Ein Stück Emanzipation

Stella Sidis Ausstellung “Ellas…y su imagen”

Von Vanessa Bersis

sidi11.jpgPassend zum Ausklang des Frauentages am 8. März, eröffnete Stella Sidi ihre Ausstellung “Ellas…y su imagen” im Foto Club Buenos Aires. Stella Sidi, die sich hauptsächlich mit dem Thema Frau beschäftigt, präsentierte Ausschnitte dreier unterschiedlicher Werkreihen. Liebe, Schmerz, Sexualität, Mutterschaft und Erotik stehen im Vordergrund und werden auf unterschiedliche Art und Weise bildlich dargestellt.

Zum einen gelingt es Stella Sidi dadurch, die Aufmerksamkeit auf die Frau und ihr Sein zu lenken, auf die Gefühle und Problematiken. Zeitgleich betont sie durch ihre Arbeit die Wichtigkeit dieser Thematik und verschafft durch ihre Kunst vielleicht sogar ein Stück Emanzipation in dieser männerdominierten argentinischen Gesellschaft.

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Zwei Fotoausstellungen im San Martín-Theater

“Lo de Leo” von Alejandro Montes de Oca und “Santa Lucía – Arqueología de la Violencia” von Diego Araoz

Von Vanessa Bersis

Alejandro11.jpgIm San Martín-Theater wurden am Dienstag vergangener Woche zeitgleich zwei Fotoausstellungen eröffnet, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Alejandro Montes de Oca präsentierte seine Fotoserie “Lo de Leo”, während im ersten Stock des Gebäudes Diego Aaroz seine Schwarzweißfotografie unter dem Ausstellungstitel “Santa Lucía – Arqueología de la Violencia” zur Schau stellte.

Alejandro Montes de Oca hat sich durch seine vielseitige Tätigkeit und sein Engagement einen Namen gemacht. Er ist unter anderem Dozent, Mitbegründer und Direktor der “Escuela Argentina de Fotografía”, der “Bienal de Fotoperiodismo de Buenos Aires” und der “Encuentros Abiertos de Fotografía/Festival de Luz”.

“Lo de Leo” ist ein kleines Lokal im Stadtteil Núñez. Die Geschäftigkeit und Atmosphäre, die dieser Ort in sich birgt, aber allem voran seine Gäste, boten die Inspiration für das Entstehen der gleichnamigen Ausstellung. Wirft man einen Blick auf die Fotoserie, begegnet man Polizisten des Barrios, dem Briefträger, dem Hundesitter, einem Professor, Straßenverkäufern, dem Fleischer, Hauswarten der umliegenden Gebäude, einigen Angestellten der Umgebung und natürlich Leo, dem Besitzer des Lokals.

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Ein Abend voller Humor und Spontaneität

“Macanudismo” – Liniers und Kevin Johansen im Centro Cultural Recoleta

Von Vanessa Bersis

macanudismo11.jpgWer am Donnerstagabend das Centro Cultural Recoleta besucht hat, hatte nicht nur viel zu sehen, sondern auch viel zu hören. Die Ausstellung “Macanudismo” des Karikaturisten Ricardo “Liniers” Siri wurde durch eine Zusammenarbeit Liniers’ und des Musikers Kevin Johansen eröffnet. Die zwei Künstler haben erneut ihr Talent und ihr Können vereint und auf diesem Weg viele Freunde der Kunst- und Musikwelt begeistert.

Die Gelegenheit, Liniers und Kevin Johansen im Centro Cultural Recoleta auf einer Bühne gemeinsam zu erleben, nutzten etliche, vor allem jüngere Menschen. Schon lang vor Beginn der Veranstaltung drängte sich die Bohème-Bourgeoise-Szene von Buenos Aires in den Korridoren des Centro Cultural Recoleta. Die Performance selbst fand im Innenhof statt. Eine kleine Bühne, ein Tisch mit den wichtigsten Malutensilien – Papier, Ölkreiden und Farbe – zwei Mikrophone und ein Menschenmeer, das bis auf den letzten Winkel den Innenhof ausfüllte, boten die Kulisse und schufen die Atmosphäre des lauen Spätsommerabends.

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Goldbären in Reih und Glied

60 Jahre Berlinale im Leopoldo Lugones-Saal des San Martín-Theaters

Von Valerie Thurner

berlinale11.jpgDie Berlinale feiert dieses Jahr Geburtstag und dies wird nicht nur in Europa, sondern auch hier gefeiert. So widmet das San Martín-Theater in Zusammenarbeit mit der Fundación Cinemateca Argentina und dem Goethe-Institut dem bedeutenden Filmfestival die Retrospektive “60 años de la Berlinale”. Der Kurator und Filmkritiker Luciano Monteagudo hat einen reichhaltigen Zyklus der 32 besten Gewinnerfilme aus einem halben Jahrhundert zusammengestellt, einen historischen Querschnitt des Festivals, so dass nun auch die Porteños ihre Berlinale haben.

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Mit der Kamera in die Welt

Werner Herzog-Filmzyklus vom 22. Januar bis 4. Februar

Von Nils Witte

herzog_aktuell11.jpgWerner Herzog ist bekannt für seine Hassliebe zu Klaus Kinski, wie er sie in “Mein liebster Feind” beschrieben hat. Sein Werk bietet weit mehr. Viele seiner Dokumentarfilme sind bislang eher unbekannt. Einige werden ab dem 22. Januar im Leopoldo Lugones-Saal des Teatro San Martín zu sehen sein. Der Complejo Teatral de Buenos Aires widmet ihm einen Zyklus mit dem Titel “Caminar sobre hielo y fuego: los documentales de Werner Herzog”. In Kooperation mit dem Goethe-Institut und der Fundación Cinemateca Argentina wurden 24 Filme aus dem Werk des kürzlich zum Jurypräsidenten der Berlinale 2010 erkorenen Regisseurs ausgewählt.

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Theater, Tanz und Kino

Sommersaison 2010 des Complejo Teatral de Buenos Aires

Von Susanne Franz

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Am 14. Januar werden zwei Veranstaltungen der Spielzeit 2009 des Complejo Teatral de Buenos Aires wieder aufgenommen: “Krapp, la última cinta magnética” von Samuel Beckett, übersetzt und inszeniert von Juan Carlos Gené, mit Walter Santa Ana, kehrt in den Cunill Cabanellas-Saal des Teatro San Martín (Av. Corrientes 1530) zurück. Aufführungen sind mittwochs bis sonntags um 21 Uhr. Eintritt $ 45, mittwochs $ 25.

Das Tanzstück “Tramatango” (Foto) mit Milena Plebs und Ensemble kommt wieder auf die Bühne des Teatro Alvear (Av. Corrientes 1659), und zwar donnerstags bis sonntags um 21.30 Uhr. Eintritt $ 45, $ 30 oder $ 15, donnerstags $ 25 bzw. $ 10.

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Weltreise mit Werner Bischof

Ausstellung des Schweizer Pressefotografen zeigt Leben der 50er Jahre

Von Nils Witte

bischof11.jpg“Nichts hat mich so fasziniert wie Lateinamerika”, schwärmt Marco Bischof, Kurator der Fotoausstellung “Werner Bischof Imágenes”, die derzeit im Centro Cultural Borges zu sehen ist. Eine Neigung, die er mit seinem Vater geteilt hätte. Jener starb vor über 50 Jahren während einer Südamerikareise bei einem Autounfall in den peruanischen Anden. “Argentinien war sein Traumziel. Feuerland sollte die letzte Reisestation sein”, erklärt Kurator Bischof, warum die Retrospektive jetzt in Buenos Aires zu sehen ist, “aber Ushuaia ist für eine Ausstellung dieser Größe weniger geeignet.” Buenos Aires ist die zweite Station der 106 Werke umfassenden Ausstellung, die über die nächsten Jahre auf Tournee in Lateinamerika gehen soll. Gestartet hat sie in Lima, dem Ort, in dem Werner Bischof begraben liegt. Später soll sie weiter nach Kolumbien, Venezuela und Mexiko wandern.

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Wenn Gedanken Materie werden

“Sinestesia” – junge Künstler im neuen “Espacio Itaú Cultural”

Von Susanne Franz

Sintensia11.jpgEin wahres Feuerwerk der Kreativität entfaltet sich im am 9. Dezember neu eröffneten “Espacio Itaú Cultural”, der nur wenige hundert Meter vom Obelisken entfernt mitten im Stadtzentrum liegt. “Hier finden Materie und Sinne zusammen”, verheißt die Ausstellung “Sinestesia”, und das ist nicht zuviel versprochen: Der lichtdurchflutete, fünf Meter hohe Raum, der sowohl zur Straße Cerrito gleich neben der 9 de Julio, als auch zur Viamonte vom Boden bis zur Decke verglast ist, erlaubt es, Werke zu zeigen, die in einer “normalen” Galerie und selbst den meisten Museen gar nicht ausgestellt werden könnten.

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Jugend, Punk und Künstlerleben

Lena Szankays Fotoausstellung “Zeitgeist Berlin”

Von Nils Witte

szankay11.jpg“Ich wollte nicht die üblichen Bilder von der Mauer machen”, fasst Fotografin Lena Szankay ihre Ausstellung “Zeitgeist Berlin” zusammen, die derzeit in der “VVVgallery.” in Buenos Aires zu sehen ist. Die Fotos der Porteña vermitteln dem Betrachter die Atmosphäre im Berlin vor und nach dem 9. November 1989. Was haben die Menschen gefühlt? “Begeistert war ich nicht”, erinnert sich die damals 24-Jährige an ihren ersten Eindruck. Mit dieser Reaktion war sie im Herbst 1989 nicht allein.

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Letzter Tango in Buenos Aires

Der Dokumentarfilm “El último aplauso” von Germán Kral

Von Nils Witte

kino11.jpgAm Stadtrand von Buenos Aires im Viertel Pompeya steht die “Bar El Chino”, ein Ort, an dem Tango geliebt und gelebt wird. Besser gesagt, wurde dort Tangokultur gelebt, bis im Winter 2001 “El Chino”, der Besitzer der Bar, erkrankte und kurze Zeit später starb. “El último aplauso” dokumentiert das nächtliche Leben an diesem ursprünglichen Ort und begleitet die Menschen, die dort auftraten. Der in München ausgebildete Regisseur Germán Kral hatte seine Heimatstadt Buenos Aires zwei Jahre vor dem Tod von “El Chino” besucht, um einen Film über die “Bar El Chino” zu machen. Seine Professorin Doris Dörrie hatte ihn auf die Bar aufmerksam gemacht.

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Warhol auf der Couch

Die Ausstellung “Mr. America” im Malba zeigt die weltbekannten Werke Andy Warhols aus psychoanalytischer Sicht

Von Maria Exner

warhol11.jpgKeiner geringeren Institution als dem amerikanischen Außenministerium hat Argentinien seine erste umfassende Andy Warhol-Retrospektive zu verdanken. Der kanadische Kurator Philip Larratt-Smith hatte die Ausstellung “Mr. America” ursprünglich konzipiert, um sie in Kuba zu zeigen, wo der 29-Jährige in den vergangenen Jahren bereits die Werke von Louise Bourgeois und Robert Mapplethorpe präsentierte. Doch das US-Außenministerium wollte die Ausreise der ungleich bekannteren Warhol-Bilder in Richtung Havanna nicht genehmigen. Also beschloss Larratt-Smith, solange mit “Mr. America” durch Lateinamerika zu reisen, bis die Behörde von Hillary Clinton es sich anders überlegt und die Chance zum interkulturellen Austausch zwischen Kuba und den USA, den der Ausstellungsmacher anstoßen will, doch noch nutzt.

Des einen Leid, des anderen Freud: Nach Bogotá macht “Mr. America” jetzt also in Buenos Aires Station – mit mehr als 170 Werken des Multitalents Warhol, darunter Ikonen wie die Marilyn-Reihe und das Porträt Mao Tse-Tungs. Gemälde, Drucke, Fotografien, Filme und Installationen hat Larratt-Smith zusammengestellt, um das lateinamerikanische Publikum die nordamerikanische Alltagskultur der 60er, 70er und 80er Jahre durch die Augen des Begründers der Pop Art sehen und verstehen zu lassen.

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