Verspielt, frech und kitschig

“POP! La consagración de la primavera” in der Galerie der Fundación Osde

Von Vanessa Bersis

POP11.jpgDie Fundación Osde präsentiert sich anlässlich der Ausstellung “POP! La Consagración de la primavera” schrill, bunt, mutig, verspielt, frech und kitschig. Es werden Werke argentinischer Pop Art-Künstler gezeigt, die in der Zeitspanne von 1961-1966 entscheidend die argentinische Popkultur geformt und mitgeprägt haben. Darunter sind Arbeiten von Alfredo Rodríguez Arias, Edgardo Giménez, Juan Stoppani, Dalila Puzzovio, Marta Minujín, Delia Cancela, Pablo Mesejean, Eduardo Costa und Charlie Squirru zu sehen. Die Künstler dieser Zeit ließen sich auf neue künstlerische Abenteuer ein, dabei schien ihre Kreativität grenzenlos zu sein. POP war eine junge, ephimäre Kunst voller Vitalität. Sie kritisierte den guten Geschmack und suhlte sich in Kitsch. Die Pop Art-Künstler stellten alles bisher Vorhandene in Frage, versuchten andere Perspektiven aufzuweisen, definierten den Begriff der Kunst neu und erweiterten diesen nach und nach.

Lesen Sie weiter / Seguir leyendo »

Deutsche Dokus auf dem BAFICI

Dem österreichischen Filmer Bernhard Sallmann ist eine Retrospektive gewidmet

Von Maike Wiemar

sallmann11.jpgDer österreichische Dokumentarfilmer Bernhard Sallmann wird auf dem diesjährigen Kinofestival BAFICI (7.-18. April) eine Filmreihe präsentieren. Sallmann, geboren 1967 in Linz, lebt und arbeitet seit seinem 21. Lebensjahr in Berlin. In der deutschen Hauptstadt sowie in Salzburg hat er Journalismus, Deutsche Literatur und Soziologie studiert und später ein Studium der Film- und Fernsehregie an der Konrad Wolf Akademie in Babelsberg abgeschlossen.

Das Besondere an seinen poetischen Werken ist die Vermischung von Essay und Dokumentation. Der Regisseur lässt die Natur und ihre Landschaft zu den Protagonisten seiner Filme werden, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Den Zuschauer erwartet ein interessanter Spaziergang durch die Zeit, verbunden mit einem stillen Aufruf zur Reflexion.

Hier eine Auswahl seiner Filme, die auf dem BAFICI zu sehen sind:

Lesen Sie weiter / Seguir leyendo »

12. Kinofestival BAFICI

Independent-Filmfest vor neuem Besucherrekord

Von Susanne Franz

bafici11.jpgDas Independent-Kinofestival BAFICI (Buenos Aires Festival Internacional de Cine Independiente), das in diesem Jahr schon zum 12. Mal veranstaltet wird, zeichnet sich vor allem durch seine hervorragende Qualität aus, mit der es das Kinofestival von Mar del Plata weit in den Schatten stellt. Aber auch die unvergleichlich günstigen Preise von 10 bzw. im Vorverkauf 8 Pesos sind für den Zustrom der vielen jungen Filmfans verantwortlich. Zum Vergleich: “normale” Kinotickets kosten in Argentinien zwischen 24 und 28 Pesos, so dass die meisten Argentinier ohnehin die Billigtage oder irgendwelche Rabatte nutzen, wenn sie ins Kino gehen wollen.

Der Vorverkauf für das diesjährige BAFICI hatte am 29. März begonnen, und laut Organisatorenangaben wurden innerhalb der ersten 48 Stunden 24.700 Karten verkauft, 12 Prozent mehr als im Vorjahr. 2009 besuchten insgesamt 245.000 Filmfans das BAFICI.

Den Startschuss zur diesjährigen 12. Ausgabe des BAFICI gaben am Mittwochabend Kulturminister Hernán Lombardi (rechts auf dem Foto) und Festivaldirektor Sergio Wolf (links). Eröffnungsfilm war Rafael Filippellis “Secuestro y Muerte” über die Entführung und Ermordung des früheren argentinischen Putschisten und Diktators Aramburu durch Montonero-Guerrilleros. Gut für denjenigen (Ausländer), der das vorher wusste, denn wie so oft in argentinischen Filmen fehlt der historische Kontext völlig, angeblich, um die “Universalität” eines Themas zu erreichen.

Auf dem Festival werden 422 Filme gezeigt, darunter 36 deutsche Streifen und deutsch-internationale Koproduktionen.

Einige Filmtipps von Valerie Thurner:

Lesen Sie weiter / Seguir leyendo »

Faszinierendes, unbekanntes Kuba

“Caminos de la vanguardia cubana” im Malba

Von Vanessa Bersis

cuba11.jpgEin Streifzug durch das Malba ist immer wieder ein künstlerischer Hochgenuss, diesmal noch viel mehr. Denn der zweite Stock des Gebäudes widmet sich der kubanischen Avantgardekunst. Mit dem vielversprechenden Ausstellungstitel “Caminos de la vanguardia cubana” und insgesamt 150 Werken wird ein anderer ungewöhnlicher, aber dennoch faszinierender Blick auf Kuba und seine Kunst zwischen 1920 und 1940 geboten. Die Ausstellung ist für die meisten Besucher eine spektakuläre visuelle Reise in ein zum Großteil unbekanntes künstlerisches Kuba.

Lesen Sie weiter / Seguir leyendo »

La feminidad onírica de Grete Stern

“Grete Stern. Los sueños 1948-1951” en el Malba

Por Paula Bonnet

grete1.jpg

En los años veinte, las fotografías de dos norteamericanos, Edward Weston y Paul Outerbridge, inspiraron a Grete Stern (1904-1999), una joven diseñadora gráfica nacida en Wuppertal, Alemania, a tomar clase de dicha disciplina.

En 1927 se mudó a Berlín y fue aceptada como alumna por el matemático y fotógrafo Walter Peterhans. Veinte años más tarde, luego de formarse en la Bauhaus, se mudó a la Argentina con su esposo Horacio Coppola.

Retrató sin flash a Borges, Spilimbergo, María Elena Walsh y a su compañero de clase Bertolt Brecht, pero en el Malba (Avenida Figueroa Alcorta 3415) se exhiben, hasta el 12 de abril, otras creaciones suyas.

Lesen Sie weiter / Seguir leyendo »

Die Zeit läuft uns davon

Das Goethe-Institut zeigt im Palais de Glace die Ausstellung “Menos tiempo que lugar”

Von Valerie Thurner

goethe11.jpgDas Goethe-Institut zeigt im Palais de Glace eine thematische Gruppenausstellung anlässlich des Bicentenario. Südamerikanische und deutsche Künstler wurden eingeladen, sich künstlerisch zu diesem runden Geburtstag der politischen Unabhängigkeit Lateinamerikas zu äußern. Das Ausstellungsprojekt ist nun das Ergebnis einer langen vorausgegangenen Phase des Dialoges zwischen Künstlern und Autoren, die Texte zum 300 Seiten starken Begleitkatalog lieferten. Ein regionales Projekt, das die Bedeutung der politischen und kulturellen Unabhängigkeit künstlerisch und intellektuell untersucht und versucht, den Bedeutungsbogen des Begriffs der “Independencia” auf ihre Reichweite in die aktuelle Gegenwart des Subkontinentes zu überprüfen, beschreibt der Kurator Alfons Hug das Ziel des Projektes, das außerdem Wert auf den Austausch zwischen Deutschland und Lateinamerika lege.

Lesen Sie weiter / Seguir leyendo »

Aus der eigenen Geschichte lernen

Die “Casa del Bicentenario” will eine Schnittstelle von historischer Aufarbeitung und Kulturvermittlung sein

Von Valerie Thurner

Casa11.jpgAm vergangenen 16. März wurde die mit Spannung erwartete “Casa del Bicentenario” eröffnet. Das Angebot klingt vielversprechend, die programmatischen Ziele, angesiedelt an der Schnittstelle von historischer Aufarbeitung und Kulturvermittlung, ehrgeizig. Man darf annehmen, dass es sich um eines der gelungensten neuen Kulturprojekte im Zusammenhang mit der 200-Jahr-Feier Argentiniens handelt. Die Regierung knausert nicht, wenn es darum geht, prestigeträchtige Häuser in der Hauptstadt termingerecht in neuem Glanz erstrahlen zu lassen.

Die beiden Bauten aus dem Jahr 1913 in der Straße Riobamba 985 wurden durch eine sanfte Renovierung in einen typischen Museumsbau des heutigen globalen Standards verwandelt. Ein White Cube, wo sich Ausstellungsräume, Büros und Recherche-Bereiche auf die vier Stockwerke verteilen; durch Glas wird eine Transparenz zwischen Besucherbereich und Backoffice gewährt.

Lesen Sie weiter / Seguir leyendo »

Der Blick des Künstlers

Remo Bianchedis Werke 2006-2010 im Centro Cultural Recoleta

Von Vanessa Bersis

remo11.jpgBetritt man den Cronopios-Saal des Centro Cultural Recoleta, in dem die Werke von Remo Bianchedi ausgestellt sind, fällt einem sofort auf, dass es hier nicht nur um die Kunst an sich geht, sondern um die Atmosphäre, um eine Grundstimmung. Die Beleuchtung, die dezente instrumentale Hintergrundmusik, die Anordnung der Gemälde ist eine sorgfältig bedachte Komposition, die beim Betrachter den Eindruck erzeugt, als würde er in eine ganz spezielle Sphäre eindringen.

Vielleicht liegt dieses Empfinden aber auch an der Sensibilität des Künstlers, die durch seine Werke reflektiert wird. Remo Bianchedi hat der oberflächlichen Kunstszene und der Stadt Buenos Aires längst den Rücken gekehrt. Er lebt und arbeitet zurückgezogen in Cruz Chica. Im Centro Cultural Recoleta stellt er seine Werke aus, die zwischen 2006-2010 entstanden sind.

Lesen Sie weiter / Seguir leyendo »

Suche nach den Spuren der Zeit

Der deutsche Fotograf Dieter Deventer stellt im Palacio del Congreso aus

Von Vanessa Bersis

titel11.jpgDieter Deventer, ein gebürtiger Münchner, der sich bereits durch seine Arbeit als Kameramann für etliche Spielfilme und Werbespots weltweit einen Namen gemacht hat, stellt im Palacio del Congreso ganz unverhofft seine Photoserie “Trazos del Tiempo” aus. Auf die Frage, warum es ihn gerade nach Buenos Aires verschlagen hat, antwortet er mit einem breiten Grinsen: “Die Leidenschaft meiner Frau zum Tango war es!”

Hinzu kamen eine Reihe weiterer Zufälle und viel Arbeit, die dieses Projekt letztendlich ermöglichten. Alles begann also mit einem Tango in Buenos Aires und endete mit einer interessanten Ausstellung in den prunkvollen Räumlichkeiten des Palacio del Congreso. Eine Tangofreundin der Frau des Künstlers ist Anwältin im Congreso und hatte vor einem Jahr die Werke des Künstlers in Deutschland gesehen. So wurde die Idee dieses Ausstellungsprojektes geboren.

Lesen Sie weiter / Seguir leyendo »

Balance zwischen Unruhe und Harmonie

Gemälde von Ana Perissé bei Empatía

Von Vanessa Bersis

anaperisse11.jpg
Farbenprächtig verspielt sind die abstrakten Landschaften von Ana Perissé, die in der Galerie Empatía bis Anfang April zu sehen sind. Punkte, Linien, Farbspritzer werden mit Acryl auf Leinwand zu einem Bild geformt, und so entstehen die fiktiven Landschaften der Künstlerin, die durch die deutschen Expressionisten geprägt ist und eine besondere Vorliebe für Georg Baselitz hat.

Ihre größte Inspirationsquelle sind die Farben, der Umgang und der Ausdruck mit und durch diese. Außerdem werden Ana Perissés Bilderkompositionen durch eine besondere Dynamik und durch viel Gefühl dominiert. Dabei handelt es sich in ihren Werken ausschließlich um Naturlandschaften. Fiktive, abstrakte Bilder, die aus der Phantasie entspringen. Sie sind nicht real existierend, aber sie könnten durchaus eine Referenz an etwas Existierendes sein.

Lesen Sie weiter / Seguir leyendo »

Ein Chronist unserer Zeit

Der US-Fotograf Steve McCurry stellt im Centro Cultural Borges aus

Von Valerie Thurner

mccurry22.jpgEndlich ist sie da, die längst überfällige Einzelausstellung in Argentinien von einem der besten zeitgenössischen Reportagefotografen. Die von der US-Botschaft unterstützte Schau zeigt eine Auswahl von 150 Fotografien des nordamerikanischen Fotografen Steve McCurry aus dem Zeitraum 1980 bis zur Gegenwart.

McCurry hat bisher über 75 Reisen nach Indien, Nepal, Tibet, Afghanistan, Kambodscha, die Philippinen oder Sri Lanka unternommen, wo er sich, der dokumentarischen Tradition verpflichtet, unermüdlich auf die Suche nach unvergesslichen Eindrücken von Kulturen und spannenden Schauplätzen macht. Vergängliche Augenblicke und flüchtige Impressionen von Realitäten fängt er fotografisch so gekonnt ein, dass er mehrfach ausgezeichnet wurde, unter anderem mit dem Robert Capa-Preis (1986) für seine Aufnahmen aus dem kriegsverwüsteten Afghanistan Anfang der 80er Jahre. Seine Bilder sind Zeitzeugen von Alltagsszenen, Straßenaufnahmen oder Aufnahmen von Menschen in Momenten der selbstvergessenen Freude oder Verzweiflung an Kriegsschauplätzen in aller Welt. Eine magnetische Anziehung haben auch seine eindrucksvollen Porträts.

Lesen Sie weiter / Seguir leyendo »