Affäre” vorstellen. In diesem Buch beschreibt er die Romantik als Epoche und analysiert die von großen Dichtern und Denkern jener Zeit vorgenommene “Kritik an der Vernunft”.

Safranski wird am Samstag, dem 24. April, um 19 Uhr, im Victoria Ocampo-Saal auf dem Gelände der Buchmesse in der Rural vom argentinischen Literaturkritiker Pablo Gianera interviewt – Publikum ist dazu eingeladen. Organisiert wurde der Besuch Safranskis vom Goethe-Institut, der deutschen Botschaft in Buenos Aires, der Frankfurter Buchmesse und dem Verlag Tusquets Editores.

Weitere geladene Gäste sind unter anderem der kontroverse kolumbianische Schriftsteller und Filmproduzent Fernando Vallejo sowie der UNO-Botschafter für Lateinamerika und Autor Bernardo Kliksberg.

Öffnungszeiten der Buchmesse

  • Donnerstag, 22 April: 18-22 Uhr
  • Sonntag bis Donnerstag: 14-22 Uhr
  • Freitags und Samstags: 14-23 Uhr
  • Samstag, 1. Mai: 14-01 Uhr

Die Eintrittspreise variieren

  • Montag bis Donnerstag 12 Pesos
  • Am Wochenende 15 Pesos
  • Freien Eintritt genießen an allen Tagen Kinder unter 12 Jahren in Begleitung eines Erwachsenen sowie Rentner, Studenten und Lehrer unter Vorlage des jeweiligen Ausweises

Weitere Informationen sind auf der Hompage der Buchmesse abzurufen.

Harmonisches Doppelspiel

“Double Jeu” – Dino Bruzzone und Esteban Pastorino in der Alianza Francesa

Von Vanessa Bersis

bruzzone11.jpgZum ersten Mal stellen die beiden Fotografen Dino Bruzzone und Esteban Pastorino ihre Werke Seite an Seite aus und bilden trotz ihrer unterschiedlichen Arbeitsweisen eine außergewöhnlich harmonische Einheit. Während Dino Bruzzone Gegenstände und Orte modellhaft nachbaut, um sie in Folge durch die fotografische Darstellung so erscheinen zu lassen, als wären dies reale Abbilder einer real existierenden Landschaft, fertigt hingegen Esteban Pastorino Kameras an und lichtet reale Orte und Objekte ab, jedoch mit dem Anschein, als handle es sich bloß um fiktive Modellkonstruktionen.

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“Identität, (Un)Abhängigkeit und Krise”

Rüdiger Safranski und Uwe Timm bei Kolloquium im Goethe-Institut Buenos Aires

Von Maike Wiemar

Anlässlich der bevorstehenden Feierlichkeiten zum Bicentenario Argentiniens und anderer lateinamerikanischer Länder, laden das Goethe-Institut und die Universität San Martín am 15. und 16. April zu einem internationalen und interdisziplinären Kolloquium unter dem Motto “Identität, (Un)Abhängigkeit und Krise” ein.

Als Gastredner werden auch der deutsche Schriftsteller Uwe Timm, sowie der Autor und Philosoph Rüdiger Safranski die Veranstaltung bereichern. Timm wurde für seine Werke mehrfach mit Literaturpreisen ausgezeichnet und erhielt letztes Jahr den Heinrich-Böll Preis für seine Begabung, das “Große im Kleinen und das Kleine im Großen” zu zeigen. Rüdiger Safranski verfasste diverse Monografien, unter anderem zu Schiller, Nietzsche und Schopenhauer und moderiert seit 2002 das “Philosophische Quartett” im ZDF.

Da es sich um eine ressortübergreifende Veranstaltung handelt, werden an dem Dialog auch Historiker, Soziologen, Anthropologen und andere Schriftsteller aus verschiedenen lateinamerikanischen Ländern teilnehmen.

Das Kolloquium wird sich mit zentralen Punkten über die Entstehung und Wurzeln Lateinamerikas sowie dessen Entwicklung bis hin zum heutigen Tag auseinandersetzen. Neue Erklärungsansätze über die Geschichte der Nation und deren Identität sollen beleuchtet, hinterfragt und diskutiert werden.

Die Veranstaltung stellt Dolmetscher zur Verfügung und findet im Auditorium des Goethe-Instituts (Av. Corrientes 319) statt. Der Eintritt ist frei. Die Zuhörer erhalten ein Teilnahmezertifikat, wenn sie sich im Voraus unter programm@buenosaires.goethe.org anmelden.

Rüdiger Safranski wird am 15. April um 19 Uhr über das Thema “Wieviel Identität braucht der Mensch?” referieren, und Uwe Timm präsentiert am 16. April um 18 Uhr seinen Vortrag “Kafkas Reisepass”.

Das komplette Programm ist unter “Eventos” auf der Webseite des Goethe-Instituts abrufbar.