Die Schönheit im Auge des Betrachters

Fotoausstellung von Carlos Furman

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Carlos Furmans Foto von Margarita Balis „Ojo al zoom“.

Nur noch an diesem Wochenende kann man im Rahmen des „IV. Festival Buenos Aires Danza Contemporánea“ (Festival des Modernen Tanzes) die Fotoausstellung “Bs.As. Danza” des renommierten Theater- und Tanz-Fotografen Carlos Furman sehen: im „Espacio Casa de la Cultura“, Av. de Mayo 575, von 14-20 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Das Programm des Tanzfestivals, das morgen zu Ende geht, findet man auf der Internetseite des Festivals.

Gratis-Fest für Tanz-Fans

7. bis 18. Februar: IV. Festival des Modernen Tanzes in Buenos Aires

Von Susanne Franz

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“El armado”, eines der Tanzstücke im Festivalprogramm.

Vom 7. bis 18. Februar findet zum vierten Mal das vom Kultursekretariat der Stadt Buenos Aires im Zweijahresrhythmus organisierte “Festival Buenos Aires Danza Contemporánea” statt. Auf verschiedenen Bühnen der Stadt werden die talentiertesten Tänzer und Choreografen sowohl von der Stiftung Prodanza prämierte Uraufführungen als auch Stücke zeigen, die in den Jahren 2005 und 2006 für das Festival ausgewählt wurden. Die Auswahl traf die Festivalleiterin Ana Kamien gemeinsam mit María José Goldín und Sandro Nunziata.

Fans des Modernen Tanzes dürfen sich auf sieben Uraufführungen von den Choreografen Miguel Robles, Edgardo Mercado, Mariana Bellotto, Luis Garay, Mariela Ruggeri, Melanie Alfil-Alejandro Awada und Fabián Gandini freuen, die dem Publikum ihre neuen Stücke “Desolado”, “Plano difuso”, “Slogans”, “Parto”, “Lo que nos sostiene”, “Bajo el péndulo” und “La garza sobre el agua” vorstellen.

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“El Final del Laberinto”

Fünf Künstler in der Galerie “Empatía”

Von Susanne Franz

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Hoch sensible Zeichnungen, zarte und zugleich comichafte Aquarelle, nostalgische und doch strenge Foto-Stickereien, dramatisch-schwermütige Gemälde und skurrile Objekte an der Grenze zwischen Schrecken und Spaß: In der erst im Jahr 2006 neu eröffneten, schönen Galerie “Empatía” hat der Künstler Diego Perrotta als Kurator gewirkt und unter dem Titel “El Final del Laberinto” eine hervorragende Auswahl von Werken fünf talentierter junger Künstler zusammengestellt, die alle Mitte/Ende 20 sind und deren Namen aufmerksame Kunstliebhaber in jüngster Zeit schon öfter gehört haben. Zu Recht, wie sich jeder beim Besuch dieser Ausstellung überzeugen kann.

Herausragend sind die Zeichnungen von Ignacio Valdez, zurückgenommene Psychogramme, die die Suche nach der Identität symbolisieren (seiner eigenen, denn Valdez’ Werke sind alle Selbstporträts). Valdez hat vergangenes Jahr mit einer Ausstellung in der Galerie Zavaleta Lab bereits von sich reden gemacht.

Ariel Cusnir, der die Technik des Aquarells meisterhaft beherrscht, spielt mutwillig mit dem Medium und trotzt ihm mit comichaften, bewusst kindlichen Elementen eine neue Ästhetik ab. So lässt er rätselhaft-brüchige Traumlandschaften entstehen.

Die Foto-Stickereien von Julia Mensch sind anrührende Zeugnisse der Suche nach der eigenen Familiengeschichte. Alte Fotos, auf weißes Papier übertragen, interveniert die Künstlerin mit liebevoller Handarbeit. Die farbigen Stickereien machen das Vergangene plastisch, farbig und real.

Diego Habobas Werke, die man im Jahr 2005 in einer von Jimena Ferreiro Pella kuratierten Ausstellung im Centro Cultural Recoleta kennenlernen konnte, besitzen, auch im kleinen Format, eine ungeheuer dramatische Spannung. In den dunklen, verschwommenen Gemälden, die kurz vor dem Verschwinden noch eben “gerettete” Momente festzuhalten versuchen, schwingt die Trauer um das unwiederbringlich Verlorene mit.

Ein Gefühl des Gruselns (sowohl des angenehmen wie des angsteinflößenden) vermitteln die skurrilen, aus Alltagsgegenständen komponierten Objekte von Federico Zukerfeld. Der kreative Künstler und Theatermann begeisterte schon im Jahr 2003 im Centro Cultural de la Cooperación mit seinem “Bazar Zukerfeld”. Auf vielen Ebenen konfrontiert Zukerfeld die Betrachter mit ihren eigenen Begrenzungen, ohne sie vor den Kopf zu stoßen.

(“El Final del Laberinto”, Galerie “Empatía”, Carlos Pellegrini 1255. Geöffnet bis 3. März, montags bis freitags von 11-20, samstags von 10-13 Uhr.)

Dieser Artikel erschien am 27.01.07 im “Argentinischen Tageblatt”.

Eine lange Geschichte mit vielen Knoten

Ausstellung “Fluxus in Deutschland 1962-1994” endet am 30. Januar

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Fluxus – Piano Litauen (Hommage für Maciunas), von Wolf Vostell.

Die vom Goethe-Institut Buenos Aires unterstützte und von René Block und Gabriele Knapstein kuratierte Ausstellung “Fluxus en Alemania 1962-1994: Una larga historia con muchos nudos” im Museo de Arte Latinoamericano (Malba) geht am 30. Januar zu Ende. Eine einzigartige Chance, dokumentarisches Fotomaterial der wichtigsten Aktionen, Festivals und Konzerte der Ende der 50-er Jahre geborenen Fluxus-Bewegung zu sehen, eine Richtung der zeitgenössischen Kunst, die sich besonders durch ihre geographische Transversalität und die provokative und experimentelle Ausrichtung auf den unterschiedlichsten Gebieten der Kunst auszeichnete.

Die Exposition bietet auch die Gelegenheit, Projekte aus der Gründerzeit der Bewegung sowie Werke von Künstlern wie (u.a.) Nam June Paik, Joseph Beuys, Ben Vautier und Dieter Roth zu sehen. Abgerundet wird die Schau mit einer Auswahl von Postern, Briefen, Phono-Aufnahmen, Büchern und Partituren.

(Malba, Av. Figueroa Alcorta 3415. Eintritt 10 Pesos, mittwochs gratis, dienstags geschlossen; Infos hier.)

Vierdimensionale Gewalt

Die Installation “Alguien llama” von “Provisorio Permanente” in der Galerie Ruth Benzacar

Von Susanne Franz

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Wenn die Gewalt ins häusliche Idyll einbricht, wird etwas für immer zerstört. An den Zustand des Friedens, der vorher herrschte, kann sich derjenige, dem die Gewalt widerfährt – ob er sie nun am eigenen Leib erlebt oder sie einem Familienmitglied angetan wird – gar nicht mehr zurückerinnern. Es wird nie mehr, wie es vorher war. Ja, es scheint, als ob dieses Vorher eine zynische Dimension annimmt und dem Opfer ins Gesicht lacht.

Mit ihrer Installation “Alguien llama” hat die Künstlergruppe “Provisorio Permanente” diesen Moment eingefangen und “festgefroren”. Ein zerstörtes Haus, eine Frauenleiche, deren Beine nach draußen zeigen und deren brennender Kopf im Inneren liegt. Ein Mann, der sie fassungslos ansieht. Auf dem Dach des Hauses und um es herum sitzen und rennen Affen mit Totenschädelfratzen herum, anscheinend die Verursacher des Mordanschlags.

Die Dimensionen des Holzhauses und der Gestalten, die es bevölkern, sind nicht ganz menschengroß, man betrachtet von allen Seiten diese große, grauenerregende Puppenstube, kann durch die kaputte Tür sehen, durch die Fenster, fast voller Angst, dass dieser eingefrorene Moment sich jeden Moment auflösen könnte und das Grauen weitergehen.

Um noch mehr zynische Distanz zu schaffen, haben “Provisorio Permanente” dieselbe Szene in immer kleiner werdendem Maßstab viermal wiederholt und auf einem Podest aufgestellt. Aber wie weit kann man sich entfernen?

Die Ausstellung ist nur noch in der ersten Januarwoche im “NuevoEspacio” der Galerie Ruth Benzacar, Florida 1000, zu sehen.

Diskreter Blick zweier Videokunst-Gurus

Marcel Odenbach und Robert Cahen im Espacio Fundación Telefónica

Von Susanne Franz

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Zwei Großleinwände sind mitten im Raum in einem spitzen Winkel angeordnet, der Betrachter steht auf der freien Linie des gedachten Dreiecks. Rasend schnell flitzen zwei Bilder auf jeder Seite auf die Mitte zu und lösen sich dort auf, während immer wieder andere Bilder folgen. Manchmal läuft auf beiden Seiten dasselbe ab, manchmal sind es zwei unterschiedliche, sich komplementierende Szenen. Man ist mittendrin, wird hineingezogen in ein schwindelerregendes Sinneserlebnis. “Auf den fahrenden Zug springen” heißt diese Video-Installation von 1989-91 des deutschen Künstlers Marcel Odenbach (geb. 1953 in Köln). Typisch für die bahnbrechende Arbeit dieses Pioniers der Video-Kunst ist, dass auch dokumentarische Szenen in die Bilderfolge eingearbeitet sind.

So schnell wie die Bilder flitzen tausende Assoziationen durch die Synapsen im Hirn des Betrachters. Die Eisenbahnen, mit denen die Siedler aus dem “alten Kontinent” das riesige Amerika durchschnitten und so “die Zivilisation” brachten – und alles, was dabei “auf der Strecke blieb”: Indianerkulturen, Büffelherden, friedliches Zusammenleben. Die Züge, die Millionen Menschen, wie Tiere eingepfercht, in Nazi-Deutschland in die Vernichtungslager brachten. Selbstmörder. Abschied. Hetze, ohne Ruhe zu finden. Unterwegs-Sein, ohne anzukommen.

In den Arbeiten Odenbachs gehen das Konzept und die künstlerische Umsetzung eine perfekte Verbindung ein. Vom banalsten bis zum tiefgründigsten Gedanken hat hier alles Platz, und nie kommt der ästhetische Genuss bei der Rezeption der Kunstwerke zu kurz.

In einem anderen Raum läuft eine andere Zeit ab: Zwei Großleinwände stehen in einem 90-Grad-Winkel. Langsame, traumgleiche Bilder aus der Eiswelt der Antarktis erscheinen auf der einen. Auf der anderen die gleiche Szene, aber ein para Sekunden zeitversetzt. Das Raum-Zeit-Kontinuum aufhebend, versetzen diese Winterlandschaften (“Paysages d’hiver”) des französischen Künstlers Robert Cahen den Betrachter in einen meditativen Zustand. Cahen (geb. 1945 in Valence) ist ein Meister der unmerklichen Übergänge, seine Video-Installationen sind von überirdischer Schönheit, wohingegen bei Odenbach die Sozialkritik und der Humor immer auch Distanz schaffen.

Die brasilianische Gast-Kuratorin und Video-Expertin Solange Farkas hat für die exzellente, sehr zu empfehlende Ausstellung “La mirada discreta” (Der diskrete Blick) im Espacio Fundación Telefónica eine hervorragende Auswahl von Arbeiten dieser beiden weltweit anerkannten Videokunst-Gurus getroffen. Die technische Ausstattung der Ausstellungsräume erlaubt es, diesen beiden Meistern wirklich gerecht zu werden – wahrscheinlich kann man in ganz Argentinien nur hier eine solche Ausstellung machen.

“La mirada discreta” kann man dank der Unterstützung des Goethe-Instituts Buenos Aires sehen – und sollte sich dieses Erlebnis nicht entgehen lassen. Neben zwei großen Video-Installationen jedes Künstlers im Obergeschoss des “EFT” sind im Erdgeschoss eine größere Zahl weiterer Videoarbeiten von Odenbach und Cahen zu sehen. Bis zum 14. Januar im Espacio Fundación Telefónica, Arenales 1540. Öffnungzeiten: dienstags bis samstags 15-20 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Erschienen im “Argentinischen Tageblatt” vom 23.12.06.

Luces en el Puente – La Boca

Proyecto Lumínico de Gonzalo Córdova

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Con el apoyo del Gobierno de la Ciudad de Buenos Aires, Prefectura Naval Argentina, Dirección de Vías Navegables y Vialidad Nacional, y los auspicios de Tenaris – Techint, los días viernes 15 y el sábado 16 de diciembre Fundación Proa presenta “Luces en el Puente – La Boca”, iluminación del Puente Transbordador Nicolás Avellaneda. Este espectáculo público de Gonzalo Córdova es inédito en la ciudad y busca rescatar uno de los símbolos más importantes de Buenos Aires, con motivo de las celebraciones de los 10 años de la Fundación PROA.

Los artistas Gonzalo Córdova y Horacio Pigozzi diseñaron esta instalación que deconstruye el puente a través del color y el movimiento, celebrando la realización de la forma final: Puente y Monumento; arquitectura e identidad.

Las luces, provenientes de tubos fluorescentes de distintos colores, se encienden de manera secuenciada y en movimiento, interviniendo como componentes que se integran a la estructura industrial del puente. Las formas dan la posibilidad de redescubrirlo desde una óptica festiva, devolviéndoles a los vecinos de La Boca y de toda la Ciudad un hito que fortalece la identidad y pertenencia a los barrios que están a orillas del Riachuelo.

La iluminación del Puente Nicolás Avellaneda tiene como objetivo señalar el monumento y destacar su importancia histórica y representativa dentro del puerto.

Gonzalo Córdova realizó la instalación lumínica y sonora del Cabildo de Buenos Aires, desarrollada en el marco de La Noche de los Museos ‘06.

Lugar de encuentro: Av. Pedro de Mendoza y Caminito – Vuelta de Rocha.
Días y Horarios: Viernes 15/12 de 20:30 a 12:00 hs. y Sábado 16/12 de 20:30 a 04:00 hs.

Alternativmesse “Periférica”

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“Periférica 2006”, eine Kunstmesse der besonderen Art

Von Susanne Franz

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Vom 6. bis zum 10. Dezember findet im Centro Cultural Borges (Viamonte/San Martín) die alternative Kunstmesse “Periférica Arte de Base” (Periférica Kunst von der Basis) statt. Es ist die zweite Ausgabe dieser internationalen Messe und Begegnungsstätte für Galerien, Verlage, unabhängige Musiklabels und Künstlerkollektive.

Im vergangenen Jahr fand “Periférica” mit ihren über 70 interessanten Ständen begeisterten Zuspruch beim Publikum, besonders dem jüngeren. Dieses Jahr bietet die Messe für Junge Kunst Schauen von Zeichnungen, Gemälden, Graphik, Objekten, Digitalkunst, Fotografie, Installationen, Video-Installationen; Performances; Ausstellungen und Verkauf von Büchern, Zeitschriften und CDs; Live-Shows sowie Rundtischgespräche und Vorträge. Die über 70 Stände, die in diesem Jahr teilnehmen, werden von Initiativen aus Buenos Aires, dem Inland Argentiniens sowie Chile, Uruguay und Brasilien gestaltet.

“Periférica” ist eine Messe, die dem wachsenden Bedürfnis der Künstler nach mehr Selbstbestimmung im Kunstbetrieb entgegenkommt. Immer mehr Kunstschaffende begnügen sich heute nicht mehr damit, ihre Werke zu produzieren und zu vertreiben, sondern übernehmen überhaupt eine aktivere Rolle in der Kulturvermittlung. So entstehen neben den traditionellen Wegen des Kunstmarkts neue, direktere und kreativere Kontakte zwischen Kunstschaffenden und Publikum.

“Periférica Arte de Base” ist eine Initiative von Gustavo López, Florencia Sabá, Ana Gallardo, Fernanda Laguna und Gustavo Crivilone, und wird in Zusammenarbeit mit dem Centro Cultural Borges, im Rahmen des Zyklus “Borges/Contemporáneo” (Borges/Zeitgenössisch) veranstaltet.

“Periférica Arte de Base”
Centro Cultural Borges
Viamonte/San Martín
Eröffnung: 6.12., 20 Uhr. Bis 10.12.
Mo-Sa 10-21, So 12-21 Uhr.
Infos unter Tel.: 5555-5359.

Feria de Arte Joven: Periférica 2006

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Vuelve al Borges la novedosa feria de arte joven

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Del 6 al 10 de diciembre se realizará en el Centro Cultural Borges,
“Periférica Arte de Base”, feria y encuentro internacional de espacios de arte, editoriales y sellos discográficos independientes, y colectivos de artistas.

Se trata de la segunda edición de esta novedosa feria, que el año pasado convocó a más de 70 espacios de arte del país y de países vecinos y que que tuvo una masiva y entusiasta respuesta del público, en particular de los jóvenes.

Este año habrá muestras de dibujo, pintura, grabado, objetos, arte digital, fotografías, instalaciones, video-instalaciones, performances, exposición y venta de libros, revistas y discos, shows en vivo y un ciclo de encuentros y conferencias. También se destaca el workshop “Tecnologías de la amistad o cómo hacer juntos”, ideado por Roberto Jacoby.

Entre los más de 70 espacios que participarán, hay propuestas de Chile, Uruguay y Brasil y representantes de del interior del país. Además se presentarán muestras curatoriales, entre las que se destacan las de Tomás Espina y Catalina León, Ernesto Ballesteros y el grupo Oligatega Numeric.

Periférica es un ámbito creado con el objetivo de dar cabida a una nueva actitud de los artistas de las diversas disciplinas, que reclaman un papel cada vez más activo en relación al arte. En efecto, un número creciente de creadores no se limita hoy a realizar y difundir sus obras sino que tiene una participación activa en otros aspectos de la divulgación cultural.

De esta manera, participan de la gestión del espacio, la producción de las obras y hasta su comercialización, lo que está generando una relación más directa y creativa con el público, al margen de los canales tradicionales y de las pautas del mercado de arte.

Periférica es una iniciativa de Gustavo López, Florencia Sabá, Ana Gallardo, Fernanda Laguna y Gustavo Crivilone que se lleva a cabo en colaboración con el Centro Cultural Borges, en el marco del proyecto Borges / Contemporáneo.

“Periférica Arte de Base”
Del 6 al 10 de diciembre
Inauguración: 6 de diciembre, 20 hs.
Centro Cultural Borges
Viamonte esq. San Martín
Informes: 5555-5359.
Horarios: lunes a sábado de 10 a 21, domingos de 12 a 21 hs.

Szenen voller Melancholie

Eduardo Iglesias Brickles in der Galerie Holz

Von Susanne Franz

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Noch bis zum 30. November hat man die Gelegenheit, in der Galerie Holz (Arroyo 862) die jüngsten Werke des argentinischen Künstlers Eduardo Iglesias Brickles zu bewundern. Der Titel seiner Ausstellung lautet „¿Volveremos a reír despreocupadamente?“ (Ob wir einmal wieder sorglos lachen werden?) – ein Satz, den er seinen Vater einen Tag vor dessen Tod im Alter von 47 Jahren sagen hörte. Der Vater, Chilene, Militär, Revolutionär, vereinigte alle Widersprüche der argentinischen Geschichte in sich, und seine zugleich zynische wie rhetorisch-nüchterne Frage bringt diese genauso auf den Punkt.

Iglesias Brickles, ein begnadeter Holzschnitt-Meister, dem im vergangenen Jahr im Museum Sívori eine umfangreiche Retrospektive gewidmet war, hat für diese jüngste Ausstellung – in einer wahren kreativen Explosion – über 40 relativ kleinformatige Gemälde geschaffen, in denen er die argentinische Geschichte, Mythen und Legenden schlaglichtartig Revue passieren lässt: Evitas Tod, das Bombardement der Plaza de Mayo, Tangomusiker, Menschen in melancholischer Haltung. “Szenen” nennt Eduardo Iglesias Brickles seine symbolhaltigen, plakativen Bilder voller Licht, sanfter Ironie, bitterer Melancholie, verhaltener Nostalgie und nüchterner Kritik. Auch sein eigenes Werk als Künstler fließt in allen Facetten in diese überraschende, exzellente neue Produktion mit ein.

Die Ausstellung begleitet ein kleines Katalog-Büchlein mit einigen Bildern und einem interessanten Vorwort von Matilde Sánchez.

Erschienen im “Argentinischen Tageblatt” vom 25.11.06.

Kunst, Musik und zeitgenössische Kultur

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“Estudio Abierto Centro 06” im “Palacio de Correos” vom 16. November bis 3. Dezember

Von Susanne Franz

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Am Donnerstag, dem 16. November, wird um 19 Uhr die neunte Ausgabe des Kunstfestivals “Estudio Abierto” eröffnet, das dieses Jahr in der ehemaligen Hauptpost von Buenos Aires stattfindet. Der riesige “Palacio de Correos”, der den Häuserblock zwischen den Straßen Alem, Bouchard, Corrientes und Sarmiento belegt, ist in diesem Jahr die alleinige Ausstellungsstätte des von der Stadtregierung Buenos Aires organisierten Festivals. Bis zum 3. Dezember kann man täglich von 12-24 Uhr bei freiem Eintritt Ausstellungen von Künstlern aus dem In- und Ausland, Theaterstücke, Performances, DJ-Sets, Live-Musik, Rundtischgespräche und Vorträge erleben.

In diesem Jahr haben sieben Kuratoren – Rodrigo Alonso, Marcelo de la Fuente, Andrés Duprat, Valeria González, Rafael Cippolini, Ana Battistozzi und Nekane Aramburu – besonders viele Künstler aus dem Landesinneren Argentiniens und dem Ausland eingeladen. So werden Kunstschaffende aus Australien, Brasilien, Chile, Deutschland, Frankreich, Irland, Israel, Italien, Kanada, Kolumbien, Peru, der Schweiz, Spanien und den USA erwartet.

Zu den argentinischen Künstlern, die an “Estudio Abierto Centro 06” teilnehmen, zählen Sergio Avello, Delia Cancela, Gabriela Golder, Daniel Joglar, Luis Lindner, Liniers, Eduardo Molinari und Tulio de Sagastizábal. Im Theaterprogramm sind u.a. “Open House” von Daniel Veronese und “Tanta mansedumbre” mit Analía Couceyro vorgesehen, während im Musik- und DJ-Programm u.a. Rosario Bléfari, Bicicletas, Ariel Minimal, Lucas Martí und Doris aufgelistet sind.

“Estudio Abierto” hat es sich zur Aufgabe gemacht, in Vergessenheit geratene oder leerstehende bedeutende Gebäude der Stadt “wiederzuentdecken” und neu in die kulturelle Aktualität der Stadt einzubinden. So soll nun nach dem Harrod’s-Kaufhaus (2003), der Confitería Molinos (2004) und dem Immigrantenhotel (2005) dem Post-Palast neues Leben eingehaucht werden.

“Estudio Abierto Centro 06” ist ein mehr als vielversprechender Anreiz, in den Kultursommer von Buenos Aires zu starten.

Erschienen im “Argentinischen Tageblatt” vom 11.11.06.