Aus der eigenen Geschichte lernen
Die “Casa del Bicentenario” will eine Schnittstelle von historischer Aufarbeitung und Kulturvermittlung sein
Von Valerie Thurner
Am vergangenen 16. März wurde die mit Spannung erwartete “Casa del Bicentenario” eröffnet. Das Angebot klingt vielversprechend, die programmatischen Ziele, angesiedelt an der Schnittstelle von historischer Aufarbeitung und Kulturvermittlung, ehrgeizig. Man darf annehmen, dass es sich um eines der gelungensten neuen Kulturprojekte im Zusammenhang mit der 200-Jahr-Feier Argentiniens handelt. Die Regierung knausert nicht, wenn es darum geht, prestigeträchtige Häuser in der Hauptstadt termingerecht in neuem Glanz erstrahlen zu lassen.
Die beiden Bauten aus dem Jahr 1913 in der Straße Riobamba 985 wurden durch eine sanfte Renovierung in einen typischen Museumsbau des heutigen globalen Standards verwandelt. Ein White Cube, wo sich Ausstellungsräume, Büros und Recherche-Bereiche auf die vier Stockwerke verteilen; durch Glas wird eine Transparenz zwischen Besucherbereich und Backoffice gewährt.
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Den ganz großen Auftritt wird der argentinische Kultur- und vor allem Literaturbetrieb erst im Herbst auf der Frankfurter Buchmesse haben, zu der Argentinien in diesem Jahr als Gastland geladen ist. Um dem deutschen Publikum vorab schon mal die Gelegenheit zu geben, einen Einblick in das Schaffen argentinischer Autoren zu bekommen, präsentierten sich fünf von ihnen vergangene Woche auf der Leipziger Buchmesse. Und kamen anschließend nach Berlin. Denn hier wurde am Dienstag in den Räumen des Instituto Cervantes die erste Konferenz deutscher und argentinischer Schriftsteller eröffnet.
In meinen bald 70 Jahren habe ich kaum ein eindrucksvolleres Buch gelesen als den Weltbestseller “Arm und Reich” (“Guns, Germs, and Steel”, 1997) von Jared Diamond. Er beschreibt hier überzeugend die Schicksale menschlicher Gesellschaften seit 13.000 Jahren. Jared Diamond ist ein Universalgelehrter wie es sie kaum noch gibt: Arzt, Historiker, Geograph, Evolutionsbiologe, Anthropologe, Paläontologe, außerdem, soweit ich es beurteilen kann, ein ausgeglichener und humorvoller Mann.
Der spanische Kult-Regisseur Pedro Almodóvar war der Überbringer der Glücksbotschaft: Der argentinische Film “El secreto de sus ojos” hat am Sonntagabend bei der 82. Oscarverleihung den Preis für den besten nicht-englischsprachigen Film gewonnen. Regisseur Juan José Campanella nahm die Statue aus den Händen von Almodóvar und Quentin Tarantino entgegen.
El diseño de autor local y la moda de shopping se nuclean todas las temporadas en la Buenos Aires Fashion Week (BAF). La edición otoño invierno 2010 se realizó en la Rural los días 24, 25 y 26 de febrero.
Zentral und doch fast idyllisch abgelegen, ist das Haus nur einen Block von der vielbefahrenen Avenida Cabildo entfernt, nur zwei von der U-Bahnstation José Hernández der Linie D. Verkehrstechnisch ideal angebunden, ist die Ecke Virrey Arredondo/Ciudad de la Paz im Stadtviertel Belgrano dennoch ruhig, hier donnern keine Busse vorbei. Die Zahl der Hochhäuser hält sich in Grenzen, ein wenig hat sich der Viertel-Charakter früherer, ruhigerer Zeiten erhalten.
Ariel Ramírez, einer der bedeutendsten Komponisten und Pianisten Argentiniens, ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Er hinterließ ein umfangreiches Lebenswerk; musikalische Zeugnisse eines inspirierten und neugierigen Geistes, der nicht in wertenden Kategorien von Hoch- und Populärkultur dachte.
Vor wenigen Tagen starb der politische Journalist Eduardo Kimel im Alter von 57 Jahren nach langer Krankheit in Buenos Aires. Kimel, der in den letzten Jahren als Chefredakteur des spanischsprachigen Dienstes der Deutschen Presse Agentur dpa fungierte, wurde vor allem bekannt durch sein Buch “Das Massaker von San Patricio”. Darin arbeitet er die Ermordung von drei Pallottiner-Priestern sowie zweier Seminaristen durch eine Schlägertruppe während der Militärherrschaft im Jahre 1976 auf. Dabei kommt Kimel zu dem Schluss, dass die Befehle zu dieser Tat aus dem Zentrum der Diktatur kamen und dass deswegen eine ausreichende juristische Aufarbeitung unterblieben sei.
In seinem 50. Jubiläumsjahr wagt sich das Theater San Martín an die Adaptation von William Shakespeares romanesker Komödie “Viel Lärm um nichts” (Mucho ruido y pocas nueces/Much Ado About Nothing) – im Stil eines Volkstheaters mit hiesigem Lokalkolorit. Regie führt der Argentinier Oscar Barney Finn; er versetzte die Handlung ins ländliche Argentinien im 19. Jahrhundert, mit dem Ziel, der Komödie um Liebe und Intrigen einen neuen Aspekt abzugewinnen. Die Protagonisten werden an den hiesigen kulturellen und historischen Kontext angepasst, was ein paar Verschiebungen in Namen und Funktion der Rollen mit sich bringt. So ersetzt Don Leandro Lagos (Salo Pasik), der Gutsherr, den Don Leonato, der Gerichtsvollzieher Dogberry wird durch den seltsamen Kommissar Robles (Daniel Miglioranza) ersetzt und die Truppen Aragoniens werden hier von ein paar Offizieren um den Kommandanten Pedro Gauna (Fernando Margenet) repräsentiert.
Der Spielfilm
Die Amerikanerin Anousheh Ansari will als erste Frau der Welt ins All und lässt für diesen Kindheitswunsch glatt 20 Millionen Dollar springen. Der Schweizer Dokumentarfilmer Christian Frei erzählt in “Space Tourists” den alten Menschheitstraum vom Flug ins All in einem mehrdimensionalen und dichten Film. Uraufgeführt wurde das soeben beim Sundance-Filmfestival für die beste Regie einer ausländischen Dokumentation ausgezeichnete Werk beim Zurich Film Festival im vergangenen September, wo Frei mit Standing Ovations honoriert wurde.


